by Scarlet Palmer on 27/04/2018 | Anbau

Die Teile der Cannabispflanze

Cannabispflanze Können Sie alle Teile einer Cannabispflanze benennen? Können Sie ihre Funktion erklären? Möchten Sie dazu in der Lage sein? Dieser Artikel bietet eine Einführung in die Anatomie der Cannabispflanze und wir hoffen, dass Sie ihn unterhaltsam und aufschlussreich finden, egal ob Sie ein Einsteiger- oder Profi-Grower sind!


Die Wurzeln

Aussehen:

Die Wurzeln von Cannabispflanzen sind lang, weiß und wachsen in einer verworrenen Masse direkt vom Boden der Pflanze herab. Die wichtigste, dickste Wurzel wird Pfahlwurzel genannt und ist die erste Wurzel, die entsteht, wenn der Samen keimt. Dieser kleine Faden entwickelt sich zum wichtigsten unterirdischen Lebenserhaltungssystem für die gesamte Pflanze.

Die Pfahlwurzel und die Hauptwurzeln enden in der so genannten Wurzelspitze, die von der Wurzelkappe abgelagert wird. Die Wurzelkappe ist eine Masse von Zellen, die die überempfindliche Spitze der Wurzeln schützt und der Pflanze gleichzeitig zu verstehen gibt, wo unten ist – einer der Gründe, warum es wichtig ist, besonders vorsichtig mit den Enden der Wurzeln zu sein!

Die Cannabiswurzeln, die in einem grob senkrechten Winkel von der Pfahlwurzel wachsen, werden als Seitenwurzeln bezeichnet. Das gesamte Wurzelsystem ist mit einer Schicht feiner weißer Wurzelhaare bedeckt, die so klein sind, dass sie wie ein Mantel aus kurzem, seidigem Fell aussehen können. Obwohl sie einzeln winzig sind, ist ihre zusammengenommene Fläche viel größer, als es auf den ersten Blick scheint. So wird die Menge an Wasser und Nährstoffen, die aufgenommen werden kann, deutlich erhöht.

Ihre Rolle im Lebenszyklus einer Cannabispflanze:

Cannabiswurzeln nehmen die Mineralien, Nährstoffe und Wasser aus dem Substrat auf, die die Pflanze für die Photosynthese benötigt, und speichern Energie in Form von Stärke und Zucker aus der Photosynthese. Wasser wird von den Cannabiswurzeln im unteren Drittel des Wurzelsystems aufgenommen, aber sie sollten niemals in einem wassergetränkten Substrat gelassen werden, da sie innerhalb weniger Stunden ertrinken können.

Sauerstoff wird von spezialisierten Wurzeln im oberen Drittel des Wurzelsystems aufgenommen. Mit ihm wird die gespeicherte Stärke wieder in Energie umgewandelt. Dies ist besonders wichtig während der Blütezeit, wenn die Photosynthese durch den zwölfstündigen Lichtzyklus begrenzt wird, sodass die Pflanze auf gespeicherte Energie angewiesen ist, um große und gesunde Blüten zu erzeugen.

Die andere wichtige Funktion des Wurzelsystems der Cannabispflanze besteht natürlich darin, sie fest im Substrat zu verankern. Im freien Boden können einige Sorten, wie beispielsweise Durban, bis zu zwei Meter lange Pfahlwurzeln ausbilden, während andere, wie etwa Hindu Kush, ein Netz bilden können, das leichten Stürmen standhalten kann.

Verwendungsmöglichkeiten:

Es gibt mehr Verwendungsmöglichkeiten für die Wurzeln von Cannabispflanzen als viele Grower denken! Es wird traditionell angenommen, dass sie medizinische Eigenschaften haben, obwohl sie nur winzige Mengen an Cannabinoiden enthalten, und so wurden sie schon in Tees, Kräutern und sogar in Saft verwendet. In diesem Beitrag gehen wir vertiefend auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Cannabis-Wurzeln ein. Als letzten Tipp rät einer unserer Kommentatoren, die Wurzeln an einem Neumond-Abend aus der Erde zu ziehen, weil dann die besten Inhaltsstoffe in größten Mengen vorhanden sind. Dieser Tipp stammt vom marokkanischen Berbervolk, das häufig Cannabiswurzeln verwendet.

Der Stamm und die Zweige

Aussehen:

Gesunde Cannabispflanzen-Stämme können farblich von kräftigem Limonengrün bis hin zu tiefem Burgunder reichen. In der anfänglichen Wachstumsphase ist es normal, dass sie etwas schuppig aussehen, da die Wachstumsrate die Dehnfähigkeit der Außenhaut übersteigt. Bei genauerer Betrachtung bedeckt ein feiner Belag aus winzigen weißen Haaren die Stängel. Mit zunehmender Reife der Pflanze prägen sich die vertikalen Rillen von unten nach weiter aus.

Ein Zweig wird durch seine Nodien in Abschnitte unterteilt, die Internodien genannt werden. Bei Nodien handelt es sich um die Punkte, an denen die Blätter und später die Zweige aus dem Stamm sprießen.

Ihre Rolle im Lebenszyklus einer Cannabispflanze:

Gesunde Stämme und Zweige sind natürlich unerlässlich für gesunde Buds! Sie transportieren nicht nur wesentliche Bausteine des Pflanzenlebens zu den Blättern und Blüten, sie sind auch das Skelett, um das sich die Blüten bilden. Der Stamm einer Cannabispflanze ist eine regelrechte Hochgeschwindigkeitsstraße für Wasser, Nährstoffe und Mineralien, die von den Wurzeln nach oben gelangen und für neu produzierte Stärke und Zucker, die nicht sofort in neue Pflanzenstoffe umgewandelt werden und von der Spitze wieder zu den Wurzeln zurückkehren.

Genauso wie menschliche Muskeln durch das Zerreißen und Heilen der Muskelfasern gebildet und vergrößert werden, werden Cannabisstämme und -zweige durch die Produktion von Zellulose dicker und stärker, wenn die Pflanzen durch Luftströme bewegt werden. Deshalb ist es wichtig, für einen ausreichenden Luftstrom bei indoor-Growing zu sorgen. Ventilatoren für die Belüftung reichen in der Regel nicht aus, sodass zusätzliche Ventilatoren eine künstliche Brise erzeugen müssen. Wenn sich die Pflanzen sichtbar bewegen, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass genügend Zellulose produziert wird.

Bei einigen Sorten, die für extra große Erträge angebaut werden, wie zum Beispiel Big Bud, sind die Zweige manchmal auch bei ausreichender Luftbewegung nicht in der Lage, das Gewicht der Blüten zu tragen. Die Verwendung von Stangen oder Kunststofffäden reicht üblicherweise aus, um ihnen genug zusätzliche Hilfe zu geben.

Allerdings ist es manchmal ratsam, die Zweige absichtlich (zum Teil) zu brechen. Die so genannte „Supercropping“-Technik beruht darauf, dass die Spitzen der Zweige in einem Winkel von 90 Grad zum unteren Teil umgebogen werden. Dadurch entsteht eine kontrollierte moderate Menge an Stress, wodurch die Pflanze zusätzliche Äste und Colas produziert.

Verwendungsmöglichkeiten:

Beim Anbau von Industriehanf sind die Stämme bei der Ernte mit am begehrtesten, da sie aufgrund ihrer Bastfasern hoch geschätzt werden – es sind die längsten und stärksten im Pflanzenreich. Die Pflanzen, die zu diesem Zweck angebaut werden, können dank ihrer außergewöhnlichen Stämme leicht bis zu vier Meter hoch werden.

Stämme von Pflanzen der psychoaktiven Seite der Familie können verwendet werden, um milden Tee zur Linderung von Kopfschmerzen und Übelkeit zu brauen. Obwohl es unseres Wissens keine großangelegten Tests von Stämmen auf ihren Cannabinoidgehalt hin gegeben hat, gab es doch zumindest ein paar Tests an Stämmen. Diese beinhalteten etwas THCA, vernachlässigbare Mengen an CBN und CBD und überraschend unterschiedliche Mengen an THC – von den drei getesteten Ein-Gramm-Proben hatten zwei kaum THC, wohingegen die dritte über 80 Milligramm enthielt.

Die Blätter

Aussehen:

Eine Infografik zeigt drei verschiedene Cannabissorten in einer einfachen zweidimensionalen Darstellung. Das obere Bild zeigt ein Sativa-Blatt. Das Sativa-Blatt ist dünner, heller grün und hat mehr Blattglieder. Darunter ist ein Indica-Blatt zu sehen. Das Indica-Blatt ist dicker, hat weniger Blattglieder und zeigt ein dunkleres Grün. Ganz unten ist das Ruderalis-Blatt zu sehen. Das Ruderalis-Blatt hat eine mittelgrüne Farbe, ist kleiner und die wenigen Blättchen stehen weiter auseinander.

Die Blätter sind zweifellos der berühmteste Teil der Cannabispflanze. Sie sind fast überall bekannt und schmücken alles, von T-Shirts bis zu Teekannenwärmern. In ihrer Frühphase haben sie nur einen „Finger“. Mit steigendem Alter der Pflanze, kriegen sie gewöhnlich etwa neun Finger, obwohl es auch mal 15 werden können. Diese handförmigen Blätter haben eine große Gesamtfläche, da ihre Aufgabe darin besteht, die Pflanze zu ernähren, indem sie so viel Licht wie möglich aufnehmen.

Die kleinen Blätter, die in den späteren Blütephasen aus den Buds selbst herausragen, werden als „Sugar Leaves“ bezeichnet. Das liegt daran, dass sie mit Trichomen beschichtet sind, die ihnen ein funkelndes Aussehen verleihen, so als wären sie mit Zucker überzogen.

Mehr als alle anderen Teile der Cannabispflanze unterscheiden sich die Blätter und Blüten im Aussehen je nach Sorte und Teil der Cannabis-Familie, aus dem die Pflanze stammt. Indica, Sativa und Ruderalis lassen sich mit etwas Übung an ihren charakteristischen Blättern erkennen. Dieses Diagramm veranschaulicht ihre Unterschiede und wird in diesem Teil unseres FAQ näher erläutert.

Ihre Rolle im Lebenszyklus einer Cannabispflanze:

Das Aussehen von Cannabisblättern kann ebenfalls wichtige Hinweise auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Pflanze geben – was dieser an Nährstoffen, Mineralien, Wasser, Wärme und Licht fehlt oder wovon sie möglicherweise zu viel bekommt.

Der Hauptzweck der Blätter ist es jedoch, als kleine grüne Photosynthese-Fabriken zu fungieren, die Wasser, das von den Wurzeln zu den Blättern gebracht wird, und Licht, das von den Chloroplasten im Blatt absorbiert wird, in chemische Energie umwandeln. Diese Energie verbindet sich dann mit Kohlendioxid, das durch die Spaltöffnungen (kleine Löcher im Boden des Blattes) in die Blätter gelangt, um Zucker herzustellen, der das Wachstum der Pflanze fördert.

Dieser Beitrag, einer unserer am häufigsten aufgerufenen, behandelt Cannabisblätter im Detail.

Verwendungsmöglichkeiten:

In den vergangenen Jahren galten die Blätter als ziemlich nutzlos, es sei denn, sie waren an der Pflanze befestigt und halfen ihr zu wachsen. Jetzt, da die Vorteile des Entsaftens und sogar des Kochens mit Cannabisblättern immer bekannter werden, wissen wir es besser. Die „Sugar Leaves“ können geraucht oder zu psychoaktiven Lebensmitteln verarbeitet werden.

Die handförmigen Blätter verfügen jedoch nicht über genügend Trichome, als dass man sie rauchen würde. Sie führen höchstens zu Kopfschmerzen! Wir haben jedoch Vorschläge für andere Dinge, die man mit ihnen anstellen kann. Viele werden in dem oben verlinkten Beitrag erwähnt, und dieses Video erläutert die gesundheitlichen Vorteile von Cannabisblatt-Saft.

Blüten

Aussehen:

Wahrscheinlich der am meisten angestarrte Teil der Cannabispflanze, können die Blüten oder Buds so viele Variationen aufweisen wie Rosen, Tulpen oder jede andere Blume, die für bestimmte Eigenschaften gezüchtet wird. Sie sind auch der Teil der Pflanze, der ihr Geschlecht erkennbar macht. Trotz diverser gegenteiliger urbaner Mythen kann man nur sagen, ob eine Cannabispflanze männlich oder weiblich ist, wenn man auf den Beginn der Blütezeit wartet und die Internodien untersucht.

Dies ist der Punkt, an dem die sich entwickelnden Blüten die sagenumwobene V-Formen aus weißen Härchen bilden könnten, die sich die Mehrheit der Grower erhoffen und die darauf hinweisen, dass die Pflanze weiblich ist. Wenn diese nicht auftauchen, sind die entstehenden Blüten männlich und bilden schließlich Pollensäcke (eine Eigenschaft, die es wirklich leicht macht, männliche und weibliche Pflanzen auseinanderzuhalten).

Während die Blüten sich verdichten und wachsen, gruppieren sie sich immer dichter um die Stängel und bilden die klassischen Kerzenformen, die als Colas bekannt sind. Bei genauer Betrachtung der Buds, insbesondere mit einer Lupe, werden die Trichome sichtbar. Diese winzigen pilzförmigen Drüsen befinden sich dort, wo sich die Cannabinoide befinden und sind auch für das funkelnde Aussehen der Buds verantwortlich.

Die Farben dieser Blüten, die wir so gern haben, können fast die gesamte Breite des Farbspektrums abdecken – von fast weiß bis fast schwarz, wobei die geläufigsten Nuancen bei Grün-, Orange-, Rot- und Lila-Tönen liegen.

Ihre Rolle im Lebenszyklus einer Cannabispflanze:

 Eine detaillierte Infografik zeigt ein Foto einer ausgewachsenen weiblichen Cannabispflanze. Die Buds, Blätter und die Internodien sowie die Wurzeln sind hervorgehoben. Fast jedes Element wird in einem eigenen Diagramm näher dargestellt. Nahaufnahmen lassen weitere Details und Informationen erkennen. Oben rechts wird auch eine männliche Pflanze in Nahaufnahme gezeigt.

Die Blüten sind die Fortpflanzungsorgane der Pflanze. Cannabis ist diözisch (zweihäusig), was bedeutet, dass Pflanzen männlich oder weiblich sind (obwohl sie unter bestimmten Umständen auch zwittrig sein können). Sobald sie reif sind, öffnen sich die bei den männlichen Blüten entstandenen Pollensäcke und geben Pollen ab, die vom Wind (oder von einem sauberen Pinsel, falls Sie selbst züchten) zu den weiblichen Blüten getragen werden. Sobald sie die Narben erreichen – die beiden Haare, die aus dem Stempel, dem kleinsten Teil der Blütenstruktur, kommen – arbeiten sie sich zu den Eizellen vor und Samen fangen an sich zu bilden

Verwendungsmöglichkeiten:

Wenn Sie nach der Verwendung von Cannabisblüten fragen, sind Sie hier richtig! Es gibt zu viele, um sie hier alle auflisten zu können, also schauen Sie einfach in unsere Blog-Kategorien rein und sehen Sie, was Ihnen zusagen könnte. Unsere Beiträge sind in folgende Kategorien unterteilt:
Sensi Seed News, Meinungen, Kulturelles, Sorten, Legales und Politisches, Konsum, Medizinisches, Anbau und Videos.

Samen

Aussehen:

Cannabissamen variieren in ihrer Größe von etwas größer als ein Stecknadelkopf bis hin zur Größe eines großen Streichholzkopfs. Ihre Farbe beinhaltet alle Brauntöne, von hellbraun bis fast schwarz, und oft sind sie gesprenkelt oder getigert. Die Samen sind oval, abgerundet und an einem Ende leicht abgeflacht mit einer Spitze am gegenüberliegenden Ende. Die Schale hat einen leichten Glanz. Viele Menschen finden Cannabissamen auf ihre eigene Art und Weise ebenso schön wie die Blüten!

Ihre Rolle im Lebenszyklus einer Cannabispflanze:

Mit einem Samen fängt alles an, wie man so schön sagt! Die Samen enthalten das kostbare genetische Material und die gesamte gespeicherte Energie, die für den Beginn des Lebens einer Pflanze benötigt wird. Das Keimen ist der Anfang dieses Lebens. Zu sehen, wie sich die Schale aufspaltet und die erste kleine weiße Wurzel entsteht, ist immer wieder aufregend.

Verwendungsmöglichkeiten:

Abgesehen von der offensichtlichen Verwendung – dem Growen von Cannabispflanzen – sind Cannabissamen aufgrund ihres hohen Ölgehalts eine reichhaltige Nahrungsquelle. Wenn sie zu Hanfsamenöl gepresst werden, können die verbleibenden Schalen als Futter für Tiere verwendet werden. Die Samen können auch gemahlen werden, um Hanfproteinpulver herzustellen. Natürlich stammen die für die Ernährung verwendeten Samen eher von industriellen Hanfpflanzen als von ihren teureren psychoaktiven Verwandten!

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Artikel gefallen hat und Sie beim Lesen vielleicht ein paar Dinge gelernt haben! Lassen Sie es uns unten in den Kommentaren wissen.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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