Die fünf besten Bücher zu medizinischem Cannabis

Es gibt heute hunderte, wenn nicht tausende Bücher über Cannabis, angefangen von der Sensationslektüre bis hin zu seriösen, wissenschaftlichen Studien. Auch für den kritischsten Leser kann es schwierig sein, die Qualität einer Veröffentlichung schon vor dem Kauf einzuschätzen. Daher haben wir eine kurze Liste mit Büchern erstellt, die wir zum Thema medizinisches Cannabis empfehlen können.


Es gibt heute hunderte, wenn nicht tausende Bücher über Cannabis, angefangen von der Sensationslektüre bis hin zu seriösen, wissenschaftlichen Studien. Auch für den kritischsten Leser kann es schwierig sein, die Qualität einer Veröffentlichung schon vor dem Kauf einzuschätzen. Daher haben wir eine kurze Liste mit Büchern erstellt, die wir zum Thema medizinisches Cannabis empfehlen können.

Therapeutic Uses of Cannabis – British Medical Association (1997)

1997 haben die Mitglieder der British Medical Association (BMA), einer einflussreichen Gewerkschaft für Berufstätige im Gesundheitswesen, eine Resolution verabschiedet, in der sie fordern, „bestimmte zusätzliche Cannabinoide für die medizinische Anwendung im weiteren Sinne freizugeben“. Nur wenige Monate später erschien diese wegweisende Veröffentlichung, durch die der wissenschaftliche Nachweis für die therapeutische Anwendung von Cannabinoiden im Detail geführt und in der ein Programm für gesetzliche Änderungen skizziert wird.

Die British Medical Association hat das medizinische Potential von Cannabis kritisch überprüft
Die British Medical Association hat das medizinische Potential von Cannabis kritisch überprüft

Der Bericht beschreibt die potentiellen therapeutischen Anwendungsformen von Cannabis in klaren und verständlichen Worten, wobei er insbesondere auf einige Krankheiten und Symptome eingeht, von denen bekannt ist, dass sie durch Cannabis positiv beeinflusst werden, darunter multiple Sklerose, Epilepsie, Glaukome, Asthma, Übelkeit und chronische Schmerzen.

Auch wenn die BMA selbst keine Gesetze erlassen kann, unterstützt und berät sie doch einige Mitglieder des britischen Parlaments bei der Formulierung der Regierungspolitik. Trotz der Ergebnisse dieses Berichts hat die BMA 1999 ganz unerwartet einen Beschlussvorschlag für eine Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken abgelehnt, und zwar mit knapper Mehrheit von nur neun Stimmen; gleichzeitig wurde ein Beschlussvorschlag zur Entkriminalisierung der Nutzung von Cannabis als Freizeitdroge mit deutlich größerer Mehrheit abgelehnt. In jüngerer Zeit wurde ein entsprechender Beschlussvorschlag aus dem Juni 2014 ebenfalls abgelehnt.

Marijuana Medical Handbook: Practical Guide to Therapeutic Uses of Marijuana – E. Rosenthal, D. Gieringer, G.T. Carter (2008)

Dieses hervorragende Werk richtet sich an Patienten mit wenig Vorkenntnissen über die Eigenschaften von Cannabis und hat den Zweck, das Pro und Contra von Cannabis als Medizin in knapper und verständlicher Weise darzustellen. Neben einem Blick auf die medizinische Forschung, die unserem heutigen Verständnis von medizinischem Cannabis zu Grunde liegt, enthält das Medical Marijuana Handbook auch nützliche Hinweise und Vorschläge zur praktischen Anwendung. Darunter finden sich Tipps zur Kontrolle der Dosierung, zum Kochen mit Cannabis und zur Bekämpfung der Folgewirkungen im Falle einer Überdosierung oder bei den selten auftretenden nachteiligen Wirkungen.

Das Team hinter dem Handbook besteht aus Ed Rosenthal, dem bekannten Aktivisten, Anbauer und Autor, sowie aus Dale Gieringer (Ph.D.) – einem Experten zur Drogenstrategie der DEA, der auch ausgewiesener NORML-Koordinator für Kalifornien und Mitbegründer der Organisationen „California Drug Policy Reform Coalition“ und „Californians for Compassionate Use“ ist – und Gregory T. Carter, M.D., Medizinischer Direktor des St. Luke’s Rehabilitation Institute in Spokane (Washington) und früher Professor für Klinische Medizin an der Medizinischen Fakultät der University of Washington.

Understanding Marijuana – a New Look at the Scientific Evidence – Mitch Earleywine (2002)

Dieses Buch enthält eine strukturierte, in die Tiefe gehende Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Nachweise aus den Jahren vor seiner Veröffentlichung. Auch wenn einige Abschnitte eine Aktualisierung vertragen könnten – schließlich hat die Cannabis-Forschung in den letzten 12 Jahren einen Sprung nach vorne gemacht – ist der Inhalt dieses Buches durchweg extrem zuverlässig und bemerkenswert gut lesbar, auch für Leute ohne ausgewiesenen wissenschaftlichen Hintergrund.

Zunächst nimmt der Autor den Leser mit auf eine faszinierende Reise durch die Geschichte von Cannabis überall auf der Welt, angefangen von ca. 8.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung bis heute. Danach geht es mit einer stringenten Analyse von wichtigen Aspekten der Anwendung von Cannabis in der Gesellschaft weiter, wie der sozialen Anwendung, dem Missbrauch, der Sucht und der Vermeidung bzw. Behandlung einer Suchtkrankheit. Spätere Abschnitte befassen sich mit den subjektiven Wirkungen von Cannabis auf den Anwender, den dabei auftretenden pharmazeutischen Abläufen und den Nachweisen für die Anwendung von Cannabis als Medizin in verschiedenen Situationen und bei diversen Störungen, insbesondere bei spastischen Symptomen, bei Übelkeit und Erbrechen sowie bei Appetitverlust.

Der Autor Mitch Earleywine (Ph.D.) ist derzeit Professor für Psychologie an der State University of New York in Albany und hatte früher die Position eines Außerordentlichen Professors für klinische Wissenschaften in der Psychologie an der University of California inne. Er ist ein angesehener Experte auf dem Gebiet der Psychologie und Suchtkrankheiten und verfügt über eine umfangreiche Liste früherer und nachfolgender Veröffentlichungen. Er hat außerdem einen Sitz im NORML-Vorstand inne und hat sich schon in den Anfangszeiten seiner Karriere für die Bemühungen um eine Legalisierung eingesetzt.

Marijuana Medicine: A World Tour of the Healing and Visionary Powers of Cannabis—Christian Rätsch (2001)

Das hervorragende Werk von Christian Rätsch zu den kulturellen und traditionellen Praktiken mit medizinischem Cannabis ist faszinierend und informativ
Das hervorragende Werk von Christian Rätsch zu den kulturellen und traditionellen Praktiken mit medizinischem Cannabis ist faszinierend und informativ

Dieses epische Werk gehört zu meinen persönlichen Favoriten, da es erschöpfend über die historische, traditionelle und kulturelle Anwendung von Cannabis in aller Welt berichtet. Für Studenten und Forscher, die an diesem Aspekt von Cannabis interessiert sind, gehört es zur grundlegenden Lektüre. Von Hanfritualen in Oberschlesien bis zur Veterinärmedizin in Indien und Nepal – praktisch jeder Zentimeter der vom Menschen bewohnten Erde wird untersucht und ihre mit Cannabis zusammenhängenden Geheimnisse werden sorgfältig dokumentiert. Es gibt sogar einen Abschnitt, der sich mit Pflanzen befasst, die traditionell als Alternative zu Hanf bei Personen angewandt wurden, die zwar von seinen positiven Eigenschaften wussten, aber nicht die Möglichkeit hatten, an die Pflanze heranzukommen.

Für diejenigen, die nach modernen Forschungsergebnissen zur Anwendung von Cannabis in der westlichen Medizin suchen, ist dieses Buch wohl nicht die beste Wahl, da es sich vor allem auf die anthropologischen Aspekte der traditionellen Anwendung von Hanf konzentriert. Es zeichnet sich aber auch durch seine intelligenten und respektvollen Einsichten in die Bedeutung der traditionellen Medizin aus und dient als wichtige Erinnerung daran, dass unser westliches Wissen den traditionellen Heilern sehr viel zu verdanken hat.

Der Autor Christian Rätsch ist ein bekannter deutscher Anthropologe, der sich auf Ethnopharmakologie und psychoaktive Pflanzen spezialisiert hat. Er hat über ein Thema der Altamerikanistik promoviert und verbrachte einige Jahre bei den Lakandonen-Indianern in Chiapas (Mexiko), um dort Material für seine Doktorarbeit zu sammeln, die sich mit Gesängen und Zaubersprüchen befasst, die bei den Lakandonen traditionell als Ritual genutzt werden.

Marihuana: The Forbidden Medicine—Lester Grinspoon, Dr. James B. Bakalar (1993)

Das grundlegende Werk von Grinspoon und Bakalar hat den Zeitablauf seit seiner ersten Veröffentlichung 1993 gut überstanden
Das grundlegende Werk von Grinspoon und Bakalar hat den Zeitablauf seit seiner ersten Veröffentlichung 1993 gut überstanden

Diese grundlegende Abhandlung erschien erstmals 1993 und ist seitdem mehrfach überarbeitet worden, um ihre Relevanz auch im weiteren Zeitverlauf zu erhalten. Das Buch enthält eine in die Tiefe gehende Diskussion der medizinischen Eigenschaften von Cannabis und der Gründe für seine weiterhin gegebene Illegalität in weiten Teilen der Welt, und es stellt das Pro und Contra einer Legalisierung in sachlicher, gut formulierter Weise dar. Es enthält auch mehrere persönlich abgefasste Berichte von Patienten, die auf die subjektiven Wirkungen von Cannabis eingehen. Die mehrfachen Überarbeitungen haben die Liste der Störungen verlängert, von denen bekannt ist, dass sie mit Cannabis behandelt werden können, auch um einige weniger bekannte Symptome wie die diabetische Gastroparese und die Arthrose.

Dr. Lester Grinspoon ist Außerordentlicher Professor und Emeritus für Psychiatrie an der Harvard Medical School. James B. Bakalar ist Herausgeber des Harvard Mental Health Letter und Dozent für Recht an der Abteilung für Psychiatrie an der Harvard Medical School. Grinspoon ist heute sicher einer der bekanntesten Cannabis-Forscher überhaupt und hat der Legalisierungsbewegung ein kaum zu überschätzendes Maß an Glaubwürdigkeit verliehen, wenn man an seine akademischen Verdienste und seine engagierten Kampagnen im Laufe vieler Jahre denkt. 1990 gewann Grinspoon den Alfred R. Lindesmith-Preis für Verdienste im Bereich der Ausbildung der Drug Policy Foundation. Er war auch Redner bei verschiedenen NORML-Veranstaltungen und unterstützte im Mai 2010 die Initiative Nr. 1.068 im Bundesstaat Washington.

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