Wie stellt man Cannabis-Balsam gegen Hautbeschwerden her?

Cannabis zur topischen Anwendung war einst ein Standardmittel in praktisch jeder Apotheke und wurde zur Behandlung von Schmerzen und Hautbeschwerden verwendet. Da immer mehr Vorteile von Cannabinoiden für die Haut bekannt werden, ist dies wieder häufig der Fall. Hier lernen Sie, wie man Cannabiszubereitungen für den topischen Gebrauch selbst herstellt.

Die Cannabis-Legalisierungsbewegung hat zu einer Fülle von THC- und CBD-Produkten auf dem Markt geführt. Was früher nur für die Pfeife gedacht war, ist mittlerweile zu einem Bestandteil der Herstellung verschiedenster cannabisbasierter Produkte einschließlich topischer Mittel geworden.

Es gibt eine Fülle von Forschungsergebnissen über die Wirkung von Cannabinoiden auf die Haut, insbesondere für Menschen mit Ekzemen und Dermatitis. Viele Cannabis-Balsame werden zur Linderung solcher Beschwerden eingesetzt.

Angesichts der Fülle von THC- und CBD-Ölen auf dem Markt war es praktisch nie einfacher, entsprechende Produkte daheim herzustellen. Sie können ein Vollspektrumprodukt produzieren oder sich auf ein einzelnes Cannabinoid verlassen, beide Alternativen haben ihren eigenen Wert als topisches Mittel.

Was sind die Vorteile der topischen Anwendung von Cannabis?

Cannabinoide beeinflussen den menschlichen Körper, indem sie direkt auf das Endocannabinoidsystem abzielen. Dieses physiologische System ist für die Aufrechterhaltung der Homöostase verschiedener Systeme im Körper verantwortlich, einschließlich des zentralen Nervensystems und des endokrinen Systems. Die Cannabinoidrezeptoren und endogenen Cannabinoide des Endocannabinoidsystems sind fast überall im Körper zu finden, auch auf der Haut.

Die Dysregulation des Endocannabinoidsystems wurde mit dermatologischen Erkrankungen wie Dermatitis, Psoriasis, Hautkrebs und Ekzemen in Verbindung gebracht. Dieser Nachweis, gepaart mit dem Vorhandensein von Endocannabinoid-Rezeptoren auf der Haut, ist ein starker Hinweis darauf, dass es sich um einen potenziellen Behandlungsweg für Menschen mit hartnäckigen Hauterkrankungen handeln könnte.

Cannabis wird in der Medizin schon seit der Antike in topischer Form verwendet und wurde in der westlichen Welt Mitte des 19. Jahrhunderts populär. Es wurde als antibakterielles, entzündungshemmendes und schmerzstillendes Mittel eingesetzt, auch bei lähmenden und schwer zu behandelnden Erkrankungen wie Multipler Sklerose und Fibromyalgie.

Eine Tierversuchsstudie an Mäusen zeigte, dass topisch angewendetes THC effektiv Kontaktdermatitis behandelt (wobei Nagetierstudien natürlich nicht einfach auf den Menschen übertragen werden können). Die Rate des Cannabinoidtransfers über die Haut funktioniert je nach Spezies sehr unterschiedlich. Beim Menschen wirkt die äußere Schicht der Haut als leichte Barriere für die Permeation von Δ9-THC.

Im Jahr 2017 berichteten Fallstudien über positive Resultate, die topisches Cannabis in der Schmerz- und Symptombehandlung bei bösartigen Wunden auf der Haut von Krebspatienten und auch bei der Regulierung von Wundschmerzen bei nekrotischen Geschwüren zeigte.

Obwohl es keine spezifischen Forschungen in Bezug auf Cannabis und Ekzeme gibt, wissen wir, dass sowohl THC als auch CBD entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Und einer der Hauptgründe für die Symptome eines Ekzems (Juckreiz und Rötung) ist die Entzündung. Darüber hinaus gilt ein Ekzem auch als hyperproliferative Hautkrankheit – und insbesondere CBD hat die Eigenschaft, antiproliferativ zu sein.

Jüngste Patentanmeldungen beschreiben auch die Anwendung solcher topischer Cannabisbehandlungen bei einer Vielzahl von Erkrankungen, etwa Zysten, Psoriasis und anderen entzündlichen Hautkrankheiten bis hin zur Behandlung von Schmerzen und methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA)-Infektionen.

„Cannabis Science“, Pioniere der medizinischen Cannabisforschung, entwickelt einen topischen Vollspektrumextrakt für Patienten mit medikamentenresistentem HIV (CS-TATI-1). Sie haben erfolgreich Hautkrebsläsionen bei Basal- und Plattenkarzinomen mit einem weiteren topischen Cannabinoidprodukt behandelt, das sie patentiert haben: CS-S/BCC-1. Derzeit kämpfen Sie für die FDA-Zulassung der Behandlung, während eine ganze Reihe von rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Präparaten in Planung ist.

Insgesamt ist die Anwendung von Cannabis bei Hautbeschwerden äußerst vielseitig. Ob die Hautbeschwerden auf Irritationen und Juckreiz oder Schmerzen und Läsionen zurückzuführen sind, Cannabinoide scheinen eine alternative Behandlungsform zu bieten. Es gibt Forschung und Beweise für die Wirksamkeit der Cannabinoidbehandlung der Haut. Nicht umsonst sind derart viele topische Cannbiszubereitungen kommerziell erhältlich.

Wie man seine eigene Cannabis-Creme daheim herstellt

Für alle, die DIY-Projekte einem gekauften Produkt vorziehen, gibt es gute Nachrichten: es ist extrem einfach, zu Hause einen eigenen Cannabis-Balsam herzustellen. Je nachdem, wo Sie wohnen, ist es kein Problem, CBD-Öl oder andere cannabinoidreiche Öle zu erwerben. Wenn nicht, kann man auch ganz einfach getrockneten Cannabisblüten nehmen.

Anleitung: topischer Cannabis-Balsam mit CBD-Öl

Das wird gebraucht:

  • 1 Tasse Kokosöl
  • 1 Flasche (1.000 mg) decarboxyliertes CBD-Öl (oder andere gewünschte Konzentration)
  • Ein Glas zur Aufbewahrung

Das ist zu tun:

  1. Das Kokosöl in einem Topf bei schwacher Hitze erwärmen. Schmelzen lassen.
  2. Gießen Sie das CBD-Öl hinein und mischen Sie gründlich, bis die beiden Öle vollständig vermischt sind.
  3. Die Masse in ein Glas geben, abkühlen und aushärten lassen.

Anleitung: topischer Cannabis-Balsam mit Blütenmaterial

Das wird gebraucht:

  • 1 Tasse Kokosöl
  • 1 Tasse Cannabispflanzenmaterial (decarboxyliert)
  • Ein Käsetuch zum Abseihen und Filtern
  • Ein Glas zur Aufbewahrung

Das ist zu tun:

  1. Verwenden Sie ein Zweikessel-System, um Kokosöl in einem Topf zu schmelzen.
  2. Sobald das Kokosöl geschmolzen ist, decarboxyliertes Cannabispflanzenmaterial hinzufügen und umrühren.
  3. Lassen Sie die Mischung bis zu sechs Stunden bei schwacher Hitze köcheln und achten Sie darauf, dass das Kokosöl weder kocht noch verbrennt.
  4. Die Mischung mit einem Käsetuch in einen Behälter abseihen, um das Produkt zu lagern.
  5. Abkühlen und aushärten lassen.

Die resultierende Salbe sollte die gleiche Textur wie das Originalöl haben, das Sie verwendet haben (in diesem Fall Kokosnuss), aber eine leicht grüne Farbe haben. Wenn Sie ein flüssigeres Produkt wünschen, können Sie Kokosöl durch fraktioniertes Kokosöl (das bei Raumtemperatur eine Flüssigkeit ist), Olivenöl, Jojobaöl oder Mandelöl ersetzen.

Andere Zutaten die man einem topischen Cannabisprodukt hinzufügen kann

Wenn Sie Ihr eigenes topisches Cannabisprodukt zubereiten, sind die Möglichkeiten endlos. Je nachdem, welche Hautkrankheit Sie behandeln möchten, können Sie weitere Kräuter hinzufügen, während die Mischung langsam simmert. So wurden beispielsweise bestimmte chemische Verbindungen im Rosmarin nachgewiesen, die eine therapeutische Wirkung für Menschen mit Dermatitis haben. Arnika hingegen wurde in der homöopathischen Medizin zur Behandlung von Prellungen und Schwellungen eingesetzt.

Online sind reichlich Rezepte für die Herstellung von topischen Lotionen verfügbar. Sobald Sie zum Kokosöl Cannabis hinzugefügt haben, können Sie das Kokosöl in jedem Rezept einfach durch das von Ihnen zubereitete ersetzen. Es gibt andere Öle und Fette, die für die Haut sehr nützlich sind, darunter Kakaobutter, Hanföl, Vitamin E-Öl und Bienenwachs. Wenn Sie es sich zutrauen, sollten Sie vielleicht ein komplizierteres Rezept ausprobieren.

Zu guter Letzt können Sie Ihre topische Lotion noch parfümieren, indem Sie ätherische Öle hinzufügen. Bestimmte ätherische Öle haben ebenfalls heilende Eigenschaften, die Sie nutzen können. Denken Sie nur daran, dass ätherische Öle flüchtig sind, also fügen Sie sie erst hinzu, wenn Ihre Mischung leicht abgekühlt ist. Andernfalls verdunsten sie, bevor sie die Chance haben, sich zu vermischen.

Es kann unter Umständen einige Versuche benötigen, bis Sie den Dreh raus haben, besonders wenn Sie verschiedene Fette und Öle mischen. Aber auf jeden Fall gibt Ihnen die Erstellung Ihres eigenen Cannabis-Balsams die volle kreative Freiheit über die Inhaltsstoffe.

  • Disclaimer:
    Dieser Artikel stellt keinen Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder eine andere zugelassene medizinische Fachkraft. Sie sollten wegen etwas, das Sie auf dieser Website gelesen haben, weder zögern, Ihren Arzt aufzusuchen, noch deswegen eine medizinische Beratung missachten.

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    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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    Sanjai Sinha

    Dr. Sanjai Sinha ist Mitglied der akademischen Fakultät des Weill Cornell Medicine Colleges in New York. Er verbringt seine Zeit damit, Patienten zu begleiten, Bewohner und Medizinstudenten zu unterrichten und im Gesundheitswesen zu forschen. Er genießt die Ausbildung von Patienten und die Ausübung evidenzbasierter Medizin. Sein starkes Interesse an medizinischer Überprüfung kommt von diesen Leidenschaften.
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