Beleuchtungssysteme: LED und HPS im Vergleich

Natriumhochdrucklampen (HPS) sind seit Jahrzehnten die absolut unangefochtenen Spitzenreiter bei der Beleuchtungswahl. Nachstehend zeigen wir Ihnen die jeweiligen Unterschiede und erklären, was Sie als Homegrower vom jeweiligen Beleuchtungstyp erwarten dürfen.

Der Indoor-Anbau hat wirklich jeden Aspekt des Züchtens grundlegend verändert. Indoor-Gewächshäuser ermöglichen die vollständige Kontrolle von Wachstumsmedium, Lichtverfügbarkeit, Wasser, Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Dies bedeutet, dass Hobbygärtner und Botaniker das ganze Jahr über unabhängig von der Jahreszeit uneingeschränkt züchten können.

Beleuchtung ist einer der wichtigsten Aspekte beim immer beliebter werdenden Indoor-Anbau. Es stellt sich die folgende Frage: Wie stellt man mit künstlichem Licht das gleiche Lichtspektrum wie natürliches Licht her? Die Beleuchtungsbranche hat Technologien für alle möglichen Beleuchtungszwecke mit verschiedenen Farben und Spektren entwickelt.

Nachstehend erläutern wir verschiedene Beleuchtungsarten und wie sie am besten in Indoor-Gewächshäusern eingesetzt werden. Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen Zeiten für unterschiedliche Spektren sowie deren Auswirkung auf die Ernte.

HPS, LED und LEP – was ist das?

  • HPS-Lampen geben Licht ab, indem sie einen Hochspannungsimpuls durch eine mit verdampftem Natrium gefüllte Quarzröhre senden, zusammen mit anderen Elementen wie Xenon und Quecksilber.

Durch die Erwärmung geben die Gase Licht ab. Natrium erzeugt ein intensiv gelb-oranges Licht. Dies kann durch Xenon und Quecksilber beeinflusst werden, die beide Licht im blauen Bereich des sichtbaren Spektrums abgeben. Das Ergebnis ist weißeres Licht.

  • LED-Lampen (Light Emitting Diode) sind Halbleiter, die es ermöglichen, dass elektrische Energie mit geringem Widerstand in die eine Richtung und hohem Widerstand in die andere Richtung über einen „p-n-Übergang“ geleitet wird.

Auf der einen Seite des Übergangs befindet sich Material mit zusätzlichen Elektronen, auf der anderen Seite hat das Material keine Elektronen. Wenn Spannung angelegt wird, bewegen sich die zusätzlichen Elektronen über den Übergang, um die „Elektronenlöcher“ auf der anderen Seite zu füllen.

Dadurch wird Licht abgegeben, dessen Farbe je nach verwendetem Material variiert. Phosphide und Nitride von Gallium, Aluminium, Zink und Silizium sind die am häufigsten verwendeten Materialien.

  • LEP-Lampen (Light Emitting Plasma) funktionieren ähnlich wie HPS-Lampen, aber anstatt eine Hochspannungsentladung durch eine gasgefüllte Quarzkammer zu leiten, wird elektrische Energie durch ein Magnetron geleitet und in ein Hochfrequenzfeld umgewandelt. Danach wird es durch die Kammer geleitet. Ähnliche Gasgemische werden für HPS- und LEP-Lampen verwendet.

Die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Beleuchtungssysteme

Die Leistungsfähigkeit bzw. der Lichtwirkungsgrad von Beleuchtungssystemen entspricht folgender Grundgleichung: Leistung (Lumen) geteilt durch die Gesamtleistungsaufnahme (Watt). Als Hochleistungsbeleuchtung gelten im Allgemeinen mindestens 90 Lumen pro Watt (Lm/W). Manche Lampen erreichen auch 150 Lm/W oder mehr. Zunehmend werden Wachstumslampen auch anhand der PAR-Leistung (photosynthetische aktive Strahlung) bewertet – gemessen in µmol/s (Anzahl der Photonen, die pro Sekunde auf 1 m² Pflanzenmaterial fallen).

Mmol/s wird immer öfter als das bessere Beleuchtungsmaß angesehen, da es ein Maß für das von Pflanzen nutzbare Licht ist. Lm/W ist ein Maß dafür, was für das menschliche Auge sichtbar ist. Es ist es ratsam, sich mit der Berechnung der PAR-Leistungsmessung vertraut zu machen. Eine Anleitung zum PAR-Konzept finden Sie hier.

Derzeit erzeugen die leistungsstärksten HPS-Lampen rund 150 Lm/W. Die 600W-Lampen von GE Lucalox erzeugen 90.000 Anfangslumen (= mittlere Leistung in den ersten 100 Stunden), während die High-Par 600W-HPS-Lampen von Lumatek 92.000 Lumen erzeugen. Obwohl dies bisher selten der Fall war, beginnen die neuen HPS-Lampen nun, die PAR-Leistungswerte zu berücksichtigen. Ein Beispiel: Die 600W-Lampen von Lumatek haben eine PAR-Leistung von 1.030 µmol/s.

Bei LED-Wachstumslampen gilt Lm/W im Allgemeinen als weniger aussagekräftig als die PAR-Leistung. Dies liegt an der Tatsache, dass Rot-Blau-Systeme ein wesentlich geringeres Lm/W-Gesamtverhältnis aufweisen. Sie bieten nur die für die Photosynthese am meisten benötigten Bänder. Damit können die Ausgaben für „unnötige“ Lichtenergie vermieden werden.

Neuere LED-Lampen verwenden allerdings mehrere Bänder, um ein komplexeres Vollspektrum-Licht zu erzeugen. Es wird angenommen, dass dies für das Pflanzenwachstum von Vorteil ist. Moderne LED-Lampen enthalten häufig Weiß zusammen mit dem Rot und Purpur des sichtbaren Spektrums. Diese neuen Vollspektrum-LED-Lampen haben nur manchmal eine Lm/W-Bewertung. Im Allgemeinen gilt, dass seriöse Anbieter sowohl Lm/W- als auch PAR-Leistung angeben.

Kind LED mit Sitz in Kalifornien gibt für alle seine Produkte die PAR-Werte an verschiedenen Stellen in einem Anbauraum an. Unter einer einzelnen Lampe kann sich der PAR-Wert direkt unter der Lampe erheblich von dem Wert im äußeren Bereich der Lichtreichweite unterscheiden. Bei dem LumiGrow-Licht von Kind LED wird PAR mit einem Gesamtwert von 1856 µmol/s angegeben, wobei der höchste Wert direkt in der Mitte des gemessenen Quadratmeters abgelesen wird.

Theoretisch sollte der Lichtwirkungsgrad von LEP-Lampen eine HPS-Quelle um 15-20 % übertreffen, da kein Strom für Heizelektroden verschwendet wird. In der Praxis reicht der LEP-Lichtwirkungsgrad (auch als „HEP“ – hocheffizientes Plasma oder einfach „Plasma“ bezeichnet) von 80 bis 100 Lm/W.

Das Lichtspektrum und die Nachbildung von Tageslicht

Obwohl es im Bereich der HPS-Beleuchtungstechnologie viele Verbesserungen gegeben hat, wird sie bei der Nachbildung des Tageslichts im Allgemeinen immer noch als schlechter eingestuft als andere moderne Beleuchtungssysteme. Natriumdampf strahlt ohne Zusatz von Xenon oder Quecksilber ein intensiv rotgelbes Licht aus.

Es gibt jedoch neue Vollspektrum-Lampen, die häufig aus einem Doppelbogensystem bestehen, das sowohl ein Metallhalogenid als auch eine HPS-Komponente umfasst. Dazu zählt auch die Hortilux Super Blue HPS/MH-Lampe. Sie umfasst einen 600W-HPS- und einen 400W-Metallhalogenidlichtbogen, mit denen 110.000 Anfangslumen und eine wesentlich genauere Nachbildung des Tageslichts als nur mit HPS erzielt werden.

LED-Lampen sind hinsichtlich des Spektrums in dieser Phase wahrscheinlich die beste Wahl. Die neueren Vollspektrummodelle bieten bis zu 11 Lichtwellenlängenbänder, die von Pflanzen am meisten benötigt werden. Ein Beispiel: Die in den USA hergestellte LED-Wachstumslampe Platinum P450 274W (das als Äquivalent zu 600W-HPS-Lampe aufgeführt wird) bietet 11 Bänder von Ultraviolett bis Infrarot.

LEP-Lampen werden häufig als Vollspektrum verkauft. Sie bilden das Tageslicht besser als jede andere Indoor-Lampe nach. Das Spektrum ist jedoch durch die Zusammensetzung der Gase in der Kammer begrenzt. Die frühe LEP-Technologie brauchte darum Jahrzehnte, bis sie in Betrieb genommen wurde. Die Farbwiedergabe ausgesprochen schlecht, von der geringen Abdeckung der roten Bereiche des Spektrums ganz zu schweigen.

Die Feinabstimmung von Variablen – verwendete Gase, Beschichtungen (z. B. Metallhalogenidsalze) und sogar der Kammerdruck – ermöglicht eine sehr viel genauere Nachbildung des Tageslichts. LEPs haben auch den Vorteil, dass sie etwas Licht im UV-Spektrum abgeben. Die Jury ist sich jedoch noch nicht sicher, ob LEPs den LED-Vollspektrumsystemen wirklich überlegen sind.

Wie Beleuchtung die Ernte beeinflusst

Da Licht eines der beiden grundlegendsten Nahrungsmittel für jede Pflanze ist (Wasser ist das andere), hat es natürlich einen großen Einfluss auf die Ernte. Einjährig blühende Arten folgen einem sehr strengen Schema hinsichtlich Temperatur, Tag und Lichtstunden sowie Lichtspektrum.

Mit dem Übergang vom Sommer zum Herbst ändern sich auch das Lichtspektrum sowie andere Faktoren, die Blüte beeinflussen. Aus diesem Grund sollten einjährige Blütenpflanzen für eine maximale Ernte in verschiedenen Phasen ihres Wachstumszyklus unterschiedlichen Lichtverhältnissen ausgesetzt werden.

HPS-Beleuchtung sollte am besten in der Blütephase einer Pflanze verwendet werden. Der Grund: Das abgegebene Lichtspektrum fördert die Blütenproduktion. LED-Beleuchtung ist auch ideal für die Blüte, da sie viele Lumen produziert. Bei den meisten einjährigen blühenden Arten beginnt die Blüte im Sommer, da es dann reichlich Sonnenlicht gibt. Die LEP-Beleuchtungstechnologie liegt immer sehr weit hinter HPS und LED zurück. Sie erzielt keine so hohen Ernten wie andere Beleuchtungssysteme.

Normalerweise beginnen Homegrower einen Wachstumszyklus mit weniger Lampen. Sämlinge und Jungpflanzen werden auf diese Weise nicht durch übermäßiges Licht und Hitze verbrannt. Im Laufe des Wachstumsprozesses kann die Anzahl der Lampen erhöht werden. Damit kann man auch sicher sein, dass ausreichend Licht vorhanden ist, sobald die Pflanzengröße zugenommen hat.

Beleuchtungskosten

Neben den Anschaffungskosten für Lampen müssen Homegrower auch die Stromkosten berücksichtigen. Die Entscheidung für LED- oder HPS-Lampen kann auch davon abhängen, auf welchem ​​Kontinent man lebt. In Europa ist Strom teurer als in den USA. Dies führt dazu, dass Homegrower in den USA unter 1000W-Lampen züchten. Ihre europäischen Kollegen dahingegen begnügen sich mit 600W-Lampen oder sogar 400W-Lampen.

LED- und HPS-Lampen geben zwar die meisten Lumen ab, sind aber auch am teuersten im Verbrauch. Aus diesem Grund werden viele Homegrower LED und HPS in den frühen Stadien des Pflanzenwachstums nicht einsetzen. Leuchtstofflampen reichen während des frühen Wachstums aus, da Setzlinge und Jungpflanzen nicht so viel Licht benötigen wie ausgewachsene Pflanzen. Eine andere Möglichkeit zur Senkung der Beleuchtungskosten besteht wie bereits erwähnt darin, mit weniger Licht zu beginnen und mit zunehmendem Wachstum der Pflanzen mehr Licht einzusetzen.

Homegrower, die verschiedene Beleuchtungssysteme kombinieren, werden beim Anbau mit mehr Komplexität, mehr Fehlern und vielen weitere Variablen konfrontiert, mit denen man sich befassen muss. Dies sollte bei der Entscheidung für ein Beleuchtungssystem unbedingt berücksichtigt werden. Um allen Ärger zu vermeiden, sollten Sie sich für einziges Beleuchtungssystem entscheiden. Kombinieren Sie verschiedene Beleuchtungssysteme erst dann, wenn Sie sich mit ihnen und ihrer Wirkung auskennen.

Die Ergebnisse unserer Umfrage auf Twitter: LED und HPS im Vergleich

Wir haben auf Twitter eine Umfrage gehalten, wie unsere Leser die verschiedenen Lampen verwenden. Hier die Ergebnisse:

1. Haben Sie jemals LED-Wachstumslampen verwendet? 

  • Ja – 36 %
  • Nein – 39 %
  • Nein, aber könnte ich mir vorstellen – 21 %
  • Nein, könnte ich mir auch nicht vorstellen – 4 %

2. Haben Sie jemals HPS-Wachstumslampen verwendet? 

  • Ja – 73 %
  • Nein – 18 %
  • Nein, aber könnte ich mir vorstellen – 5 %
  • Nein, könnte ich mir auch nicht vorstellen – 4 %

3. Haben Sie jemals eine Kombination von LED- und HPS-Wachstumslampen verwendet?

  • Ja – 11 %
  • Nein – 74 %
  • Nein, aber könnte ich mir vorstellen – 11 %
  • Nein, könnte ich mir auch nicht vorstellen – 4 %

4. Waren die Ergebnisse mit LED zufriedenstellend?

  • Ja, sehr – 43 %
  • Ja – 21 %
  • Ja, aber hätte besser sein können – 21 %
  • Nein – 15 %

5. Waren die Ergebnisse mit HPS zufriedenstellend? 

  • Ja, sehr – 32 %
  • Ja – 32 %
  • Ja, aber hätte besser sein können – 21 %
  • Nein – 15 %

6. Wenn Sie eine neues Lichtsystem kaufen würden: Welcher Faktor spielt für Sie dabei die größte Rolle? 

  • Ernte – 40 %
  • Kosten – 20 %
  • Stromverbrauch – 25 %
  • Sonstiges – 15 %

7. Wenn Sie eine neues Beleuchtungssystem kaufen würden: Welcher Faktor spielt für Sie dabei die kleinste Rolle?

  • Ernte – 22 %
  • Kosten – 11 %
  • Stromverbrauch – 50 %
  • Sonstiges – 17 %

8. Wenn LED genauso viel kosten würde wie HPS – würden Sie sich dann für LED entscheiden?

  • Ja – 68 %
  • Nein – 23 %
  • Weiß nicht – 9 %

Welche Erfahrungen haben Sie mit Beleuchtungssystemen gemacht und welches bevorzugen Sie? Wir freuen uns über Ihren Beitrag in der nachstehenden Kommentarleiste.

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

Comments

12 Kommentare zu „Beleuchtungssysteme: LED und HPS im Vergleich“

  1. Pietro Verita

    Seit Jahren Vollspektrum Tageslichtlampe.nominaler Lichtstrom 5.400 Lumen,Farbtemperatur,6.500 Kelvin.525 WATT Verbrauch 105 W.
    Dachte weil die Blüten oft nicht so aussehen wie auf den Bildern ist die Lampe schuld,nein stimmt nicht .Nach dem ich eine gleiche Sorte auch mal draußen hatte und die gauso aussah kann ich sagen Lampe einwandfrei.Die Bilder sind eben alles Tele gross Aufnahmen.Der Dünger dürfte auch was ausmachen,aber mit Dünger vergiften will ich mich nicht.

  2. Das Thema Beleuchtung ist definitiv genauso entscheidend wie die Frage der optimalen Genetik. Beleuchtung und Genetik sind die beiden wirklich entscheidenden Punkte. Hat man die perfekten Samen bzw. Stecklinge und die richtigen Lampen, kann man alle weiteren Parameter (Wasser, Nährstoffe, Temperatur und O2 – Gehalt in der Wurzelzone sowie Luftfeuchte, Wind, Temperatur und CO2 – Gehalt in der Atmosphäre) an die zwei bestimmenden Hauptparameter Genetik und Licht anpassen.

    Um das Thema Beleuchtung zu klären, muss ich alle folgenden Fragen beantworten:
    1) Mit welchem Spektrum möchte ich meine Pflanzen bestrahlen? Wieviel UV, Blau, Grün, Rot und wieviel nahen IR Anteil?
    2) Wie groß ist die Fläche, die ich beleuchten möchte? Wie viele m2 hat mein Raum?
    3) Mit welcher Intensität (PPFD) möchte ich meine gegebene Anbaufläche beleuchten? Die Einheit dafür beträgt µmol/m² s (Mikromol Photonen pro Quadratmeter pro Sekunde)
    4) Welche elektrische Leistung brauche ich dafür? Das wird in Watt angegeben.
    5) Wie viele Stunden pro Tag muss ich die Pflanzen beleuchten? Wie teuer ist eine Kilowattstunde Strom? Was kostet mich die elektrische Energie pro Monat? Zum Beispiel: 1000W x 12h/Tag x 30,5Tage/Monat = 366kWh/Monat
    Das kostet: 366kWh/Monat x 0,31€/kWh = 113,46€/Monat
    6) Wie effizient ist die Lampe? Das heißt, wieviel Licht pro Stromverbrauch bekomme ich? Das wird in µmol/J angegeben.
    7) Wie teuer ist mein gesamtes Beleuchtungssystem und nach welchem Zeitraum rechnet sich die Anschaffung?
    8) Wie sieht das Wärmebild aus?
    9) Welche Lebensdauer hat das Leuchtmittel, bzw. nach welcher Betriebszeit muss ich das Leuchtmittel austauschen?
    10) Kann ich dem Lampenverkäufer trauen?

    Erst wenn ich diese Fragen glasklar beantworten kann, lässt sich die Frage nach HPS oder LED klären. Nur zur Orientierung: Billige LED sind nicht die richtige Antwort. Lila Licht ist auch nicht die richtige Antwort. Wenn ein Lampenverkäufer keine Angaben zu PPFD und PPF/J macht, verkauft er Schrott. Wenn jemand behauptet, seine LED geben z.B. 600W Licht ab bei einem Verbrauch von nur 268W, ist diese Angabe natürlich kompletter Unsinn. Auch die Angaben in Lumen bzw. Lumen/Watt spielen für die Photosynthese eine völlig untergeordnete Rolle, da die Einheit Lumen auf der Wahrnehmung des menschlichen Auges beruht. Da ich zum Messen der Intensität PPFD in µmol/m² s ein sehr teures Messinstrument benötige, kann ich die Angaben des Herstellers nicht selbst kontrollieren und mir bleibt letztendlich nichts anderes übrig, als ein etabliertes Markenprodukt zu kaufen. Eine indoor Plantage ist wie eine Kette und die ist bekanntermaßen genau so stark wie ihr schwächstes Glied. Genetik und Licht sind die Schlüsselparameter. Alle weiteren oben genannten Parameter müssen daran angepasst werden.

  3. Hannes Pfeiffer

    Der Artikel ist leider total veraltet, fehlerhaft und widersprüchlich.
    Lumen ist eine Einheit, die nur für das menschliche Auge eine Rolle spielt.

    Für die Photosynthese ist PAR (photosynthetic active radiation) entscheidend.
    PAR ist das Lichtspektrum zwischen 400nm und 700nm gemessen in W/m2.
    Blau beginnt bei 400nm, Grün 500nm, Rot 600nm bis 700nm.

    Weiterhin hat der nahe Infrarot Bereich zwischen 700nm und 750nm einen Synergieeffekt auf die Photosynthese. Synergien sind Effekte, die sich gegenseitig verstärken. Das bedeutet, dass Strahlung im nahen Infrarot zwischen 700nm und 750nm den Ernteertrag stark erhöht.
    Und es ist von Bedeutung, dass mit Strahlung im nahen Infrarot die Pflanzen gestreckter wachsen und im Gegensatz dazu das blaue Licht kompaktere Pflanzen erzeugt.
    Nicht zu vergessen die UV – Strahlung im Bereich von 350nm bis 400nm, die unsere Ernte verbessert!

    Das gesamte Spektrum ist wichtig, genau wie in der Natur:
    UV 350nm – 400nm erhöht den THC – Gehalt.
    Blau 400nm – 450nm lässt Pflanzen kompakter wachsen.
    Grün um die 500nm dringt besonders tief in das Blätterdach ein, bringt dadurch wertvolle Photosynthese in die Tiefe. Grünes Licht ist besonders für den Gärtner extrem wichtig, denn es lässt unserem Auge die Pflanzen gut sichtbar erscheinen.
    Rot 625nm – 660nm bringt die effizienteste Photosynthese.
    IR 700nm – 750nm verstärkt durch Synergie Photosynthese und macht Pflanzen gestreckter im Wuchs.
    Der Vorteil der LED – Technologie ist, dass ich das Spektrum exakt an meine Bedürfnisse anpassen kann. Alle anderen Leuchtmittel erzeugen zusätzlich sehr viel Strahlung im Infrarot jenseits der 750nm. Das erhöht die Temperatur, senkt die Luftfeuchte im Raum, erhöht die Transpiration der Pflanze (den Wasserbedarf) und kostet uns natürlich mehr Verbrauch von elektrischem Strom. Für die – die den Strom klauen – ist es egal. Wer aber aktuell 0,31€/kWh bezahlt, sollte sich genau überlegen, was er sich für eine Lampe kauft. Zusätzliche Hitze erzeugt ein signifikantes Wärmebild, was ein Nachteil ist, weil die Plantage dadurch sichtbarer wird.
    Um eine Wachstumslampe beurteilen zu können, ist sowohl das Spektrum als auch die Intensität der Strahlung von Bedeutung. Das Spektrum kann ich auf einem Diagramm mit den Farben des Regenbogens ablesen. Das gesamte Spektrum muss enthalten sein, es erscheint dann unserem Auge als weißes Licht.
    Cannabis verlangt nach viel Licht. Das heißt, dass ich wissen sollte, wie viele Photonen emittiert werden: PPF (photosynthetic photon flux) wird gemessen in μmol/s (Mikromol pro Sekunde). Um die Effizienz meiner Lampe beurteilen zu können, setze ich die Menge an Photonen in Relation zum Verbrauch von elektrischer Energie. Die Einheit lautet μmol/j (Mikromol pro Joule). Mikromol/Sekunde pro Wattsekunde ist genau das Gleiche. Diese Zahl sollte möglichst hoch sein. Für billige LED erhält man keine Daten, nur Quatschzahlen, z.B. 3000W usw. Das ist natürlich Unsinn. Bestimmte Chips von Cree, Samsung, Osram haben eine Effizienz von 2.4 μmol/j bis 2.9 μmol/j Das ist sehr gut. Wer seinen Energieverbrauch in Deutschland zahlt, sollte sich so etwas kaufen.
    Cannabis braucht sehr viel Licht. Eine hohe Intensität steigert sowohl die Quantität als auch die Qualität der Ernte und verkürzt zusätzlich die Blütedauer. Die Intensität ergibt sich aus der Lichtmenge pro Fläche. Die photosynthetische Photonenflussdichte PPFD (Photosynthetically Photon Flux Density) mit der Einheit µmol/m2s (Mikromol pro Quadratmeter pro Sekunde).
    Für eine Cannabisplantage sind 1000μmol/m2s okay.
    Ab 1500μmol/m2s müssen alle anderen Parameter absolut perfekt sein, inklusive CO2 Düngung, ansonsten wird es zu viel. Das Maximum liegt bei ungefähr 2000μmol/m2s. Um eine gegebene Anbaufläche gleichmäßig ausleuchten zu können, brauche ich mehrere Lampen, z.B. 4 Stück. Ansonsten habe ich ein helles Zentrum und dunkle Randbereiche, was wenig Sinn macht.
    Ich empfehle Dr. Bruce Bugbee von der Utah State University auf youtube zu schauen. Mein persönlicher Tipp für ein Growzelt von 1.20m x 2.40m ist, eine 315W CMH im Zentrum mit vier Stück LED Samsung lm301h 240W zu kombinieren. Das ergibt zusammen 1275 Watt.
    Der Energieverbrauch beträgt bei 12h Licht/Tag 466.66kWh/Monat.
    Die Energiekosten nur für Licht betragen somit 145€/Monat.
    Die abgegebene Wärme beträgt genau 1275W. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, welches Leuchtmittel ich verwende. Wenn ich 1275 Watt aus der Steckdose ziehe, hab ich als Resultat genau 1275 Watt als Wärme in meiner Wohnung. Im Winter ist das gut, im Sommer stelle ich meine Pflanzen auf den Balkon. Nur zur Info: Ein wolkenloser Sommertag in Deutschland hat eine Sonneneinstrahlung von 1000W/m2. Dafür nehme ich SensiSeeds Autoflower.

    1. Mark - Sensi Seeds

      Hallo Hannes,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Feedback. Wir überprüfen und aktualisieren ständig die Artikel in unserem Blog, und ich habe Ihren Kommentar an das Team weitergeleitet. Das Datum des letzten Updates finden Sie oben im Artikel.

      Nochmals vielen Dank und ich hoffe, Sie genießen den Blog weiterhin.

      Mit besten Grüßen,

      Mark

  4. Ich rate hier zur Entspannung und zu einem einfachen Gedankengang. Hätte die Natur gewollt, dass Cannabis in Kellern oder Wohnzimmern wächst, wäre sie keine Lichthungrige Pflanze und die Menschheit hätte das längst spitz bekommen…

    Das gilt für jede Pflanze und somit stellt die Indoor-Haltung, egal mit welcher Lampe, letztlich ein Kompromiss dar. Einen Versuch die Natur nachzubilden.

    In Anbetracht der Situation unseres Planeten finde ich sollte man vielleicht mal versuchen die Perspektive zu wechseln und sich fragen, was einem dieser Planet wert ist.

    Meine Erfahrung sagt mir, dass beide Systeme funktionieren. Was ein Wunder!
    Also sollte Effizienz und Nachhaltigkeit der ausschlagebende Faktor sein und nicht ein Ertragsunterschied von vielleicht 15% – mehr ist es nämlich bei den allermeisten nicht. Und die bekommt man auch anders rausoptimiert.

    Unterschiedlich lange, aber dennoch gleichlange, Wellenlängen bei unterschiedlichen Lampen sind mir übrigens auch neu.

  5. So eine gehobelte Entengrütze habe ich ja schon lange nicht mehr gehört:

    „Eine Natriumdampflampe produziert energiereiche Photonen mit kürzerer Wellenlänge, die für die Pflanzen kleiner erscheinen und deshalb tiefer ins Gewebe eindringen. Deshalb wird mehr Energie aufgefangen. “
    So ein Schwachsinn. Wellenlänge ist Wellenlänge also bei Rot zwischen 670nm und 720nm. Egal aus welcher Lampe es kommt. Die Intensität hängt von der Amplitude und der Durchflutung ab und hängt wirklich von der Beschaffenheit der Lichtquelle ab. Aber tiefer ins Gewebe… ich hau mir gerade nur noch den Kopf auf den Tisch… Meine Güte… Lies mal was über Fotosynthese.

    Ich lasse es mal sein und mache nicht weiter, aber:
    „Dies wurde in vielen Tests immer wieder nachgewiesen.“

    Ist eine Behauptung die Du, wenn Du sie anbringst, auch mit Quellen belegen musst.
    Grüße,
    Thomas

  6. Harry Murana

    LEDS haben für meinen Gebrauch zu laute Lüftergeräusche im Wachstum sehr zufriedenstellend Blüte lieber NDl.

  7. Hi Hermy,
    ich bin auch sehr gespannt auf Teil 2, wie es scheint ist der aber noch nicht fertig und deshalb auch noch nicht zu finden.
    Grüße
    uehl1952

  8. Hallo Seshata,
    ich möchte mich doch gerne einmal bedanken für die informativen und hilfreichen Beiträge.
    Bin sehr gespannt auf Teil 2 :
    Beleuchtungssysteme: HPS, LEDs, & LEPs !!!

    Mit herzlichen Grüßen und „Keep on Truckin`“

    Heiko

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