by Seshata on 31/03/2015 | Konsum

Haschisch vs. Gras

Haschisch Für den Einsteiger in die Cannabis-Welt kann es schwierig werden, den Jargon zu verstehen, der sich unter denjenigeneingebürgert hat, die schon länger zur Szene gehören. Auch scheinbar einfache Dinge wie der Unterschied zwischen Gras und Haschisch oder Konzentraten oder wie man die Qualität von Haschisch feststellt, können für den nicht Eingeweihten verwirrend sein.


Worin liegt der Unterschied zwischen Gras und Haschisch?

Ganz einfach ausgedrückt: Als Gras bezeichnet man die getrockneten, nicht verarbeiteten Blüten der weiblichen Cannabispflanze, während Haschisch das Harz auf der weiblichen Cannabispflanze ist, das mit mechanischen oder chemischen Mitteln von der Pflanze getrennt wurde. Traditionell war die mechanische Trennung der primäre Weg, um das Harz aus den Blüten zu gewinnen, entweder über ein Trocknen und Sieben (Trockensiebung) vor der Formung und Pressung zu Blöcken oder durch das Verreiben der frischen Pflanze mit den Händen, sodass das Harz an der Haut kleben bleibt und davon abgekratzt werden kann.

Trocken gesiebtes Haschisch ist insgesamt weit häufiger anzutreffen. Mehrere große Produzentenstaaten wie Marokko und der Libanon produzieren ausschließlich trocken gesiebtes Haschisch, und sogar in Afghanistan (das neben Marokko der weltgrößte Haschischproduzent ist) wird der überwiegende Teil des für den Export bestimmten Haschisch trocken gesiebt. Allerdings gehört Afghanistan auch zu der geographischen Region, die traditionell für handgeriebenes Haschisch bekannt ist; folglich wird dort immer noch eine signifikante Menge handgeriebenes Haschisch hergestellt, ebenso wie in Indien, Pakistan und mehreren anderen Staaten im Süden Asiens.

Haschisch kann je nach Sorte sehr verschieden aussehen
Haschisch kann je nach Sorte sehr verschieden aussehen

Moderne Extraktionstechniken

In den letzten Jahrzehnten wurden neue Techniken entwickelt, mit denen sich das Harz aus der Pflanze extrahieren lässt und gleichzeitig eine möglichst geringe Menge an Blattmaterial zurückbleibt. Viele dieser Techniken lassen sich als chemische Trennung bezeichnen, so auch die Verwendung von Butangas zum „Sprengen“ des Harzes aus den Blüten. So gewonnene Extrakte haben oft eine bisher nicht erreichte Potenz, wobei Berichte über einen THC-Gehalt bis zu 90 % relativ normal sind. Im Vergleich dazu enthält das Endprodukt der traditionellen Haschischherstellung normalerweise nur 15 bis 40 % THC.

Eine andere Form der Extraktion, die sich nur schwer als chemisch oder mechanisch einordnen lässt, ist die mit Hilfe von Eiswasser. Technisch gesehen ist dieser Vorgang (bei dem Cannabis in Eiswasser getaucht wird, um die Harztrichome gefrieren zu lassen und sie durch anschließendes Rühren von der Pflanze zu lösen) primär mechanisch, aber das Wasser hat dabei auch nicht nur die Funktion, die Trichome zum Gefrieren zu bringen. Die Eiswasserextraktion kann auf verschiedenen Wegen durchgeführt werden, wobei einige eine recht aufwendige Ausrüstung erfordern; sie kann aber auch in einer Schüssel und mit einem Handmixer erfolgen. Bei diesem Verfahren kann man leicht sehen, wie das Eiswasser hilft, die Trichome vom restlichen Pflanzenmaterial zu trennen, denn die Trichome sind viel schwerer und sinken zu Boden, während das übrige Pflanzenmaterial auf der Wasseroberfläche schwimmt.

Hat Haschisch beim Anwender eine andere Wirkung als Gras?

Gut hergestelltes Haschisch hat generell eine stärkere Wirkung als die Pflanze, von der es stammt. Das gilt nicht unbedingtfür jedes Haschisch, da einige Sorten geringerer Qualität einen hohen Anteil an „Füllmaterialien“ enthalten können, u.a. Sand, Henna, Kunststoff, Öl oder sogar Tierhaare oder -mist. Aber als allgemeine Regel gilt, dass Haschisch ein konzentrierteres Produkt ist als die Pflanze, aus der es gewonnen wurde. In vielen Staaten war das der Grund, weshalb  Haschisch zum vorherrschenden Produkt wurde. Denn das dort im Freiland angebaute Cannabis enthält nur relativ geringe Konzentrationen an Cannabinoiden und man benötigt eine erhebliche Menge davon, um eine merkbare Wirkung zu erzielen.

Eine gute, leicht gepresste und trocken gesiebte Qualität sollte hellbraun aussehen und dabei krümelig und leicht klebrig sein
Eine gute, leicht gepresste und trocken gesiebte Qualität sollte hellbraun aussehen und dabei krümelig und leicht klebrig sein

Auch wenn die psychoaktiven Wirkungen von Haschisch eigentlich denjenigen der Pflanze entsprechen sollten, aus der es gewonnen wurde, scheint es einen gewissen Grad subjektiv wahrgenommener Unterschiede in der Wirkung zu geben. Beispielsweise meinen viele, dass Haschisch eine klarere, mehr zerebrale Wirkung hat, auch dann, wenn die Pflanze selbst beim Anwender eine eher entspannende und einschläfernde Wirkung hat. Daneben wird von vielen angenommen, dass der Geschmack von Haschisch erdiger und weniger floral ist als der Geschmack der Mutterpflanze; dies kann aber zu einem großen Teil von der Extraktionsmethode und davon abhängen, wie viel Pflanzenmaterial im Haschisch verbleibt.

Wie kann man die Qualität von Haschisch prüfen?

Es gibt verschiedene Wege, die Qualität von Haschisch zu prüfen. Schon sein Aussehen kann einige wichtige Rückschlüsse erlauben. Beispielsweise sollte sich die Färbung von gutem, trocken gesiebtem Haschisch in dem Bereich von leicht gelblich bis rotbraun bewegen und einigermaßen konsistent sein (bei einer leichten Pressung; stark gepresstes Haschisch ist dagegen außen generell dunkler und im Inneren des Blocks etwas heller). Handgeriebenes Haschisch sollte dunkelbraun-schwärzlich sein; der Grünton sollte in der Färbung nicht zu stark vertreten sein, da dies darauf hindeutet, dass noch eine größere Menge an Pflanzenmaterial enthalten ist.

Was die Konsistenz angeht, sollte trocken gesiebtes Haschisch nicht zu trocken sein. Zu trockenes Haschisch kann bereits zu alt oder schlecht gelagert sein, oder es enthält eine erhebliche Menge an Füllmaterialien. Die gewünschte Konsistenz für ein leicht gepresstes, trocken gesiebtes Haschisch ist weich, krümelig und leicht ölig oder klebrig, wenn man es berührt.  Ein stark gepresstes, trocken gesiebtes Haschisch kann klebriger und öliger sein, eventuell auch sehr hart, aber es muss schon bei Einwirkung leichter Wärme genügend weich werden, damit der Anwender es konsumieren kann.

Die Konsistenz von handgeriebenem Haschisch kann sehr unterschiedlich sein. Normalerweise ist es dicht und hat eine einheitliche Konsistenz; es sollte nicht zu klebrig sein, da dies ein Hinweis auf zugesetzte Öle sein kann. Allerdings kann sehr sauberes, handgeriebenes Haschisch auch sehr klebrig sein und fast flüssig werden, wenn es erwärmt wird. In solchen Fällen müssen Aroma und Geschmack etwas dazu ergeben, ob das Haschisch wirklich sauber ist oder ob Zusatzstoffe darin enthalten sind. Handgeriebenes Haschisch sollte stets auch von innen auf das Vorhandensein von Schimmel geprüft werden, da die Feuchtigkeit der frischen Pflanze bei einer unsachgemäßen Verarbeitung häufig nicht aus dem Produkt entweichen kann.

Der Geschmack von Haschisch kann ebenfalls je nach Sorte verschieden ausfallen. Trocken gesiebtes Haschisch schmeckt etwas erdiger als handgeriebenes, das im Allgemeinen einen würzigeren und eher floral geprägten Geschmack hat. Allerdings ist dies auch eine Vereinfachung, denn der Geschmack hängt natürlich stark von der Mutterpflanze ab und weniger von der Technik, mit der daraus Haschisch produziert wird. Normalerweise kann mit hoher Sicherheit angenommen werden, dass das Haschisch sauber ist, solange kein bitterer, kunststoffartiger oder chemischer Geschmack festzustellen ist.

Handgeriebenes Haschisch ist normalerweise dunkel, dicht und klebrig mit einem würzigen, floralen Aroma
Handgeriebenes Haschisch ist normalerweise dunkel, dicht und klebrig mit einem würzigen, floralen Aroma

Schließlich ist auch der sog. Bubbletest eine gute Möglichkeit, die Qualität von Haschisch festzustellen. Dazu nimmt man ein kleines Stück Haschisch und setzt es einer sauberen Flamme aus (z. B. von einem Butan-Feuerzeug oder einem Hanfdocht, weniger gut ist ein Streichholz). Hat das Haschisch eine gute Qualität, muss es über der Flamme erkennbar Blasen werfen und einen sauberen weißen Rauch abgeben. Bleibt dagegen ein schwarzer, rußiger Belag auf dem Haschisch zurück, wenn die Flamme weggenommen wurde, oder ist der abgegebene Rauch schwarz, deutet das auf vorhandene Verunreinigungen hin.

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Guido - Christian Bartsch

Danke!

23/06/2015

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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