by Stefanie on 29/07/2013 | Cannabis Aktuelles

Streckmittel in Cannabis – Teil 2

Im Beitrag vom 22. Juli hat Sensi Seeds verschiedene Streckmittel in Cannabis – Verunreinigungen, die den Blüten und Pflanzen mutwillig zugeführt werden - bereits näher beleuchtet. Die Aufklärung darüber soll im heutigen Artikel eine Fortsetzung finden, beginnend mit Substanzen, die Cannabis skrupellos beigemischt werden, um dessen Gewicht zu erhöhen:


Im Beitrag vom 22. Juli hat Sensi Seeds verschiedene Streckmittel in Cannabis  – Verunreinigungen, die den Blüten und Pflanzen mutwillig zugeführt werden – bereits näher beleuchtet. Die Aufklärung darüber soll im heutigen Artikel eine Fortsetzung finden, beginnend mit Substanzen, die Cannabis skrupellos beigemischt werden, um dessen Gewicht zu erhöhen:

Bleispäne und Bleistaub

Bleisulfid Cannabis DHV
Bleisulfid in Cannabis. Quelle: Deutscher Hanf Verband

Das Schwermetall Blei ist hochgradig gesundheitsgefährdend und damit die wohl gefährlichste Substanz, um Cannabis zu strecken. Extrem schwer zu erkennen, weil dunkel, lassen sich Bleispäne nur mit einem Taschenmikroskop identifizieren.

Eine Bleivergiftung als akute oder chronische Vergiftung kann verheerende Folgen haben. Blei schädigt das zentrale und periphere Nervensystem. Es beeinträchtigt die Blutbildung und führt zu Magen-Darm-Beschwerden und Nierenschäden. Bleiverbindungen sind bis auf wenige Ausnahmen als fortpflanzungsgefährdend eingestuft.

Im Jahr 2007 hat das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig von 160 Fällen mit Bleivergiftung berichtet – Konsumenten, die mit Blei verunreinigtes Cannabis geraucht haben. Von diesen 160 mussten 113 Konsumenten medizinisch betreut, einige von ihnen sogar ins Krankenhaus eingewiesen werden. Der menschliche Körper braucht Jahrzehnte, um Blei wieder auszuschwemmen. Dies ist auch nur mit Hilfe von Medikamenten möglich. „Das war nur die Spitze des Eisberges“, so Georg Wurth vom Deutschen Hanf Verband. Dieses Video zeigt ein kurzes Statement von ihm zum Fall Leipzig und zum Strecken von Cannabis im Allgemeinen.

Schimmelpilze

Mould The Cannabis College Amsterdam
Schimmel in Cannabis. Quelle: The Cannabis College Amsterdam

Modrig, muffig riechend ist Schimmel in Cannabis relativ einfach zu identifizieren. Je nach Verschimmelungsgrad weist das Cannabis weiße, pelzige Punkte auf.

Schimmelsporen sind vor allem für Allergiker, Asthmatiker und Personen mit geschwächtem Immunsystem bedrohlich, aber auch Menschen ohne Vorbelastungen können Symptome wie Atemprobleme, Schleimhautreizungen und Kopfschmerzen bekommen.

Glas und Glassplitter

Glassplitter Cannabis Hanf Streckmittel
Glassplitter in Cannabis. Quelle: Deutscher Hanf Verband

Auch Glassplitter, in Cannabis meist industrieller Herkunft, lassen sich in der Regel mit bloßem Auge nicht erkennen, können aber mit einem Taschenmikroskop sichtbar gemacht werden.

Hohe Temperaturen durch Verbrennung lassen die Glaspartikel platzen, wodurch scharfkantige Bruchstücke entstehen können. Einmal in die Atemwege gelangt, verursachen diese wiederum Mikroschnittverletzungen. Durch Narbenbildung am verletzten Gewebe kann anhaltender Konsum zur Lungenkrankheit Silikose führen.

Talkum

Talkum Cannabis Hanf Streckmittel
Talkum in Cannabis. Quelle: Deutscher Hanf Verband

Talkum als mattweißes Mineral fühlt sich speckig an und wird darum auch Speckstein genannt. Mit Talkum gestrecktes Cannabis soll harziger und schwer aussehen, allerdings wird es durch den weißen Speckstein auch viel heller. Zudem fehlt ihm der typische Geruch.

Talkumstaub wirkt sich negativ auf Atemwege und Bronchien aus. Auch der übermäßige Konsum von mit Talkum gestreckten Cannabis kann zu Silikose führen.

Wo kann man sich informieren?

Wegen des illegalen Drogenmarktes können Geschädigte ihr Cannabis nicht einfach reklamieren bzw. den Verkäufer zur Verantwortung ziehen. Darum ist es für Konsumenten umso wichtiger, informiert zu sein.

Der Deutscher Hanf Verband (DHV) unterhält einen Streckmittelmelder, eine Online-Plattform, auf der Betroffene ihre Fälle berichten und dokumentieren können. Außerdem gibt der DHV einen Flyer mit wichtigen Informationen zum Thema heraus.

Das Cannabis College Amsterdam, ein Verein im Herzen der Stadt, informiert rund um die Cannabispflanze. Dort kann man sich auch über Streckmittel und deren Gefahren unterrichten lassen.

Verschiedene Drugchecking-Initiativen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden bieten die Möglichkeit, Drogen auf bestimmte Substanzen überprüfen und sich informieren zu lassen.

Wie sehen Lösungsansätze aus?

Die Einrichtung von Cannabis Social Clubs oder Grower‘s Clubs, wie in Uruguay wahrscheinlich kurz vor dem Durchbruch, würde den Konsum von Cannabis aus der Illegalität holen. Die Pflanzen würden unter Aufsicht, legal und kontrolliert angebaut und kultiviert werden. Konsumenten könnten sich informieren und schulen lassen. Produktion, Distribution und Genuss würde im Einklang mit der Gesetzgebung erfolgen.

Durch Entkriminalisierung und Regulierung hätte der Gesetzgeber mehr Kontrolle, nicht nur über die Qualität von Cannabis.

Mit gezielter Aufklärung rund um Cannabiskonsum würde man Transparenz und Erfahrungsaustausch fördern.

Schlussendlich wäre der generelle legale Anbau der Pflanze für den Eigenbedarf, sei für medizinale oder genüssliche Zwecke, eine sinnvolle Maßnahme, um der Gefahr von Streckmitteln in Cannabis aus dem Weg zu gehen.

Dran bleiben! Sensi Seeds wird demnächst auch über Drugchecking und Legal Highs berichten.

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