by Seshata on 14/04/2017 | Konsum

Wissenschaft der Cannabinoide 101: Was ist Cannabicyclol (CBL)?

Wissenschaft Über CBL oder dessen Potenzial in der Medizin ist wenig bekannt. Zumeist wurden Struktur und Biosynthese des Moleküls erforscht; die wenigen Studien über seine medizinischen Anwendungen lieferten keine interessanten Ergebnisse.


Struktur und Eigenschaften des CBL-Moleküls

CBL besitzt die molekulare Formel C₂₁H₃₀O₂, die es mit vielen anderen Cannabinoiden gemeinsam hat, einschließlich THC, CBD, CBC und CBG. Doch in Bezug auf die Anordnung ihrer Atome weicht die Struktur all dieser Moleküle geringfügig voneinander ab, was zu signifikanten Unterschieden bei ihren Effekten führt.

Das CBL-Molekül
Das CBL-Molekül

CBL selbst unterscheidet sich beispielsweise dadurch von THC, dass es keine Doppelbindung in seinem Molekül aufweist. Die Position der Doppelbindung in den diversen Isomeren von THC bestimmt den Grad der psychoaktiven Wirkung des Isomers (Δ⁹-THC hat die stärkste psychoaktive Wirkung). Da CBL überhaupt keine Doppelbindung hat, gilt es als Cannabinoid ohne psychoaktives Potenzial; ob es darüber hinaus eine Affinität zu den Cannabinoidrezeptoren hat, ist nicht bekannt.

CBL in der Cannabispflanze

Man weiß, dass es sich bei CBL um ein Abbauprodukt von Cannabichromen (CBC) handelt.  So ist CBL in pakistanischen Haschischproben gefunden worden, die sechs Monate bis vier Jahre gelagert wurden; in sämtlichen Proben, die CBL enthielten, fand sich auch CBC in höheren Konzentrationen. Doch im Vergleich zu den Hauptbestandteilen THC, CBD und CBN waren sowohl die CBC- als auch die CBL-Konzentrationen äußerst gering.

CBL ist auch in einer Cannabisprobe aus dem Altertum gefunden worden, die in einem chinesischen Grab entdeckt und auf etwa 2700 v. Chr. datiert wurde. In dieser Probe waren CBN bzw. CBL die beiden Cannabinoide mit den größten Anteilen; sie enthielt weit weniger CBD, und THC war überhaupt nicht zu finden (allerdings zeigte die Anwesenheit von CBN und anderen Stoffwechselprodukten an, dass die Probe einst THC-reich gewesen war).

Das medizinische Potenzial von CBL

Über das medizinische Potenzial von CBL ist kaum etwas bekannt. Es wurde zusammen mit mehreren anderen Cannabinoiden im Hinblick auf sein Potenzial zur Hemmung der Produktion von Prostaglandinen untersucht (Hormone, die den reibungslosen Ablauf der Muskelkontraktionen steuern), aber man stellte fest, dass es von allen getesteten Cannabinoiden die geringste biologische Aktivität besaß.

In einer Studie an Kaninchen, die 1976 veröffentlicht wurde, entdeckte man, dass die Gabe von CBL bei einer Dosis von 1 mg/kg keine Effekte hervorrief, aber es führte zu Krämpfen und schließlich zum Tod, wenn es in einer Dosis von 8 mg/kg verabreicht wurde. Doch CBL ist lediglich zwei Kaninchen verabreicht worden, und dieser Effekt wurde nur bei einem Tier beobachtet! Es liegt also auf der Hand, dass CBL noch eingehend erforscht werden muss.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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