by Seshata on 04/06/2015 | Anbau

Wie man die Blüte von Freilandcannabis forciert

Anbau In bestimmten Anbaugebieten kann es erforderlich sein, dass Freilandzüchter die Blüte ihrer Cannabispflanzen forcieren müssen. Die vorzeitige Herbeiführung der Blüte ist besonders dann sinnvoll, wenn die Züchter außerhalb der warmen-gemäßigten Klimazonen leben. In den warmen-gemäßigten Zonen ist die Forcierung nur selten notwendig, da die natürlichen saisonalen Lichtzyklen für das Wachstum von Cannabis optimal sind.


In bestimmten Anbaugebieten kann es erforderlich sein, dass Freilandzüchter die Blüte ihrer Cannabispflanzen forcieren müssen. Die vorzeitige Herbeiführung der Blüte ist besonders dann sinnvoll, wenn die Züchter außerhalb der warmen-gemäßigten Klimazonen leben. In den warmen-gemäßigten Zonen ist die Forcierung nur selten notwendig, da die natürlichen saisonalen Lichtzyklen für das Wachstum von Cannabis optimal sind.

Wie man die Blüte von Freilandcannabis forciert

Warum forcieren Züchter in extremen Klimazonen die Cannabisblüte?

Vor allem Züchter in den äußerst nördlichen und südlichen Regionen der Erde (zum Beispiel in Alaska, Skandinavien und im Süden Chiles und Argentiniens) forcieren ihre Pflanzen, frühzeitig die Blüte einzuleiten. Denn wenn man den Pflanzen in diesen Gegenden erlaubt, die Blüte auf natürliche Weise einzuleiten (also dann, wenn die Länge des Tages auf rund zwölf Stunden abgesunken ist), haben sie nicht genug Zeit, die Blüte zu vollenden, wenn der Winter hereinbricht und die Pflanzen absterben.

Auch Züchter in den äquatorialen Zonen forcieren oft die Blüte ihrer Pflanzen, um sie dazu zu bringen, ihren Lebenszyklus schneller abzuschließen. In manchen Fällen erzielt man auf diese Weise nicht nur eine, sondern mehrere Ernten pro Jahr. Äquatoriale Cannabissorten durchlaufen von Natur aus eine lange Wachstumsperiode, bevor sie blühen, und können riesige Ausmaße erreichen. Die Forcierung der Blüte kann also die Ernte beschleunigen und außerdem dafür sorgen, dass die Pflanzen kleiner bleiben und leichter zu verbergen sind.

Warum forcieren Züchter in gemäßigten Klimazonen die Cannabisblüte?

Um Cannabis zum Blühen zu bringen, ist eine ausreichend lange Periode völliger Dunkelheit unabdinglich
Um Cannabis zum Blühen zu bringen, ist eine ausreichend lange Periode völliger Dunkelheit unabdinglich

In gemäßigten Zonen ist es für gewöhnlich unnötig, eine frühzeitige Blüte der Pflanzen zu forcieren. Doch wenn die Züchter näher an den Tropen leben, kann dies ausgesprochen vorteilhaft sein – in den wärmsten Gebieten der gemäßigten Zonen ist es aufgrund der günstigen Temperaturen und der langen Anbausaison nämlich häufig möglich, zwei oder sogar drei Ernten pro Jahr zu erzielen. Das gilt beispielsweise für viele Teile des Südens der USA sowie für einige Regionen des Mittelmeers und Teile Zentralasiens.

Den Züchtern in den kühleren Regionen der gemäßigten Zonen ist ebenfalls zu empfehlen, eine etwas frühere Blüte zu forcieren, denn die ideale Länge der Wachstumssaison wird in diesen Gebieten oft um zwei oder drei Wochen unterschritten. Zu dieser Zone gehört der Großteil Nordeuropas, einschließlich Großbritanniens und der Niederlande.

Auch Züchter in den Städten könnten gezwungen sein, den Beginn der Blüte zu forcieren, wenn nachts keine vollständige Dunkelheit herrscht. Die Lichtverschmutzung in der Nacht macht insbesondere Menschen zu schaffen, die ihre Pflanzen auf Balkonen an hell erleuchteten Straßen ziehen.

Wie kann die Blüte von Freiland-Cannabispflanzen forciert werden?

Um die Blüte der Freiland-Cannabispflanzen zu forcieren, müssen sie pro Tag mindestens zwölf Stunden lang vollständiger Dunkelheit ausgesetzt sein. Das erreicht man für gewöhnlich durch “capping (Abdecken)” der Pflanzen mit jeder Art von lichtundurchlässigen Materialien—dafür werden häufig extra feste Stoffe oder sogar simple Pappkartons verwendet. Die Pflanzen werden jeden Abend zur selben Zeit abgedeckt und jeden Morgen zur selben Zeit  aufgedeckt („uncapped“).

Man sollte möglichst eine große Abdeckung für alle Gewächse verwenden, anstatt jede Pflanze einzeln abzudecken. Das erleichtert die Arbeit ungemein, zudem kann die Luft besser zirkulieren und es lassen sich auch Ventilatoren oder Luftentfeuchter unter der Abdeckung anbringen. Außerdem kann das Verfahren auf diese Weise auch mechanisiert werden. Manche Züchter zweckentfremden Verdunklungszelte, die normalerweise zum Fotografieren oder Camping verwendet werden, um mehrere Pflanzen auf einmal abzudecken. Aber es ist ebenso gut möglich und vermutlich billiger, eine Abdeckung zu konstruieren, indem man einen Verdunklungsstoff an einem simplen Gestell befestigt.

Wann sollten Cannabispflanzen abgedeckt und wann von der Verdunklung befreit werden?

An den meisten Orten reichen volle zwölf Stunden Dunkelheit aus, um die Blüte der Cannabispflanzen zu forcieren. Doch zur Forcierung der Blüte in den äquatorialen Zonen können längere dunkle Perioden nötig sein (bis zu dreizehn oder vierzehn Stunden), da die Nacht normalerweise ganzjährig rund zwölf Stunden lang dauert.

Ein Verdunklungszelt fürs Camping kann auch als Abdeckung für mehrere Cannabispflanzen dienen
Ein Verdunklungszelt fürs Camping kann auch als Abdeckung für mehrere Cannabispflanzen dienen

Die meisten Züchter decken die Pflanzen in der Morgendämmerung auf, aber das ist in den warmen-gemäßigten Zonen nicht ratsam – denn wenn es um 5 Uhr morgens dämmert und die Pflanzen um 5 Uhr nachmittags wieder abgedeckt werden, dann ist die Außenseite der Abdeckung womöglich noch mehrere Stunden lang intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt, wodurch die Temperatur bedrohlich ansteigen kann. Deshalb sollte man das Auf- und Abdecken besser später am Tag durchführen (rund 10 morgens – 10 Uhr abends). So nutzt man den zumeist kühleren Morgen und hält sich in etwa an den Anbruch der Nacht. Außerdem müssen die Abdeckzeiten eventuell an die Änderung der Tageslänge im Laufe der Saison angepasst werden.

Mögliche Nachteile der Forcierung der Blüte bei Cannabis

Wenn die Pflanzen tagsüber mit schwerem schwarzem Stoff abgedeckt werden, können die Temperaturen unter der Abdeckung emporschnellen . Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, Stoffe in hellen Farben zu verwenden, die Hitze reflektieren. Manche weißen und beigefarbenen Verdunklungsstoffe verfügen über eine Lichtundurchlässigkeit von bis zu 94 %. Das reicht im Allgemeinen aus, um die Blüte zu forcieren und gleichzeitig erhebliche Mengen Wärmeenergie zu reflektieren. Man kann aber auch zwei Stoffschichten verwenden – schwarz auf der Innen- und weiß auf der Außenseite – um eine nahezu vollständige Verdunklung zu gewährleisten, die zugleich die Hitze reflektiert. Wenn der Anbauort mit Elektrizität versorgt wird (zum Beispiel bei einem Balkon), können auch Ventilatoren eingesetzt werden, um eine zu starke Überhitzung zu verhindern.

Dieser vierlagige, atmungsaktive Verdunklungsstoff ist zwar teuer, aber ausgesprochen effektiv
Dieser vierlagige, atmungsaktive Verdunklungsstoff ist zwar teuer, aber ausgesprochen effektiv

Abdecken kann zu einem weiteren Problem führen: Schimmel. Denn durch die Abdeckung wird der Luftstrom um die Blätter und den Boden herum erheblich reduziert, doch eine ausreichende Luftzirkulation ist unbedingt notwendig, um die überschüssige Feuchtigkeit abzutransportieren – wenn diese nämlich kondensiert und sich auf den Blättern und dem Boden absetzt, wird sie zum idealen Nährboden für Schimmelwachstum, besonders bei sinkenden Temperaturen in der Nacht. Zur Senkung dieses Risikos installiert man am besten Luftentfeuchter, falls möglich. Auch die Wahl eines möglichst atmungsaktiven Verdunklungsmaterials kann zu einer geringeren Schimmelbildung beitragen. Wenn es das Budget erlaubt, können spezielle atmungsaktive Verdunklungsstoffe angeschafft werden.

Ein weiterer Nachteil der Forcierung einer frühzeitigen Cannabisblüte können kleinere Pflanzen und ein entsprechend geringerer Ertrag sein. Das betrifft aber eigentlich nur Züchter in warmen-gemäßigten und tropischen Klimazonen—denn wenn die Blüte der Pflanzen im äußersten Norden und Süden nicht forciert wird, schadet dies dem Ertrag letztlich viel mehr; schlimmstenfalls kann sogar die gesamte Ernte aufs Spiel gesetzt werden. Doch Züchter, die das Für und Wider mehrerer Ernten pro Jahr abwägen, sollten diesen Punkt unbedingt berücksichtigen.

Wie bei den meisten Aspekten des Cannabisanbaus gewinnt man durch die Versuchs- und Irrtumsmethode – die nützliche Erfahrungen mit sich bringt – wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf die Bedürfnisse einer bestimmten Sorte, sodass sie in der jeweiligen Klimazone auf optimale Weise zum Blühen gebracht werden kann.

 

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.