Der australische Teilstaat Victoria legalisiert medizinisches Cannabis

Das Parlament des australischen Teilstaates Victoria ist aufgrund eines Untersuchungsberichts entschlossen, einige medizinische Cannabisprodukte zu legalisieren. Das stellt in einem Land, das schon lange mit Fragen der Legalisierung in Bezug auf medizinisches Cannabis und den Genussmittelkonsum ringt, einen wichtigen Fortschritt dar. Lesen Sie hier mehr über diesen bedeutenden Moment.


LEGAL - Australian state of Victoria 0.6

Am 6. Oktober 2015 hat das Parlament des australischen Teilstaates Victoria einen Bericht erörtert, der den Weg für die Legalisierung von medizinischem Cannabis frei zu machen scheint. Die Regierung des Teilstaates ist aufgrund des Berichts fest entschlossen, einige medizinische Cannabisprodukte zu legalisieren. Das stellt in einem Land, das schon seit Langem über Fragen der Legalisierung im Zusammenhang mit medizinischem Cannabis und dem Genussmittelkonsum von Cannabis diskutiert, einen wichtigen Fortschritt dar.

Medizinisches Cannabis in Victoria

Am 19. Dezember 2014 wurde die Gesetzesreform-Kommission von Victoria aufgefordert zu untersuchen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um medizinische Cannabisprodukte in Ausnahmefällen zugänglich zu machen. Im August dieses Jahres präsentierte die Kommission dann ihre Ergebnisse in einem Bericht, der am 6. Oktober im Parlament erörtert wurde.

Der eingereichte Bericht umfasst 42 Empfehlungen und behandelt die folgenden wichtigen Fragen:

  • Den Anbau, die Produktion und die Lieferung hochwertiger medizinischer Cannabisprodukte in Victoria.
  • Die hierfür in Frage kommenden Patienten.
  • Das Ausmaß der erforderlichen Überwachung durch Hausärzte, Fachärzte, Krankenpflegekräfte und Apotheker.
  • Die Notwendigkeit weiterer (klinischer) Studien über die Wirkungsweise von Cannabis.

Nach der Erörterung des Berichts hat die Regierung sämtliche Empfehlungen akzeptiert; für 2 Empfehlungen wurden bestimmte Bedingungen geltend gemacht. Somit kann medizinisches Cannabis nun endlich eingeführt werden, zumindest für die folgenden Leiden:

  • Schwere Muskelkrämpfe oder starke Schmerzen als Folge einer Multiplen Sklerose.
  • Starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, die durch Krebs, HIV/AIDS (oder durch die Behandlung dieser Erkrankungen) bedingt sind.
  • Schwere Anfälle als Folge einer epileptischen Erkrankung, nachdem andere Therapien versagt haben oder unzumutbare Nebenwirkungen hatten.
  • Starke chronische Schmerzen, sofern zwei Spezialisten der Cannabistherapie zustimmen.

Bei den Produkten, die zur Verfügung gestellt werden, handelt es sich um Tinkturen, Öle, Kapseln, Sprays und verdampfbare Flüssigkeiten. Das Cannabis darf auf Empfehlung der Kommission wegen vermeintlicher Gefahren für die Gesundheit vorläufig noch nicht geraucht werden.

Um den Prozess in Gang zu bringen, will die Regierung Victorias zunächst mit einem Versuchsanbau in einer überwachten Forschungseinrichtung beginnen. Dieser soll vom Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung, Arbeit, Verkehr und Transportmittel beaufsichtigt werden. Das Ziel des ersten Schrittes ist die Gründung einer Anbau– und Verarbeitungsindustrie, die eine konstante und zuverlässige Lieferung von medizinischen Cannabisprodukten sicherstellt. Eine weitere Aufgabe des Ministeriums ist die Vergabe von Lizenzen an medizinische Cannabiszüchter und -produzenten, und darüber hinaus soll es Regeln aufstellen und deren Einhaltung kontrollieren.

Erste Ergebnisse bereits für Ende 2015 erwartet

Daniel Andrews
Der Premierminister Victorias, Daniel Andrews

Die Pläne zum Anbau von medizinischem Cannabis in Victoria müssen allerdings noch von der Bundesregierung gebilligt werden. Neue Bundesgesetze sind jedoch nicht erforderlich. Der Premierminister Victorias, Daniel Andrews, ist jedenfalls zuversichtlich, die Zustimmung des Bundes zu erhalten, und bezeichnete den 6. Oktober sogar als „einen der besten Tage meiner politischen Karriere“. Und er fand noch mehr freundliche Worte: „Es gibt schätzungsweise 450 liebenswerte Kinder, die zum ersten Mal Zugang zu einem Medikament erhalten, das ihr Leben verändern und tatsächlich sogar retten wird. Wir müssen endlich aufhören, ständig nach Gründen zu suchen, warum ihnen das Medikament vorenthalten werden soll. Ja, mit diesen Plänen sind zweifellos auch Kosten verbunden. Doch es geht hier nicht um Dollars oder gar Cents, sondern darum, Menschenleben zu retten.“

Die Regierung von Victoria rechnet damit, einer begrenzten Gruppe von Patienten schon vor Ende 2015 Zugang zu im Land hergestellten medizinischen Cannabisprodukten geben zu können. Kinder mit schweren epileptischen Erkrankungen werden voraussichtlich im Jahr 2017 offiziell Zugang zu Behandlungen mit Cannabisprodukten erhalten, die in Victoria erzeugt wurden. Um den Einführungsprozess zu unterstützen, werden die Patienten ermutigt, sich schon heute von ihren Ärzten über die Vorteile und Risiken von medizinischem Cannabis beraten zu lassen.

Sensi Seeds ist selbstverständlich besonders erfreut über diese Entwicklung, und das Unternehmen hofft, dass bald weitere Teilstaaten dieses großen Kontinents dem Beispiel Victorias folgen werden. Wenn sich ganz Australien für die Einführung von medizinischem Cannabis entscheidet, wäre das ein bedeutender Fortschritt im weltweiten Legalisierungsprozess. Wir werden die Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgen.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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