Niederlande: Medizinischer Cannabis-Grower freigesprochen

Freigesprochen Am Mittwoch, den 10. Februar 2016 hat ein Amsterdamer Gericht den Niederländischen Cannabis-Grower Rudolf Hillebrand freigesprochen. Er musste sich wegen illegalen Cannabisanbaus verantworten. Das Gericht stimmte der Verteidigung von Hillebrand zu, der Cannabis als lebenswichtige Ergänzung zu seiner medizinischen HIV-Behandlung anbaute und nicht, um finanziell besser dazustehen. Ein historisches Urteil!


Am 3. Dezember 2014 entdeckte die Polizei einen Cannabis-Growroom in Rudolf Hillebrand’s Zuhause. Er baute Cannabis an, weil er auf 5 Gramm Buds pro Tag angewiesen war, um den schweren Nebenwirkungen seiner HIV-Medikamente entgegenzuwirken. Cannabis stimuliert den Appetit und verdrängt Übelkeit, wodurch Hillebrand in der Lage war, seine lebensnotwendigen HIV-Hemmstoffe zu sich zu nehmen. Zudem verringert Cannabis Schmerzen, die durch chronische Entzündungen des Nervensystems, verursacht durch andere HIV-Medikamente, die  Hillebrand früher zu sich nahm, entstanden.

Rudolf Hillebrand (rechts), Augenblicke vor dem historischen Urteil
Rudolf Hillebrand (rechts), Augenblicke vor dem historischen Urteil

Die Staatsanwaltschaft kam mit Beweisen, dass Hillebrand an zwei aufeinanderfolgenden Zeitpunkten 24 Pflanzen und Klone anbaute und einen Vorrat von 57 Gramm getrocknetem Cannabis hatte. Dennoch stimmte das Gericht dem Standpunkt der Verteidigung zu.

Diese gab zu verstehen, dass es ausreichend  bewiesen ist, dass Cannabis von entscheidender Wichtigkeit für Hillebrand ist, der sich 1992 während seiner Arbeit als Krankenpfleger mit HIV infizierte. Seitdem hat Hillebrand alles getan, um medizinisches Cannabis auf legale Weise zu beziehen. Jedoch hatten die Sorten medizinisches Cannabis, die durch das Niederländische Gesundheitssystem angeboten werden nur sehr geringen Effekt bei dem Patienten. Sie konnten dem täglichen Bedarf von Hillebrand nicht gerecht werden. (Etwas, das Sensi Seeds auch von anderen Cannabis-Patienten wieder und wieder hört!) Der Ankauf von Cannabis in Coffeeshops war zu teuer. Außerdem kommt hinzu, dass es keine Qualitätsüberwachung gibt, was aus medizinischer Sicht unverantwortlich ist.

Die Verteidigung argumentierte, dass angesichts fehlender angemessener Alternativen und in Anbetracht der Umstände zu dem Schluss gekommen werden muss, dass die Wichtigkeit der medizinischen Notwendigkeit das öffentliche Interesse an der Umsetzung des Opiumgesetzes aufwiegen. Das Gericht gab der Verteidigung Recht.

Nach dem MS-Patienten Wim Moorlag ist Rudolf Hillebrand nun der zweite Niederländer, der mehr als fünf Cannabispflanzen anbauen darf, um dem eigenen medizinischen Bedarf gerecht zu werden.

Das ist ein sehr wichtiges Urteil für alle Menschen, die von medizinischem Cannabis profitieren, denen aber über die regulären Kanäle nicht ausreichend geholfen werden kann. Sensi Seeds hofft, dass dieses Urteil maßgeblich zur Entwicklung der Gesetzgebung beitragen wird und dass es hinsichtlich der Richtlinien zu medizinischem Cannabis, sowohl in der Niederlande als auch anderen Ländern, Anpassungen gibt, die diese historische Entscheidung reflektieren.

 

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Andy

Ich habe die Hoffnung das es in Deutschland auch mal so weit ist das man erkennt das Cannabis Menschen hilft ein normaleres Leber zu führen.

11/02/2016

Hendrik

Es wird im Beitrag erwähnt, dass Sensi Seeds immer öfter von schlechtem Cannabis aus dem medizinischen Programm der Niederlande hört. Dies wundert mich doch sehr,denn nach meinem Wissensstand ist Ben Dronkers' Firma Bedrocan Produzent dieses Cannabis'. Wir erinnern uns Ben Dronkers ist ebenfalls Besitzer von Sensi Seeds. Ja wie???

13/02/2016

Stefanie

Hallo Hendrik,
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Schlechtes Cannabis aus dem medizinischen Programm der Niederlande? Davon haben wir im Beitrag nicht gesprochen. Zudem gehört die Firma Bedrocan nicht Ben Dronkers. Da sind Sie falsch informiert.
Mit freundlichem Gruß,
Stefanie

15/02/2016

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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