YouTube sperrt Cannabis-Kanäle

Cannabis-Kanäle Was passiert mit Cannabis-Kanälen auf YouTube? YouTube (ein Tochterunternehmen von Google) sperrt Cannabis-Kanäle – und nicht nur die kleinen. Immer mehr Cannabis-YouTuber werden über den virtuellen Äther geschickt. Für die Besitzer dieser Kanäle scheint es keine Chance auf eine Wiederherstellung oder gar eine Entschädigung zu geben.


Das unerwünschte Verhalten, das ihnen von YouTube in Form einer E-Mail vorgeworfen wird, in der erklärt wird, dass sie mit ihrem Kanal gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, scheint allerdings  nicht immer mit dem tatsächlichen Content dieser Kanäle übereinzustimmen.

Wie viele Cannabis-Kanäle wurden bisher gesperrt?

Um ehrlich zu sein, wir nehmen das persönlich! Der erste gesperrte Kanal, von dem Sensi Seeds gehört hatte, war Marihuanatelevision.tv. Nicht nur ist Sensi Seeds der Hauptsponsor, die Betreiber des Kanals waren auch häufige Besucher in unserer Firmenzentrale in Amsterdam, wo sie mit viel Interesse unsere aktuelle Arbeit verfolgten. Eine Crew war sogar bei unserem Schwesterunternehmen HempFlax, um die blühenden Nutzhanffelder zu filmen!

Kurz danach ein weiterer Schock: auch Cannaweed, das wichtigste französische Cannabis-Forum und ebenfalls Partner von Sensi Seeds, wurde ebenfalls gesperrt. Der Kanal wurde am 19. April kurz reaktiviert, und man erfuhr, dass der Grund für die Sperrung ein Video über das Keimen von Cannabissamen war. Doch einige Stunden später wurde der Cannaweed-Kanal erneut aus dem Verkehr gezogen.

YouTube sperrt Cannabis-Kanäle

Während dieser Artikel geschrieben wird, ist der YouTube-Kanal von Sensi Seeds nach wie vor aktiv. Aber es ist durchaus möglich, dass auch seine Tage gezählt sind. Auch andere Samenbanken leiden unter einer Sperrung durch YouTube. Cannabis Culture, die Website des berühmten kanadischen Magazins, musste mit ansehen, wie der eigene Kanal „Pot TV“ nach acht erfolgreichen Jahren auf YouTube abgeschaltet wurde.

Und die „Säuberung“ bleibt nicht auf Firmenkanäle beschränkt: auch die Konten von Personen wie beispielsweise dem legalen Cannabispatienten Joel Hradecky, auf YouTube als Customgrow420 bekannt – und mit 1,5 Millionen Abonnenten und 193 Millionen Videoaufrufen der beliebteste „Weedtuber“, wurden am 18. April gesperrt.

Andere Privatpersonen wie „ThatWeedCouple“ und „BorisPetis“ haben Videos auf „privat“ gesetzt, nachdem einige Videos gelöscht wurden. „UrbanRemo“, ein kanadischer Cannabis-Aktivist, der ebenfalls acht Jahre lang auf YouTube aktiv war und 190.000 Abonnenten um sich geschart hatte, verlor seinen Kanal ohne Vorwarnung. Unfassbarerweise wurde der Kanal seines Sohns „UrbanMichael“ dann ebenfalls gelöscht, weil er in einem Video mit dem Titel „The End of WeedTube?“ auf die Sperrung des väterlichen Kanals einging.

ISmoke hat zu diesem Thema einige hervorragende Berichte verfasst, doch dieser Kanal musste inzwischen leider auch in die unrühmliche Liste gesperrter Cannabis-Kanäle aufgenommen werden.

Wie lange geht das schon so?

Der Spur führt zurück zu dem, was unter YouTube-Fans und Content-Erstellern als Adpocalypse bekannt ist. Trotz der Tatsache, dass YouTube seit 2012 Videos demonetarisiert (d. h. Anzeigen aus ihnen entfernt), wurden die Macher bis zum Jahr 2016 nicht darüber informiert.

Im Jahr zuvor wurde der Algorithmus, der kontrolliert, ob ein Video für Werbetreibende geeignet ist oder nicht, geändert, um für potenziell terroristische Inhalte sensibler zu sein. Das ist natürlich eine gute Sache, bringt aber die üblichen Probleme eines automatisierten Prozesses mit sich. Videos, die als unangebracht gekennzeichnet sind, können auf Anfrage von einem Menschen überprüft werden, was jedoch nicht immer gewährleistet, dass sie wieder für Werbung freigeschaltet werden.

YouTube sperrt Cannabis-Kanäle

Wie entscheidet YouTube, ob Videos unangemessen sind?

Trotz der Größe und des Umsatzes von YouTube, (nach Google) die zweitgrößte Website der Welt, obliegt die Überwachung ungeeigneter Inhalte grundsätzlich dem Nutzer selbst. Die Option „Melden“ ähnelt den Melderichtlinien von Facebook und Instagram, wo jeder verärgerte Benutzer einen Beitrag melden kann. Alle als unangemessen gekennzeichneten Videos werden dann von einem YouTube-Mitarbeiter überprüft, um zu entscheiden, ob sie entfernt werden sollen oder nicht.

Es überrascht nicht, dass bei 1,3 Milliarden Nutzern und fast der gleichen Anzahl an Videos selbst lupenreine Inhalte manchmal gemeldet und gesperrt werden und hingegen tatsächlich unangemessene Inhalte auf der Plattform verbleiben. Aus Protest gegen das anhaltende Hosting von anstößigen Videos, in die ihre Werbung eingebettet war, begannen werbetreibende Firmen, ihr Geld abzuziehen. Es handelte sich um Werbetreibende, auf die sich viele Kanäle verlassen hatten und die Milliarden von Dollar für YouTube und seine Muttergesellschaft Google generierten. Die Adpokalypse hatte begonnen.

Ist YouTube im Recht oder bricht die Firma ihre eigenen Regeln?

Es entwickelte sich eine Art „Domino-Effekt“, unter dem bis heute alle Kanäle leiden, die für YouTube auch nur im geringsten Maße risikobehaftet sind. Videos, die beispielsweise LGBT-Themen erwähnen, wurden als Inhalte sexueller Natur gekennzeichnet und demonetarisiert. Ebenfalls auf der Liste der Gründe für die Demonetarisierung von Videos steht die „Förderung von Drogen und regulierten Substanzen, einschließlich Verkauf, Gebrauch und Missbrauch solcher Gegenstände“.

Eines der ersten Opfer dieser Richtlinie war ein medizinischer Gesundheitskanal, der Themen wie die Behandlung von Diabetes oder die Kosten verschreibungspflichtiger Medikamente behandelte. Dies beweist, dass der Algorithmus leider nicht annähernd so genau arbeitet, wie er sollte.

Das sagt YouTube

Demonetarisierung ist eine Sache, das Entfernen von Videos und ganzen Kanälen eine ganz andere. Die Zensur gegenüber Cannabis-Kanälen, die von YouTube praktiziert wird, ist atemberaubend. Ein „Weedtuber“ berichtete, dass bis Februar 2018 die Kanäle von etwa fünfzig Prozent der Community gelöscht wurden und dass die einzige Antwort von YouTube in einer E-Mail bestünde, die besagt, dass man der Sache nachgehen werde.

Genauso wie die Einrichtung eines Instagram-, Facebook– oder anderen Social-Media-Accounts die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen des Anbieters bedeutet, bedeutet das Hochladen von Videos auf YouTube, dass Sie die Möglichkeit akzeptieren, dass diese gelöscht werden können.

Sensi Seeds musste dies am eigenen Leib erfahren, als unser früheres Instagram-Konto ohne Vorwarnung geschlossen wurde und Facebook mehrere Beiträge und Fotos von der Sensi-Seeds- Facebook-Seite gelöscht hat.

Derzeit ist nicht klar, ob die „Säuberung“ vorbei ist oder ob sie gerade erst richtig losgeht. Gerüchte, dass Google im November 2017 weitere 10.000 Mitarbeiter mit der ausdrücklichen Absicht eingestellt hat, YouTube „aufzuräumen“, bleiben unbestätigt, könnten aber die Ereignisse erklären.

Soweit uns bekannt ist, wurde keines der gesperrten oder gelöschten Konten wiederhergestellt, trotz eindringlicher Bitten um eine Überprüfung der Sperrung durch einen Angestellten.

Wurde Ihr YouTube-Kanal gesperrt? Vermissen Sie Ihre Lieblings-WeedTuber und fragen sich, wo sie hin sind? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen und bleiben Sie dran für weitere Neuigkeiten.

Kommentar Abschnitt

Haben Sie eine Meinung dazu? Lassen Sie es uns mit einem Kommentar wissen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie einen Namen ein
Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
Read More