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by Tasha Kerry on 28/11/2018 | Legal & Politik

CBD-Chaos in Spanien

CBD Spanien Die Polizei beschlagnahmt Cannabidiol-Produkte aus den Regalen von Shops in Valencia, auf der Spannabis 2019 in Barcelona bleibt das CBD-Angebot auf Kosmetika beschränkt. Wie steht es also um Spaniens CBD-Markt? Herrscht das blanke Chaos oder sind diese Vorfälle nur die Vorboten einer dringend benötigten Regulierung?


Ist CBD in Spanien legal?

Der spanische Cannabismarkt ist eine vielfältige Mischung aus spanischen und ausländischen Unternehmen, die von Samen, Düngemitteln und Grow-Lampen über Hanfbiere bis hin zu CBD-Tinkturen, -Öle und -Cremes alles anbieten. All diese Unternehmen, die Samenbanken, Grower und Grow-Shops, Hersteller, Distributoren und Online-Händler, agieren in einer Grauzone, die es ihnen erlaubt, ihre Produkte zu verkaufen, solange sie bestimmte Regeln einhalten.

Ist CBD in Spanien legal?

Gemäß internationaler Gesetzgebung dürfen keine Cannabisprodukte mit einem Tetrahydrocannabinol-, sprich THC-Gehalt von mehr als 0,2 Prozent verkauft werden – und die Samen für alle Hanfprodukte, ob industriell oder kommerziell, müssen aus dem genehmigten europäischen Hanfsamenkatalog stammen. Es gibt weitere Gesetze, von denen einige für die Präsentation und den Verkauf von Cannabisprodukten gelten, insbesondere im Fall von CBD-Öl für den menschlichen Verzehr als Nahrungsergänzungsmittel, doch sie wurden bisher geflissentlich übersehen.

Im August 2018 zirkulierten erstmals Berichte auf Twitter über Razzien in Geschäften und Beschlagnahmungen von CBD-Produkten. Dann verbreitete sich ein Blog-Post, in dem die Branche darüber informiert wurde, dass die spanische Behörde für Lebensmittelsicherheit, AECOSAN, ihre Gesetzgebung aktualisiere, um den Verkauf und Vertrieb von CBD-haltigen Produkten als Nahrungsergänzungsmittel zu verbieten. Nach spanischem Recht müssen Nahrungsergänzungsmittel aus „normalen“ Lebensmitteln hergestellt werden und „konzentrierte Nährstoffquellen“ sein, die ausschließlich „Vitamine, Mineralien, Amino- und Fettsäuren“ enthalten dürfen.

Nur die Verwendung von Vitaminen und Mineralien wird auf EU-Ebene ratifiziert, es liegt hingegen an den Mitgliedstaaten selbst, zu bestimmen, wie sie mit CBD umgehen wollen. Einige Mitgliedsländer entschieden sich dafür, CBD als neuartiges Lebensmittel zu klassifizieren, was bedeutet, dass es vor der am 15. Mai 1997 in Kraft getretenen „Novel Food Regulation (EU) 2015/2283“ noch weitgehend unbekannt war. Mitgliedstaaten wie die Tschechische Republik, Italien, Deutschland, Belgien und die Niederlande erlauben den Verkauf von Cannabis als Nahrungsergänzungsmittel, Spanien jedoch nicht. In Spanien kann CBD nun „nur für den topischen Gebrauch“, also nur in Form von kosmetischer Creme oder Balsam verkauft werden.

Gerüchte, Statements, Razzien?

Laut dem Blog-Beitrag wurde die AECOSAN von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beauftragt, die Interessenvertreter der Branche über die neuen Richtlinien zu informieren. In einer E-Mail-Korrespondenz, die als Recherche für diesen Artikel durchgeführt wurde, bestreitet die EFSA jedoch, irgendeine Erklärung bezüglich CBD in Spanien abgegeben zu haben. Das EU-Büro in Barcelona bestätigte ebenfalls, dass es seine Position zu CBD nicht aktualisiert habe, sagt aber, dass Cannabidiol in die laufenden Diskussionen über sogenannte Orphan-Arzneimittel (Medikamente für seltene Leiden) einbezogen wird, wo es als Antiepileptikum geführt wird. Unabhängig davon, woher die Ankündigungen nun kamen, hat sich die CBD-Politik jedenfalls geändert.

Ist CBD in Spanien legal?

Spanische Unternehmen müssen die Gesetzesänderung einhalten oder mit Geldbußen und/oder Produktbeschlagnahmungen rechnen. Einige Unternehmen, die Berichten zufolge von der Aktualisierung der Richtlinien betroffen waren, sind Gea Seeds, Grow Barato und HortiTec, die einen Brief von AECOSAN erhalten haben und anschließend gestürmt wurden. Da CBD-Unternehmen aus ganz Europa Produkte in Spanien verkaufen, entweder über Grow-Shops oder online, sind auch sie davon betroffen und werden gezwungen sein, Produkte für den spanischen Markt entweder zurückzuziehen oder neu zu kennzeichnen.

Die Verwirrung wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass es einem anderen CBD-Unternehmen, dem britischen Biotechunternehmen und Marihuanproduzenten GW Pharmaceuticals, Anfang des Jahres gelungen ist, die Zulassung der US Food and Drug Administration (FDA) zu erhalten und die amerikanische Drogenbehörde DEA davon zu überzeugen, CBD von einer Schedule-I- (restriktivste Kategorie) in ein Schedule-V-Substanz (am wenigsten restriktivste Kategorie) umzuklassifizieren. Infolgedessen wurde das neueste CBD-Produkt von GW, EPIDIOLEX ®, im Sommer in das spanische Arzneibuch aufgenommen.

In einer Pressemitteilung auf ihrer Website macht die FDA deutlich, dass sie sich verpflichtet hat, CBD zu unterstützen, wo es sich als „wichtige medizinische“ Therapie erwiesen hat, und dass sie zudem „weiterhin rigorose wissenschaftliche Forschung über die möglichen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten von Marihuana-Produkten unterstützt“. Aber die Ankündigung kommt mit einer Warnung: „Die Vermarktung nicht zugelassener Produkte mit ungewisser Dosierung und unbekannten Inhaltsstoffen kann Patienten davon abhalten, auf geeignete und anerkannte Therapien zur Behandlung schwerer, sogar tödlicher Krankheiten zurückzugreifen.“

Eine CBD-Regulierung ist notwendig

Ebenfalls im Blogbeitrag erwähnt wird eine Studie des spanischen OEDCM (eine Art Observatorium für medizinisches Cannabis) über eine Auswahl der in Spanien erhältlichen CBD-Öle, die ergab, dass die meisten von ihnen nur wenig CBD, dafür aber Verunreinigungen enthielten. Leider ist der Bericht noch nicht fertig und bleibt unveröffentlicht, was sehr schade ist, da die Verbraucher ein Recht darauf haben, genau zu wissen, was sie kaufen. Aus diesem Grund müssen die Schritte in Richtung einer Regulierung gut bedacht sein.

Nach Berichten, dass Coca-Cola an der Entwicklung eines CBD-Getränks interessiert ist, veröffentlichte „Rolling Stone“ einen Artikel, der den CBD-Markt in den USA bis 2022 auf erstaunliche 22 Milliarden Dollar schätzte. Laut dem „Hemp & CBD Industry Factbook“ von 2018 könnte der CBD-Umsatz in den Staaten bis 2020 eine Milliarde US-Dollar überschreiten. Lebensmittel und Getränke werden eine Schlüsselrolle auf dem Markt spielen, da ein Deloitte-Bericht vom Juni ergab, dass sechs von zehn Verbrauchern in Zukunft wahrscheinlich essbare Cannabisprodukte, sogenannte Edibles, wählen würden. Angesichts der Tatsache, dass die europäische Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit einem Jahresumsatz von 1,1 Billion Euro der größte Arbeitgeber im Binnenmarkt ist und Investitionen zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung vorantreibt, könnte CBD die Kirsche auf dem Sahnehäubchen sein.

Dennoch sind die Bedrohungen für den CBD-Markt nicht auf Spanien beschränkt. Ein aktueller Bericht von „MJBizDaily“ bestätigte, dass die Tage der CBD-exklusiven Geschäfte in den USA gezählt sein könnten. Bisher haben drei Staaten, Ohio, Michigan und Kalifornien, den Verkauf von hanfbasierten Cannabisprodukten verboten. In einer Erklärung schrieb das kalifornische Gesundheitsministerium: „Bis die FDA feststellt, dass industrielles Hanföl und CBD-Produkte als Lebensmittel verwendet werden können oder Kalifornien feststellt, dass sie für den menschlichen und tierischen Verzehr sicher sind, sind CBD-Produkte kein zugelassenes Lebensmittel, keine Lebensmittelzutat, kein Lebensmittelzusatzstoff und kein Nahrungsergänzungsmittel.“

Unter dem Strich ist also eine CBD-Regulation erforderlich, um die Industrie zu leiten und die Verbraucher zu schützen, da derzeit beide Parteien gefährdet sind. In der Zwischenzeit expandiert der Markt weiter: die spanische Kosmetikkette Sephora hat kürzlich angekündigt, eine Cannabiscreme auf den Markt zu bringen. Kurz gesagt, es geht darum, Qualität, Herstellung und Vertrieb von CBD zu kontrollieren. Denn das Einzige, woran kein Zweifel besteht, ist die enorme Nachfrage der Verbraucher.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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