Cannabis in Florida- Gesetze, Konsum und Geschichte

Medizinisches Cannabis ist derzeit in Florida legal, der Freizeitkonsum hingegen nicht. Mehrere Abgeordnete haben versucht, Gesetze zur Legalisierung des Cannabiskonsums zu verabschieden, trafen bisher aber auf Widerstand. Deshalb bleiben die Strafen für den Verkauf oder Besitz der Droge hart, mit Haftstrafen selbst für kleinere Delikte.

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Cannabisgesetze in Florida

Die USA unterliegen den Gesetzen des Bundes und der Bundesstaaten. Dieser Artikel befasst sich mit den Cannabisgesetzen im Bundesstaat Florida. Für die US-Bundesgesetze besuchen Sie bitte diese Seite.

Darf man in Florida Cannabis besitzen und konsumieren?

Der Besitz und Konsum von Cannabis ist in Florida derzeit illegal. Wer mit 20 Gramm oder weniger erwischt wird, kann mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr, und/oder einem Bußgeld von 1.000 $ belegt werden. Wenn die Cannabismenge 20 Gramm überschreitet, wird aus dem geringfügigen Delikt ein schweres Verbrechen, und die Haftstrafe steigt auf bis zu fünf Jahre an (mit einem möglichen Bußgeld von 5.000 $).

Allerdings gibt es Versuche, den Freizeitkonsum von Cannabis zu legalisieren, so wie schon in einigen anderen US-Bundesstaaten. 2019 reichten die AbgeordnetenCarlos Guillermo Smith und Michael Grieco eine Gesetzesvorlage ein mit dem Ziel, die Droge zu legalisieren. Zu diesem Gesetzesentwurf gab es weder eine Anhörung noch eine Abstimmung. Ihr Entwurf sah vor, Erwachsenen über 21 Jahren „den Konsum, Besitz und Transport“ von bis zu 2,5 Unzen (70 g) Cannabis und den Anbau von bis zu sechs Pflanzen zu gestatten.

Der Legalisierung des Freizeitkonsums von Cannabis steht ein großes Hindernis im Weg, und das ist die Einschränkung von Volksbegehren. Von Abgeordneten der Republikaner vorangetrieben, beschränkt dieses Gesetz den Einfluss, den Bürgerbegehren auf Gesetzesänderungen nehmen können. Da vier der Änderungsanträge eine Änderung des geltenden Cannabisrechts beinhalten, dürfte dies in Zukunft ein großes Problem darstellen.

Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete dieses umstrittene Gesetz im Juni 2019, woraufhin es sofort in Kraft trat. Die Zeitung South Florida Sun-Sentinel bezeichnete diese Aktion als einen „arroganten Missbrauch der politischen Macht“.

Darf man in Florida Cannabis verkaufen?

Der Verkauf von Cannabis ist in Florida ebenfalls illegal. Wenn der Täter dabei erwischt wird, 20 Gramm oder weniger zu verkaufen, muss er mit einer Haftstrafe von maximal einem Jahr und einem Bußgeld von 1.000 $ rechnen. Der Verkauf von 25 amerikanischen Pfund (11,325 kg) oder weniger gilt als schweres Verbrechen und kann zu einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren plus einem Bußgeld von 5.000 $ führen. Alles über 25, aber unter 2.000 amerikanischen Pfund wird mit einer Haftstrafe von drei bis fünzehn Jahren und einem Bußgeld von 25.000 $ bestraft.

Wenn die Gesetze nach den Parlamentswahlen 2020 geändert werden, könnte der Verkauf von Cannabis legal werden. Regulate Florida beantragt nicht nur die Legalisierung des Freizeitkonsums von Cannabis, sondern auch die Schaffung eines kontrollierten Wirtschaftszweigs, sodass die Pflanze an die Allgemeinheit verkauft werden darf.

Darf man Cannabis in Florida anbauen?

Der Anbau von Cannabis ist in Florida illegal. Wenn man beim Anbau von weniger als 25 Pflanzen erwischt wird, beträgt die maximale Haftstrafe fünf Jahre (plus 5.000 $ Bußgeld). Für 25 bis 300 Pflanzen steigt die Strafe auf maximal 15 Jahre und ein Bußgeld von 10.000 $; und wenn die Anzahl der Pflanzen zwischen 300 und 2.000 liegt, ändert sich dies wiederum auf drei bis fünzehn Jahre Haft plus 25.000 $ Bußgeld.

Wenn der Täter beim Anbau von 2.000 bis 10.000 Pflanzen erwischt wird, beträgt die Gefängnisstrafe sieben bis dreißig Jahre plus ein Bußgeld von 50.000 $. Jeglicher Anbau in einem Umkreis von 1.000 Fuß (30 m) um eine Bildungseinrichtung, einen Park oder einen anderen spezifizierten Bereich kann zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren und 10.000 $ Geldbuße führen.

Möglicherweise wird sich dieses Gesetz in Zukunft ändern, sodass es den Menschen in Florida gestattet sein wird, eine begrenzte Anzahl von Pflanzen rein für den persönlichen Gebrauch zuhause anzubauen. Derzeit ist hierüber allerdings noch nicht entschieden worden.

Ist CBD in Florida legal?

Seitdem der Kongress Hanf von der Liste illegaler Drogen gestrichen hat, ist der Konsum, Kauf und Verkauf von CBD in Florida prinzipiell legal. Es muss von einem lizenzierten Grower stammen, und darf nur Spuren von THC enthalten (der Substanz, die für das High verantwortlich ist).

Tatsächlich ist das Gesetz allerdings viel komplexer. Die offizielle Haltung des Landwirtschaftsministeriums von Florida ist, dass der Verkauf von Hanf oder CBD nicht legal ist, aber Nikki Fried, die Landwirtschaftskommissarin, versucht derzeit, die Gesetzgebung so weit voranzubringen, dass die Staatsgesetze mit den Bundesgesetzen in Einklang stehen.

In der Zwischenzeit, während die Situation unklar ist, haben die Behörden bei Verbrauchern, die CBD kaufen und konsumieren, größtenteils ein Auge zugedrückt. Bei den wenigen Malen, als durchgegriffen wurde, ging es um CBD-Händler, nicht um Käufer.

Darf man Cannabissamen nach Florida senden?

Cannabissamen sind in Florida legal und können frei gekauft und verkauft werden. Was den postalischen Versand aus einem anderen Bundesstaat nach Florida angeht, ist das Gesetz nicht ganz so eindeutig, und es gab Berichte, dass Samen vom Zoll einbehalten wurden.

Medizinisches Cannabis in Florida

Auch wenn medizinisches Cannabis auf Bundesebene immer noch illegal ist, wurde es 2016 in Florida legalisiert. Ursprünglich hatte Floridas Senat dies 2014 mit 36 gegen drei Stimmen gebilligt, und das Gesetz wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass Kinder mit Epilepsie Zugang zu medizinischem Cannabis zur Behandlung ihrer Krankheit hatten.

Die Entscheidung des Senats beruhte auf dem Fall eines jungen Mädchens namens Charlotte, die ihre Epilepsie mit CBD-Öl behandelte. Die Gesetzesvorlage bekam zu Ehren dieses Mädchens, aber auch wegen der stark CBD-haltigen Cannabissorte Charlotte’s Web, die ebenfalls nach ihr benannt worden war, den Spitznamen „Charlotte’s Web bill“ (Charlottes Web-Gesetzesvorlage).

Beschaffung von medizinischem Cannabis in Florida

Für den Zugang zu medizinischem Cannabis müssen Patienten:

  • eine registrierte Ausweiskarte für den Konsum von medizinischem Cannabis besitzen, die es ihnen gestattet, medizinisches Cannabis zu kaufen und zu besitzen.
  • unter einer Krankheit leiden, welche die Zugangsbedingungen erfüllt.
  • ständiger oder zeitweiliger Einwohner des Bundesstaates sein.
  • sich dazu bereit erklären, das medizinische Cannabis in Florida zu behalten – es kann nicht legal über die Grenze mitgenommen werden.
  • zustimmen, dass sie es privat konsumieren – der öffentliche Konsum ist verboten.
  • das Cannabis von Kindern fernhalten und es idealerweise in einem verschlossenen Behälter aufbewahren.

Wie qualifiziert man sich für eine Ausweiskarte?

Um sich für medizinisches Cannabis zu qualifizieren, muss der Patient zuerst eine Diagnose von einem approbierten Arzt erhalten. Wenn der Patient unter 18 ist, muss ein zweiter Arzt die ursprüngliche Diagnose bestätigen.

Wenn er anerkannt ist, wird der Patient im Register für den Konsum von medizinischem Cannabis eingetragen (und gegebenenfalls sein Betreuer). Er kann dann eine Ausweiskarte beantragen und in jedem anerkannten Medizinischem Cannabis-Behandlungszentrum Cannabisprodukte beziehen. Wahlweise kann er sich die Produkte auch nach Hause liefern lassen.

Krankheiten, die die Zugangsbedingungen erfüllen

Die Behandlung mit medizinischem Cannabis ist in Florida fürfolgende Erkrankungen zugelassen:

Industriehanf in Florida

Industriehanf wurde 2018 mit dem Agrargesetz auf Bundesebene legalisiert. 2019 stimmte Floridas Senat einstimmig für die Verabschiedung einer Gesetzesvorlage, die einen Rahmen für die Regulierung des Hanfanbaus im Bundesstaat schafft.

Wenn es gebilligt wird, weist das Gesetz Floridas Landwirtschaftsministerium an, die Regeln für die Hanfindustrie dieses Bundesstaates bezüglich Sicherheitsstandards, Lizenzierung und Qualitätskontrolle auszuarbeiten. Außerdem wird ein Beirat geschaffen, der die lokalen Gemeinden aufklärt und ihnen erläutert, wie sich Hanf von Cannabis unterscheidet.

Gut zu wissen

Wenn Sie nach Florida reisen (oder gegenwärtig dort leben), könnten folgende Informationen interessant für Sie sein:

Die Geschichte von Cannabis

Es hat lange gedauert, bis Cannabis den Weg nach Florida geschafft hat. Anderswo im Land war die Popularität der Pflanze während der Prohibition (in den 1920er-Jahren) deutlich gewachsen, aber Florida hat etwas länger gebraucht, um die Pflanze wirklich anzunehmen.

Jedenfalls merkte der Key West Citizen 1931 an, dass: „der Konsum von Cannabis, einer Droge, die aus einer mexikanischen Pflanze hergestellt wird, sich mit rasender Geschwindigkeit in den Vereinigten Staaten verbreitet. Und das Traurige daran ist, dass es nur wenige Gesetze gibt, die dies verhindern können.“

Zu dieser Zeit wandten sich in den USA namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Geschäftsleute gegen diese Pflanze. Harry J. Anslinger, der erste Vorsitzende der US-Antidrogenbehörde, leitete eine Verleumdungskampagne ein, in der er Cannabis die Schuld an verschiedenen Gewaltverbrechen im Land zuschob. Diese Fälle von Verbrechen, die mit Cannabis in Verbindung gebracht wurden, haben Historiker später widerlegt.

Das Cannabissteuergesetz von 1937 verbot die Pflanze in Florida, ebenso wie im restlichen Land. Die öffentliche Wahrnehmung in den 1940er-Jahren war zwar größtenteils negativ, aber in den 1950ern und 1960ern hatte die Hippiekultur Fuß gefasst – und Cannabis war bei den hippen jungen Bürgern Floridas auf einmal gefragt.

Tatsächlich gehörte Florida zu den ersten Bundesstaaten, die Cannabis begrüßten. Das Miami Pop Festival (das ein Jahr vor Woodstock stattfand) war voll von Menschen, die zu den Auftritten von Fleetwood Mac, Joni Mitchell und Jimi Hendrix Cannabis rauchten.

Am Ende der 1960er-Jahre war Florida als Zentrum des Cannabisschmuggels der USA bekannt, da die Droge regelmäßig in seinen Häfen eintraf. Dies setzte sich im darauffolgenden Jahrzehnt fort. Der Bundesstaat wurde nicht nur für den Handel mit der Droge berühmt, sondern auch für ihren Anbau.

Ronald Reagans Krieg gegen die Drogen in den 80ern führte dazu, dass Floridas Cannabisfelder als Teil der Maßnahmen zu ihrer Vernichtung mit Chemikalien besprüht wurden. Die Drogenkartelle machten sich keine großen Sorgen darüber, dass sie mit Chemikalien verunreinigtes Cannabis verkauften, was dazu führte, dass die Konsumenten krank wurden. Laut dem Miami Herald war die Pflanze 1988 das zweitgrößte Anbauprodukt in Florida, mit einem jährlichen Erlös von ungefähr 400 Mio. $.

In den 1990er-Jahren änderte sich die soziale Akzeptanz erneut. 1991 wurden Kenneth und Barbara Jenks verhaftet, weil sie die Symptome ihrer AIDS-Erkrankung mit Cannabis behandelten. Sie legten gegen ihre Veurteilung Berufung ein und wurden später freigesprochen. Dieser und ähnliche Fälle führten schließlich dazu, dass medizinisches Cannabis legalisiert wurde, auch wenn es mehr als 20 Jahre dauern sollte.

Soziale Akzeptanz von Cannabis

Die Legalisierung von medizinischem Cannabis zeigt, wie sich die soziale Akzeptanz der Drogen in Florida geändert hat. Als über die Initiative zur Legalisierung von medizinischem Cannabis abgestimmt wurde, stimmten 71 % der Bürger dieses Bundesstaates dafür – eine große Mehrheit.

Es gibt immer noch einigen Widerstand gegen den Konsum, insbesondere von Abgeordneten der Republikaner. Es scheint jedoch, dass die Öffentlichkeit für die Legalisierung der Droge größtenteils offen ist.

Wird Cannabis in Zukunft legalisiert?

Es hat verschiedene Versuche gegeben, den Freizeitkonsum von Cannabis in Florida zu legalisieren. Bisher war keiner davon erfolgreich – aber Experten sind der Ansicht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Gesetz verabschiedet wird.

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    Obwohl größte Sorgfalt bei der Gewährleistung der Richtigkeit dieses Artikels aufgewendet wurde, ist er weder als Rechtsberatung gedacht, noch sollte er als solche verstanden werden. Jede Situation wird von individuellen Faktoren beeinflusst und man sollte stets einen Experten oder Anwalt für eine Rechtsberatung konsultieren.

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    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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    Maurice Veldman

    Maurice Veldman ist Mitglied der Niederländischen Vereinigung der Strafrechtsanwälte und einer der bemerkenswertesten Cannabis-Anwälte der Niederlande. Mit 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet unterstützt sein strafrechtliches und Verwaltungsrecht die Cannabisverkäufer und Hanferzeuger dabei, die Ungleichheiten zwischen Individuum und Staat zu beseitigen.
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