Wie wirken Edibles?

Wie funktionieren Lebensmittel, die Cannabis enthalten, sogenannte Edibles? Und wie fühlt sich das High an? Viele unerfahrene Menschen stellen diese Fragen, und das aus gutem Grund, denn die orale Aufnahme bietet in der Regel eine längere und stärkere Wirkung als andere Konsummethoden. Wir haben alles, was Sie sonst noch für eine positive Erfahrung mit Edibles wissen müssen, in diesem Guide zusammengefasst.

Es ist in der Tat wichtig zu wissen, wie sich Edibles auf Sie auswirken können und wie lange die Wirkung anhält. Solche Produkte tragen daher immer ein Etikett mit schriftlichen Warnhinweisen (z.B. „Don’t panic“), Informationen über die empfohlene Menge, der Dauer bis zum Wirkungseintritt und über die Zusammensetzung des Produkts.

Wie fühlt sich das Edible-High an?

Das Spektrum der Wirkungen von Cannabis ist groß und vielfältig. Und es ist sehr individuell. Was eine Person auf einen schlechten Trip schickt, kann auf eine andere Person nur wenige oder keine Auswirkungen haben. Die Interaktion zwischen der Substanz, dem Geist, dem Körper und der Umgebung des Konsumenten spielt dabei eine Rolle – ein Konzept, das als Set und Setting bezeichnet wird.

Allerdings können die Auswirkungen des Verzehrs von Edibles ganz anders sein als das Rauchen eines Joints. Edibles neigen dazu, stärker auf den Körper zu gehen und können zu einem schweren  „Couch-Lock“ führen. Ein weiterer großer Unterschied liegt in Beginn und Dauer des High. Es kann mehrere Stunden andauern, bis ein Brownie Wirkung zeigt, doch die Wirkung hält auch viel länger an, als beim Rauchen oder Vaporisieren.

Dadurch können Edibles ideal für Patienten mit chronischen Schmerzen, oder Übelkeit sein. Viele Nutzer wünschen sich jedoch einfach eine sofortige Wirkung, unabhängig davon, ob sie das Cannabis aus medizinischen Gründen oder als Stimulans verwenden. Bei Edibles ist der Absorptionsprozess nicht immer zeiteffizient, aber mit einem Minimum an Vorbereitung kann man das einkalkulieren: planen Sie im Voraus und nehmen Sie Ihr Edible mit Sorgfalt ein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Wie funktionieren Edibles eigentlich?

Oder genauer gesagt: wie wirken Cannabinoide? Ihr Körper verarbeitet Cannabis auf verschiedene Art und Weise, je nach Konsummethode. Die Effekte sind ziemlich ähnlich, aber unterscheiden sich in Intensität und Dauer.

Wenn Sie Cannabis rauchen, gelangt der Rauch, der Cannabinoide wie THC enthält, direkt in Ihre Lunge, wo er auf Millionen von Alveolen trifft, die die Wände der Lunge bedecken. Diese Alveolen absorbieren die Cannabinoide und leiten sie in den Blutkreislauf weiter. Sie erreichen das Gehirn innerhalb von Sekunden und…. ta-da: Sie werden high.

Beim Verzehr von Lebensmitteln gibt es zwei mögliche Szenarien:

  1. Werden die Cannabinoide direkt und oral (vor allem sublingual, d.h. unter der Zunge) in mehr oder weniger flüssiger Form aufgenommen, finden sie ihren Weg direkt in die Blutbahn. Dies dauert in der Regel etwa 20 Minuten.
  2. Wenn sich das Edible nicht im Mund auflöst, muss es verdaut werden, damit Ihr Körper es verarbeiten kann. Genauer gesagt, muss es den Dünndarm und die Leber erreichen.

Dort angekommen, werden die Fette im Edible abgebaut und schließlich in den Blutkreislauf abgegeben, um den Körper mit Nährstoffen, Cannabinoiden und anderen Substanzen zu versorgen. Dieser Vorgang kann zwei bis drei Stunden dauern.

Welche Arten von Edibles gibt es?

Welches Edible ist wann am besten geeignet? Es gibt einen großen Unterschied zwischen 20 Minuten und zwei Stunden, und das kann eben auch den Unterschied machen, ob Sie einen erfolgreichen oder weniger erfolgreichen Tag/Nacht vor sich haben. Sie sollten daher Ihr Edible sorgfältig und nach der von Ihnen gewünschten Erfahrung auswählen.

1. Space-Cake

„Space Cake“ und andere Edibles, die über den Magen-Darm-Trakt verarbeitet werden, sind wahrscheinlich die häufigste Art von Edible. Dazu gehören alle Arten von Kuchen, Brezeln, Keksen und alles andere, was sonst mit Cannabis gemischt, gekocht oder gebacken werden kann (und nicht nur oberflächlich damit bedeckt ist).

Diese Art von Edibles wird von Cannabis-Fans seit Jahrzehnten geschätzt. Liegt es an der sehr einfachen Produktionsmethode oder der Tatsache, dass das Eigenaroma den Geschmack von Cannabis perfekt verbirgt, dass einige Konsumenten diese getarnte Konsumform bevorzugen? Wie auch immer, diese Art von Edible ist nicht nur im Verkauf sehr beliebt, sondern auch bei Durchschnittskonsumenten, die es selbst im heimischen Backofen herstellen.

Diese Produkte brauchen genauso lange für die Verdauung wie andere Lebensmittel. Die genaue Zeit hängt von Ihrem individuellen Stoffwechsel ab: wenn er schnell ist, werden Sie schon nach einer Stunde die Wirkung des Edibles bemerken. Wenn Sie einen langsameren Stoffwechsel haben, müssen Sie möglicherweise zwei bis drei Stunden warten, bevor die gewünschte Wirkung eintritt.

2. Lutscher und andere sublinguale Edibles

Cannabis-Lutscher und andere sublinguale Edibles zeigen ebenfalls keine sofortige Wirkung, wie man es vom Rauchen kennt, aber sie wirken immer noch schneller als die oben beschriebenen Arten von Edibles. Dazu gehören auch Produkte, die in ähnlicher Weise konsumiert werden, wie z.B. Bonbons.

Der Hauptunterschied zwischen diesen sublingualen und den über den Magen-Darm-Trakt aufgenommenen Edibles besteht darin, dass die Cannabinoide zum einen direkt in den Mund abgegeben werden und von dort über das Gewebe in den Blutkreislauf gelangen. Es gibt jedoch kein sicheres Verfahren, um zu gewährleisten, dass sublinguale Edibles so effizient wie möglich aufgenommen werden. Was man jedoch tun kann, ist sicherzustellen, dass das Edible tatsächlich unter der Zunge aufgenommen wird, also darauf zu achten, dass genügend Zeit für eine Auflösung verbleibt.

Schließlich hängt die Effizienz der Absorption von der Technik ab, mit der das Cannabis zugesetzt wird, sowie von der Zusammensetzung (wobei Fette, Alkohol und Emulgatoren den Absorptionsprozess unterstützen) des verwendeten Lebensmittels selbst. Unter Berücksichtigung aller Aspekte ist das Worst-Case-Szenario, dass Sie von der Absorption über den Gaumen nicht in dem Maße profitieren werden, wie Sie es sich vorgestellt haben. Aber lassen Sie sich nicht ärgern, sondern warten Sie ein wenig (ein paar Stunden), bis die Cannabinoide Ihre Leber erreicht haben. Dann bekommen Sie vielleicht doch noch, was Sie sich gewünscht haben. Und wenn Sie eine sofortige medizinische Wirkung erleben möchten, ohne schädlichen Rauch zu inhalieren, können Sie versuchen, zu verdampfen.

An dieser Stelle sei jedoch darauf hingewiesen, dass einige Lebensmittel sozusagen als „Hybride“ konzipiert wurden. Es geht um die Edibles, die man zuerst ein wenig lutschen kann, bevor sie verschluckt werden: Schokolade, Buttertoffees, Getränke etc. Auf diese Weise nehmen Sie die Cannabinoide zunächst oral ein, während Sie kauen oder lutschen. Und nach dem Verzehr gehen sie zusätzlich noch den langen Weg bis in den Verdauungstrakt.

Warum haben Edibles eine so starke Wirkung?

Die Wirkung eines durchschnittlich starken Edibles wird intensiver erlebt als bei jeder anderen Art des Cannabiskonsums. Die Intensität dieser Wirkung hängt natürlich stark davon ab, wie viel Cannabis das Edible enthält und in welcher Form es vorliegt. Wenn Sie sich über diese Parameter bestmöglich informieren möchten, empfehlen wir Ihnen, sich bei Ihrer Apotheke, Ihrem Coffeeshop, Ihrer Apotheke oder dem Koch zu informieren.

Doch nicht nur die Dosis spielt eine Rolle. Abhängig vom Verabreichungsweg wird Cannabis in verschiedenen Körperregionen unterschiedlich stark verstoffwechselt. Wenn das wichtigste psychoaktive Cannabinoid, THC, über den Magen in den menschlichen Körper gelangt, wird es zu 11-Hydroxy-THC metabolisiert, was wesentlich effektiver ist.

11-Hydroxy-THC hat auch die Eigenschaft, sich leichter ins Gehirn vorzuarbeiten und damit eine viel stärkere Wirkung beim Verbraucher zu erzielen. Besonders dann, wenn Cannabis gegessen wird, und nicht, wenn es geraucht oder verdampft wird. Deshalb stehen Edibles in puncto Wirksamkeit an erster Stelle!

Der unverzichtbare Leitfaden für den Verzehr von Edibles

Warnung: Handelsübliche Edibles können sehr hohe Konzentrationen von THC enthalten. Selbst für gewohnheitsmäßige Nutzer können sie sich als übermäßig stark erweisen, wenn sie ohne ausreichende Vorbereitung voreilig konsumiert werden. Achten Sie darauf, dass Sie alle Punkte dieser Liste vor dem Kosnsum abhaken!

  • Lesen Sie das Etikett auf Ihren Edibles sorgfältig durch.

Sie sind es wahrscheinlich nicht gewohnt, Etiketten auf gekauften Lebensmitteln oder anderen Dingen zu lesen. Bei Edibles hingegen ist es eine allgemeine Regel. Das Etikett enthält Informationen über die empfohlene Menge und wahrscheinlich auch über Sorte und Dosierung. Wenn Sie ein hausgemachtes Edible erhalten haben, fragen Sie den Koch danach. Unterschätzen Sie niemals die Stärke der Wirkung von Edibles, auch wenn Sie ein erfahrener Anwender sind.

  • Keine Experimente auf leerem Magen

Bevor Sie ein Edible genießen, sollten Sie einen Snack oder sogar eine Mahlzeit in Betracht ziehen. Es wird jedoch nicht empfohlen, viel zu essen, während man bereits auf die Wirkung des Edible wartet. Abhängig von Ihrem individuellen Stoffwechsel können aufgenommene Fette die Wirkung verstärken (wenn Sie bereits mehr Erfahrung mit Edibles haben, können Sie diesen Punkt wahrscheinlich von der Liste streichen).

  • Werden Sie nicht ungeduldig.

Sobald Sie sich für eine Menge des zu verzehrenden Edibles entschieden haben, nehmen Sie diese auf und warten Sie mindestens zwei Stunden, bevor Sie mehr davon essen. Bedenken Sie von Anfang an, dass der Verzehr von Edibles zunächst weniger effektiv sein kann. Sie sollten jedoch nicht mehr essen, bis eine ausreichende Zeitspanne vergangen ist.

  • Bereiten Sie sich auf eine starke Wirkung vor.

Der Cannabiskonsum in Form von Edibles führt zu einem ganz anderen Erlebnis, das kaum mit dem Rauchen eines Joints vergleichbar ist(siehe oben). Sie sollten besser zu Hause bleiben oder zumindest eine besonnene, vertrauenswürdige Person in der Nähe haben, wenn Sie sich doch dazu entscheiden, auszugehen.

  • Entspannen

Warum treten die meisten unerwünschten Nebenwirkungen von Cannabis bei erfahrenen Cannabiskonsumenten nicht mehr auf? Das ist natürlich eine Frage der Toleranz, die gewohnheitsmäßige Konsumenten im Laufe der Zeit entwickeln. Effekte wie Paranoia oder Angst verschwinden jedoch oft schon deshalb, weil sie für die Konsumenten unerwünscht sind. Es ist ein Teufelskreis: jemand nimmt Cannabis zum ersten Mal mit der Sorge, dass das Unbekannte zu mächtig wird, was wiederum zu genau diesen Ängsten und Paranoia führt. Wenn Sie hingegen eine positive Einstellung haben, sich entspannen und daran denken, dass Sie von vertrauenswürdigen Freunden umgeben sind, wird Ihnen das Cannabis im Gegenzug positive Gefühle bescheren.

Sind Sie ein Experte für Edibles? Kenne Sie noch weitere Tipps und Tricks? Haben Sie irgendwelche aufregenden Erinnerungen an Ihre erste Erfahrung mit Edibles?

Und nicht vergessen: unterstüzten Sie ihre unerfahreneren Freunde und verhelfen Sie ihnen zu einem sicheren und vergnüglichen Konsum-Umfeld und einer entspannten Cannabis-Erfahrung.

  • Disclaimer:
    Dieser Artikel stellt keinen Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder eine andere zugelassene medizinische Fachkraft. Sie sollten wegen etwas, das Sie auf dieser Website gelesen haben, weder zögern, Ihren Arzt aufzusuchen, noch deswegen eine medizinische Beratung missachten.

Comments

3 Kommentare zu „Wie wirken Edibles?“

  1. werner lutze

    Cannabis Infused Coconut Oil

    Many vegans in the cannabis community have asked whether a substitute for cannabutter exists which fits their lifestyle. Fortunately for them, the answer is a very delicious “yes!” Healthy coconut oil binds THC just as well as butter does without any animal products; and the taste is so heavenly that even non-vegans will often use infused coconut oil in stead of butter, just because they prefer its smoother taste and healthier fats.
    Required tools
    saucepan/stove or slow cooker
    cheesecloth or other means of straining
    Ingredients
    1.5 cups (375 mL) coconut oil
    quarter ounce of cannabis buds or shake, finely ground
    Pour the coconut oil and ground bud into the slow cooker or sauce pan and keep on low heat for 45 minutes, stirring often. Coconut oil, solid at room temperature, melts very quickly. Allow to cool for 15 minutes, then strain out the plant matter with cheesecloth or other strainer (in a pinch, use a wooden spoon to push plant matter in one corner of the pan while straining off the oil).
    Once the oil is fully strained, incorporate immediately into a recipe or allow to cool to room temperature before refrigerating. Substitute in any recipe which calls for either coconut oil or butter, but be careful not to use too much! For diners with lower tolerance, medicated oil can be diluted before adding to any recipe.

  2. SomeDudeNotMe

    Kann es sein, dass Edibles bei verschiedenen Personen unterschiedlich stark wirken? Ich hab mit ein paar Freunden mal etwas Butter auf einen Toast geschmiert (ich hatte 1,5x -2x mehr als die anderen), bei ähnlichem Gewicht (+-10-15kg), aber meine Freunde haben eine extrem starke Wirkung wahrgenommen, ich spürte aber nur eine eher leichte. Woran könnte das liegen? (Das war nicht nur bei einem, sondern insgesamt 5 verschiedenen Freunden der Fall, dh kein Zufall)

    1. Olivier - Sensi Seeds

      Hallo Dude, das ist auf jeden Fall so! Jeder Mensch reagiert anders auf berauschende Substanzen. Das hat nicht nur mit dem Körpergewicht, sondern mit vielen anderen Faktoren wie dem Metabolismus, Alter, den Cannabinoid-Rezeptoren, der Toleranz und nicht zuletzt auch mit der Psyche des Menschen zu tun. Vergiss bitte nicht, dass „high sein“ auch immer eine Wertung ist. Was du als „leichtes High“ wahrnimmst, würde einer deiner Freunde vielleicht schon als „total stoned“ beschreiben. Genau aus diesen Gründen sind allgemeine Dosierungsangaben schwierig zu machen und immer mit Vorsicht zu genießen. Du kennst dich und deinen Körper am besten – hör auf ihn! Gruß, Olivier

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    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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  • Sanjai_Sinha

    Sanjai Sinha

    Dr. Sanjai Sinha ist Mitglied der akademischen Fakultät des Weill Cornell Medicine Colleges in New York. Er verbringt seine Zeit damit, Patienten zu begleiten, Bewohner und Medizinstudenten zu unterrichten und im Gesundheitswesen zu forschen. Er genießt die Ausbildung von Patienten und die Ausübung evidenzbasierter Medizin. Sein starkes Interesse an medizinischer Überprüfung kommt von diesen Leidenschaften.
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