Mutterpflanzen richtig pflegen

Die Aufzucht und die Erhaltung starker, vitaler Mutterpflanzen erfordert Geduld, Hingabe und Beständigkeit. Mit guter Genetik und einer gewissen Grundausstattung können gesunde Mutterpflanzen angebaut werden, die über Generationen hinweg bestes Cannabis liefern.

Grower brauchen eine gute Auswahl an Mutterpflanzen, um gute Genetik erhalten zu können. Werden sie gut gepflegt, können diesen Mutterpflanzen jahrelang Stecklinge entnommen werden. Das hält viele Vorteile für all diejenigen bereit, die Wert auf gute Genetik legen.

Die Vorteile des Anbaus von Mutterpflanzen

  • Mit dem richtigen Timing kann man das ganze Jahr über Stecklinge einpflanzen und ernten, besonders wenn indoor angebaut wird. Im Wesentlichen ist die Ernte gleichzeitig der Zeitpunkt, an dem die neuen Klone der Mutterpflanze entnommen werden.
  • Klone aus Mutterpflanzen sind hinsichtlich ihrer Größe, Höhe und ihres Nährstoffprofils homogen.
  • Werden Klone von einer Mutterpflanze entnommen, besteht keine Gefahr der Bestäubung durch männliche Pflanzen.
  • Man braucht keine Samen, um Stecklinge anzubauen.
  • Wenn es um die Qualität, die Stärke, den Geschmack und den Geruch einer Sorte geht, so hat man bei Stecklingen eine Sicherheit, die Pflanzen, die aus Samen gezogen wurden, nicht gewährleisten können. Diese können nämlich Unterschiede im Phänotyp aufweisen, auch wenn sie den gleichen Genotyp haben. Dieses Risiko besteht nicht, wenn man Klone von Mutterpflanzen entnimmt.

Die Auswahl der Mutterpflanzen

Das Hauptaugenmerk bei der Auswahl von Mutterpflanzen sollte immer auf deren Gesundheit, Stärke und Vitalität liegen. Darüber hinaus können Dinge wie beispielsweise Terpen– und Cannabinoidprofil, Geschmack und Aroma, Ertrag, Trockenheitsresistenz, Höhe oder Verzweigungsmuster berücksichtigt werden. Gibt man jedoch solchen sekundären Eigenschaften zu Lasten von Stärke und Gesundheit der Pflanzen den Vorrang, so kann es sich im späteren Verlauf rächen.

Mutterpflanzen müssen sehr stark und gesund sein, um dauerhaft gute Klone zu ermöglichen. Gute Mutterpflanzen können ein Jahrzehnt oder sogar länger leben (es gibt Gerüchte über Mutterpflanzen, die nach 30 oder 35 Jahren noch immer gesund und munter sind). Jedoch leiden selbst die Pflanzen mit bester Genetik in der Regel irgendwann an Altersschwäche.

Nährstoffe für Mutterpflanzen

Jetzt, da Auswahl der Mutterpflanzen getroffen wurde, ist es wichtig, dass sie die richtige Starthilfe erhalten, damit sie auf ihr langes und fruchtbares zukünftiges Leben vorbereitet sind. Stammen die Mutterpflanzen selbst aus Klonen, ist es wichtig, sie ausschließlich mit Wasser zu versorgen, bis sie eindeutig neues Wurzelwachstum an den Tag legen. Wurden sie aus Samen gezogen, sollte man ihnen keine Nährstoffe zuführen, bevor sie die ersten richtigen Blätter gebildet haben.

Sobald die Pflanzen neues Wachstum aufweisen, können sie in den ersten Wochen mit halb- oder viertelstarken vegetativen Nährstoffen gefüttert werden. Wenn die Pflanze reift und wächst, kann allmählich zu einer vollwertigen Ernährung übergegangen werden. Macht man sich mit den Mutterpflanzen vertraut, wird man ihre individuellen Bedürfnisse nach und nach besser verstehen. Solange bewährte, grundlegende Praktiken angewendet werden, sollte man aber genügend Zeit haben, um die Nährstoffregimes bestmöglich zu optimieren.

Im Allgemeinen ist eine typische vegetative Wachstumslösung, vorzugsweise biologisch, ausreichend, um Mutterpflanzen in einem konstant gesunden Zustand zu halten. Mikrorhizome und Wurzelstimulanzen können vom ersten Tag in das Substrat gegeben  werden, um jungen Wurzeln einen Schub zu geben und das Mikrobiom zu verbessern.

Das beste Licht für Mutterpflanzen

Damit Mutterpflanzen lange leben können, müssen sie in der Wachstumsphase bleiben. Das bedeutet, dass sie durchgängig mehr als 12 Stunden Licht pro Tag erhalten müssen. Wenn die Pflanzen schnell wachsen sollen, um die Anzahl der möglichen Klone zu maximieren, können Mutterpflanzen in einem 18/6-Zyklus belassen werden. Um das Wachstum zu verlangsamen, kann man einen 14/8-Zyklus einrichten.

Während der Wachstumsphase ist Licht aus dem blauen Spektrum am besten geeignet. Daher sind Halogen-Metalldampflampen bei Mutterpflanzen vorzuziehen. Diese imitieren das natürliche Tageslicht des Frühlings, in dem sich Pflanzen normalerweise in der Wachstumsphase befinden.

Nährstoffe für reife Mutterpflanzen

Die reifen Mutterpflanzen müssen genügend Nährstoffe erhalten, um am Leben und gesund zu bleiben. Das Nährstoffverhältnis muss weiter optimiert werden, um das Wachstum der Pflanze und Bildung vieler Verzweigungen zu fördern. Viel Stickstoff ist für das vegetative Wachstum unerlässlich. Auch andere Nährstoffe wie Kalzium, das für den Erhalt des hormonellen Gleichgewichts wichtig ist, und Magnesium, das die Photosynthese und die für das Wachstum notwendige Zuckerproduktion erleichtert, sind wichtig.

Um die allgemeine Gesundheit und Vitalität der Pflanze zu verbessern und mehr Verzweigungen zu ermöglichen, gibt es diverse andere Optimierungsmaßnahmen, die man neben dem Sicherstellen der Beigabe der richtigen Mikro- und Makronährstoffe vornehmen kann.

Das Auxin-Cytokinin-Gleichgewicht

So sind beispielsweise Auxin und Cytokinin zwei pflanzliche Hormone, die zusammenwirken, um die Entwicklung von Wurzeln und Zweigen zu fördern. Die apikalen Triebe produzieren Auxin, das dann über einen intrazellulären Weg an die Wurzeln abgegeben wird, um die Wurzelentwicklung zu fördern. In der Zwischenzeit produzieren die Wurzeln Cytokinin, das über den gleichen intrazellulären Weg zurück nach oben zu den Trieben wandert und dort die Bildung von Zweigen und das Blattwachstum fördert.

Da es sich bei Auxin und Cytokinin um natürliche Pflanzenhormone handelt, können sie den Pflanzen beigegeben werden, sodass sie stärkere, gesündere Wurzeln erhalten und mehr Verzweigungen ausbilden. Im Idealfall ist ein höheres Verhältnis von Cytokinin zu Auxin wünschenswert, da dies die seitliche Zweigbildung fördert, während ein höheres Verhältnis von Auxin zu Cytokinin diese einschränkt und das Wachstum in die Höhe fördert.

Das gezielte Abschneiden überflüssiger Zweige

Die Herangehensweise beim Beschneiden der Mutterpflanzen bestimmt die Geschwindigkeit, mit der sie frische Triebe produzieren, die letztendlich zu neuen Klonen werden. Es ist wichtig, die Mutterpflanzen regelmäßig zu trimmen und sorgfältig darauf zu achten, wie man diese Aufgabe bewerkstelligt, damit so viele gesunde, kräftige neue Zweige wie möglich gebildet werden.

Es ist sehr wichtig sicherzustellen, dass die Mutterpflanzen kurz und buschig werden, nicht hoch und schlank. Um dies zu erreichen, sollte man die apikalen Stiele der Mutterpflanzen regelmäßig entfernen. Die apikalen Triebe produzieren Auxin, das, wie bereits erwähnt, hinunter zu den Wurzeln wandert. Auf dem Weg dorthin hemmt es die Bildung sowohl der Blüten als auch der seitlichen Verzweigungen.

Wenn also die apikalen Stiele entfernt werden, sinkt der Auxin-Spiegel ab und die Bildung seitlicher Zweige kann ungehindert stattfinden. Das Vorkommen von Cytokinin sorgt in diesem Stadium auch dafür, dass die die apikale Dominanz auf die seitlichen Zweige verlagert, sodass sie kräftiger wachsen.

Grower, der Pflanzen mit guter Genetik besitzen, sollten wissen, wie man Mutterpflanzen pflegt und nutzt. Sie können immerhin dafür sorgen, dass man jederzeit Zugriff auf feinstes Cannabis hat. Dadurch entfällt außerdem die ständige Suche nach dem perfekten Samen oder Phänotyp. Wer den perfekten Kandidaten für eine Mutterpflanze gefunden hat, sollte sich der vielen damit verbundenen Möglichkeiten erfreuen!

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

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