Wo |Turkmenistan

Hauptstadt |Aşgabat

Einwohner |5171943

Legaler Status |illegal

Medical Program |no

by Seshata on 30/09/2014 | Legal & Politik

Cannabis in Turkmenistan

Turkmenistan Turkmenistan ist ein Staat in Zentralasien, der früher zur UdSSR gehörte und wegen seiner Nähe zu Afghanistan zu einer immer bedeutenderen Drehscheibe für den Schmuggel von Heroin und Cannabis geworden ist. Turkmenistan ist aber nicht nur ein wichtiger Durchgangsstaat, sondern produziert auch selbst jedes Jahr bedeutende Mengen an Opium und Cannabis. Große Teile der frühzeitlichen Geschichte von Turkmenistan sind uns nicht bekannt. Wir wissen aber, dass eine frühzeitliche Kultur (Oxus-Kultur bzw. baktisch-margianische Kultur genannt) die Region von der Jungsteinzeit bis etwa 1700 v. u. Z. besiedelt hat, wobei archäologische Funde belegen, dass diese Kultur in der Periode von 2300 bis 1700 v. u. Z. ihren zivilisatorischen Höhepunkt erreichte. Damals entstanden bedeutende städtische Ansiedlungen mit eindrucksvollen Befestigungen und Toranlagen, einer monumentalen Architektur, auf der Töpferscheibe hergestellter Keramik, Weinbau und komplexen keramischen Gegenständen, Werkzeugen und Schmuck. Dabei wurde berichtet, dass die erhaltenen Keramikteile auch Abdrücke von Hanfsamen aufweisen; allerdings wurde dies auch bestritten, und es gibt keine definitiven Nachweise über die Nutzung von Cannabis in dieser Periode. Die dokumentierte Historie beginnt erst in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. u. Z., in der die Skythen und mit ihnen verwandte indoeuropäsche Reitervölker aus den nördlich gelegenen Steppen die Region zu besiedeln begannen. Die Skythen waren auch die ersten, über deren Nutzung von Cannabis in der Zeit um 700 v. u. Z. berichtet wird, und man muss davon ausgehen, dass diese Nutzung zu diesem Zeitpunkt bereits seit einiger Zeit etabliert gewesen ist. In China gibt es archäologische Funde in Form von Abdrücken von Hanfgeweben auf Keramik aus Ton, die man als Deko auf dieser aufbrachte. Diese Funde reichen bis in das Jahr 10.000 v. u. Z. zurück; es gibt aber auch jüngere Beispiele hierfür. Auch wenn es keine Belege für signifikante Kontakte zwischen den Städten im alten China und den Skythen in der Zeit vor dem 8. Jahrhundert v. u. Z. gibt, war Cannabis eine in dieser Region beheimatete Pflanze und es ist wahrscheinlich, dass sich in mehreren Gebieten unabhängig voneinander eine Nutzungskultur entwickelt hat.


39-Cannabis-in-Turkmenistan

Turkmenistan ist ein Staat in Zentralasien, der früher zur UdSSR gehörte und wegen seiner Nähe zu Afghanistan zu einer immer bedeutenderen Drehscheibe für den Schmuggel von Heroin und Cannabis geworden ist. Turkmenistan ist aber nicht nur ein wichtiger Durchgangsstaat, sondern produziert auch selbst jedes Jahr bedeutende Mengen an Opium und Cannabis.

Geschichte von Cannabis in Turkmenistan

Große Teile der frühzeitlichen Geschichte von Turkmenistan sind uns nicht bekannt. Wir wissen aber, dass eine frühzeitliche Kultur (Oxus-Kultur bzw. baktisch-margianische Kultur genannt) die Region von der Jungsteinzeit bis etwa 1700 v. u. Z. besiedelt hat, wobei archäologische Funde belegen, dass diese Kultur in der Periode von 2300 bis 1700 v. u. Z. ihren zivilisatorischen Höhepunkt erreichte. Damals entstanden bedeutende städtische Ansiedlungen mit eindrucksvollen Befestigungen und Toranlagen, einer monumentalen Architektur, auf der Töpferscheibe hergestellter Keramik, Weinbau und komplexen keramischen Gegenständen, Werkzeugen und Schmuck. Dabei wurde berichtet, dass die erhaltenen Keramikteile auch Abdrücke von Hanfsamen aufweisen; allerdings wurde dies auch bestritten, und es gibt keine definitiven Nachweise über die Nutzung von Cannabis in dieser Periode.

01 - The remaining non-desert area of Turkmenistan is generally taken up by mountainous terrain (© Jeanne Menjoulet & Cie)
Die anderen, nicht von Wüste geprägten Gebiete Turkmenistans sind im Allgemeinen Gebirgsregionen (© Jeanne Menjoulet & Cie)

Die dokumentierte Historie beginnt erst in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. u. Z., in der die Skythen und mit ihnen verwandte indoeuropäsche Reitervölker aus den nördlich gelegenen Steppen die Region zu besiedeln begannen. Die Skythen waren auch die ersten, über deren Nutzung von Cannabis in der Zeit um 700 v. u. Z. berichtet wird, und man muss davon ausgehen, dass diese Nutzung zu diesem Zeitpunkt bereits seit einiger Zeit etabliert gewesen ist.

In China gibt es archäologische Funde in Form von Abdrücken von Hanfgeweben auf Keramik aus Ton, die man als Deko auf dieser aufbrachte. Diese Funde reichen bis in das Jahr 10.000 v. u. Z. zurück; es gibt aber auch jüngere Beispiele hierfür. Auch wenn es keine Belege für signifikante Kontakte zwischen den Städten im alten China und den Skythen in der Zeit vor dem 8. Jahrhundert v. u. Z. gibt, war Cannabis eine in dieser Region beheimatete Pflanze und es ist wahrscheinlich, dass sich in mehreren Gebieten unabhängig voneinander eine Nutzungskultur entwickelt hat.

Nach 800 v. u. Z. kam es zu einem deutlichen Anstieg des kulturellen Austauschs zwischen China und den Nomadenvölkern in Zentralasien, der durch Funde von Waffen, Kunst- und Modeobjekten belegt werden kann. So begannen Bogen im skythischen Stil und Goldschmuck in China aufzutauchen, und chinesische Praktiken der Landwirtschaft und Modestile wurden von den Skythen übernommen. Man nimmt an, dass dies der früheste Zeitpunkt war, ab dem sich die Nutzung von Cannabis durch die Skythen zu entwickeln begann.

Das soma/haoma-Problem

Der russische Archäologe Viktor Sarianidi (1929 – 2013) entdeckte die Überreste der Oxus-Hochkultur 1976 bei Ausgrabungen in der Nähe des Oxus-Flusses (Amu Darya), und er war auch die Quelle für die Berichte, wonachCannabisspuren auf Keramikscherben gefunden wurden, die sich in Räumen befanden, die offensichtlich für religiöse Zeremonien genutzt wurden. Es ist anzunehmen, dass die Religion dieser Hochkultur eine Art der Anbetung des Feuers war, die sich später zur zoroastrischen Religion entwickelte, der offiziellen Religion des persischen Reiches. Sarianidi behauptete, Cannabis sei (zusammen mit Opium und Ephedra, also anderen entheogenen Pflanzen, die in der Region heimisch sind) dazu verwendet worden, ein berauschendes Getränk herzustellen, das bei den Zoroastriern als haoma bekannt war, und das die vedischen Priester Indiens als soma kennen. Er beobachtete auch, dass moderne Cannabispflanzen in der Tempelnähe angebaut wurden.

02 - Saparmurat Niyazov
Saparmurat Niyazov, der exzentrische und despotische Herrscher über Turkmenistan bis zu seinem Ableben im Jahr 2006 (© Martha de Jong-Lantink)

Laut Sarianidi wurden drei Keramikschalen mit Spuren von Cannabis und Ephedra entdeckt, ebenso ein Becken, das eine bedeutende Menge Cannabis enthielt, sowie mehrere Gegenstände, die offenbar dazu genutzt werden, um den Saft aus den Pflanzen zu pressen bzw. zu extrahieren. Es wurde auch berichtet, dass eine Analyse von Proben das Vorhandensein von Cannabis und Ephedra bestätigt habe. Die Keramikgefäße enthielten außerdem Gipsschichten, die sich im Laufe der Jahre darin abgesetzt und Abdrücke von kleinen Pflanzensamen erhalten hatten, bei denen man feststellte, dass sie von der Hanfpflanze stammen.

Die Identifizierung der Substanzen konnte aber bei Laboranalysen nicht bestätigt werden, obwohl das von späteren Forschern mehrfach versucht wurde. Außerdem wurde auch die Identifizierung der Abdrücke als solche von Hanfsamen bestritten, weil einige Forscher meinten, die Samen seien dafür zu klein. Andere Forscher entgegneten darauf, dass frühere Cannabissorten generell kleinere Samen produziert haben, was sich auch durch andere prähistorische Funde belegen lässt, beispielsweise aus den skythischen Gräbern in Pazyryk, die zwischen 1925 und 1949 von dem russischen Archäologen Sergei Rudenko ausgegraben wurden. Kreuzungen der modernen Indica-Sorten mit den wilden Ruderalis-Sorten, die man in der Ausgrabungsregion auch heute noch finden kann, haben außerdem zu Sorten geführt, die man für mit dem dominanten antiken Phänotyp vergleichbar hält; einige dieser Sorten sind auch für ihre ungewöhnlich kleinen Samen bekannt.

Es ist derzeit nicht möglich, mit Sicherheit festzustellen, ob es sich bei den bei der Oxus-Ausgrabung gefundenen Substanzen um Cannabis und Ephedra handelte, sodass die wahre Zusammensetzung von haoma bzw. soma weiterhin ein Geheimnis bleibt. Wahrscheinlich ist, dass das Getränk nicht nur aus einer Pflanze, sondern aus einer Mischung verschiedener Pflanzen mit psychotropen Eigenschaften bestand, und dass die verwendeten Pflanzen auch von Ort zu Ort oder zu mehreren Zeitpunkten verschieden waren, was natürlich die Möglichkeit nicht ausschließt, dass sich darunter auch Cannabis befunden hat. Hinzuweisen ist noch auf den Umstand, dass in der Zeit, in der sich die zoroastrische Religion auch formal etablierte (etwa um 575 v. u. Z.), die Belege für haoma verschwinden und stattdessen auf einmal Belege für bhanga auftauchen, bei dem mit Sicherheit von Cannabis die Rede ist. Unter der Bezeichnung „bhanga des Zoroaster“ wurde Cannabis von dieser Zeit an extensiv für religiöse Zwecke genutzt, und man sagte, dass es die Seele in den Himmel bringt und ihr die höheren Mysterien offenbart.

Cannabisanbau in Turkmenistan

Auch wenn es nur spärliche Belege aus erster Hand für seine Nutzung in Turkmenistan vor dem Jahr 575 v. u. Z. gibt, ist anzunehmen, dass Cannabis in dieser Region schon weit länger bekannt war und genutzt wurde. Denn die Pflanze hatte sich in dieser Region entwickelt und hat eine bekannte Neigung, auf landwirtschaftlich genutzten Böden zu wachsen, die vom Menschen erst vor kurzem gerodet wurden. Die Menschen in der Region müssen der Pflanze zwangsläufig schon sehr früher begegnet sein.

Es gibt nur wenig Berichte über den Anbau von Cannabis oder wild wachsendes Cannabis in Turkmenistan, was zum Teil daran liegt, dass dieser Staat der internationalen Kooperation schon seit langem mit Misstrauen gegenübersteht, und zwar seit der Etablierung des bizarren und repressiven Regimes des „Präsidenten auf Lebenszeit“ Saparmurat Niyazov, der von 1985 bis zu seinem Tod im Jahr 2006 regierte, zuerst als Chef der turkmenischen Teilrepublik und nach Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 als Türkmenbasy („Führer der Turkmenen“) des nun unabhängigen Staates Turkmenistan. Sein Nachfolger Gurbanguly Berdimuhamedow legt ostentativ Wert auf demokratische Wahlen; allerdings ist häufig zu hören, dass die letzte Wahl im Jahr 2012 manipuliert wurde.

03 - It has been suggested that cannabis was used by the inhabitants of this ancient momument, part of the Bronze Age Oxus civilisation (© Jeanne Menjoulet & Cie)
Man nimmt an, dass Cannabis bereits von den Einwohnern dieser antiken Ausgrabungsstätte genutzt wurde, die zur bronzezeitlichen Oxus-Kultur gehört (© Jeanne Menjoulet & Cie)

Turkmenistan hat seinen restriktiven Kurs zwar seit 2006 etwas gelockert, aber es ist immer noch nicht möglich, das Land ohne vorherige Genehmigung der Regierung zu bereisen, und sowohl ausländische als auch einheimische Forscher unterliegen starken Restriktionen. 1995 wurde berichtet, das russische Institut für Pflanzenindustrie sehe sich frühere Forschungsstationen in Turkmenistan und in den umliegenden Staaten an, um dort ein Keimgewebe-Schutzprojekt für Cannabis durchzuführen, aber darüber wurde offenbar nicht weiter berichtet.

Es ist wahrscheinlich, dass in Turkmenistan einige Cannabistypen wild wachsen, insbesondere im Gebiet von Flüssen wie dem Amu Darya (Oxus), die den größeren Teil des wenigen verfügbaren Wassers liefern. Etwa 80 % der Gesamtfläche des Landes werden von der kalten, trockenen Karakorum-Wüste in Anspruch genommen. Im Westen, Südwesten und Südosten des Landes befinden sich Regionen mit gebirgigem Gelände. In den kälteren nördlichen Landesteilen wird wohl C. ruderalis dominieren. Man geht davon aus, dass sich C. indica sp. afghanica im südöstlichen Turkmenistan und in Afghanistan entwickelt hat. Dieser Pflanzentyp wird von den modernen Innenraum-Anbauern wegen seines kompakten Erscheinungsbilds, der dichten Blütenstruktur und der reichlichen Harzproduktion geschätzt. Er ist auch wegen seiner breiten Blättchen bemerkenswert, die dem Blatt im Extremfall ein gelapptes Aussehen verleihen, das mit einem Ahornblatt vergleichbar ist (anders als bei C. indica sp. indica, die in Indien entstand und schmale Blattspreiten hat). Wegen des kühlen, trockenen Klimas und der kurzen Wachstumsphase im südöstlichen Turkmenistan und in Afghanistan blüht C. indica sp. afghanica schnell und verträgt Kälte und Trockenheit recht gut, ist aber nicht resistent gegen Schimmel und kann extreme Hitze nicht vertragen.      

Der Cannabishandel in Turkmenistan

Turkmenistan überspannt das Grenzgebiet zwischen den nördlichen und westlichen Strecken von Afghanistan in den Iran, von denen man annimmt, dass auf ihnen der Transport von ca. 53 % aller Opiate erfolgt, die Afghanistan auf dem Weg auf die russischen, türkischen und europäischen Märkte verlassen. Opium ist die bei weitem wichtigste Handelsware, es werden aber auch bedeutende Mengen Haschisch auf dieser Strecke geschmuggelt. Turkmenistan wird generell nicht als Erzeugerstaat angesehen, obwohl es im Süden des Landes auch eine kleinere Schlafmohn-Produktion gibt und ab und zu Berichte über den Cannabis-Anbau in ländlichen Gegenden auftauchen.

Die überwiegende Menge der illegalen Drogen wird aber in den Grenzgebieten zu Afghanistan und Iran beschlagnahmt. Turkmenistan hat eine 446 Meilen lange Grenze zu Afghanistan und eine 595 Meilen lange Grenze zum Iran; beide Grenzen verlaufen in abgelegenen, rauen und gebirgigen Regionen. Es ist unmöglich, den gesamten Grenzverlauf effektiv zu überwachen, obwohl die Mehrzahl der Aktionen zur Drogenbekämpfung an den Grenzen stattfindet. Die dafür zuständigen Behörden sind aber unzureichend ausgestattet, nicht genügend trainiert und völlig unterfinanziert. Dazu kommt, dass auch die fortdauernde Verweigerung einer uneingeschränkten Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft die regionalen Maßnahmen zur Eindämmung des Schmuggels konterkariert.

Die Schmuggelware wird typischerweise auf LKW transportiert, aber es gibt auch Gruppen von Schmugglern, die zu Fuß oder auf Kamelen unterwegs sind. Vereinzelt gibt es auch Berichte über den Schmuggel auf den Fähren über das kaspische Meer nach Aserbaidschan und Russland. Gelegentlich wird berichtet, dass Drogen im Magen oder in Körperöffnungen von Menschen und Tieren versteckt werden.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt macht der Konsum von Opium und Heroin den Behörden in Turkmenistan weit größere Sorgen. Denn der Konsum von Opium hat in Turkmenistan eine lange Tradition, die sich bis in moderne Zeiten gehalten hat und nun wieder zunimmt, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Mehrzahl der gewohnheitsmäßigen Konsumenten sich die Droge heute spritzt. Cannabis und Haschisch sind ebenfalls vorhanden und gewinnen an Bedeutung, aber der Gesamtverbrauch aller Drogen einschließlich Cannabis ist in Turkmenistan weit geringer als in anderen Gebieten Zentralasiens.

Vernichtung und Beschlagnahmung von Cannabis in Turkmenistan

04 - Although much of Turkmenistan is a desert, small populations of opium poppy and cannabis do persist in some places (© Jeanne Menjoulet & Cie)
Obwohl Turkmenistan zum großen Teil aus Wüste besteht, gibt es an einigen Orten weiterhin kleine Anbauflächen für Schlafmohn und Cannabis (© Jeanne Menjoulet & Cie)

Die Mengen an Cannabis und Haschisch, die in Turkmenistan  beschlagnahmt werden, sind von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Gegen Ende der 90er-Jahre waren die beschlagnahmten Mengen bei Cannabis und Haschisch weit größer als es heute der Fall ist, denn 1997 hatte die Polizei insgesamt 38 t Haschisch und 1998 insgesamt 22,2 t Haschisch und Cannabis beschlagnahmt. Diese Menge ging bis 2002 auf insgesamt gerade 154 kg zurück. In den Jahren 2009 bis 2012 erreichte die beschlagnahmte Cannabis-Menge 227,6 kg, 49,4 kg, 37,6 kg bzw. 36,0 kg, bei Haschisch erreichte die beschlagnahmte Menge noch 327,2 kg, 122,9 kg, 11,0 kg bzw. 39,0 kg. Die beschlagnahmten Mengen stammen überwiegend aus Grenzkontrollen, nur in der Hauptstadt Ashgabat gibt es noch weitere signifikante Mengen.

Da es wegen des allgemeinen Misstrauens aber nur wenig Daten aus Turkmenistan gibt, ist es schwer, die Gründe für die ungewöhnliche Entwicklung der beschlagnahmten Mengen festzustellen. Der Handel findet hier offensichtlich mit Kleinmengen statt, und es wird auch so sein, dass sich die benutzten Strecken in der Region ab und zu ändern. Aber die Intensität, mit der die Drogenvorschriften durchgesetzt werden, muss wohl auch sehr stark variieren, was vielleicht an den verfügbaren Mitteln liegt, aber möglicherweise auch einfach die Folge eines diktatorischen Regimes ist.

Die Cannabisgesetze und Verhaftungen in Turkmenistan

Die Strafen für das Handeltreiben mit illegalen Drogen reichen in Turkmenistan von zwei Jahren Haft als Höchststrafe für „leichte“ Fälle wie den Besitz von Drogen bis zu zwanzig Jahren Haft für „schwere“ Straftaten. Dabei ist nicht klar, welche Merkmale einen mit Drogen zusammenhängenden Sachverhalt zu einer schweren Straftat machen, aber in den meisten Staaten greift eine derartige Vorschrift dann ein, wenn Drogen im Rahmen einer kriminellen Organisation gehandelt werden oder zur Finanzierung von Umsturzbestrebungen.

Turkmenistan behandelt Cannabis-Straftaten jedoch nicht als leichte Fälle, auch nicht solche Sachverhalte, die in anderen Staaten durchaus als leichtere Vergehen angesehen würden. 2008 wurde über einen Fall berichtet, in dem eine nicht bekannte Person angeklagt wurde, Cannabis-Samen auf einem Basar in der Stadt Tejen im Süden des Landes gekauft, die Pflanze anschließend angebaut und 153 g Cannabis verkauft zu haben, was zu einem Erlös im Gegenwert von $ 100 führte. Sowohl der angeklagte Käufer der Samen als auch der Händler auf dem Basar wurden verhaftet und zu elf bzw. zehn Jahren Haft verurteilt.

Turkmenistan gehörte früher zu den Staaten, die die Todesstrafe entschieden befürworteten und diese in Ausnahmefällen bei „sehr schweren“ Straftaten auch vollstreckten, wozu auch einige Fälle von Drogenhandel zählten.  1999 wurde jedoch gesetzlich festgelegt, dass die Todesstrafe für immer abgeschafft ist.

Kauf und Konsum von Cannabis in Turkmenistan

Es ist schwer, aktuelle und zuverlässige Informationen über den Cannabismarkt in Turkmenistan zu erhalten, da der Zugang in das Land bzw. die Ausreise von dort strikt beschränkt ist und ein Tourismus praktisch nicht stattfindet. Nur gelegentlich tauchen einige Berichte auf. Man ist sich darin einig, dass Haschisch aus Afghanistan zum Standard-Angebot zählt, wobei die Qualitäten von mittelmäßig bis hochwertig reichen und die Preise bei ca. $ 5 bis $ 16 pro Gramm liegen. Auch hier ist darauf hinzuweisen, dass diese Zahlen eventuell nicht mehr stimmen.

05 - Around 80% of the total area of Turkmenistan is comprised of the Karakum desert
Ein bedeutender Teil der Schmuggelware wird auf dem Rücken von Kamelen von Afghanistan nach Turkmenistan transportiert (© D-Stanley)

Nach einigen Quellen schwankten die Cannabispreise in den Jahren von 2009 bis 2011 erheblich, und zwar von $ 0,50 bis $ 0,60 pro Gramm im Jahr 2009 bis zu $ 8 bis $ 16 im Jahr 2011. Die Preise im Großhandel gingen in diesem Zeitraum ebenfalls nach oben, und zwar von $ 1.890 bis $ 5.600 pro kg im Jahr 2009 bis auf $ 5.000 bis $ 9.600 im Jahr 2011.  Es ist unklar, welche Gründe dieser dramatische Anstieg hatte, aber die Verfügbarkeit kann durchaus dadurch beeinflusst worden sein, dass im nördlichen Afghanistan Aktionen zur Vernichtung von Anbauflächen stattfanden.

Es wird berichtet, dass Haschisch in den meisten städtischen Gegenden verfügbar ist, insbesondere in den südlichen Landesteilen. In ländlichen Gebieten kann es sogar möglich sein, lokal angebautes Cannabis von guter Qualität zu beschaffen. Wer dort Erkundigungen einzieht, sollte sehr auf Diskretion bedacht sein, da die Polizei dafür bekannt ist, die Zielpersonen ihrer Aktionen danach auszuwählen, ob von diesen Schmiergelder zu erwarten sind.

Wir bemühen uns derzeit, aktuelle Informationen über die Nutzung von Cannabis und die entsprechenden Gesetze in allen Staaten der Welt zusammenzutragen. In diesem Zusammenhang sind wir für Ihre Informationen, Empfehlungen, Kommentare und evtl. Berichtigungen dankbar.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.

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Hauptstadt |Aşgabat

Einwohner |5171943

Legaler Status |illegal

Medical Program |no