Biografie eines Prominenten: Prof. David Nutt

Professor David Nutt gehört zu den sachkundigsten und umstrittensten Personen in der Diskussion über Psychedelika und ihrer Rolle in der Medizin. Er hat viel in die Erforschung von Psychedelika (Cannabis, LSD und Psilocybin) investiert und ist ferner überzeugter Befürworter einer politischen Reform zum Wohle von Wissenschaft und Forschung.

Wer ist Prof. David Nutt?

Name: David Nutt

Staatsangehörigkeit: britisch

Geburtsdatum: 16. April 1951 (68 Jahre)

Prof. David Nutt ist ein englischer Neuropsychopharmakologe. Sein Spezialgebiet ist die Erforschung von Psychedelika und deren möglicher Einsatz bei der Behandlung von psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen.

Nutt schloss sein Medizinstudium am Downing College in Cambridge ab. Er arbeitete bis 1982 als klinischer Wissenschaftler und erforschte während dieser Zeit als Erster das Konzept des inversen Agonismus – mit bahnbrechenden Ergebnissen, die in einem Artikel in Nature veröffentlicht wurden. Danach arbeitete er von 1983 bis 1985 als Dozent für Psychiatrie an der Oxford University.

Nutt wurde 2008 zum Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats für Drogenmissbrauch ernannt. 2009 gründete er die Abteilung für Neuropsychopharmakologie und Molekulare Bildgebung am Imperial College in London. Er ist Herausgeber des Journal of Psychopharmacology und war Präsident des European Brain Council.

Nutt ist bekannt für seine kontroverse Publikation im Lancet mit dem Titel „Equasy – eine übersehene Sucht mit Auswirkungen auf die aktuelle Debatte über Drogenschäden“. In diesem Artikel vergleicht Nutt die potenzielle Gefahr des Reitens (Anteil schwerwiegender Vorfälle etwa 1:350) mit der potenziellen Gefahr des Konsums von Ecstasy (Anteil schwerwiegender Vorfälle etwa 1:10.000).

Die damalige Innenministerin Jaqui Smith war von Nutts Thesen überhaupt nicht beeindruckt. Nutt jedoch wollte auf die Tatsache aufmerksam machen, dass die Schädigung durch Drogen Schädigungen in anderen Lebensbereichen durchaus entsprechen kann.

Im Oktober 2009 machte Nutt auf die Gegensätzlichkeit der Haltung der Regierung gegenüber Drogenschäden und dem tatsächlichen statistischen Schaden wissenschaftlicher Maßnahmen aufmerksam. Nutt hielt im Juli 2009 einen Vortrag zu diesem Thema, bei dem er erneut seine Auffassung unterstrich, dass die Einstufung von Drogen gemäß dem statistischen Schaden erfolgen sollte, den sie aufgrund tatsächlicher Beweise verursachen. Er wies wiederholt darauf hin, dass Tabak und Alkohol laut der neun Schadensparameter (u. a. Gesundheitsschäden, Abhängigkeit und soziale Schäden) höher eingestuft werden als Cannabis, LSD und Ecstasy.

Nach der Veröffentlichung dieses Vortrags in einem Pamphlet wurde Nutt vom damaligen Innenminister Alan Johnson aus seiner Funktion als Vorsitzender des Beirats für Drogenmissbrauch entlassen. Johnson erklärte in einem Brief an den Guardian: „Er wurde gebeten zu gehen, weil er nicht gleichzeitig Regierungsberater und Aktivist gegen die Regierungspolitik sein kann.“ Die Entlassung hatte den Rücktritt zahlreicher Berater zur Folge.

Nutt erforschte während seiner Karriere Psychedelika und veröffentlichte Forschungen zur Behandlung von Depressionen mit Psilocybin. Nutt sammelte über £50.000 für die Finanzierung seiner Forschung zur Wirkung von LSD auf das Gehirn.

Wichtige Tätigkeiten und Erfolge

Sein Buch mit dem Titel Drugs Without the Hot Air hat 2014 den Transmission Prize for Communicating Science gewonnen.

2013 hat Prof. David Nutt den John Maddox-Preis for Standing Up in Science gewonnen. Ziel und Zweck dieses Preises passen genau zu David Nutt:

„Der John Maddox-Preis for Standing Up in Science belohnt einen Wissenschaftler, der sich für die Förderung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Beweise bei Themen von öffentlichem Interesse eingesetzt hat. Der Preis ist vor allem für diejenigen gedacht, die in diesem Rahmen Schwierigkeiten oder Feindseligkeiten erfahren haben.“

Howard Marks (Mr. Nice) interviewt Prof. David Nutt

2010 sprach der beliebte Howard Marks mit Prof. David Nutt über Drogenpolitik und deren Reform.

Prof. Nutt äußert seine Meinung zur Sicherheit von Drogen. Die Drogenpolitik spiegele nicht unbedingt die wahre Gefahr einer Droge wider. Nutt ist der Ansicht, dass Alkohol und Tabak ebenso gefährlich sind wie andere, „illegalere“ Drogen.

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