by Seshata on 18/07/2013 | Uncategorized

Cannabis in Myanmar

Myanmar (früher: Burma) ist ein unabhängiger Staat in Südostasien. Auf der Liste der am dichtesten besiedelten Staaten besetzt er Rang 24, auf der Liste der größten Staaten Rang 40. Seit 1962 wird das Land von einer Militärjunta regiert, und es gibt zahlreiche Berichte über Menschenrechtsverletzungen. Myanmar gehört zu den wichtigsten Opiumherstellerstaaten und produziert auch Cannabis in erheblichen Mengen.


Cannabis in Myanmar - 2 - The opium poppy is arguably Myanmar's most important illicit crop, although cannabis is becoming increasingly important (Harry Cobbert)
Schlafmohn ist wahrscheinlich die wichtigste illegale Ackerfrucht in Myanmar, auch wenn Cannabis zunehmend Bedeutung gewinnt (Harry Cobbold)

Myanmar (früher: Burma) ist ein unabhängiger Staat in Südostasien. Auf der Liste der am dichtesten besiedelten Staaten besetzt er Rang 24, auf der Liste der größten Staaten Rang 40. Seit 1962 wird das Land von einer Militärjunta regiert, und es gibt zahlreiche Berichte über Menschenrechtsverletzungen. Myanmar gehört zu den wichtigsten Opiumherstellerstaaten und produziert auch Cannabis in erheblichen Mengen.

Recht und internationale Politik

Als Teil des goldenen Dreiecks (einer Region in Südostasien, die aus den drei Staaten Myanmar, Laos und Thailand besteht und weltweit das meiste Heroin produziert) gehörte Myanmar seit vielen Jahren zu den wichtigsten Mitspielern im internationalen Drogenhandelsnetz.

Cannabis in Myanmar - 1 - The Golden Triangle of Laos, Thailand and Myanmar, which produces a large proportion of the world's opium (bbc.co.uk)
Das “goldene Dreieck”, bestehend aus Laos, Thailand und Myanmar, in dem ein großer Anteil des weltweit erzeugten Opiums produziert wird (bbc.co.uk)

Das Unvermögen, effektiv gegen den Drogenhandel in Myanmar vorzugehen, wird auf fehlende Ressourcen und mangelnden Willen bei den zuständigen Behörden zurückgeführt. Es existiert ein verbreiteter Unwille, sich in die Geschäfte der Drogenhändler einzumischen, die die Region kontrollieren, und nur wenig Entschlusskraft bei der Eindämmung der Geldwäschepraktiken, die diesen Handel ermöglichen. Allerdings hat sich das politische System in Myanmar seit dem Jahr 2011 geöffnet, und der Wahrnehmungsgrad für externe Einmischungen ist gewachsen. Daher werden nun auch die Bemühungen intensiviert, dem zunehmenden Drogenhandel Einhalt zu gebieten.

Verhaftungen und Strafen wegen Cannabis

Die Gesamtzahl der Verhaftungen wegen Drogendelikten in Myanmar ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen, da der internationale Druck zur Bekämpfung des Drogenhandels zugenommen hat. Dennoch ermöglicht es die verbreitete Korruption, dass viele Fälle des Cannabis-Besitzes (und sogar des Handels damit) nicht zu gerichtlichen Verfahren oder auch nur zu einer Verhaftung führen, da die zuständigen Amtsinhaber zu leicht bestochen werden können.

Auch wenn es schwierig ist, genau zu sagen, welche Strafen standardmäßig für Cannabisbesitz und –handel in Myanmar verhängt werden, besagt ein Dokument, das von der Gemeinschaft der südostasiatischen Staaten (ASEAN) veröffentlicht wurde, dass Besitz und Anbau zwingend mit Haftstrafen zwischen fünf und zehn Jahren zu belegen sind. Der Besitz oder das Inverkehrbringen zu Handelszwecken führen zu zwingend vorgeschriebenen Haftstrafen von mindestens zehn Jahren; die maximale Strafe ist nicht angegeben und kann daher auch lebenslänglich sein. Für Import und Export ist eine Mindeststrafe von fünfzehn Jahren zwingend vorgegeben. Zusätzlich können in den genannten Fällen auch Geldstrafen verhängt werden.

Der Cannabishandel in Myanmar

In Myanmar wird Cannabis überwiegend in den Bergregionen von Ukhrul, Senapati, Tamenglong und Chandel angebaut. Dort können die Dorfbewohner ihr Überleben nur mit den Einkünften aus dem profitableren Cannabis- und Opiumanbau sicherstellen, und obwohl der Kilopreis bei diesen Erzeugnissen höher ist, leben dort viele Bauern immer noch am Rande des Existenzminimums.

Cannabis wird aus Myanmar entweder auf dem Seeweg oder über einen der vielen ungesicherten Grenzübergänge nach Indien verbracht, z.B. in die Stadt Moreh im Teilstaat Manipur, die an der Grenze zu Myanmar liegt. Der in Moreh festzustellende intensive Drogenhandel hat die Behörden beider Staaten zu einer Zusammenarbeit veranlasst, bei der eine Reihe von Maßnahmen gegen Drogenhändler umgesetzt werden, einschließlich Straßenverkehrskontrollen durch Einheiten, die Drogenkontrollen durchführen.

Cannabis wird mit verschiedenen Mitteln versteckt, um eine Entdeckung durch Behörden zu vermeiden. Eine der häufigsten Methoden ist das Aushöhlen von Holzbrettern, die dann mit Cannabis gefüllt und wieder zusammen genagelt werden, sodass sie wie normale gestapelte Bretter aussehen. Es ist nahezu unmöglich, einen LKW mit Hunderten solcher Bretter komplett zu durchsuchen, insbesondere für die Grenzbeamten, von denen es ohnehin nur wenige gibt und die physisch gar nicht in der Lage sind, jedes einzelne Fahrzeug zu durchsuchen.

Ländliche Cannabissorten in Myanmar

Die burmesische Sorte Kush ist zweifellos die bekannteste gewerblich angebaute Sorte, deren genetische Herkunft auf Myanmar verweist, auch wenn schon ihr Name besagt, dass es sich um eine Kreuzung mit einer Kush handelt, mit dem Ziel, das Höhenwachstum zu reduzieren und eine schnellere Blüte zu erreichen. Bei den einheimischen Sorten, die in Myanmar angebaut werden oder als Wildpflanzen vorzufinden sind, handelt es sich meist um Sativa-Typen, die mit den Genotypen aus Thailand eng verwandt sind – also solchen mit hohem THC-Gehalt und nur wenig anderen Cannabinoiden, hoch wachsend und wünderschön verzweigt mit schmalen Blättern und einer extrem langen Blütezeit, die maximal zwanzig Wochen erreichen kann.

Traditionelle Verwendung

Cannabis in Myanmar - 3 - The far northern mountains of Putao district, where hemp is still used as clothing, food and medicine (WW Whist)
Die weit im Norden gelegenen Bergregionen des Putao-Distrikts, in dem Hanf immer noch als Textilien, Lebensmittel und Medizin verwendet wird (Jerry Kurjian)

Die Anwendung von Cannabis ist in vielen ländlichen Regionen des Landes traditionell verbreitet, wobei ein exzessiver Konsum aber sozial missbilligt wird und sich meist auf die männliche Bevölkerung mit geringem Einkommen beschränkt. Anders als in vielen anderen südostasiatischen Staaten hat sich in Myanmar auch kein nennenswerter Cannabistourismus entwickelt, was größtenteils auf die repressive Politik der Regierung zurückzuführen ist.

Ebenso wie in den südlichen Hochlandgebieten von Myanmar hoch potente Sorten zu finden sind, sind im Norden des Landes Hanfsorten mit geringem THC-Gehalt verbreitet und bilden einen Bestandteil des traditionellen Lebensstils. Die Rawang-Gemeinschaften in der Putao-Region des Teilstaates Achin verwenden Hanf seit mehreren Hundert Jahren als Medizin und als Lebensmittel, wobei die Fasern zu Textilien verwebt und die Blätter in heißen Wickeln zur lokalen Behandlung von Schmerzen und Infektionskrankheiten genutzt werden. Auch wenn Hanftextilien selten vorkommen, ist es möglich, Sachen aus handgewebtem Hanf auf einigen Märkten in diesem Gebiet zu finden.

Moderner Umgang mit Cannabis

Obwohl die traditionelle Cannabisnutzung in weiten Teilen des Landes fortdauert, ist der Missbrauch wenig verbreitet und beschränkt sich normalerweise auf Erwachsene im Alter von 20 bis 35 Jahre, die über ein geringes Einkommen verfügen oder arbeitslos sind, wobei der Missbrauch in ländlichen und städtischen Regionen gleichermaßen verbreitet ist. Die nicht missbräuchliche Cannabisnutzung zum Zweck der Entspannung wird in ländlichen Gegenden allgemein toleriert und zeigt in städtischen Regionen eine zunehmende Tendenz.

Es ist wichtig, die Geschichte und die aktuellen Ereignisse des fortdauernden Kriegs gegen Drogen in jedem Staat zu dokumentieren, der davon betroffen ist. Aus diesem Grund sind auch Organisationen wie das Hash Marijuana & Hemp Museum in Amsterdam wichtig, da sie versuchen, Informationen aus verschiedenen glaubhaften Quellen zu sammeln, um auf diese Weise ein möglichst genaues, aktuelles und unverfälschtes Bild der aktuellen Situation in der Welt zu vermitteln.  

Kommentar Abschnitt

Haben Sie eine Meinung dazu? Lassen Sie es uns mit einem Kommentar wissen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie einen Namen ein
Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
Read More
Read More