by Seshata on 01/05/2015 | Medizinisch

Top 5 Vorteile von Cannabis bei Epidermolysis bullosa

Top 5 Als Epidermolysis bullosa (EB) bezeichnet man eine Gruppe von seltenen, potenziell tödlichen Erbkrankheiten. Sie ist durch extrem empfindliche Haut charakterisiert, die schon bei kleineren Verletzungen zur Bildung von Blasen und Wunden neigt. EB hat Ähnlichkeiten mit anderen Hautkrankheiten wie Dermatitis und Psoriasis, die durch Cannabis bekanntlich gelindert werden.


1. Schmerzlindernd

Da die EB so selten vorkommt, gibt es kaum Studien über das Potenzial von Cannabis zur Verbesserung ihrer Symptome. Allerdings tauchten in den letzten Jahren zahlreiche Erfahrungsberichte auf, die in medizinischen Forscherkreisen zu wachsendem Interesse geführt haben. Ein nahezu universales Symptom der EB, bei dessen Linderung Cannabis helfen kann, sind chronische Schmerzen aufgrund von Blasen und verwundeten Hautpartien (sowie spätere Komplikationen wie Verlust, Deformation oder Zusammenwachsen von Fingern oder Zehen). Verschiedene Patienten haben online bezeugt, dass Cannabis durch EB bedingte Schmerzen effektiv lindert, und auch nach Einschätzung vieler Ärzte und Apotheken kann EB mit Cannabis behandelt werden.

EB ist eine schwerwiegende, stark beeinträchtigende Erbkrankheit, die überempfindliche Haut und Blasenbildung verursacht (Wikimedia Commons)
EB ist eine schwerwiegende, stark beeinträchtigende Erbkrankheit, die überempfindliche Haut und Blasenbildung verursacht (Wikimedia Commons)

Der US-Patient Miguel Garcia, der unter EB leidet und mit medizinischem Cannabis behandelt wird, hat seinen Cannabisgebrauch zur Linderung seiner Symptome dokumentiert. In einem auf Youtube hochgeladenen Video bemerkte er, dass Cannabis ihm helfe, „den Schmerz physisch zu betäuben“, und dass er keine starken Opioid-Schmerzmittel wie Hydrocodon oder Oxycodon benötigte.

2. Juckreizstillend

Pruritus (Juckreiz) ist ein weiteres, beinahe universales Symptom der EB. Die Forschung verfügt über eine relativ große Anzahl von Artikeln und Abhandlungen, die die Tatsache bestätigen, dass Cannabis und bestimmte synthetische Cannabinoid-Nachbildungen bei EB und mehreren ähnlichen Krankheiten den Juckreiz stillen können.

2002 hat der synthetische Agonist HU210 einen durch Histamin ausgelösten Juckreiz nachweislich gelindert, und zwar bei einer atopischen Dermatitis; und im Jahr 2012 entdeckte ein japanisches Forscherteam (Odan et al.) einen synthetischen CB2-Rezeptoragonisten, den sie S-777469 nannten, sowie einen zweifachen CB1/CB2-Agonisten namens S-444823. Beide wirkten signifikant hemmend auf das Kratzen, ohne eine psychotrope Wirkung hervorzurufen.

2005 wurde bewiesen, dass CB1- und CB2-Rezeptoren in den Fasern der Sinnesnerven und in den Adnexstrukturen (Anhängsel wie Haarfollikel und Talgdrüsen) der Haut enthalten sind und dass sie bei der Eindämmung des Juckreizes und der Entzündung eine wichtige Rolle spielen.

3. Entzündungshemmend

Man nimmt an, dass die Ursache der Blasenbildung bei vielen EB-Fällen in entzündlichen Immunreaktionen zu suchen ist. Es ist erwiesen, dass Cannabis Hautentzündungen bei zahlreichen ähnlichen Krankheiten effektiv bekämpft. Im Internet sind jede Menge Erfahrungsberichte zu finden, die seine Effektivität bestätigen.  Heute glaubt man, dass die Anwesenheit von hauteigenen Cannabinoidrezeptoren für die Regulierung verschiedener Immunreaktionen von entscheidender Bedeutung sind; sie regulieren unter anderem oxidativen Stress, den programmierten Zelltod sowie Juckreiz und Entzündungen.

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Äußerlich angewendete Cannabissalbe ist ein effektives Mittel gegen verschiedene, der EB ähnliche Hautkrankheiten

Doch der Mechanismus, durch den Cannabis seine entzündungshemmenden Wirkungen ausübt, ist komplex und noch nicht völlig geklärt. Es wird angenommen, dass sowohl THC als auch CBD entzündungshemmende Eigenschaften besitzen; zwar sind die Cannabinoidrezeptoren wahrscheinlich an diesem Prozess beteiligt, aber auch andere, von den CB-Rezeptoren unabhängige Mechanismen dürften eine Rolle spielen.

Eine Studie aus im Jahr 2013, die von Forschern an der Universität Bonn in Deutschland durchgeführt wurde, zeigte Folgendes: Sowohl bei genetisch unveränderten Mäusen als auch bei solchen, deren CB-Rezeptor entfernt worden war, verbesserten sich die Dermatitis-Symptome, als sie äußerlich mit THC behandelt wurden, was den Schluss zulässt, dass der Mechanismus vom CB-Rezeptor unabhängig ist. Es gibt jedoch auch Hinweise darauf, dass CB-Rezeptoragonisten wie THC oder der endogene Agonist 2-AG Hautentzündungen hervorrufen können, die vermutlich durch die Anwendung von Antagonisten wie CBD herbeigeführt werden — und umgekehrt ist bewiesen worden, dass 2-AG durch den CB2-Rezeptor Entzündungen hemmen kann.

Der genaue Zusammenhang zwischen Endocannabinoiden, CB-Rezeptoren und den entzündlichen Immunreaktionen der Haut ist also unklar; erst wenn wir die ablaufenden Mechanismen besser verstehen, können wir gezielte Therapien zur Behandlung der EB und vieler ähnlicher Erkrankungen entwickeln.

4. Antibakteriell

Eine häufige Komplikation der EB ist eine Infektion, die dadurch verursacht wird, dass die verwundete Haut Krankheitserregern in der natürlichen Umwelt ausgesetzt wird. Infizierte Wunden lösen nicht nur Schmerzen beim Patienten aus, sondern verhindern auch die Heilung, können nekrotisch werden und tragen letztlich zum insgesamt schlechten Gesundheitszustand des Betroffenen bei (und rufen zudem Entwicklungsstörungen bei Kindern hervor). Bei den Bakterien, die am häufigsten Wunden bei EB-Patienten besiedeln, handelt es sich um Staphylokokken, Streptokokken, diphtheroide Bakterien, Pseudomonas und Candida-Pilze.

Auch in diesem Fall gibt es keine spezifische Studie in Bezug auf die Fähigkeit von Cannabis, bakterielle Infektionen bei EB-Patienten zu bekämpfen, aber es liegen umfangreiche Beweise vor, dass Cannabis in vitro und in vivo eine signifikante antibakterielle Wirkung gegen diverse, häufig vorkommende Bakterien entfaltet und somit zur Bekämpfung mehrerer schwerer Krankheiten beiträgt.

Cannabismedikamente sind schon seit der Antike als antimikrobielle Wirkstoffe eingesetzt worden.  Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert begannen moderne Forscher, die traditionellen, volkstümlichen Cannabisanwendungen zu dokumentieren, und in vielen Fällen bewiesen sie die Wirksamkeit der Bräuche mithilfe neuer empirischer Methoden. 1960 wurde eine bahnbrechende Studie veröffentlicht, die nachwies, dass Cannabisextrakt mehrere Arten von Staphylokokken- und Streptokokken bakterien abtöten kann; seitdem stellte sich bei mehreren weiteren Untersuchungen heraus, dass Cannabis auch Pseudomonas- sowie Candidabakterien vernichten kann.

5. Bekämpft Tumoren

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Cannabisöl kann zur Heilung des Plattenepithelkarzinoms beitragen, einer Komplikation der EB (© Symic)

Bei manchen Formen der EB besteht ein dramatisch erhöhtes Risiko, dass die Betroffenen an Hautkrebs erkranken, insbesondere an einer seltenen Form des Hautkrebses, die Plattenepithelkarzinom (SCC = squamous cell carcinoma) genannt wird. Auch hier existiert keine spezifische Studie über das Potenzial der Cannabinoide für die Behandlung des EB-bedingten SCC, aber es gibt verschiedene Erfahrungsberichte von Patienten, die unter SCC leiden und ihre Krankheit mit hohen Dosierungen Cannabisöl erfolgreich behandelt haben.

Der amerikanische medizinische Cannabispatient Michael McShane erhielt in den späten 1980er-Jahren die Diagnose HIV, und einige Jahre später erkrankte er an SCC, möglicherweise eine Komplikation seiner HIV-Infektion. Nach mehreren Operationen zur Entfernung der Tumorwucherungen, die sich stets von Neuem bildeten, begann er, Cannabisöl anzuwenden. Sein Zustand besserte sich rasch, und nach rund vier Monaten war der Krebs schließlich ganz verschwunden.    Seiner Websitezufolge kehrte der Krebs nie mehr zurück.

Natürlich sind noch eine Menge Studien erforderlich, bevor wir die verschiedenen Methoden, mit denen Cannabis zur Heilung dieser kaum erforschten Krankheit beitragen kann, vollständig begreifen. Doch die vorhandenen Beweise lassen eindeutig darauf schließen, dass Cannabismedikamente die Symptome der EB auf mehrere entscheidende Arten lindern könnten und dass dieses Gebiet deshalb weiter erforscht werden muss. Allerdings ist es so, dass Forschungsergebnisse über CBD die therapeutischen Vorteile von CBD-Produkten belegen.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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