by Seshata on 02/12/2014 | Medizinisch

Fünf wichtige Vorteile von Cannabis bei Multipler Sklerose

MS Behandlungen mit medizinischem Cannabis haben sich bei der Linderung vieler Symptome der Multiplen Sklerose (MS) als äußerst effektiv erwiesen. In diesem Artikel wollen wir insbesondere die Symptome betrachten, auf die sich Cannabis oder Therapien auf Cannabisbasis positiv auswirken.


Fünf wichtige Vorteile von Cannabis bei Multipler Sklerose

Entzündungshemmendes Mittel

Das primäre Merkmal der Multiplen Sklerose ist die Entzündung des Nervengewebes. MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die körpereigenen Immunzellen das zentrale Nervensystem angreifen. Dies führt zur Entzündung der Myelinscheiden, die die Neuronen (Nerven) des Gehirns und der Wirbelsäule umhüllen. Als Folge dieser Entzündung werden die Myelinscheiden letzten Endes irreparabel beschädigt, was wiederum eine Reihe von neurologischen Symptomen hervorruft, einschließlich des Kontrollverlustes über die Bewegungen, Muskelschwäche, Spasmen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit.

Cannabis ist ein altbekanntes entzündungshemmendes Mittel, und daher ist es jahrtausendelang von Ärzten und Naturheilkundigen auf der ganzen Welt zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt worden. In den letzten Jahren ist die Fähigkeit von Cannabis, durch MS bedingte Entzündungen zu lindern, gründlich erforscht worden, und auf dieser Grundlage wurde das erste auf dem Markt zugelassene Medikament der Welt entwickelt—Sativex, das vom englischen Unternehmen GW Pharmaceutical hergestellt wird.

Ein Querschnitt durch den Nerv einer Maus, auf dem die den Nerv umhüllende Myelinscheide zu sehen ist (© JCB Images)
Ein Querschnitt durch den Nerv einer Maus, auf dem die den Nerv umhüllende Myelinscheide zu sehen ist (© JCB Images)

Die Forschung wies nach, dass Agonisten des CB1-Rezeptors (wie zum Beispiel THC oder der endogene Agonist Anandamid) einen neuroprotektiven Effekt bei MS-Patienten ausüben, indem sie die Immunantwort abschwächen und dadurch die Entzündung lindern. In einer bedeutenden Studie züchtete man Mäuse, denen CB1-Rezeptoren fehlten. Diese Tiere zeigten eine erhöhte Anfälligkeit für Entzündungen und Degeneration der Nerven, wenn sie mit einer tierischen Version der MS infiziert wurden, die als experimentelle allergische Enzephalomyelitis bezeichnet wird.

Wirkung gegen Schmerzen

Schmerz ist eines der häufigsten, schwächend wirkenden Symptome der MS, unter dem 50 bis 70 % der Patienten leiden. Durch MS verursachte Schmerzen treten entweder direkt als Folge der Entzündung des Nervengewebes auf oder werden durch Muskelkrämpfe und Spasmen ausgelöst, die Druck auf den Bewegungsapparat ausüben.

Bewegungsapparat ausüben. Cannabis hat nachweislich die Fähigkeit, Schmerzen aufgrund von MS zu lindern. In einer klinischen Studie, die 2005 an Menschen durchgeführt wurde, konnte gezeigt werden, dass ein Medikament auf Cannabisbasisin Form eines unter der Zunge verabreichten Sprays signifikant effektiver wirkt als ein Placebo, was die Linderung von Schmerzen und Schlafstörungen bei MS-Patienten angeht. Auch das Rauchen von Cannabis lindert Schmerzen aufgrund von MS, wie in mehreren Studien bewiesen wurde. Zu dem gleichen Ergebnis kam eine Umfrage unter 112 MS-Patienten aus den USA und Großbritannien, in der die überwältigende Mehrheit angab, nach dem Cannabisrauchen weniger Schmerzen verspürt zu haben.

Die Entzündung des Nervengewebes ist das Hauptsymptom einer MS (© Ars Electronica)
Die Entzündung des Nervengewebes ist das Hauptsymptom einer MS (© Ars Electronica)

Cannabis lindert Schmerzen bei MS-Patienten, indem es auf direktem Weg die Dämpfung der Immunreaktion und der daraus resultierenden Entzündung bewirkt, und es lindert auch die Schmerzen des Bewegungsapparats, die durch Muskelkrämpfe und Spasmen verursacht werden. Ein 2007 veröffentlichter wissenschaftlicher Artikel zeigte auf, dass Schmerzen aufgrund von MS mithilfe von THC effektiver bekämpft werden konnten als mithilfe von CBD und Dronabinol, einer synthetischen Form von THC.

Krampflösendes Mittel

Muskelkrämpfe – also plötzliche, unfreiwillige Kontraktionen eines Muskels oder einer Muskelgruppe – sind ein weiteres weitverbreitetes Merkmal der MS, von dem bis zu 80 % der Patienten berichten. Krämpfe können heftige, vorübergehende Schmerzen verursachen, die für gewöhnlich nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Muskelspasmen sind ein ähnliches Symptom; sie bezeichnen den Zustand einer konstanten Kontraktion eines Muskels oder einer Muskelgruppe und führen zu Schmerzen, Steifheit und einem Gefühl der „Verspannung“.

Muskelkrämpfe aufgrund von MS können extrem schmerzhaft und schwächend sein (© Dr Todd Cremeans)
Muskelkrämpfe aufgrund von MS können extrem schmerzhaft und schwächend sein (© Dr Todd Cremeans)

Cannabis bewirkt nachweislich, dass sowohl die Häufigkeit der Muskelkrämpfe als auch der Schweregrad der Muskelspasmen abnehmen. 2005 ergab eine Doppelblind-Crossover (Überkreuz)-Studie mit Placebo-Kontrollgruppe und zufällig ausgewählten Patienten (das gilt als „Goldstandard“ der klinischen Studien), dass 37 der 50 für die Studie registrierten Patienten durch Cannabis Verbesserungen in Bezug auf Beweglichkeit und Häufigkeit der Muskelkrämpfe aufwiesen. Und eine auf zufälliger Teilnehmerauswahl beruhende kontrollierte Studie, die 2007 durchgeführt wurde, zeigte, dass Cannabispräparate bei der Behandlung von Muskelspasmen effektiver sind als Placebos, auch wenn diese spezielle Studie keine statistisch signifikanten Ergebnisse erreichte.

Der Effekt von Cannabis auf Muskelkrämpfe und Spasmen ist wahrscheinlich auf seine Fähigkeit zur Verminderung der Nervenentzündung zurückzuführen, wodurch der Krankheitsverlauf insgesamt abgebremst wird. Eine in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2000 wies nach, dass die Cannabinoidrezeptoragonisten, einschließlich THC und R(+)-WIN 55,212 (ein synthetischer Agonist), das Zittern sowie die spastischen Symptome abschwächten, während die Antagonisten der Cannabinoidrezeptoren (insbesondere der CB1-Rezeptor) die Symptome verschlimmerten.

Wirkung gegen Depressionen

Ein weitverbreitetes Merkmal der Multiplen Sklerose ist die klinische Depression, unter der bis zu 50 % der MS-Patienten im Laufe der Erkrankung leiden. Bei MS sind Depressionen häufig auf die Schädigung der Nerven zurückzuführen, die zur Regulierung der Stimmung beitragen, oder sie treten als Nebenwirkung anderer Medikamente auf, die zur Bekämpfung des Fortschreitens der Krankheit eingenommen werden. MS kann sowohl zu einer schweren Depression als auch zu einer Reihe von damit zusammenhängenden Symptomen seelischer Störungen führen.

Rund 50 % der MS-Patienten leiden unter einer schweren Depression (© Violet Rose)
Rund 50 % der MS-Patienten leiden unter einer schweren Depression (© Violet Rose)

Ob Cannabis überhaupt in der Lage ist, Depressionen zu bekämpfen, ist umstritten, und für beide Meinungen gibt es substanzielle Indizien. Mehrere Studien haben gezeigt, dass THC, CBD und Cannabichromen (CBC) als Antidepressivum wirken können. Das Endocannabinoidsystem ist dafür bekannt, dass es eine wichtige Funktion bei der Regulierung der Stimmung und für das subjektiv empfundene Lebensglück spielt, und Endocannabinoide wie beispielsweise Anandamide sind für diese Vorgänge von fundamentaler Bedeutung. Man nimmt heute an, dass bestimmte genetische Varianten bei der Entstehung der CB1-Rezeptoren dafür verantwortlich sind, dass einige Menschen für die stimmungsaufhellende Wirkung von Cannabis empfänglicher sind als andere.

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In der oben erwähnten Umfrage haben über 90 % der 112 MS-Patienten aus den USA und Großbritannien berichtet, dass die Anwendung von Cannabis die Symptome der Depression sowie seelische Störungen gelindert habe. Hier sind äußerst komplexe Wechselwirkungen am Werk; subjektive Stimmungsaufhellungen können auch durch die Besserung anderer Symptome hervorgerufen werden, die seelischen Stress verursachen – einschließlich Schmerzen und Krämpfe -, sowie durch die direkte Beeinflussung der an der Stimmungsregulierung beteiligten Nerven.

Mittel gegen Unterleibsbeschwerden

Darüber hinaus kann MS zu einer Reihe von Magen-Darm-Beschwerden führen, einschließlich Bauchschmerzen, Verstopfung (unter der rund 50 % der Patienten leiden) und Stuhlinkontinenz (die bei 30-50 % der Patienten auftritt). Diese Symptome können ausgesprochen peinlich, belastend und schmerzhaft sein.

Magen-Darm-Beschwerden sind ein weiteres häufiges Symptom der MS, hierunter leiden bis zu 50 % der Patienten (© Ashley Rose)
Magen-Darm-Beschwerden sind ein weiteres häufiges Symptom der MS, hierunter leiden bis zu 50 % der Patienten (© Ashley Rose)

51-60 % der Teilnehmer an der Patientenumfrage berichteten, dass der Drang zur Darmentleerung durch die Anwendung von Cannabis vermindert worden sei; 44 % gaben an, die Stuhlinkontinenz sei zurückgegangen, und 30 % erklärten, nun weniger unter Verstopfung zu leiden. Cannabis ist lange Zeit mit Magen-Darm-Erkrankungen einschließlich IBS (Reizdarmsyndrom) und Morbus Crohn in Verbindung gebracht worden; hierfür ist vermutlich die Wirkung der Cannabinoide auf die Rezeptoren verantwortlich (insbesondere die CB2-Rezeptoren), die im peripheren Nervensystem die Darmfunktion steuern.

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