Cannabis-Tinkturen: Was Sie über Tinkturen wissen müssen

Cannabis -Tinkturen in 3 Glasflaschen mit Cannabisblättern im Hintergrund

Tinkturen beruhen auf jahrhundertealter Technik und haben den Test der Zeit überstanden. Cannabis-Tinkturen fangen die destillierte Essenz der Pflanze in einer konzentrierten Lösung ein und sind eine ideale Alternative zur Inhalation. Lassen Sie uns also über die Basics sprechen und alles Wissenswerte zu Tinkturen beleuchten.

Was ist eine Cannabis-Tinktur?

Cannabis -Tinkturen in dunkler Glasflaschen mit Cannabisblüten und Cannabisblättern getrocknet

Eine Tinktur ist ein konzentrierter Kräuterextrakt, der in Ethanol oder einer Lösung auf Glyzerinbasis aufgelöst wurde. Es handelt sich um eine der einfachsten Extraktionsformen, die für die sublinguale Einnahme entwickelt wurde und durch die Schleimhäute in den Körper gelangt.

Eine Cannabis-Tinktur ist ein konzentrierter Extrakt, der die Bestandteile der Cannabis-Pflanze in einer verdünnten Lösung bindet. Die Pflanzenstoffe lösen sich in einer reichhaltigen Lösung auf, indem die Blüte in einer Basislösung eingeweicht wird. Das Ergebnis ist eine Vollspektrum- oder Breitbandspektrum-Tinktur, doch was ist eigentlich der Unterschied?

Vollspektrum und Breitspektrum: Was ist der Unterschied?

Vollspektrumtinkturen und Terpene auf schwarzem Hintergrund, Breitspektrumtinkturen und Terpene auf einem weißen Hintergrund

Vollspektrum bezieht sich auf Produkte, die alle in der Cannabis-Pflanze vorkommenden Verbindungen bzw. Bestandteile enthalten, einschließlich Cannabinoide, Terpene und Flavonoide. Es handelt sich um einen vollständigen Pflanzenextrakt, während bei Breitspektrum die psychoaktive Verbindung Tetrahydrocannabinol (THC) entfernt wird. Breitspektrum-Tinkturen eignen sich für alle, die sich nicht durch einen Rauschzustand „beeinträchtigen“ lassen wollen.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis-Tinkturen und -ölen?

Cannabis-Tinkturen und Cannabis-Öle werden oft verwechselt, daher möchten wir auf die Unterschiede hinweisen. Tinkturen werden hauptsächlich mit Ethanol hergestellt, während für Cannabis-Öle häufig 

Oliven- oder Kokosöl als Basis verwendet werden, die sich besonders gut mit Cannabinoiden verbinden. Wenn Fett als Bindemolekül verwendet wird, handelt es sich um eine sogenannte Infusion, wie es bei Cannabis-Ölen der Fall ist. Sie sind oft stärker, haben aber einen viel herberen Geschmack als Produkte auf Ethanolbasis.

Die Vorteile von Cannabis-Tinkturen

Cannabis-Tinkturen sind eine der effizientesten Arten, Cannabis zu konsumieren. Auch wenn sie weniger trendy als andere Produkte sind, bietet diese jahrhundertealte Technik viele Vorteile. Lassen Sie uns diese also im Detail betrachten:

Pipette mit Cannabis -Tinktur und einer dunklen Glasflasche mit Cannabisblättern im Hintergrund

1. Der Entourage-Effekt mit Vollspektrum-Cannabis

Bei Vollspektrum-Tinkturen verbinden sich Cannabinoide, Terpene und Flavonoide in einer konzentrierten Lösung. Die resultierende Synergie führt zum Entourage-Effekt, der eine ausgewogenere Wirkung mit mehreren Vorteilen bietet.

2. Keine Allergene

In der Regel enthalten Tinkturen ausschließlich essenzielle Cannabis-Verbindungen und die Basis. Daher sind sie hervorragend für Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten geeignet, die keine Edibles konsumieren wollen. Vor dem Genuss sollten Sie jedoch immer eine Ärztin Ihres Vertrauens konsultieren.

3. Diskrete Einnahme

Der Konsum von Cannabis, egal ob es geraucht oder verdampft wird, kann unerwünschte Aufmerksamkeit erzeugen. Tinkturen sind die perfekte Alternative. Sie werden in einer Glasflasche mit einer Pipette geliefert, die eine diskrete Einnahme ermöglicht. Mit anderen Worten ziehen Sie keine unerwünschten Blicke von Schaulustigen auf sich.

4. Einfache Dosierung

Wenn es um Cannabis geht, hat jeder seine eigenen Toleranzgrenzen. Manche brauchen mehr, manche weniger. Mit einer Cannabis-Tinktur kann man sich Schritt für Schritt an die gewünschte Dosis herantasten und jedes Mal die gewünschten Effekte erzielen.

5. Schnell wirkende Lösung

Bei sublingualer Einnahme werden Tinkturen durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Das bedeutet, dass sie oft innerhalb von Minuten in den Blutkreislauf gelangen – ideal für alle, die auf eine schnell wirkende Linderung angewiesen sind.

Wie man Cannabis-Tinkturen verwendet: tropfen, warten, schlucken

Eine Cannabis-Tinktur lässt sich sehr einfach einnehmen. Geben Sie die gewünschte Menge an Tropfen unter die Zunge, warten Sie 60 Sekunden und schlucken Sie danach die Flüssigkeit. 

Eine Person mit geöffnetem Mund bereit, Cannabis -Tinktur über Pipette zu nehmen

Manche Menschen mögen den Geschmack von Tinkturen nicht. Die gute Nachricht ist, dass sich die Mischung einem Getränk oder einer Speise hinzufügen lässt. Denken Sie aber daran, dass sich die Einwirkzeit verlängert, da die Tinktur erst den Verdauungstrakt passieren muss. Die sublinguale Einnahme garantiert einen schnelleren Wirkungseintritt von 15 bis 30 Minuten. 

Die Wirkung von Tinkturen hält oft mehrere Stunden lang an. Nehmen Sie Tinkturen tagsüber ein? Wenn die Dosierung gestaffelt erfolgt, können Sie mit einer gleichbleibenden und längeren Wirkung rechnen.

Wie man Cannabis-Tinkturen herstellt

Eine dunkle Glasflasche und eine Pipette mit Cannabistinkturen und getrockneten Cannabisblüten herum

Cannabis-Tinkturen lassen sich kinderleicht in der Küche herstellen. Mit einem Einmachglas, einem Seihtuch und etwas Geduld kann jeder ganz einfach seine eigenen Tinkturen herstellen. Also lassen Sie sich von uns durch unseren Guide zur Herstellung von Tinkturen führen.

Auswahl einer Basis für Cannabis-Tinkturen

Eine Person dosiert eine Cannabis -Tinktur aus einer Glasflasche und getrocknetes Cannabis auf einer Skala

Die beste Basis für Tinkturen ist Ethylethanol in Lebensmittelqualität (95 %). Es verbindet sich mühelos mit den Cannabinoiden und hat einen neutralen Geschmack. Eine andere Option ist die Verwendung von lebensmittelechtem Glyzerin, das geruchlos und farblos ist und in der Lebensmittelindustrie weit verbreitet ist. Der Nachteil von Glyzerin ist, dass die Potenz von Glyzerintinkturen nie so hoch ist wie die von Ethanol-Tinkturen.

Rezeptanleitung für Cannabis-Tinktur

Zwei Forschungen in weißen Mänteln, die getrocknete Cannabisblüten testen

Wenn Sie sich für eine Basis entschieden haben, ist es an der Zeit, Ihre eigenen Tinkturen zuzubereiten. Dafür benötigen Sie die folgenden Zutaten:

  • Getrocknete Cannabis-Blüten
  • Etwa 90 ml Ethanol oder Glyzerin pro Gramm Cannabis
  • Cannabis Grinder
  • Backblech
  • Backpapier
  • Einmachglas
  • Seihtuch bzw. Käsetuch

1. Decarboxylierung

Getrocknete Cannabisblüten auf Pergamentpapier im Ofen

Die Decarboxylierung ist ein Verfahren, bei dem alle rohen Cannabinoidsäuren wie THCa und CBDa durch Hitze in ihre psychoaktiven Verbindungen umgewandelt werden.

Zunächst wird die Cannabis-Blüte gemahlen. Verteilen Sie die gemahlene Blüte danach gleichmäßig auf einem Backblech mit Backpapier und lassen Sie sie 30 bis 50 Minuten bei 105 °C bis 115 °C backen. Es handelt sich um einen heiklen Prozess, also achten Sie darauf, dass die Cannabinoide nicht durch übermäßige Hitze zerstört werden.

2. Blüte

Decarboxylierte Cannabisblume, die mit der Basislösung gemischt ist

Mischen Sie die decarboxylierte Cannabis-Blüte und die Basislösung in einem Einmachglas. Das Verhältnis kann variieren, aber als Faustregel gilt, dass Sie für 1 Gramm rohe Blüten 90 ml 

Lösungsmittel verwenden sollten. Je nachdem, ob Sie eine stärkere oder schwächere Tinktur bevorzugen, können Sie das Verhältnis anpassen, indem Sie die Blüte oder das Medium um 30 % erhöhen.

3. Lassen Sie die Lösung ziehen

Cannabislösung in einem versiegelten Glas gegen den weißen Hintergrund

Nach dem Mischen benötigt die Lösung etwa 30 Tage, bis die Pflanzenstoffe in das Medium eingezogen sind. Wenn Sie viel Zeit haben und eine stärkere Tinktur wünschen, lassen Sie sie länger ziehen. Um den Prozess zu unterstützen, schütteln Sie das Glas täglich.

4. Entfernen Sie das restliche Pflanzenmaterial

Cannabis -Lösung, die durch Käsetuch getrocknet und in ein Glas gegossen wird

Als Nächstes seihen Sie die Mischung durch ein Seihtuch und entfernen Sie das restliche Pflanzenmaterial. Belohnt werden Sie mit einer Cannabinoid-reichen Lösung, die Sie in Flaschen abfüllen und einfach aufbewahren können.

Kochen mit Tinkturen

Cannabis -Tinktur in einer Glasbecher mit Pipette, Glasflaschen und Cannabisblättern

Einer der vielen Vorteile einer Cannabis-Tinktur ist, dass sie Lebensmitteln oder Getränken zugesetzt werden kann. Fügen Sie Ihre Tinktur nach Lust und Laune hinzu: Eis, Salatdressings, Kartoffelpüree – die Möglichkeiten sind endlos.

Denken Sie aber daran, dass einige der Cannabinoide zerstört werden könnten, wenn Sie die Lösung hohen Temperaturen aussetzen. Dadurch wird die Lösung weniger wirksam. Um dies zu vermeiden, fügen Sie die Tinktur zu Lebensmitteln hinzu, die bereits vorgewärmt wurden. Wenn Sie vorher mischen müssen, verwenden Sie die geringstmögliche Hitze, um eine Zersetzung zu vermeiden.

Wie lagert man eine Cannabis-Tinktur?

Cannabis -Tinkturen in dunklen Flaschen, die auf einem Holzregal gelagert werden

Cannabis-Produkte bauen sich im Laufe der Zeit ab, aber die korrekte Lagerung Ihrer Tinktur kann den Abbauprozess erheblich verlangsamen. Wenn sie unter den richtigen Bedingungen gelagert wird, ist eine Cannabis-Tinktur jahrelang haltbar, ohne zu verderben.

Der allmähliche Abbau von Cannabis erfolgt durch die Einwirkung von Licht, Wärme und Sauerstoff. Um die Exposition gegenüber Sonnenlicht zu minimieren, sollten Sie Ihre Tinkturen immer in undurchsichtige Gläser abfüllen und im Dunkeln aufbewahren. Kühlschränke sind ideal für eine maximale Haltbarkeit von Cannabis-Tinkturen, doch auch ein kühler, dunkler Schrank ist für die Lagerung geeignet.

Cannabis-Tinkturen: einfach potent

Pipette mit einem Cannabis -Tinkturtröpfchen über der Glasflasche

Für viele Cannabis-Liebhaber sind Tinkturen das ultimative Elixier. Sie sind einfach zu dosieren, diskret, potent und schmackhaft. Zudem punkten sie mit höchster Diskretion und Bequemlichkeit. Egal, ob Sie ein Greenhorn oder ein erfahrener Profi sind, Tinkturen werden Ihr Cannabis-Erlebnis auf ein neues Niveau heben!

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zur Verwendung von Cannabis sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

Comments

4 Kommentare zu „Cannabis-Tinkturen: Was Sie über Tinkturen wissen müssen“

  1. Ich habe in anderen Anleitungen gehört, dass beides vor dem Mischen in den Gefrierschrank soll, dann zusammenmischen, bei geschlossenene Deckel kräftig schütteln, dann wieder in den Gerierschank. Ab und zu mal schütteln. Man kann der Tinktur dann noch Aromatropfen beimischen, z.B. Vanille oder Ananas

  2. Paranoid Monkey

    sind die Mengenangaben korrekt?

    Ich habe mich an eurem rezept versucht. Eure angabe besagt :1g Canna / 90ml Alc.
    Soweit sogut. Ich habe 4g Canna decarboxyliert und da mir das nen bischen spanisch vor kam habe ich mit 200ml sprich 50ml/g Canna aufgegossen jedoch sieht das bischen Canne in dem vielen Alc. doch schon sehr verloren aus sodass ich mich frage ob das so richtig ist.

    Bei der Informationssuche habe ich mir diverse andere Rezepte durchgelesen und wenn es mal Mengenangaben gab war meist die rede von : Canna ins Weck Glas und mit Alc. auffüllen bis das Canna mit Alc. bedeckt ist. Ich setze regelmäßig Liköre an und dabei ist es ja auch so das mit Alc aufgefüllt wird die Früchte komplett bedekt sind .

    Habt ihr da nen rat für mich?
    Mfg

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