Cannabisblätter identifizieren, verstehen und nutzen

Die Blätter sind der bekannteste Teil der Cannabispflanze. Trotz der großen Unterschiede, die zwischen Cannabispopulationen zu finden sind, unterscheiden sich die Blätter der einzelnen Sorten nicht stark. Hier sind einige Fakten über die Blätter der drei Hauptstrains, Infos, wie man sie identifiziert, und einige Vorschläge, wie man sie nutzen kann.

Die Blätter einer Cannabispflanze spielen eine große Rolle bei der Unterstützung ihres Wachstums und der allgemeinen Gesundheit der Pflanze. Die Spaltöffnungen (Stomata) auf der Unterseite der Blätter, winzige Löcher, die sich öffnen und schließen, nehmen Kohlendioxid auf und setzen Wasser und Sauerstoff frei. Dies ist für die Photosynthese erforderlich, die ohne die Blätter praktisch unmöglich wäre. Sie bieten der Pflanze auch eine Möglichkeit, Nährstoffe aufzunehmen (Blattfütterung).

Cannabisblatt-Phyllotaxis

Nach der Standard-Phyllotaxis (Anordnung der Blätter auf einem Pflanzenstamm) sind Cannabisblätter zusammengesetzt (sie bestehen aus mehreren Blattfingern, im Gegensatz zu einfachen Blättern, bei denen ein einzelnes Blatt aus dem Stiel wächst) und eher kreuzgegenständig als wechselständig.

Gegenüberliegende Blätter entstehen paarweise, eines auf jeder Seite des Stiels, mit einem deutlichen vertikalen Freiraum zwischen den Blattpaaren. Kreuzgegenständige Blätter sind gegenüberliegend, aber jedes neue Blattpaar steht im rechten Winkel zum letzten Paar. Wechselständige Blätter ragen hingegen einzeln aus dem Stiel heraus und wechseln mit zunehmender vertikaler Höhe die Seiten.

Obwohl Cannabisblätter normalerweise kreuzgegenständig sind, können die Blätter, wenn sich die Pflanze auf die Blütezeit vorbereitet, in einem wechselständigen Muster erscheinen. Interessanterweise weisen verjüngte Cannabispflanzen eine wechselständige Phyllotaxis auf.

Experimente mit Hanf zeigten, dass früh gepflanzte Exemplare, die bei schlechten Lichtverhältnissen blühten, aber nicht starben, begannen, ein neues wechselständiges Blattwachstum zu entwickeln, als sich die Anzahl der Sonnenlicht-Stunden erhöhte. Anfänglich war das neue Wachstum eher einfach als zusammengesetzt. Als das neue Blattwachstum aber fortschritt, nahm die Zahl der Blattfinger allmählich zu.

Es gibt einige Belege dafür, dass dieses Phänomen zu einem erheblich stärkeren vegetativen Wachstum führt, obwohl die dafür verantwortlichen genetischen Prozesse noch nicht vollständig erklärt werden können. Es wird angenommen, dass die Entwicklung der kreuzgegenständigen Phyllotaxis erst kürzlich bei einem Vorfahren mit wechselständigen Blättern stattgefunden hat und dass sich die Gene, die die kreuzgegenständige Phyllotaxis steuern, zur Blütezeit „abschalten“.

Die Blätter können helfen, Growing-Missgeschicke zu erkennen

Die Blätter von Cannabispflanzen können sehr aufschlussreich sein. Hier sind einige verräterische Anzeichen von Growing-Missgeschicken, die man durch die Inspektion der Blätter erkennen kann:

  • Blasenbildende, verdrehte, glänzend „nass“ aussehende Blätter – dies kann ein Hinweis auf Milben sein, die zu klein sind, um sie mit dem bloßen Auge sehen zu können. Ist dies der Fall, wachsen neue Blätter verdreht und die oberen Blätter welken.
  • Gefleckte Blätter – fleckige Blätter können auf einen Nährstoffmangel hinweisen (wahrscheinlich Kalzium). Dies betrifft in der Regel neue Blätter oder Teile, die aktiv wachsen.
  • Blattränder färben sich blassgelb – dies ist wahrscheinlich ein Anzeichen für Magnesiummangel.
  • Blattränder färben sich weiß oder leuchtend-gelb – wenn dies zu sehen ist, während sich der innere Hauptteil der Blätter violett oder dunkelblau färbt, dann besteht wahrscheinlich ein Kupfermangel. Die Blätter können auch glänzend wirken oder sich nach unten krümmen. Dies betrifft am häufigsten Blätter in direkter Lichteinstrahlung.
  • Blätter knicken ab, kräuseln und verfärben sich – wenn die Blätter zu nah an einer Licht- oder Wärmequelle stehen, können sie eine Hitzebelastung erleiden. Dies kann dazu führen, dass sie abknicken, sich nach unten kräuseln und gelb werden oder sogar an den Rändern verbrannt aussehen.
  • Neue Blätter sind leuchtend gelb – wenn neue Blätter von Anfang an mit einer leuchtend gelben Farbe wachsen, kann die Pflanze unter Eisenmangel leiden.

Blattunterschiede zwischen den drei wichtigsten Subspezies

Lassen wir die Besonderheiten des Cannabisblattwachstums für einen Moment beiseite und werfen einen Blick auf die Unterschiede zwischen den drei wichtigsten Cannabis-Subspezies, die da wären:

  • Cannabis sativa
  • Cannabis indica
  • Cannabis ruderalis

Cannabis-sativa-Blätter sind lang und schlank, oft mit ausgeprägten Zacken, was den Blättern ein gezacktes, fast stacheliges Aussehen verleiht. Die Farbe der Sativablätter reicht von hell- über limetten- bis hin zu, im dunkelsten Fall, schwärzlichgrün. Die größten Blätter können oft bis zu dreizehn Finger aufweisen.

Cannabis-indica-Blätter sind weitaus breiter. Die größten Blätter haben in der Regel weniger Fiedern als die größten Sativa-Blätter und bilden sieben bis neun Finger aus. Indica-Blätter sind meist olivgrün. Blassgrüne Blätter sind selten und oft ein Zeichen von Mangelerscheinungen.

Cannabis-ruderalis-Blätter sind im Allgemeinen kleiner als die der anderen Subspezies, da auch die ausgereifte Pflanze insgesamt viel kleiner ist. Die größten Blätter umfassen fünf bis dreizehn Finger. Ruderalis-Blätter ähneln in Bezug auf die Breite für gewöhnlich eher denen einer Indica-Pflanze, obwohl sie durchaus auch deutlich schmaler sein können, als es bei Indica-Blättern je möglich wäre.

An Cannabisblättern beobachtete Mutationen

Die unglaubliche Vielfalt der Cannabismorphologie auf der ganzen Welt hat dazu geführt, dass gelegentlich sehr ungewöhnliche Blattmuster auftreten. Viele dieser Merkmale werden aufgrund ihrer visuellen Unähnlichkeit mit „normalem“ Cannabis als sehr wünschenswert angesehen, da sie dazu dienen können, sich an Orten, an denen der Anbau illegal ist, der unerwünschten Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.

„Schwimmhäute“ sind eine häufige Mutation, an dessen Stabilisierung sich diverse Züchter versucht haben. Leider waren ihre Bemühungen bislang nicht so erfolgreich, dass Sorten mit „Schwimmhäuten“ heute kommerziell erhältlich sind. Es ist jedoch möglich, Sorten wie Ducksfoot in Samenform zu erwerben.

Die wirtelige Phyllotaxis ist eine weitere häufige Mutation, auch wenn hinsichtlich der Tarnung weniger funktionell ist, da die Pflanzen immer noch sehr an Cannabis erinnern. Viele Züchter finden die Eigenschaft jedoch aus kosmetischen Gründen wünschenswert. Manche glauben sogar, dass solche Pflanzen potenteres Blütenmaterial hervorbringen, obwohl dies nicht eindeutig nachgewiesen ist.

Australian Bastard Cannabis ist vielleicht die auffälligste Mutation, die es je bei Cannabis gegeben hat. Es wird angenommen, dass diese Mutation zum ersten Mal in entflohenen Populationen um Sydney herum beobachtet wurde. Züchter haben auch versucht, dieses Merkmal zu stabilisieren… wieder ohne kommerziellen Erfolg.

Der Australische Bastard-Cannabis ist wahrscheinlich die auffallendste der bisher entdeckten Cannabismutationen. Man vermutet, dass diese Mutation zuerst in entwichenen Populationen rund um Sydney gesehen wurde. Züchter versuchten, das Merkmal zu stabilisieren, jedoch ohne kommerziellen Erfolg.

Diese Mutation bewirkt haarlose, saftige Blätter, üblicherweise mit nicht mehr als fünf Fingern pro Blatt. Die einzelnen Finger werden im Regelfall nicht länger als wenige Zentimeter lang.

Trotz des Reizes von Cannabis, das nicht nicht wie Cannabis aussieht, sind die meisten Versuche, lebensfähige Sorten mit Hilfe dieser Genetik zu züchten, gescheitert.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die besten Ergebnisse in der Regel bei gesunden Pflanzen mit normalen Eigenschaften erzielt werden. Der Erfolg der Kreuzung von Ruderalis-Genetik (die cannabinoidarm ist) mit potenteren Sorten zeigt jedoch, dass weitere Forschungen zu besseren Ergebnissen führen können.

Was kann man mit Cannabisblättern machen?

  1. Cannabisblatt-Tee

Man kann sich eine Tasse warmen Cannabistee zum Genießen aufgießen! Dafür muss man einfach nur etwas Wasser aufkochen, ein paar Esslöffel frische oder getrocknete Blätter in ein Sieb geben und etwa diese dann etwa fünf Minuten ziehen lassen. Der Tee kann individuell mit Teebeuteln, Honig oder Gewürzen wie Zimt oder Ingwer auf den eigenen Geschmack abgestimmt werden.

  1. Cannabisblatt-Saft

Eine weitere Möglichkeit der Verwendung von Cannabisblättern ist die Herstellung von Saft, was vermutlich auch viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Bei der Verwendung frischer Blätter (nicht getrocknet) sollten keine psychedelischen Effekte auftreten, sofern sie nicht decarboxyliert wurden. Auch hier können je nach Rezept diverse Geschmacksrichtungen kreiert werden. Man könnte das Ganze ja zum Beispiel mit Äpfeln, Rüben, Sellerie, Gurken, Zitronen und Ingwer kombinieren – hört sich das nicht köstlich an?

  1. Thai-Sticks

Wer daran interessiert ist, Thai-Sticks selbst herzustellen, sollte darauf achten, ein paar Blätter aufzubewahren, da diese benötigt werden, um die Sticks einzurollen.

  1. Trockengewürze

Die Blätter können getrocknet und gemahlen werden, um ein Trockengewürz zu erhalten, mit dem man, genau wie Petersilie oder Oregano, alles mögliche verfeinern kann. Man kann die Blätter beispielsweise einfach in eine Salatmischung geben und diese dann so essen (wie man es beispielsweise auch mit Babyspinat-Blättern macht).

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

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