Cannabis in Pakistan – Gesetze, Konsum und andere Informationen

Der Besitz und die Verbreitung von Cannabis sind verboten. Wird man dabei erwischt, kann man mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Allerdings ist die Herstellung von Cannabis und Haschisch trotzdem weit verbreitet, was Pakistan zu einem der größten Cannabisproduzenten der Welt macht. Obwohl oder vielleicht gerade weil Alkohol verpönt ist, ist Cannabiskonsum weit verbreitet, auch wenn das Land Cannabis immer noch nicht für den medizinischen Einsatz zugelassen hat.

    • Hauptstadt
    • Islamabad
    • Einwohner
    • 208,362,000
    • CBD Produkte
    • Illegal
    • Cannabis für Freizeitkonsum
    • Illegal
    • Medizinisches Cannabis
    • Illegal

Cannabis-Gesetze in Pakistan

Darf man in Pakistan Cannabis besitzen und konsumieren?

Der Besitz von Cannabis ist in Pakistan illegal. Wer Cannabis in seinem Besitz hat oder konsumiert und dabei erwischt wird, kann zu einer Geld- oder Freiheitsstrafe verurteilt werden. Nichtsdestotrotz ist der Cannabiskonsum im Land relativ weit verbreitet.

Die Strafverfolgung variiert von Region zu Region erheblich. In einigen Teilen Pakistans (insbesondere in den Stammesgebieten im Nordwesten, wo es beträchtliche Cannabisplantagen gibt) werden die Gesetze häufig nicht durchgesetzt. Tatsächlich wird dort Cannabis mancherorts sogar ohne jegliche Strafverfolgung öffentlich verkauft.

In anderen Teilen des Landes wird ein strengerer Ansatz verfolgt. Wenn man beispielsweise in Islamabad mit Cannabis erwischt wird, kann man zu einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zwei Jahren verurteilt werden. Dennoch ist Cannabis (laut Drogenbehörde) die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Pakistan.

Darf Cannabis in Pakistan verkauft werden?

Der Gesetze des Landes besagen, dass der Cannabishandel in Pakistan illegal ist.

Wenn man bis zu 100 Gramm Cannabis verkauft, kann man zu bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt werden. Es kann auch zu einer Geldstrafe kommen. Beträgt die Cannabismenge zwischen 100 Gramm und einem Kilogramm, erhöht sich die Haftstrafe auf sieben Jahre (plus Geldstrafe). Wird man beim Verkauf von über einem Kilogramm erwischt, läuft man Gefahr, lebenslang inhaftiert zu werden oder sogar zum Tode verurteilt zu werden. Zusätzlich kann man mit einer Geldstrafe von bis zu einer Million Rupien (umgerechnet etwa 6.500 Euro) rechnen.

Die Drogenbehörde geht in der Regel in vier Phasen vor.

  1. Ermitteln – Ermittlung von Quellen, Bewegungen oder des Eigentümers von Vermögenswerten
  2. Einfrieren – die Vermögenswerte auf Anordnung des Gerichts entfernen, übertragen oder sperren
  3. Beschlagnahmung – die Vermögenswerte zugunsten des Bundes beschlagnahmen
  4. Verwertung – die Vermögenswerte werden zugunsten des Bundes verwertet

Darf Cannabis in Pakistan angebaut werden?

Das Control of Narcotic Substances Act besagt, dass „niemand Cannabispflanzen anbauen darf“. Die Missachtung dieses Gesetzes bedeutet, dass zuwiderhandelnde Personen zu einer „Freiheitsstrafe, die sich auf sieben Jahre erstrecken kann, zu einer Geldstrafe oder zu beidem“ verurteilt werden können.

Die pakistanische Regierung erlaubt den Anbau von „Suchtstoffen“ für „medizinische, wissenschaftliche oder industrielle Zwecke“. Dies ist nur zulässig, wenn eine Genehmigung der Bundes- oder der Landesregierung (mit Genehmigung des Bundes) erteilt wurde.

In Wirklichkeit wird Cannabis aber im ganzen Land weitläufig angebaut. Pakistan ist einer der größten Cannabisproduzenten der Welt und die Pflanze wächst in vielen Regionen auch in wilder Form.

Ist CBD in Pakistan legal?

CBD-Öl ist in Pakistan nicht legal. Wie bei der Bereitstellung anderer Formen von Cannabis wird der CBD-Markt in einigen Teilen des Landes nicht sonderlich streng überwacht, sodass das Öl stellenweise erhältlich sein kann. Es ist jedoch ratsam, sich darüber im Klaren zu sein, dass es sich nach wie vor um eine illegale Substanz handelt.

Dürfen Cannabis-Samen nach Pakistan geschickt werden?

Derzeit erwähnt das Gesetz nur „Cannabis“ als Sammelbegriff und besagt ausdrücklich, dass die Samen nicht in diese Definition gehören. Dies deutet darauf hin, dass das Saatgut selbst nicht illegal ist. Da das Gesetz hierüber jedoch nicht gänzlich klar ist, ist dennoch Vorsicht geboten, wenn man es aus dem Ausland bestellt.

Medizinisches Cannabis in Pakistan

In Pakistan gibt es keine medizinischen Cannabisprogramme. Das bedeutet, dass alle Formen von Cannabis illegal sind, unabhängig davon, ob sie zur Behandlung von Krankheiten verwendet werden oder nicht.

Dies könnte sich in Zukunft jedoch ändern. Forscher des Shifa International Hospital und der Shifa Tameer-e-Millat University haben kürzlich ein Dossier im „Pakistan Journal of Neurological Science veröffentlicht“, das die Vorteile von Produkten auf Cannabisbasis für medizinische Zwecke hervorhebt.

Industriehanf in Pakistan

Wilder Hanf ist in Pakistan weit verbreitet. Trotz dieser Tatsache verfügt das Land nicht über eine industrielle Hanfwirtschaft. Pakistan setzt bei Textilien nach wie vor weitgehend auf Baumwolle – eine Branche, die einst boomte, heute aber schrumpft. Einem Bericht zufolge wird der größte Teil der pakistanischen Baumwolle inzwischen aus Afghanistan importiert.

Die Möglichkeit des legalen Hanfanbaus wurde von Medien und Forschern gleichermaßen vorgeschlagen. Sie würde dazu beitragen, die Wirtschaft des Landes, insbesondere in ländlichen Gebieten, anzukurbeln. Derzeit gibt es jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass die Regierung dieser Empfehlung nachkommen wird.

Pakistans politische Parteien und Cannabis

In den 1980er-Jahren setzte Pakistan unter der Herrschaft von General Zia ul Haq erstmals ein Drogenverbot in Kraft. Es wird angenommen, dass er dem Druck von US-Präsident Reagan als Teil des globalen „Kriegs gegen Drogen“ erlegen ist. Seitdem haben die meisten pakistanischen Politiker eine Anti-Cannabis-Haltung eingenommen, von denen einige behaupten, dass der Konsum der Droge gegen die muslimische Lehre verstößt.

Der derzeitige Premierminister des Landes, Imran Kahn, könnte den Beginn einer sich ändernden öffentlichen Wahrnehmung einläuten. Er konzentriert sich offen auf Wirtschaftsreformen und wird möglicherweise auf das gewinnbringende Potenzial von Cannabis als eine Möglichkeit, Geld für das Land zu generieren, sehen. Allerdings könnte er auf Proteste anderer Politiker wie Shahbaz Sharif (von der Pakistan Muslim League) stoßen.

Gut zu wissen

Wenn man nach Pakistan reist (oder dort wohnt), ist es sinnvoll, Folgendes zu wissen:

  • Wildes Cannabis wächst in weiten Teilen Pakistans, insbesondere in den nördlichen Regionen. Die meisten Wildpflanzen haben jedoch nur einen geringen THC-Gehalt (die Substanz, die das „High“ bewirkt).
  • Die Drogenbehörde erklärt, dass Cannabis die am häufigsten verwendete Droge im Land ist. Das Durchschnittsalter, in dem Menschen dort zum ersten Mal Drogen jeglicher Art konsumieren, liegt bei 18 Jahren.
  • Für die meisten in Pakistan lebenden Muslime ist der Alkoholkonsum aus religiösen Gründen verboten. Daher wird Cannabis manchmal als freizeitliche Alternative konsumiert.

Die Geschichte von Cannabis in Pakistan

Die pakistanische Bevölkerung kultiviert und konsumiert seit Jahrhunderten Cannabis. Es geht der Ankunft des muslimischen Glaubens im Land voraus und wird in heiligen hinduistischen Texten erwähnt. Diese Schriften konzentrierten sich weitgehend auf den medizinischen Nutzen und die Verwendung in heiligen Ritualen.

Auch die Sufisten konsumierten Cannabis in ihren Ritualen regelmäßig und tun dies bis heute. Im 1.400 Jahre alten Abdullah Shah Gazi Mausoleum besuchen Pilger regelmäßig den Schutzheiligen von Karachi und der Geruch von Cannabis ist dort allgegenwärtig.

In den 1960er- und 1970er-Jahren war Pakistan auch bei Backpackern beliebt, die Cannabis als Teil ihrer „Hippie“-Kultur konsumierten. Während dieser Zeit wurden die berühmten Haschischmärkte von Peshawar gegründet. Das Verbot der 1980er-Jahre machte Cannabis illegal, aber viele pakistanische Einwohner konsumieren es weiterhin.

Einstellung gegenüber Cannabis

Viele der pakistanischen Religionsgemeinschaften, wie die Sufisten und die Hindus, konsumieren Cannabis, um spirituelle Erleuchtung zu erlangen. In den meisten Fällen werden sie von der pakistanischen Polizei nicht verhaftet, obwohl es illegal ist. Neben dem Rauchen (oft in einem „Chillum“) wird Cannabis häufig auch in einem Bhang konsumiert, einem joghurtähnlichen Getränk, das mit dem hinduistischen Gott Shiva in Verbindung gebracht wird.

Auch der freizeitliche Cannabiskonsum ist relativ weit verbreitet. Viele Menschen sprechen offen über das Rauchen oder den regelmäßigen Konsum. Im Gegensatz dazu wird Alkoholkonsum abgelehnt.

Cannabis und die Stammesterritorien

Der größte Teil des pakistanischen Cannabis wird im Nordwesten des Landes, in den von der Regierung verwalteten Stammesgebieten, angebaut. Dieses fruchtbare, hügelige Gebiet ist ideal für den Anbau von Cannabis und Schlafmohn geeignet.

Das Tirah-Tal ist bekannt für seine großen Cannabisfelder und Ernteerträge. Mit seinem warmen Klima und regelmäßigen Niederschlägen am Abend können die Pflanzen gut gedeihen und es ist nicht ungewöhnlich, dass sie bis zu einer Höhe von etwa 4,5 Meter heranwachsen. Jamrud, eine kleine Stadt am Chaiber-Pass, hat derzeit rund 250 aktive Cannabisläden.

Ausländer dürfen aufgrund der Gefahr von Entführungen und gewalttätiger Übergriffe nicht ohne bewaffnete Leibwächter in die Stammesgebiete einreisen. Diese Regionen beherbergen zudem Taliban-Milizen (von denen einige mit Mitteln der Cannabisindustrie finanziert werden).

Pakistanisches Cannabis

Viele der heutigen Cannabissorten stammen aus der pakistanischen Region Kush. Auch Sensi Seeds’ hauseigenes Hindu Kush ist eine der Sorten, die direkt aus dieser Region stammen.

Diese Berglandschaft bietet optimale Bedingungen für den Anbau von potentem Cannabis, jedoch müssen die Landwirte es mit Sorgfalt ernten, um die Qualität sicherzustellen.

Das in diesem Gebiet angebaute Cannabis sieht einzigartig aus. Es kann eine lila-graue Färbung annehmen und wächst manchmal außergewöhnlich hoch.

Haschischproduktion in Pakistan

Die pakistanischen Haschisch-Hersteller wenden viele Verfahren an, um ihre Haschischprodukte herzustellen.

In den meisten Fällen werden die getrockneten Pflanzen zunächst über ein dünnes Tuch gedroschen. Dadurch wird das „Garda“ (getrocknetes Harz) vom Rest der Pflanzenmasse getrennt.

Bei einer kommerziellen Methode zur Gewinnung großer Mengen wird das Garda dann in eine Metallwanne mit etwas Wasser gelegt. Dieses wird sanft erhitzt und die Pollen werden mithilfe eines großen Steins geknetet und miteinander vermengt. Einige Zusatzstoffe wie Ghee oder Henna können in diesem Stadium hinzugefügt werden, um das Haschisch schwerer zu machen und seinen Geruch zu intensivieren.

Bei einem anderen, traditionelleren Ansatz wird das Garda in ein Ziegenfell gelegt, wo es mehrere Monate lang gelagert wird. Das subdermale Fett der Ziegenhaut ermöglicht den Bindungsprozess und verwandelt das Garda in eine klebrige, grün-braune Masse. Pakistanische Cannabisbauern behaupten, dass die Qualität des Endprodukts verbessert wird, je länger man das Garda in der Haut lagert.

Es ist durchaus erwähnenswert, dass einige Cannabisbauern in den Stammesgebieten zulassen, dass ihre Pflanzen mit Schnee bedeckt werden. Dies verleiht den grünen Blüten eine rote Färbung und die Einheimischen glauben, dass sie dadurch potenteres Haschisch erhalten.

Sufisten in Pakistan

Den pakistanischen Sufisten ist Cannabis enorm wichtig. In Sufi-Schreinen sieht man häufig, wie es geraucht wird, und die Sufisten glauben, dass es für ein Gefühl der tiefen Entspannung sorgt und den Geist weckt.

Jedoch teilen bei Weitem nicht alle Menschen im Land ihre Meinung. Andere islamische Gruppierungen betrachten den Sufismus als ketzerisch, was den Sufi-Orden zu einem Angriffsziel gemacht hat. In der Vergangenheit wurden Sufi-Schreine von militanten Taliban und Extremisten wie dem Islamischen Staat (IS) angegriffen.

Wird Cannabis in Zukunft legalisiert?

Cannabis ist so tief in der pakistanischen Kultur verwurzelt, dass eine eventuelle Änderung der Gesetzgebung unvermeidlich scheint, insbesondere hinsichtlich der industriellen Hanf- und der medizinischen Cannabisproduktion.

Derzeit ist eine zuverlässige Prognose allerdings nicht möglich. Einige Muslime betrachten den Cannabiskonsum als Verstoß gegen die Lehren des Korans, andere glauben, dass es sich um eine akzeptable Freizeitaktivität handelt. Der zukünftige Rechtsstatus von Cannabis hängt weitestgehend von der herrschenden Regierung und der öffentlichen Meinung zum jeweiligen Zeitpunkt ab.

  • Disclaimer:
    Obwohl größte Sorgfalt bei der Gewährleistung der Richtigkeit dieses Artikels aufgewendet wurde, ist er weder als Rechtsberatung gedacht, noch sollte er als solche verstanden werden. Jede Situation wird von individuellen Faktoren beeinflusst und man sollte stets einen Experten oder Anwalt für eine Rechtsberatung konsultieren.

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Autor und Gutachter

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    Sensi Seeds

    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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  • Maurice_Veldman

    Maurice Veldman

    Maurice Veldman ist Mitglied der Niederländischen Vereinigung der Strafrechtsanwälte und einer der bemerkenswertesten Cannabis-Anwälte der Niederlande. Mit 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet unterstützt sein strafrechtliches und Verwaltungsrecht die Cannabisverkäufer und Hanferzeuger dabei, die Ungleichheiten zwischen Individuum und Staat zu beseitigen.
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