Cannabis-Promi-Porträt: Sanjay Gupta

Sanjay Gupta ist ein Neurochirurg und Fernsehjournalist, der eine hitzige Debatte in einem großen US-Fernsehsender über medizinisches Cannabis führte. Obwohl er seine Karriere als entschlossener Legalisierungs-Gegner begann, ist er heute ein Verfechter von medizinischem Cannabis. Sein Mut und seine Eloquenz machten ihn zu einer Ikone in der Cannabis-Community.

Name: Sanjay Gupta

Nationalität: US-amerikanisch

Geboren: 23. Oktober 1969 in Novi, Michigan, USA

Familie: 2004 heiratete Dr. Gupta die Anwältin für Familienrecht Rebecca Olson. Sie haben drei Töchter.

Dr. Gupta, ein Kind indischer Einwanderer, studierte an der University of Michigan und promovierte 1993. Er ist der Associate Chief of Neurosurgery am Grady Memorial Hospital und hat in den Bereichen Wirbelsäulentrauma und 3D-Chirurgie gearbeitet. Seine Karriere als Journalist für CNN führte 2003 zu seinem Einsatz bei der 1st Marine Expeditionary Force im Irak.

Seine hochkarätigen Karrieren in Medizin und Journalismus brachten ihm erheblichen Ruhm und Einfluss ein. 2009 lehnte er die Position des US-Generalarztes im Weißen Haus unter Obama ab. Er ist einer der berühmtesten Neurochirurgen der Welt.

Vom Cannabis-Gegner zum Cannabis-Befürworter

2009 schrieb der Neurochirurg und leitende CNN-Medizinreporter/Medizinjournalist, Dr. Sanjay Gupta, einen Artikel für das Time Magazine mit dem Titel „Health: Why I Would Vote No On Pot“. Es ist lobenswert, dass er dieses Thema seitdem wesentlich gründlicher recherchiert hat. Zugegeben, er hätte dies tun sollen, bevor er seine Meinung im auflagenstärksten Magazin der Welt veröffentlichte. Im August 2013 entschuldigte er sich dafür, seinen Beitrag zur Verbreitung falscher Informationen geleistet zu haben, die der Sache des medizinischen Cannabis schaden.

Um falsch informierte Menschen zu unterrichten, drehte Dr. Sanjay Gupta einen Dokumentarfilm namens „Weed“ über das Thema Cannabis . Er wurde 2013 in drei Teilen veröffentlicht. In diesem Dokumentarfilm spricht er über die öffentliche Meinung zum Thema Cannabis und die medizinischen Gründe, die ihn dazu veranlassen, sich für eine Legalisierung einzusetzen. Obwohl er sein Leben als Legalisierungs-Gegner begann, ist er zu einem der berühmtesten Cannabis-Befürworter der Welt geworden.

Die Inspirationsquelle für Mediziner, die sich für Cannabis aussprechen

Der erste Teil macht den Eindruck, als wäre er ein stiller Aufruf an Ärzte, die zu viel Angst vor negativen Folgen haben oder sich mit ihrem Wissen zu allein fühlten, um sich für medizinisches Cannabis auszusprechen. Als „Weed“ die Runde machte, schrieb Dr. Gupta in einem CNN-Artikel:

„[…] viele Ärzte und Wissenschaftler, die sich vor einer Ächtung fürchteten, weil sie das Potenzial von Marihuana überhaupt in Erwägung zogen, riefen mich im Vertrauen an, um ihre eigenen Erfahrungen mit dem Medikament und dem Nutzen, den es ihren Patienten gebracht hat, zu teilen.“

Er zeigte sich zudem besorgt darüber, dass in den USA alle 19 Minuten eine Person an einer Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente stirbt. Die überwiegende Mehrheit dieser Überdosierungen erfolgt unbeabsichtigt. In der Zeit, in der dieser Artikel geschrieben wurde, starben mehrere Menschen. Man muss kein Neurochirurg sein, um eins und eins zusammenzuzählen.

Hoffentlich wird die Doku die Fortschritte weiter begünstigen, die Dr. Gupta sowohl macht als auch ermöglicht. Dies ist ein Mann, der nicht nur seine sehr öffentliche Haltung gegenüber Cannabis geändert hat, sondern auch den Mut und die Integrität hatte, es vor der ganzen Welt zu tun.

Dr. Gupta hat sogar Fragen zu Patenten der US-Regierung im Zusammenhang mit Cannabinoiden angesprochen, die aus dem Jahr 1942 stammen. Während nur wenige in der Position sind, diese Patente publik zu machen, hatte Gupta kein Problem damit, sie bei CNN zur Sprache zu bringen. Er kritisierte sogar die Food and Drug Administration für ihre mangelnde Stellungnahme zu diesem Thema.

Gupta setzt sich für wissenschaftliche Beweise ein – nicht für politische Irreführung

In seiner „Entschuldigung“, die Gupta 2013 via CNN veröffentlichte, verweist er auf ein längst vergessenes Stück US-Geschichte. 1970 schrieb der stellvertretende Gesundheitsminister, Dr. Roger O. Egeberg: „Da in unserem Wissen über die Pflanze und die Auswirkungen des darin enthaltenen Wirkstoffs noch eine beträchtliche Lücke besteht, empfehlen wir, Marihuana zumindest bis zum Abschluss bestimmter Studien, die derzeit zur Lösung des Problems im Gange sind, weiterhin als Substanz der ersten Kategorie zu führen“.

Wie Dr. Gupta betont, wurde die Klassifizierung von Cannabis als ein Medikament mit „hohem Missbrauchspotenzial“ und „keinem medizinischen Nutzen“ – beides gesetzliche Voraussetzungen für eine Substanz der ersten Kategorie – mangels wissenschaftlicher Beweise vorgenommen.

Fast ein halbes Jahrhundert später wurde jeder Versuch, Cannabis in den USA neu einzustufen, zunichte gemacht. Es ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass es mehr Beweise für die Vorteile und Anwendungsbereiche von Cannabis gibt, als es je zuvor gegeben hat.

Bemerkenswerte Errungenschaften

Im Januar 2011 wurde Dr. Sanjay Gupta vom Forbes-Magazin zu „einer der zehn einflussreichsten Persönlichkeiten“ gekürt.

Seine anregende Meinungsänderung hat viele beeindruckt und sogar die Erschaffung einer medizinischen Sorte namens Gupta Kush inspiriert.

Dr. Gupta hat in Interviews zugegeben, Cannabis ausprobiert zu haben, um dessen Wirkung für sich selbst erfahren zu können.

Einige Zitate von Dr. Sanjay Gupta

„In den USA werden wir [zum Thema Cannabis] seit fast 70 Jahren schrecklich und systematisch irregeführt und ich entschuldige mich für meine eigene Rolle dabei.

[…] Ich entschuldige mich, weil ich mich bis jetzt nicht gründlich genug erkundigt habe. Ich habe nicht weit genug recherchiert. Ich las keine Papiere aus kleineren Labors anderer Länder, die bemerkenswerte Forschungsarbeit leisteten, und ich war zu taub gegenüber den lauten Stimmen legitimer Patienten, deren Symptome dank Cannabis nachließen.

[…] Ich habe fälschlicherweise geglaubt, dass die Drug Enforcement Agency Marihuana auf Grundlage solider wissenschaftlicher Beweise als eine Substanz der ersten Kategorie eingestuft hatte. Sie musste doch sicher gute Gründe dafür gehabt haben, warum sie Marihuana in dieselbe Kategorie steckte, in der auch die gefährlichsten Drogen sind – die ,die keinen anerkannten medizinischen Nutzen und ein hohes Missbrauchspotenzial haben.

Doch die DEA hatte keine Forschungsergebnisse, die ihre Behauptung unterstützten, und ich weiß nun, dass, wenn es um Marihuana geht, nichts von alledem wahr ist. Es hat kein großes Missbrauchspotenzial, aber dafür sehr legitime medizinische Anwendungsmöglichkeiten.“Auch wenn Gupta sicherlich wegen seiner öffentlichen Meinung zum Thema Cannabis kritisiert wird, hat er unerwartete Unterstützung von vielen Kollegen erhalten. Dank seiner medizinischen Qualifikationen und seines sozialen Status ist Gupta jemand, dem die Menschen zuhören. Mit seinen Artikeln, seiner Stimme und seinen Dokumentarfilmen hat Gupta die Möglichkeit ergriffen, zu versuchen, das Leben vieler zu verändern. Schließlich predigt so niemand wie ein Bekehrter.

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