by Micha on 30/04/2015 | Konsum

7 nicht alltägliche Arten, Cannabis zu konsumieren

Konsum Die meisten Menschen, die Cannabis konsumieren, rauchen es. In Europa mischen es die meisten sogar mit Tabak, obwohl das weitaus schädlicher ist, als es, wie der Großteil der Genießer in den USA, Kanada oder Jamaika, einfach pur zu genießen.


Es geht auch mal ohne Joint

Doch es gibt neben dem Verbrennen von Blüten oder Harz noch andere Methoden, die bei uns immer noch verbotene Pflanze zu genießen. Einige davon wie das Vaporisieren sind schon ein wenig bekannter und verbreiten sich zusehends. Andere sind einfach zu ungewöhnlich, verschwenderisch oder aus anderen Gründen nicht immer und überall praktikabel, um viele Anhänger zu finden. Doch auch sie funktionieren.

1. Vaporisieren

Ist viel gesünder als das Verbrennen von Gras und gar nicht mehr so außergewöhnlich. Es schmeckt besser und ist viel sparsamer als das Rauchen. Mit einem guten Gerät ist das Vaporisieren kein Problem, doch was tun, wenn gerade kein „Vapo“ in der Nähe ist? Schon lange vor der Zeit von Volcano & Co kannte man auf Jamaika die so genannte „Steampipe“. Bei der Konstruktion aus Bambus handelt es sich um nichts anderes als einen Vaporizer der Marke Eigenbau. Schon Ende der 1980er Jahre konnte man in den Bergen der Karibikinsel lernen, wie mit ein  paar Stücken frischem Bambus, ein wenig Holzkohle, einer kleinen Blechdose und glühender Holzkohle Ganja verdampfen anstatt es zu verbrennen. Berichte über Steampipes sowie Anleitungen zum Bau des Ur-Vaporizers findet man mittlerweile auch online. Ganz wichtig beim Vaporisieren ist neben der richtigen Temperatur der Mahlgrad der Blüten. Je feiner sie zerkleinert werden, desto effektiver können die Wirkstoffe gelöst werden.

Ist viel gesünder als das Verbrennen von Gras und gar nicht mehr so außergewöhnlich.
Ist viel gesünder als das Verbrennen von Gras und gar nicht mehr so außergewöhnlich.

2. Backen/Kochen

Nach dem Rauchen sicher die populärste Methode. Fast jede/r hat schon einmal Haschkuchen oder Graskekse gegessen oder wenigstens von deren Existenz gehört. Beim Essen oder Trinken entstehen keinerlei Schadstoffe, allerdings ist die Dosierung ungleich schwieriger als beim Rauchen oder beim Vaporisieren. Besonders in der medizinischen Anwendung ist es oft die einzige Alternative, weil viele Patienten weder Rauch noch Dampf inhalieren wollen oder können.

Nach dem Rauchen sicher die populärste Methode
Nach dem Rauchen sicher die populärste Methode

Überdosierungen können besonders bei ungeübten Usern passieren, weil der Effekt durch die zeitverzögerte Wirkung nicht unmittelbar während des Konsums eintritt. Einen zu starken Joint kann man nach der Hälfte ausmachen, einen zu hoch dosierten Keks nicht. Auch reagieren selbst erfahrene User auf THC-haltige Nahrungsmittel oft stärker als auf dieselbe inhalierte Menge, bei einigen ist es jedoch genau anders herum. Im Zweifelsfall gilt: Langsam heran tasten und immer genau wissen, wie viel Gras oder Hasch denn im Keks, Kuchen oder dem Kakao genau drin ist. Im Zweifelsfalle besser dreimal beim Bäcker oder Koch der Leckerei nachfragen, als sie allzu unbefangen zu schlucken.

Doch es gibt auch eine Methode, bei der eine Überdosierung fast unmöglich ist. Beim „Juicing“, das für Patienten mit hoch dosierter Medizin besonders interessant ist, wird die frische Pflanze ausgepresst. Die positiven Effekte der Cannabinoide kommen beim Genuss frischer Blüten jedoch  zur Geltung, ohne dass man „stoned“ wird. Cannabinoide liegen in der frischen Pflanze überwiegend als Säure (THCA,CBDA usw.) vor. Da THC in Säureform nicht psychoaktiv wirkt, können große Mengen dieser Säfte ohne relevante Nebenwirkungen eingenommen werden. Das ist für Cannabispatienten, die hohe Dosierungen benötigen, deren psychische Nebeneffekte jedoch nicht vertragen, eine ideale Alternative.

3. Im Kaltgetränk-Mischen mit Lecithin

Bis vor wenigen Jahren hieß es oft, Cannabis oder Haschisch brauche Hitze und Fett oder wenigstens Alkohol zum Auflösen , damit man damit backen oder kochen kann. Vor ein paar Jahren präsentierte dann ein österreichischer Hersteller ein Produkt, das es möglich macht, Gras oder Haschisch wasserlöslich zu machen. So kann man es direkt in den kalten Drink kippen oder es sich ohne großen Aufwand ins Müsli rühren. Wurde im Rahmen der Präsentation vor einigen Jahren noch ein großes Geheimnis um die Zutaten gemacht, so ist mittlerweile klar, dass es sich um einfaches Lecithin handelt. Doch Vorsicht: Wird gerade erst getrocknetes Gras vor dem Mischen mit einem Lecithin-Produkt nicht erhitzt, wird die THC-Säure nicht in THC umgewandelt und der Drink oder der Joghurt haben nicht den gewünschten Effekt. Bei Hasch oder lange gelagertem Gras ist das anders.

Lecithin
Lecithin

4. Als Salbe

Mit Cannabis angereicherte Salben sind auch bei hohem THC-Gehalt absolut nicht psychoaktiv, haben aber trotzdem die analgetischen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Cannabis. Die bekannte Hanfaktivistin Bushka Bryndova aus Tschechien hatte sich von den alten Erzählungen über die Verwendung von Hanf in der Volksmedizin und den Forschungsergebnissen von Professor Kabelik an der Universität Olomouc aus den 1950er Jahren inspirieren lassen. Kabelik konnte damals seinen eigenen Finger vor einer schon sicher zu scheinenden Amputation retten.

Mit Cannabis angereicherte Salben sind auch bei hohem THC-Gehalt absolut nicht psychoaktiv
Mit Cannabis angereicherte Salben sind auch bei hohem THC-Gehalt absolut nicht psychoaktiv

„Ich habe […] angefangen, meine eigene Hanfsalbe herzustellen. In Tschechien ist die Herstellung von Medikamenten auf Hanfbasis verboten. So konnte ich die Salbe nicht analysieren lassen oder für offizielle klinische Versuche zur Verfügung stellen. Ich stütze meine Empfehlungen auf die Erfahrungen von Freunden und Bekannten, die sie gegen verschiedene Beschwerden und Krankheiten angewendet haben. Die Hanfsalbe ist ein echtes Universalheilmittel, sie wirkt zugleich als Antibiotikum und gegen Arthritis- und Rheumaschmerzen. Sie lindert Verbrennungen und hilft bei bestimmten Ekzemen, Schuppenflechte und Hautpilzen. Allerdings darf man sie nicht auf frische und/oder blutende Wunden auftragen,“

schreibt Bryndova zur eigenen Erfahrung mit der Salbe.

5. Die wohl ungewöhnlichste, aber effektivste Art: Rektale Applikation

Der Vollständigkeit halber darf man auch die effektivste Art, Cannabis zu konsumieren, nicht außen vor lassen, auch wenn es besonders für den durchschnittlichen Freizeit-User nicht unbedingt das ist, was man unbedingt einmal im Leben gemacht haben muss. Doch wer trotz allgemeiner Vorbehalte für die medizinische Behandlung gedachte Applikationsform wählt, wird belohnt: Wird Cannabis gegessen, so werden durchschnittlich sechs bis acht Prozent des THC-Gehaltes (also etwa ein Drittel des durch Inhalation erzielten Anteils) vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen. In Zäpfchenform wird der Magen-Darmtrakt gemieden und man vermeidet eine erste Verstoffwechselung der Cannabinoide im Magen. So können die aktiven Moleküle (THC, CBD und andere Cannabinoide) in viel höherer Konzentration ins Blut gelangen. Die Wirkung setzt mit einer Verzögerung von 30 Minuten bis zu zwei Stunden ein und hält bis zu acht Stunden an. Der Peak ist dafür nicht so deutlich ausgeprägt wie beim Essen, weil bei der rektalen Applikation kein 11-OH-?9-THC in der Leber gebildet wird. Was für viele Cannabis-Patienten mit Magen-Darm Diagnosen die einzige Alternative darstellt, verspräche auch dem Freizeit-User bislang ungekannte Effektivität.

Rektale Apllikation von Cannabis
Rektale Apllikation von Cannabis

6. Hotboxing

Beim Hotboxing handelt es sich eigentlich um ein gemeinschaftliches Pur-Rauch oder Vaporisations-Erlebnis, bei dem der Party-Charakter im Vordergrund steht. Cheech und Chong haben einst vorgemacht, was besonders viele ältere Cannaseure, die so etwas einmal gemacht haben, heute als Jugendsünde bezeichnen. Beim Hotboxing inhalieren mehrere Konsumenten in einem abgeschlossenen und klein volumigen Raum den Rauch oder den Dampf von Cannabis, Hasch oder BHO.  Derartige Räume können Autos, zu große Motorradhelme, Abstellkammern, Telefonzellen, Zelte oder Schränke sein. Hotboxing ist effektiv und hat vor allen Dingen einen sozialen Charakter. Vom gesundheitlichen Standpunkt aus ist es nicht unbedingt zu empfehlen. Es kann schnell zu Sauerstoffmangel führen, weil man mit jedem Atemzug Rauch oder Dampf inhaliert. Hotboxing und ähnlich radikale Methoden wie das „Eimer rauchen“ sind vorwiegend unter jüngeren Konsumenten verbreitet. Sie kommen aus Gründen der Vernunft sowie des Jugend-und Gesundheitsschutzes für verantwortungsvolle Cannabis-Konsumenten eigentlich gar nicht in Frage. Cannabis muss genossen, nicht möglichst schnell mit dem Ziel vernichtet werden, so high wie nur möglich zu werden.

Beim Hotboxing handelt es sich eigentlich um ein gemeinschaftliches Pur-Rauch oder Vaporisations-Erlebnis
Beim Hotboxing handelt es sich eigentlich um ein gemeinschaftliches Pur-Rauch oder Vaporisations-Erlebnis

7. Hot Knive/Nadel

Beim Hot Knive wird ein kleines Stückchen Gras, Hasch oder BHO auf eine glühende Messerspitze gelegt und der Rauch direkt inhaliert. Bei der Stecknadel-Methode wird eine Stecknadel durch ein Stück Pappe gesteckt, so dass diese senkrecht stehen kann. Dann wird ein kleines Stück Gras oder Haschisch auf der Stecknadel platziert, angezündet und ausgeblasen. Während es verglüht, fängt man den Rauch mit einem Glas auf und inhaliert ihn, sobald das Glas voller Rauch ist. Diese und ähnliche McGyver-Lösungen (Kugelschreiber, Kartoffel, Cola-Dose, Einwegflasche) müssen nicht selten von Prohibitionsopfern, die wegen Cannabis hinter Gitter sitzen, angewendet werden, um keine Spuren zu hinterlassen. Effektiv und sparsam.

Beim Hot Knive wird ein kleines Stückchen Gras auf eine glühende Messerspitze gelegt und der Rauch direkt inhaliert.
Beim Hot Knive wird ein kleines Stückchen Gras auf eine glühende Messerspitze gelegt und der Rauch direkt inhaliert

Sicher gibt es noch ein paar andere außergewöhnliche Arten, Gras zu konsumieren als die hier beschriebenen. Doch auch wenn einige besorgte Legalisierungsgegner in den USA das Gegenteil behaupten: Spritzen kann man Cannabis oder seine Derivate nicht.

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Peter Affe

Peter Affe fragt, ob man ... Samen nach Deutschland bestellen kann!?

26/06/2015

Stefanie

Hallo Peter Affe,
Vielen Dank für die Frage. Ja, wir versenden auch nach Deutschland. Eine Karte mit der Übersicht finden Sie hier: https://sensiseeds.com/faq/country.asp.
Beste Grüße –
Stefanie

29/06/2015

Jonas

Ja, weil es in Europa ein Freihandelsabkommen zwischen den Ländern gibt!

27/05/2018

Popo Catepetl

Ich bin aufgrund des Artikels auf die rektale Applikation von Cannabis aufmerksam geworden. Leider geht der Artikel nicht darauf ein, auf welche Art und Weise das Cannabis dafür gewöhnlicherweise auf- bzw. vorbereitet wird, um optimal rektal appliziert zu werden.
Darum meine Frage:
In welcher Form wird Cannabis am besten rektal appliziert?
Als Öl, Butter, Salbe oder einer Lösung mit Lecithin?
Mag der Author oder ein geneigter Leser vielleicht ein paar diesbezügliche Hinweise oder Antworten ergänzen? Würde mich freuen.
Mit Dank & Gruß,
Popo

10/02/2016

Swiesl23

Am besten im fett lösen. Zäpfchen werden des öfteren aus fett hergestellt. Am besten aus Kakaobutter Zäpfchen Formen und in den Kühlschrank damit.

03/04/2016

anus

kann man hier Hush kaufen ??????????

07/02/2017

Stefanie

Hallo,
vielen Dank für Ihre Frage. In diesem Link können Sie Kush-Varianten finden: https://sensiseeds.com/de/filter/de/hanfsamen/indica
Mit freundlichem Gruß,
Stefanie

07/02/2017


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Bitte geben Sie einen Namen ein
Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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