Die 10 nützlichsten kognitiven Verbesserungen eines Cannabis Highs

Unzählige Cannabis-Benutzer haben von einem High profitiert. Charles Baudelaire, William Butler Yeats, Walter Benjamin, Louis Armstrong, Billie Holiday, Diego Rivera, die Beatles, Bob Marley, und Carl Sagan sind nur einige wenige von denen, die Cannabis verwendeten, um ihre Wahrnehmung zu verändern, um tiefe Einsichten zu generieren, kreativ zu arbeiten, zu schreiben, zu dichten oder um aufzutreten.


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Unzählige Cannabis-Benutzer haben von einem High profitiert. Charles Baudelaire, William Butler Yeats, Walter Benjamin, Louis Armstrong, Billie Holiday, Diego Rivera, die Beatles, Bob Marley, und Carl Sagan sind nur einige wenige von denen, die Cannabis verwendeten, um ihre Wahrnehmung zu verändern, um tiefe Einsichten zu generieren, kreativ zu arbeiten, zu schreiben, zu dichten oder um aufzutreten. [1]

The Beatles
The Beatles

Im folgenden werde ich zehn der nützlichsten kognitiven Verbesserungen während eines Highs beschreiben, welche immer wieder von Cannabis-Benutzern weltweit in den letzten Jahrhunderten berichtet wurden.[2]

Zuerst jedoch ein Hinweis: Wie auch bei anderen bewusstseinsverändernden Substanzen erfährt man sicher keine Gesamtverbesserung aller geistiger Fähigkeiten während eines Highs. Einige kognitive Prozesse werden verbessert, während die Leistung anderer Prozesse beeinträchtigt werden kann. Es hängt stark von der Kenntnis und von den eines Fähigkeiten Benutzers ab, das High in sein Leben so zu integrieren, um wirklich von verschiedenen Veränderungen in Wahrnehmung und Denken profitieren zu können.

Hier ist  also die Liste von zehn der nützlichsten kognitiven Verbesserungen des Cannabis Highs:

(1) Eine stärkere Fokussierung der Aufmerksamkeit

Während eines Highs hyperfokussieren Cannabis-Benutzer worauf auch immer ihre Aufmerksamkeit fällt – sei es ein Sinneseindruck, ein Gedanke oder eine Erinnerung. Dabei nehmen Nutzer oft mehr Details im Objekt ihrer Aufmerksamkeit wahr. Der belgische Dichter und Maler Henri Michaux experimentierte mit Haschisch und schrieb:

“Mit Cannabis in mir bin ich ein Falke. (…) ich suche nach einem Gegenstand, um einer Spur zu folgen. Wenn es ein Gesicht ist, dann folge ich der Spur durch das Gesicht bis ans Ende der Welt.  Nichts kann mich ablenken.[3]

(2) Intensivierte Sinneseindrücke

Henri Michaux (1899-1984)
Henri Michaux (1899-1984)

Die „Hyperfokus“-Wirkung auf die Aufmerksamkeit spielt vermutlich die  Hauptrolle in der häufig berichteten subjektiven Intensivierung von Sinneseindrücken während eines Highs. Wenn man high ist, kann man auch besser verschiedene Aspekte in erlebten Sinneseindrücken unterscheiden   – sei es im Geschmack einer Mango, im Geruch einer Pinie,  oder im gefühlten taktilen Erleben eines Kusses.

(3) Im “Hier-und-Jetzt” sein

Die stark fokussierte Aufmerksamkeit und die Intensivierung von Sinneseindrücken helfen dabei, mehr im Hier-und-Jetzt der Erfahrung zu sein. Man konzentriert sich besser auf seine Sinneseindrücke und auf körperliche Wahrnehmungen. Vergangenheit und Zukunft werden weniger wichtig. Man atmet, fühlt, ist präsent, und steht stärker in Verbindung mit sich selbst. Ich nenne dies auch den “Zen-Effekt“ von Cannabis.

(4) Erhöhtes episodisches Gedächtnis

Die häufig berichtete Verbesserung des episodischen Gedächtnisses ist einer der atemberaubendsten Effekte des Cannabis Highs. Während man ein High verwenden kann, um stärker ins “Hier-und-Jetzt” zu kommen, kann man seine Aufmerksamkeit auch auf vergangene Episoden richten, um sich ins zu “Hier-und-jetzt” der Vergangenheit zurückzubringen. Cannabisbenutzer erinnern sich häufig unglaublich detailliert und lebhaft an längst vergangene Episoden in ihrem Leben. Interessanterweise haben Cannabis-Benutzer auch oft berichtet, dass ihnen ein High dabei hilft, Kindheitserlebnisse aus der damaligen Perspektive wieder zu erleben, fast so, als hätte man sie in die Vergangenheit zurück transportiert.

(5) Stärke Imagination

Eine andere unglaublich nützliche Wirkung des Highs ist die Verbesserung der imaginativen Fähigkeiten. Wir neigen dazu, das großartige Potenzial dieser Verbesserung zu unterschätzen. Erstens denken wir bei Imagination nur an das visuelle Vorstellungsvermögen. Aber unsere Fähigkeit, uns etwas vorzustellen schließt auch unsere Fähigkeit mit ein, uns die Geschmackskombination von Kartoffeln und Rosmarin vorzustellen, taktil zu fühlen, wie wir in einen kalten See springen, oder den Klang einer nie gehörten Melodie  zu hören, während wir sie noch komponieren.

Bratkartoffeln mit Rosmarin in einer alten PfanneZweitens verwenden wir unsere Einbildungskraft auch nicht nur, um  schöpferisch tätig zu sein. Neurowissenschaftler wie Michael Gazzaniga und Antonio Damasio erinnern uns daran, dass wir unsere Imagination täglich gebrauchen, um Entscheidungen zu fällen. Wenn du dich dafür entscheidest, deine Freundin zu heiraten, stellst du dir zuerst vor, ob ihr lange miteinander leben könntet, wie ihr mit Kindern klar kommen würdet, etc. Ein Cannabis High kann also bei vielen schöpferischen Prozessen helfen, indem es die Imaginationsfähigkeit intensiviert, kann aber auch genutzt werden, sich Situationen besser vorzustellen, um wichtige Entscheidungen im Leben zu fällen.

(6) Verbesserte Mustererkennung

Unzählige Cannabis-Benutzer haben berichtet, neue Muster während eines Highs zu entdecken; Muster in der Natur, in der Kunst, in ihrem eigenen Verhalten oder in den Handlungsweisen anderer. Es braucht wohl kaum betont zu werden, wie nützlich diese kognitive Verbesserung sein kann. Eine verbesserte Mustererkennung kann unter anderem auch dazu verwendet werden, um mit Routinen und Süchten zu brechen. Sobald man die Muster von Gewohnheiten und Routinen klar erkennt, kann man über sie hinausgehen und sein Verhalten ändern.

(7) Verbesserte introspektive Wahrnehmung

Viele Cannabisbenutzer haben beschrieben, dass ein Cannabis High die körperliche Wahrnehmung verbessert; sie berichten, wie sie beim Trinken kaltes Wasser durch ihre Kehle laufen fühlten, oder wie die Hitze einer Sauna ihnen hilft, ihre Muskeln zu entspannen. Andere haben ausführlich und detailliert von tiefen Einblicken in ihren eigenen Charakter, ihre Stimmungen oder Gefühle erzählt. Die verbesserte Mustererkennung ist vermutlich ein entscheidendes Element dieser verbesserten Fähigkeit zur Introspektion.

(8) Verbessertes empathisches Verstehen

Menschen haben unglaubliche empathische Fähigkeiten. Wir können Gefühle und Stimmungen von einem Gesichtsausdruck, von einer Körperhaltung, oder dem Gang eines Menschen ablesen. Wir haben unzählige ausführliche Berichte von Cannabis-Benutzern, dass ein High ihnen geholfen hat, die Perspektive eines anderen einzunehmen, zu verstehen, wie andere denken und fühlen. Vor einigen Jahren haben in den USA einige mutige Mütter begonnen, ihre stark autistischen Kinder sehr erfolgreich mit Cannabis zu behandeln. Die Kinder reagieren darauf sehr positiv; sie halten ungewöhnlich lange den Augenkontakt, beginnen mit anderen Kindern zu spielen, statt diese zu schlagen oder sich einsam mit repetitiven Tätigkeiten zu beschäftigen, und scheinen ganz allgemein allgemein besser andere. Nach jahrelanger Forschung auf diesem Gebiet sah ich die Verbesserung empathischen Verstehens während eines Highs als einen solch fundamentale Wirkung , dass ich die Hypothese aufstellte, dass eventuell das endocannabinoide System eine wichtge Rolle in der Funktionalität des Spiegelneuronsystems oder jedes anderen kognitiven Systems spielen könnte, welches unserer Fähigkeit zugrunde liegt, andere Menschen zu verstehen.[4]

(9) Bereicherung des Liebeslebens

Viele Cannabis-Benutzer haben berichtet, dass ein Cannabis High ihr Liebesleben und ihren Sex bereichern. Wenn wir uns die oben aufgelisteten kognitiven Verbesserungen ansehen, sollte es nicht schwer zu verstehen sein, warum dies so ist. Wenn man high ist, befindet man sich eher im Hier-und-Jetzt der Erfahrung, konzentriert sich auf seinen Partner und versteht ihn besser, Sinneseindrücke werden intensiver und detaillierter wahrgenommen; man kann den Trip eines Orgasmus besser erforschen, verabschiedet sich von Routinen, hört dem Partner zu und erprobt Neues. Der hier nicht genannte Effekt des beschleunigten Denkens und der gefühlten Zeitdehnung (über die ich an anderer Stelle geschrieben habe) [5]  spielt ebenfalls eine Rolle: der Tanz der Liebe und der Orgasmus erscheinen während eines Highs oft zeitlos, unendlich zu sein.

(10) Verbesserung von kreativen Prozessen und der Fähigkeit, zu spontanen  Einsichten zu gelangen

Carl Sagan hat in einem inzwischen berühmten, anonym veröffentlichten Aufsatz “Mr. X” berichtet, dass er während eines Highs eine spontane Einsicht über die Ungültigkeit von Rassismus hatte und Seife verwendete, um diesen Gedanken grafisch mit einer Gaußschen Verteilungskurve auf die Wand der Dusche zu skizzieren. In meinem Buch “High. Insights on Marijuana” habe ich detailliert erklärt, wie ein Cannabis High beim Prozess dieser spontanen Einsichten hilfreich sein könnte. Es gibt eine lange Tradition in der Psychologie, die das Phänomen von spontanen Einsichten seit den frühen Tagen der Gestalt-Psychologieschule des deutschen Psychologen Max Wertheimer erforscht. Wenn wir diese Tradition als Ausgangspunkt nehmen, neuere Studien über Einsichten betrachten[6], und uns die oben genannte Liste der kognitiven Verbesserungen während eines Highs ansehen, wird es ziemlich offensichtlich, wie Cannabis Nutzern helfen kann, besser zu tiefen spontanen Einblicken jedweder Art zu gelangen.

[1] Eine wundervolle Sammlung von bekannten Cannabis-Benutzern findet sich hier:  www.veryimportantpotheads.com/
[2] Für eine Studie zu all diesen kognitiven Verbesserungen siehe mein „High. Insights on Marijuana“, Dogear Publishing 2010.
[3] Michaux, Henri (1953). Miserable Miracle. Trans. L. Varese. San Francisco: City Lights Books, Kapitel 4, http://www.lycaeum.org/books/books/miserablemiracle/chap4.html
[4] Siehe mein Essay https://sensiseeds.com/en/blog/marijuana-empathy-severe-cases-autism-part/
[5] Siehe mein Essay https://sensiseeds.com/en/blog/marijuana-and-the-slowdown-of-time-perception/
[6] Siehe z.B. die Sammlung „The Nature of Insight“ (1996), Robert Sternberg and Janet E. Davidson (ed.), A Bradford Book, Massachusetts.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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