Die Vorteile der Mischkultur für Cannabis

Wussten Sie, dass man einen Cannabisgarten effizienter und nachhaltiger gestalten kann, indem man Mischkulturen pflanzt? Indem man Permakultur-Systeme verwendet, verbessert man die Gesundheit der Cannabispflanzen und sogar deren Ertrag. Die Mischkultur ist eine unschätzbare Anbau-Technik für Anfänger wie erfahrene Grower.

Die Mischkultur ist eine Praxis, die den meisten Pflanzen zugutekommt. Insbesondere haben Mischkulturen in Zusammenhang mit Cannabis gezeigt, dass verschiedene Pflanzen unterschiedliche Vorteile für Grower auf der ganzen Welt bereithalten.

Dennoch wird Cannabis nach wie vor oft in Monokulturen angebaut. Das heißt, dass Cannabis als einzige Pflanzenkultur auf einer bestimmten Fläche angebaut wird. Während dieses System aus individuellen Gründen (Platzmangel, ungeeigneter Grow-Bereich et cetera) weit verbreitet ist, kann es mit recht geringem Aufwand in eine Mischkultur verwandelt werden, egal ob indoor oder outdoor.

Warum sollte man sich für Mischkulturen entscheiden?

  1. Um die Pflanzen zu schützen und zu ernähren

Permakultur ist die Praxis der Nutzung natürlicher Ressourcen oder deren Nachahmung, um die Nachhaltigkeit der eigenen Pflanzen zu erhöhen. Die Mischkultur ist eine von vielen Techniken, die ein Permakultur-System ausmachen, und besteht aus dem Anbau unterschiedlicher Pflanzen auf derselben Fläche, um sowohl deren Qualität als auch Produktivität zu erhöhen.

Ziel ist es natürlich, durch die Verbesserungen in Bezug auf Schädlingsbekämpfung, Nährstoffversorgung und Ernte ein besseres und saubereres Endprodukt zu erhalten.

Der Cannabisanbau kann im Gegensatz zu anderen Pflanzen auch bestimmte Maßnahmen erfordern, wie beispielsweise eine gewisse Geheimhaltung. Besonders, wenn man das Glück hat, Outdoor-Flächen nutzen zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten, die dabei helfen können, die Cannabispflanzen zu schützen.

  1. Um den Cannabisanbau umweltfreundlicher zu gestalten

Die Verwendung künstlicher Präparate zur Verbesserung oder zum Schutz einer Pflanze ist eine der jüngsten Entwicklungen in der Kunst des Anbaus. Dem gegenüber steht die Permakultur, die weltweit ein integraler Bestandteil der Geschichte der Landwirtschaft ist. Die Idee dahinter ist bereits Jahrhunderte alt, wurde allerdings erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem leitenden Dozenten der University of Tasmania wieder ins Bewusstsein der Menschen gerufen.

Während synthetische Nährstoffe in bestimmten Kontexten, insbesondere aus kommerzieller Sicht, bevorzugt werden, kann es für Cannabis-Grower durchaus von Interesse sein, biologische, umweltfreundlichere Methoden anzuwenden, um ihre Pflanzen zu nachhaltig anzubauen .

Der Bedarf an biologischen, sicheren und vollständig natürlichen Pflanzen wird immer größer, und auch die Cannabis-Welt macht da keine Ausnahme. Die Monokultur, auch wenn sie für viele der Standard ist, kommt so nicht in der Natur vor: es gibt tatsächlich kein einzige Monokultur, die nicht von Menschenhand erschaffen wurde.

Selbst wenn man ein Grower mit grünem Daumen ist, der sich liebevoll um seine Pflanzen kümmert, so ist man nie vor unvorhergesehenen Problemen gefeit, seien es unwillkommene Schädlinge, suboptimales Wetter oder sonstige Unannehmlichkeiten. Es kann nur helfen, ein paar andere Pflanzen im Grow-Bereich zu halten! Außerdem stehen wirklich viele Pflanzen für den Einsatz in Mischkulturen zur Verfügung, die für ausreichend Diversität im Garten sorgen… Ganz zu schweigen, dass einige von ihnen auch noch köstlich sind.

Wie man das Substrat für Mischkulturen vorbereitet

Die Eigenschaft der „Schädlingsbekämpfung“ in Mischkulturen beruht auf der Existenz wohltuender Bakterien. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass einige von ihnen tatsächlich Pflanzen vor bakteriellen Krankheiten schützen.

Der Einsatz künstlicher Pestizide oder Nährstoffe kann für den Boden äußerst schädlich sein. Tatsächlich haben sie die Eigenschaft, das in der Rhizosphäre (der Bereich, in dem Bakterien und Wurzeln aufeinandertreffen) vorhandene bakterielle und mykotische Ökosystem vollständig zu zerstören. Die in dieser Rhizosphäre herrschende Symbiose ist für die Gesundheit der kultivierten Pflanzen, zukünftig anzubauender Pflanzen und des Bodens selbst entscheidend.

Der Einsatz künstlicher Produkte kann dem Boden tatsächlich so sehr Schaden zufügen, dass es Jahrhunderte dauern kann, bis er wieder gesund und nahrhaft ist.

Die Lösung? Schichten bilden!

Cannabis in Mischkulturen mit anderen Pflanzen anzubauen ist sicherlich eine clevere Art, die Ernte reichhaltiger zu machen, aber was nützt es, wenn der Boden, auf dem die Pflanzen wachsen, aufgrund von Nährstoffmangel Probleme damit hat, sie zu ernähren?

Indem man Pflanzenmaterial auf die erste Schicht des Bodens legt, kann man die Revitalisierung des wertvollen Ökosystems aus Bakterien, Hefen und Pilzen beschleunigen, was durchaus den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer außergewöhnlichen Ernte ausmachen kann. Die in der oberen Schicht vorhandenen Bakterien ernähren sich von diesem Pflanzenmaterial und wandeln es in zusätzliche Nährstoffe um.

Die Gute daran ist, dass dies nicht nur im Garten oder einer anderen Outdoor-Fläche funktioniert, sondern auch in Töpfen.

Welches Pflanzenmaterial eignet sich zur Bildung von Schichten – und wie?

Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Geeignet sind all jene Pflanzenmaterialien, die nicht mit Chemikalien (Nährstoffe, Pestizide und so weiter) in Berührung gekommen sind… diese kann man dann aufschichten. Dabei funktioniert fast alles: Laubfall, Stroh, Überbleibsel vom Trimmen, geschnittenes Gras und vieles mehr. Alternativ kann man auch zusätzliche Schichten aus Dingen, die normalerweise auf dem Komposthaufen landen, bilden: Speisereste, biologisch abbaubare Gegenstände auf Pflanzenbasis und so weiter. Das Stichwort lautet hierbei: biologisch.

Pflanzen, die in einer Mischkultur zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden können

  1. Pflanzen, die zur Abwehr dienen:

  • Ringelblume: Wehrt Weiße Fliegen (Gewächshausmottenschildlaus) und andere Insekten durch eine Chemikalie ab, die direkt im Boden und schließlich in benachbarten Pflanzen freigesetzt wird, wodurch diese gegen Schädlinge resistent werden.
  • Roter Fingerhut: Zieht Dicyphus Hesperus an, ein Insekt, das bei der Bekämpfung von Weißen Fliegen, Blattläusen und Spinnmilben helfen kann.
  • Königskerzen: siehe Roter Fingerhut.
  • Echter Koriander : Wehrt Blattläuse und Spinnmilben ab.
  • Pfefferminze: Wehrt Blattläuse ab. Ihr Menthol-Gehalt lockt außerdem Nutzinsekten an.
  • Knoblauch: Wehrt Blattläuse, Schnecken, Japankäfer, Blumenfliegen und sogar einige Tiere ab. Wirkt zudem als natürliches Fungizid.
  • Dill (sowie Fenchel, Kreuzkümmel und Anis): Wehrt Spinnmilben, Blattläuse und Raupen ab, indem es ihre natürlichen Feinde, Wespen, anlockt.
  • Basilikum: Wehrt diverse Insekten und Schnaken ab, indem es ein Insektizid über seine Blätter aussondert.
  • Frauenminze : Wehrt Nachtfalter ab.
  • Chrysanthemen : Bekämpft schädliche Insekten und Nematoden dank ihres Gehalts an Pyrethrin (ein insektizider Naturstoff).
  1. Pflanzen, die Nutzinsekten anlocken:

  • Sonnenblume: Lockt Nutzmilben und Blumenwanzen an, die ihrerseits Spinnmilben, Trauermücken und Schildläuse fressen.
  • Gemeine Schafgarbe: Lockt Wespen und Marienkäfer an.

Man kann Cannabispflanzen auch auf viele andere Arten schützen, besonders wenn man aus einem früheren Grow-Projekt weiß, gegen welche Schädlinge man sich besonders in Acht nehmen muss. Indem man das Problem ermittelt, kann man die nötigen Maßnahmen ergreifen und beispielsweise die Lieblingsspeisen der jeweiligen Schädlinge pflanzen. Wenn man sie schon nicht ausrotten kann, dann kann man sie wenigstens dazu bringen, sich an anderen Pflanzen zu laben. Zum Beispiel sind Dill, Fenchel und Petersilie bevorzugte Leckerbissen von Schmetterlingen.

Die besten Pflanzen, um den Erdboden mit Nährstoffen anzureichern

  • Luzerne: Spendet Stickstoff. Kann auch als stickstoffreiche Schicht während des Anbaus eingesetzt werden. Dazu trimmt man sie und lässt das Pflanzenmaterial auf dem Boden liegen.
  • Borretsch (sowie andere Unterarten der Raubblattgewächse): Spendet zusätzliche Nährstoffe. Raubblattgewächse düngen den Boden, indem sie Nährstoffe und Mineralien über ihr tiefes Wurzelwerk abgeben. Dadurch sind sie hervorragend für Mischkulturen geeignet, auch wenn einige von ihnen viel Platz benötigen, da sie schnell und platzraubend wachsen. Genau wie Luzerne können sie beschnitten und als Mulch liegengelassen werden.
  • Klee (Mikroklee, Weißklee, Wiesenklee  und Inkarnat-Klee): Spendet zusätzliche Nährstoffe. Klee reichert den Erdboden auf die gleiche Weise mit Spurennährstoffen an wie Borretsch. Er kann darüber hinaus den Stickstoffgehalt im Boden stabilisieren: durch den Abbau organischer Substanzen setzt er Stickstoff frei, der von anderen Organismen genutzt werden kann. Darüber hinaus fungiert Klee als lebender Mulch, schützt so den Boden um die Cannabispflanzen herum und verbessert die Wasserversorgung, indem er Feuchtigkeit mit seinen seichten Wurzeln einfängt. Indoor eignen sich Mikroklee und Weißklee für kleine bis mittelgroße Behältnisse.
  • Gewöhnliche Vogelmiere : Spendet zusätzliche Nährstoffe. Dient als lebender Mulch, kann aber auch geschnitten und liegengelassen werden, um den Boden mit Nährstoffen anzureichern.

Pflanzen, die die Produktivität von Cannabis erhöhen

  • Kamille: Spendet Kalzium und Kalium, wenn sie kompostiert wird und nährt so die Cannabispflanzen, um das Wachstum und die Stärkung des Stamms zu fördern. Erhöht zudem die Ölproduktion benachbarter Pflanzen und setzt Schwefel frei, ein natürliches Insektenschutzmittel.
  • Große Brennnessel: Erhöht die Ölproduktion benachbarter Pflanzen. Dies wirkt sich positiv auf den Harzgehalt der Cannabisblüten aus.
  • Gemeine Schafgarbe: Erhöht die Ölproduktion benachbarter Pflanzen. Verhindert außerdem die Bodenerosion, indem sie die oberen Schichten schützt.
  • Oregano (sowie Majoran): Erhöht den Ertrag benachbarter Pflanzen. Lockt zudem Nutzinsekten an.

Pflanzen, mit denen man Cannabis gut tarnen kann

Viele Pflanzen können eingesetzt werden, um Cannabispflanzen vor neugierigen Blicken, den Elementen oder der Tierwelt zu schützen. Natürlich hängt dies von der Beschaffenheit der Anbaufläche und von anderen natürlichen oder künstlichen Schutzmaßnahmen ab, mit denen man den Grow-Bereich bereits ausgestattet hat.

Nichtsdestotrotz gibt es eine recht offensichtliche Pflanze, die Cannabis zu schützen vermag – und das praktisch unabhängig von den bereits getroffenen Maßnahmen:

  • Große Brennnessel: Zusätzlich zur Verbesserung der Ernte (siehe oben) ist die Brennnessel aus ziemlich offensichtlichen Gründen sehr effektiv, um jeden davon abzuhalten, sich zu nah an sie heranzuwagen (autsch!).

Man kann Cannabispflanzen auf viele andere Arten und Weisen tarnen, wie beispielsweise mit Bambus, Geißblatt, Weiden, Okra und vielen anderen Pflanzen mehr. Man kann sich eine aussuchen, die am besten zu der Umgebung passt, in der angebaut wird – und man sollte dies schnell tun, sodass man sich die Vorzüge so schnell wie möglich zunutze machen kann .

Genauso gibt es Pflanzen, Kräuter und Blumen in endloser Hülle und Fülle, die dabei behilflich sein können, den berauschenden Duft der Cannabispflanzen zu maskieren: Lavendel, Basilikum, Jasmin, Minze und Südholz (das beim Berühren einen zitrusartigen Geruch abgibt), um nur einige zu nennen… einfach eine auswählen und ab dafür!

Mischkulturen können natürlich nicht nur Cannabispflanzen erfreuen: egal, welche Pflanzen man kultivieren möchte – man tut ihnen einen riesigen Gefallen, wenn man ihre Umwelt so natürlich wie nur irgend möglich gestaltet.

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

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