Hawaiianische Holzrose – Was ist die Holzrose und wofür wird sie verwendet?

Die Hawaiianische Holzrose (Argyreia nervosa), auch Elefanten- oder Silberwinde genannt, ist eine mehrjährige Kletterpflanze, gehört zur Familie der Windengewächse oder Convolvulaceae, stammt aus Südindien, und ist in vielen, insbesondere tropischen Gebieten zu finden. Sie ist für ihre psychoaktive Wirkung und potenziellen medizinischen Eigenschaften bekannt.

Die Hawaiianische Holzrose (Argyreia nervosa) wird auch als Elefanten- oder Silberwinde bezeichnet. Es handelt sich um eine mehrjährige Liane mit großen, herzförmigen Blättern. Die Blätter können bis zu 30 cm breit sein und sind ungefähr so lang wie sie breit sind. Die Blätter sind oben glatt (haarlos) und an der Unterseite weiß-filzig (silbrig, behaart).

Eine ältere Holzrosenpflanze kann eine Höhe von 9 m oder mehr erreichen. Solche Exemplare sind jedoch oft viele Jahre alt, da es sich um eine langsam wachsende Art handelt, die oft über zwei Jahre braucht, um nur 30 cm hoch zu werden. Dies steht im Gegensatz zu der verwandten Convolvulaceae-Art, der Himmelblauen Prunkwinde (eine bekannte Quelle des LSA. Sie wird oft einfach als „Prunkwinde“ bezeichnet, da sie so allgegenwärtig ist und als Vertreter der Familie gilt).

Die Blüten der Holzrose sind trompetenförmig und bisexuell, etwa 5 cm breit und zeigen eine Reihe von Pigmenten, von weißlich-rosa bis tiefblau-violett. Wenn die Blüten absterben, zeigen sich die charakteristischen Samenkapseln, nach denen die Pflanze allgemein benannt ist. Diese Hülsen sind runde, holzige Kapseln, umgeben von fünfblättrigen Blütenkelchen, die das Erscheinungsbild kleiner, aus Holz geschnitzter Rosen haben. Jede Hülse enthält vier bis sechs harte, braune Samen. Die Samen haben je nach Sorte oft eine pelzige, schimmelartige Beschichtung.

Kulturelle und traditionelle Verwendung der Hawaiianischen Holzrose

Auf Hawaii wird die Holzrose angeblich seit Jahrtausenden als billige Alternative zu Cannabis und Alkohol verwendet und hat zudem eine gewisse religiöse und spirituelle Bedeutung. Es wird angenommen, dass die Hawaiianische Holzrose – fast einzigartig unter den pflanzlichen Halluzinogenen – bis in die 1960er-Jahre nicht allgemein als Entheogen (psychotrope Droge) bekannt war. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie in Nachfolge der verwandten Prunkwinden erforscht.

Außerhalb von Hawaii wird die Holzrose seit Hunderten, wenn nicht gar seit Tausenden von Jahren für entheogene, medizinische und dekorative Zwecke angebaut. Die indische ayurvedische Medizin verwendet die Holzrose zur Behandlung der Elephantiasis, und zur Behandlung von Rheuma.

In Indien gehören Bastantri (Sanskrit) und Samandar-ka-pat (Hindi) zu den traditionellen Namen für die Holzrose. Einige haben sogar die Holzrose als potenziellen Kandidaten für die legendäre Soma postuliert, eine Pflanze, die in der Rigveda wiederholt erwähnt wird (einer der vier alten Sanskrit-Texte, den Veden, die im Hinduismus heilig sind).

Verbreitung und Lebensraum

Trotz ihres Namens ist die Holzrose nicht auf Hawaii heimisch – sie musste in diesem Gebiet erst eingeführt werden, ebenso wie in vielen Gebieten in Afrika und der Karibik. Sie stammt eigentlich vom indischen Subkontinent. Sie kommt auch in Australien, auf der Malaiischen Halbinsel und in China sowie an vielen anderen Orten in der Region vor und soll sich in den meisten Fällen verwildernd aus dem Gartenanbau verbreitet haben.

Die Holzrose bevorzugt tropisches oder subtropisches Klima und gedeiht an geschützten, sonnigen Standorten mit feuchtem, fruchtbarem Boden und guter Entwässerung. Als Kletterpflanze kann sie unter dichtem Walddach oder dichter Grasbedeckung leicht keimen.

Es gibt zwei Unterarten der Holzrose: A. nervosa var. nervosa und A. nervosa var. speciosa. Letztere hat keine psychoaktiven Eigenschaften, aber die Wurzeln und Blätter werden in der indischen ayurvedischen Medizin zur Behandlung von Erektionsstörungen, Syphilis, Diabetes und vielen anderen Beschwerden verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit dem Verdauungssystem.

Anbau der Hawaiianischen Holzrose

Die Holzrose wird typischerweise durch die Verwendung von skarifiziertem Samen oder Stecklingen vermehrt. Die Samen werden zunächst skarifiziert (leicht geritzt mit einer scharfen, sauberen Klinge) und dann 24 Stunden lang eingeweicht, um die Keimung zu induzieren. Die Samen oder Stecklinge werden im Abstand von mindestens 1,5 m ausgesät/gesetzt, damit sich die ausgedehnten Wurzelsysteme ausreichend entwickeln können. Damit die Pflanze klettern kann, ist der Einsatz von Stützkonstruktionen notwendig, wie z. B. ein Gitter, eine Wand oder ein Baum.

Die Holzrose wird im späten Frühjahr oder Frühsommer gepflanzt und sollte häufig, aber leicht mit einfachem, ungedüngtem Wasser bewässert werden. Auf die Verwendung von stickstoffreichen Düngemitteln sollte verzichtet werden, da diese eine übermäßige Blattproduktion fördern und die Blütenbildung reduzieren können. Stattdessen sollte nur einmal im Monat ein Dünger für blühende Pflanzen verwendet werden, um die Blüten zu stimulieren, die letztendlich die gewünschten Samenkapseln ergeben.

Sobald die Pflanze eine bestimmte Größe erreicht hat, beginnt sie mit dem Entwickeln von Blüten. Dies geschieht in der Regel im Frühjahr und Sommer nach der ersten Pflanzung, nachdem die Pflanze fast ein ganzes Jahr lang gewachsen ist. Einige Sorten benötigen mindestens zwei oder drei Jahre, um einen substanziellen Ertrag zu ergeben; und selbst dann ist die Blütenbildung nicht stark, wenn die Umweltbedingungen unter den optimalen Bedingungen liegen.

Kauf von Samen der Hawaiianischen Holzrose

Es gibt viele verschiedene Arten der Holzrose, und die Konzentration der Alkaloide kann stark variieren. Einige Sorten enthalten wenig bis gar keine LSA, andere haben sehr hohe Konzentrationen – so kann die Anzahl der für eine volle Dosis benötigten Samen je nach Sorte stark variieren.

Der in Indien und Afrika produzierte Samen stammt hauptsächlich von der Sorte A. nervosa var. speciosa und enthält wenig bis gar keine LSA. A. nervosa var. nervosa-Sorten werden ebenfalls an diesen Standorten angebaut, haben aber in der Regel eine niedrigere Alkaloidkonzentration als die auf Hawaii angebauten Sorten.

Obwohl Nervosa-Samen hauptsächlich auf Hawaii produziert werden, erfolgt der Anbau in kleinem Maßstab auch in Nordaustralien. Nervosa-Samen sind in der Regel teurer als Speciosa und auf dem Weltmarkt weniger leicht erhältlich. Aus diesem Grund könnten einige skrupellose Samenlieferanten Speziosa-Samen als Nervosa verkaufen. Falls Sie einen Kauf planen, lesen Sie unbedingt die Verbraucherforen und Rezensionen, um Ratschläge über seriöse Lieferanten zu erhalten.

Wenn Sie online kaufen, sollten Sie den Samen auf Qualität und Frische prüfen. Es gibt mehrere verräterische Zeichen, auf die Sie achten sollten und die unerfahrene Benutzer möglicherweise nicht bemerken. Gesunde Samen sollten dunkelschokoladenbraun, unregelmäßig geformt und zwischen 2,5 mm und 5 mm im Durchmesser sein. Afrikanische Samen sind glatt und viel blasser als hawaiianische; indische Samen sind größer und ovaler in der Form, und indische Nervosa-Samen sind kleiner und weniger faserig.

Wirkung und Pharmakologie der Hawaiianischen Holzrose

Die Holzrose ist dafür bekannt, einen traumartigen „Trip“ zu verursachen, der bis zu acht Stunden dauern kann, mit weiteren zwölf Stunden entspannter, ruhiger Empfindungen. Die Halluzinationen sind weniger intensiv und weniger häufig als bei LSD. Nebenwirkungen können Übelkeit und andere Magenbeschwerden sein. Diese Nebenwirkungen sind bei Verwendung von ganzen Samen stärker ausgeprägt als bei Extrakten.

Die Samen der Hawaiianischen Holzrose enthalten die Ergolin-Alkaloide Ergonovin und Ergin. Ergin wird auch als LSA (Lysergsäureamid) bezeichnet und hat eine besonders enge chemische Ähnlichkeit mit Lysergsäurediethylamid (LSD). Ergonovin (auch bekannt als Ergometrin) und LSA sind beide Vorläufer von LSD und sind in mehreren Ländern kontrollierte Substanzen.

Ergolin-Alkaloide werden auch als Ergolin bezeichnet, und kommen auch in Mutterkornpilz vor – parasitären Pilzarten, die Roggen und ähnliche Körner infizieren. Diese Pilze wurden zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte der Landwirtschaft mit Ausbrüchen von Massenhalluzinationen oder Hysterie in Zusammenhang gebracht.

LSA und Ergonovin

Ergonovin wird in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt, die sich vermutlich aus der Eigenschaft ergeben, eine Gefäßverengung (Verengung der Blutgefäße) zu verursachen. Als Ergänzung zu Oxytocin reduziert es das Risiko von Nachblutungen; es kann auch zur Induktion von Spasmen der Koronararterien bei Patienten mit Prinzmetal-Angina eingesetzt werden und ist damit ein nützliches Werkzeug für die Diagnose.

Bei Verabreichung in Dosen, die deutlich höher sind als medizinische Dosen (2–10 mg im Vergleich zu 0,2–1 mg), wird angenommen, dass Ergonovin psychedelische Eigenschaften haben kann.

LSA ist die bekannteste Verbindung, die in Holzrose-Samen enthalten ist. Jeder Samen enthält ungefähr 10 µg, ungefähr 0,13 % des gesamten Trockengewichts. Wenn Samen ganz gegessen werden, sind nicht viele Samen erforderlich, um psychoaktive Wirkungen zu erzielen. Beim Verzehr ganzer Samen ist Vorsicht geboten, da eine genaue Dosierung nicht möglich ist. Hier eine grobe Anleitung für die Dosierung:

Schwellendosis: 1 – 3 Samen

Niedrige Dosierung: 3 – 5 Samen

Gewöhnliche Dosierung: 5 – 7 Samen

Hohe Dosierung: 7 – 12 Samen

Sehr hohe Dosierung: 12 Samen +

LSA hat ähnliche Effekte wie LSD, ist aber weitaus weniger psychedelisch und kann in höheren Dosen sedierend wirken. Benutzer berichten von einem traumähnlichen Zustand, in dem das Bewusstsein vollständig erhalten bleibt. Halluzinationen sind selten, können aber bei niedrigeren Dosen auftreten. LSA und Ergonovin sind, wie bei pflanzlichen Alkaloiden üblich, beide schwache Agonisten des Dopamin-Typ-2-Rezeptors.

Verarbeitung

Häufig konsumieren Benutzer von Holzrosensamen die Samen ganz, ohne jegliche Form der Verarbeitung. Jedoch ist es zu empfehlen, die pelzige Samenbeschichtung vor dem Verzehr abzuschaben oder sanft abzubrennen. Dieser Schritt kann auch Reste chemischer Behandlungen entfernen, die auf den Samen vorhanden sind; es ist jedoch sehr empfehlenswert, völlig unbehandelten Samen zu verwenden.

Wer die Effizienz und Schnelligkeit der Wirkung maximieren oder das Risiko von Übelkeit und Magenkrämpfen minimieren möchte, kann eine von mehreren Techniken anwenden.

Um die Absorptionsrate der in den Samen enthaltenen Wirkstoffe zu erhöhen, ist es üblich, zuerst die Schalen zu entfernen, bevor man das Saatgut mit einer Schere oder einer Kaffeemühle zerkleinert und in heißem (aber nicht kochendem) destillierten Wasser einweichen lässt. Wenn das Wasser Raumtemperatur erreicht, lösen sich die im Samen enthaltenen Alkaloide auf und können zusammen mit dem Wasser und den Samen getrunken werden.

Bei dieser Technik gibt es zusätzliche Optimierungen, die durchgeführt werden können, um die übelkeitserregenden Nebenwirkungen zu verringern. So kann man beispielsweise Knoblauch in die Lösung geben, gut rühren und dreißig Minuten stehen lassen. Knoblauch enthält Schwefel, der mit den Verbindungen in der Holzrose reagiert und deren Übelkeitseffekt aufhebt. Es können auch verschiedene Aromen zugesetzt werden, um den bitteren Geschmack der Lösung zu überdecken.

LSA-Lösungsmittelextraktion

Wenn eine vollständige Extraktion des LSA gewünscht wird, ohne dass das Pflanzenmaterial des Samens zurückbleibt, kann diese Methode angewendet werden. Das Verfahren erfordert sowohl ein unpolares Lösungsmittel (Petrolether ist zwar flüchtig, aber sicherer als toxische Alternativen wie Benzol) als auch ein polares Lösungsmittel (reines Ethanol, NICHT denaturiert, ist die beste Wahl). Frisch gemahlene Samen werden mehrere Tage in der unpolaren Lösung eingeweicht; danach wird die Lösung (die Flüssigkeit) entsorgt und der Restsamen bleibt zurück.

Der Rückstand wird vollständig getrocknet, um Spuren des unpolaren Lösungsmittels verdunsten zu lassen. Anschließend wird der trockene Rückstand ein bis zwei Tage lang in dem polare Lösungsmittel eingeweicht und dann mehrmals durch Kaffeefilter gefiltert. Diesmal wird die Lösung zurückbehalten und das Restmaterial entsorgt. Die polare Lösung bleibt dann mehrere Tage stehen, damit das Lösungsmittel verdunsten kann. Es bleibt eine bräunliche, gummiartige Paste zurück, die mit einem Löffel oder einer Kreditkarte abgekratzt und ganz einfach verzehrt werden kann.

Während die Hawaiianische Holzrose wegen ihrer bewusstseinsverändernden, LSD-ähnlichen Erfahrung geschätzt wird, kann sie auch viele medizinische Vorteile haben. Verwendung wie auch Dosierung haben Einfluss auf diese Erfahrung. Benutzer sollten die lokalen Gesetze zur Verwendung kennen.

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

Comments

2 Kommentare zu „Hawaiianische Holzrose – Was ist die Holzrose und wofür wird sie verwendet?“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Autor und Gutachter

  • Profile-image

    Sensi Seeds

    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
    Weiterlesen
  • Sanjai_Sinha

    Sanjai Sinha

    Dr. Sanjai Sinha ist Mitglied der akademischen Fakultät des Weill Cornell Medicine Colleges in New York. Er verbringt seine Zeit damit, Patienten zu begleiten, Bewohner und Medizinstudenten zu unterrichten und im Gesundheitswesen zu forschen. Er genießt die Ausbildung von Patienten und die Ausübung evidenzbasierter Medizin. Sein starkes Interesse an medizinischer Überprüfung kommt von diesen Leidenschaften.
    Weiterlesen
Scroll to Top