by Seshata on 07/04/2015 | Medizinisch

Top 5 Vorteile von Cannabis bei HIV/Aids

Als HIV/Aids bezeichnet man eine Gruppe von Krankheiten, die vom menschlichen Immunschwäche-Virus (HIV) verursacht wird. Weltweit sind rund 35 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert, und seit den 1980er-Jahren sind etwa 36 Millionen Menschen an Aids gestorben. Cannabis hat sich bei der Behandlung mehrerer wichtiger Symptome von HIV/Aids als äußerst effektiv erwiesen.


Appetitanregend

Top 5 Vorteile von Cannabis bei HIV/Aids
Cannabiskonsum erhöht nachweislich die Kalorienaufnahme und den Fettkonsum, was den Patienten bei der Gewichtszunahme helfen kann

Eine im Jahr 2005 durchgeführte Umfrage unter 523 HIV-positiven Patienten ergab, dass 143 (27 %) der Befragten Cannabis zur Eindämmung ihrer Symptome verwendeten, und die überwältigende Mehrheit von 97 % dieser Leute berichtete, dass sich ihr Appetit durch die Pflanze verbessert habe.

2007 wurde eine Doppelblind-Studie über die Effekte des Cannabisrauchens und der Einnahme von Dronabinol (einer synthetischen Form von THC) durchgeführt. Auch diese Studie fand heraus, dass sowohl Cannabis als auch Dronabinol die Kalorienaufnahme im Vergleich zu einem Placebo erhöhten, wobei die Wirkung von der Dosis abhing. Der Effekt war dadurch gekennzeichnet, dass die Teilnehmer häufiger aßen.

Außerdem enthielten alle Mahlzeiten durchschnittlich 404 kcal, doch Dronabinol und Cannabis führten zu einer signifikanten Veränderung bei der Verteilung der Nährstoffaufnahme: Wenn den Patienten ein Placebo verabreicht wurde, stammten 51 % ihrer Nährstoffe aus Kohlenhydraten, 36 % aus Fett und 13 % aus Eiweiß. Wenn sie Dronabinol erhielten, erhöhte sich der Fettkonsum auf 40 %, während der Konsum von Kohlenhydraten sank; wenn ihnen Cannabis verabreicht wurde, sank der Eiweißkonsum auf 11 %, dagegen nahmen sie tendenziell mehr Fett zu sich.

Zudem führten hohe Dosierungen von Cannabis und Dronabinol bei den Patienten zu einer signifikanten Zunahme des Gewichts. Wenn sie ein Placebo einnahmen, wogen die Patienten im Durchschnitt 77,5 kg; nach vier Tagen Cannabiskonsum nahmen sie 1,1 kg zu, und nach vier Tagen Dronabinolkonsum betrug die Zunahme 1,2 kg.

Gegen Übelkeit

Top 5 Vorteile von Cannabis bei HIV/Aids
Cannabis kann zur Linderung der Übelkeit beitragen, unter der die Mehrheit der Patienten leidet

Übelkeit ist ein weitverbreitetes Symptom der HIV-Infektion, und in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium können die Ursachen der Übelkeit immer komplexer werden. So kann Übelkeit bei Magen-Darm-Problemen, Störungen der Leber-Nieren-Funktion, Störungen des zentralen Nervensystems oder als Folge von Therapien auftreten, die zur Bekämpfung der Krankheit angewendet werden.

Es ist allgemein bekannt, dass Cannabinoide sowie bestimmte synthetisch analoge Wirkstoffe die Symptome der Übelkeit bei HIV/Aids-Patienten lindern können; in der Tat hat die Food & Drug Administration der USA (US-Behörde für Nahrungsmittel und Drogen) die THC-Nachbildung Dronabinol als Behandlungsmethode für die mit Krebs und HIV verbundenen Symptome Übelkeit und Appetitverlust zugelassen. Eine bereits 1995 veröffentlichte Studie, die Dronabinol als Behandlungsmethode für durch Aids ausgelösten Appetitverlust untersuchte, wies nach, dass die Symptome der Übelkeit bei den Patienten im Durchschnitt um 20 % zurückgingen.

Bei der oben erwähnten Patientenumfrage aus dem Jahr 2005 berichteten 93 % der HIV-positiven Cannabiskonsumenten, dass ihre Übelkeit durch das Rauchen gelindert würde.   Und im selben Jahr kam eine weitere Studie zu dem Schluss, dass diejenigen HIV-positiven Patienten mit Übelkeitssymptomen, die Cannabis konsumierten, ihre antiretroviralen Therapien mit größerer Wahrscheinlichkeit einhielten als die Nicht-Konsumenten. Patienten, die nicht unter Übelkeit litten, erfuhren beim Konsum von Cannabis keine signifikanten Verbesserungen in Bezug auf die Einhaltung ihrer Therapien, was darauf hinweist, dass die Therapietreue durch die Linderung der Übelkeit unterstützt wird.

Stimmungsaufhellend/gegen Depressionen

Ängste, Depressionen und Stimmungsschwankungen sind bei HIV/Aids häufig zu beobachten; sie sind meist auf eine Kombination aus körperlichen, seelischen und sozialen Belastungen zurückzuführen. Die Patientenumfrage aus dem Jahr 2005 ergab, dass sich 93 % der Befragten nach dem Cannabiskonsum weniger ängstlich fühlten, während 86 % auch über eine Verminderung von Depressionen berichteten.

Die oben erwähnte Doppelblind-Studie aus dem Jahr 2007 über Cannabis und Dronabinol fand außerdem heraus, dass beide Substanzen bei den Teilnehmern stimmungsaufhellend wirkten und einen „positiven Drogeneffekt“ hervorriefen, der Eigenschaften wie Freundlichkeit, Munterkeit und Selbstbewusstsein verstärkte. Interessanterweise schienen niedrigere THC-Dosierungen mehr Ängste bei den Teilnehmern hervorzurufen als höhere THC-Dosierungen oder alle Dronabinol-Dosierungen.

Schmerzlindernd

Bei HIV/Aids können heftige, stark beeinträchtigende Schmerzen auftreten, die verschiedene komplexe Ursachen haben, beispielsweise Gelenk-, Nerven- und Muskelschmerzen. 2011 kam eine Querschnittsstudie über 296 sozioökonomisch benachteiligte Patienten zu dem Ergebnis, dass 53,7 % unter starken Schmerzen litten, während 38,1 % mäßige und 8,2 % leichte Schmerzen hatten; über die Hälfte der Teilnehmer besaß ein Rezept für ein opiumhaltiges Schmerzmittel. Man stellte auch fest, dass stärkere Schmerzen mit dem Auftreten einer Depression einhergingen.

Bei der Patientenumfrage von 2005 zeigte sich, dass 94 % der Befragten nach dem Cannabiskonsum eine Linderung ihrer Muskelschmerzen erfuhren; 90 % berichteten zudem über Verbesserungen von Neuropathien (Nervenschmerzen) und 85 % über gelinderte Parästhesien (Missempfindungen wie Brennen, Kribbeln und Prickeln). Die Tatsache, dass Cannabis bei HIV/Aids-Patienten eine signifikante, langfristige, subjektive Linderung von chronischen Schmerzen bewirken kann, ist bemerkenswert. Unbedenklichere und potenziell preiswertere Medikamente könnten also bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen den Gebrauch von Opioiden ersetzen, was etliche positive Konsequenzen nach sich ziehen könnte, einschließlich einer Verringerung der Todesfälle aufgrund von Opioiden und einer größeren Verfügbarkeit von Medikamenten für Bedürftige.

Vermindert die periphere Neuropathie

Top 5 Vorteile von Cannabis bei HIV/Aids
Cannabis ist eine sicherere und potenziell preiswertere Alternative zur Verschreibung von Opioiden

Eine spezifische, besonders häufige Form von Schmerzen im Zusammenhang mit HIV/Aids ist die periphere Neuropathie, bei der einer oder mehrere Nerven des peripheren Nervensystems (jeder Teil des Nervensystems außerhalb des Gehirns und Rückenmarks) beschädigt werden, was zu Schmerzen, Zuckungen, Parästhesie, Muskelschwund und beeinträchtigter Koordination führt. Cannabis kann nachweislich zur Linderung dieser Symptome der peripheren Neuropathie beitragen, die bei HIV/Aids und anderen Krankheiten auftreten, wie zum Beispiel bei Diabetes.

Außer den oben geschilderten subjektiven Berichten in Bezug auf gelinderte Nervenschmerzen und Parästhesie haben mehrere andere Studien untersucht, ob Cannabis periphere Neuropathien bei HIV/Aids-Patienten vermindern kann.  Beispielsweise berichteten 67 von 450 Patienten mit peripherer Neuropathie bei einer Patientenumfrage, die 2007 in den USA, Puerto Rico, Kolumbien und Taiwan stattfand, Cannabis zur Linderung ihrer Symptome zu konsumieren.

Und eine im selben Jahr veröffentlichte randomisierte Studie mit einer Placebo-Kontrollgruppe kam zu dem Schluss, dass Schmerzen zu über 30 % bei 52 % der Cannabis konsumierenden Gruppe gelindert wurden, jedoch nur bei 24 % der Kontrollgruppe; ernsthafte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Der erste von den Cannabis konsumierenden Patienten gerauchte Joint linderte chronische Schmerzen bei 72 % der Fälle (Mittelwert), verglichen mit 15 % bei der Placebo-Gruppe.

2009 untersuchte eine Doppelblind-Crossover-Studie mit Placebo-Kontrollgruppe die Effektivität von Cannabis bei der Linderung peripherer Neuropathien. An der Studie nahmen 28 Versuchspersonen teil. Man stellte fest, dass die Neuropathie zu über 30 % bei 46 % der Cannabis konsumierenden Gruppe und bei 18 % der Kontrollgruppe gelindert wurde, und dass sich die Stimmung und die generelle Verfassung im gesamten Verlauf der Studie in einem ähnlichen Ausmaß verbessert hatten.

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