by Martijn on 29/01/2014 | Cannabis Aktuelles

Cannabis wird zum Mainstream: Marlboro stellt Cannabis-Zigaretten her

Am Dienstag, den 21. Januar 2014 haben Neuigkeiten die Runde gemacht, dass Philip Morris bald eine ganz neue Zigarettenära beginnen wird – Cannabis-Zigaretten. Unter dem Namen „Marlboro M“ will man mit diesem Produkt an der schnell wachsenden nordamerikanischen Cannabis-Industrie teilhaben. Offenbar handelt es sich bei diesem News-Item um eine Falschmeldung! Aber mal ehrlich, sollten diese Neuigkeiten wahr sein…


Am Dienstag, den 21. Januar 2014 haben Neuigkeiten die Runde gemacht, dass Philip Morris bald eine ganz neue Zigarettenära beginnen wird – Cannabis-Zigaretten. Unter dem Namen „Marlboro M“ will man mit diesem Produkt an der schnell wachsenden nordamerikanischen Cannabis-Industrie teilhaben. Offenbar handelt es sich bei diesem News-Item um eine Falschmeldung! Aber mal ehrlich, sollten diese Neuigkeiten wahr sein…

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So könnte eine Marlboro-M-Verpackung aussehen.

Die Geschichte wurde ursprünglich von der Satire-Webseite Abril Uno (Spanisch fur 1. April, bekannt Aprilscherze) veröffentlicht. Der stellvertretende Marketingchef von Philip Morris, Werafin Norcik, erläuterte, dass das Unternehmen bereits seit einigen Jahren die Möglichkeiten sondiert, in den Cannabismarkt einzusteigen. Dieses Vorhaben kam aber erst richtig in Gang, nachdem Colorado und Wahington bekanntgaben, Cannabis sowohl für medizinische Zwecke als auch als Genussmittel zu legalisieren. Das Ergebnis wäre gemäß dieser fingierten Meldung die Marlboro M; Cannabis-Zigaretten, die an offiziellen Cannabis-Verkaufsstellen in Colorado und (später in diesem Jahr) auch in Washington verkauft werden. Schaut man sich allerdings die Geschichte von „Big Tabacco“ (so wird diese Milliarden-Industrie auch genannt) an, dann konnte die Geschichte durchaus der Realität entsprechen.

Zu behaupten, dass Philip Morris den Cannabis-Markt bereits seit einigen Jahren im Auge hat, ist eine Untertreibung. 1993 und 1994 machten überdeutliche Gerüchte die Runde, dass das Mutterunternehmen von Marlboro über Cannabis-Zigaretten nachdenke. Auch wenn das Unternehmen dies vehement abstritt, unternahm es einen Versuch den Markennamen „Marley“ eintragen zu lassen, womit es in Frankreich trotz der Proteste von Rita Marley und der Erben ihres kürzlich verstorbenen Ehemannes Erfolg hatte.

“It’s high time for a Marley!” hat offenbar nichts mit Bob zu tun

Philip Morris gab an, dass der Name nichts mit dem berühmten Sänger und Cannabis-Legende Bob Marley zu tun habe. Sogar nachdem ein potentieller Slogan (den Philip Morris ebenfalls hatte eintragen lassen wollen) durchgesickert war – „It’s high time for a Marley!“ („Es ist höchste Zeit für eine Marley!“) – gab ein PM-Sprecher eine lakonische Reaktion: „Ich kann Ihnen versichern, dass meine Vorgesetzten die Marke ‚Marley‘ nicht aufgrund von Bob Marley verwendeten oder registrierten, oder im Zusammenhang mit irgend einem anderen Marley, wie der berühmte Dickens-Charakter mit diesem Nachnamen. Konsumenten würden ganz einfach kein ‚Marley‘-Tabakprodukt mit Bob Marley assoziieren.“ Eine unehrliche Reaktion, vor allem da zur gleichen Zeit die Legalisierung von Cannabis in Europa ein viel diskutiertes Thema war. Dieser „Marley“ ist, marketingtechnisch, ein interessanter Name für ein Unternehmen, das an der Cannabis-Industrie teilhaben will, und bedarf keiner Erklärung.

„Marihuana Staßenslang“-Namen, eingetragen seit 1976

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Rita Marley während eines Auftritts beim High Times Cannabis Cup.

Das Interesse seitens „Big Tobacco“ an Cannabis geht noch viel weiter zurück. Aus dem ,Bericht einer Brainstorming-Session, 1976 von den Lorillard Tobacco Companies (die, neben anderen, Kent-Zigaretten herstellen) organisiert, geht hervor, dass das Unternehmen bereits die Möglichkeiten bezüglich Cannabis und Zigaretten auslotete. Im gleichen Jahr wurde ein Bericht von Brown & Williamson (die Barclay und andere Zigaretten produzieren) in Auftrag gegeben, der ebenfalls Cannabis umfasst. Was zudem erstaunlich ist an diesem beinahe 40 Jahre alten Dokument , ist die Mitteilung auf den Seiten 66 und 67, dass einige Tabakfirmen bereits Produktnamen, „die direkt dem Marihuana-Straßenslang entstammen“, haben eintragen lassen, die für wenig bekannte Produkte verwendet wurden, jedoch auch für Cannabis-Produkte verwendet werden könnten, sofern die Möglichkeit aufkäme, diese legal zu vermarkten.

Es scheint mehr als wahrscheinlich, dass die Tabakindustrie sich seit langem mit der Analyse des Cannabis-Marktes beschäftigt. Im Ergebnis sind sie so gut vorbereitet. Die Veröffentlichung einer Cannabiszigaretten-Marke wurde damit in Einklang stehen. Es gibt also eine realistische Chance, dass diese Falschmeldung irgendwann doch zur Realität werden könnte.

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