Ihre Meinung: Führt das Anhalten des Rauchs zu einem stärkeren High?

Die Frage, ob das Anhalten des Rauchs die Wirkungen der Cannabispflanze verstärkt oder nicht, ist ein beliebtes Thema. Die Meinungen dazu sind unter den Cannabis-Konsumenten aus Genussgründen aber verschieden.
Lesen Sie hier, was unsere Fan-Community zu diesem brennenden Thema denkt.

Wenn Sie selbst Cannabis-Konsument sind, nehmen Sie sich doch einmal eine Minute Zeit und denken Sie an Ihre erste Begegnung mit der Pflanze zurück, auch wenn die schon lange zurückliegt. Auch wenn jeder seine individuellen Erfahrungen macht, können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es schon immer unterschiedliche Meinungen zu der Frage gab, ob man den Cannabis-Rauch anhalten sollte oder nicht. Vielleicht diskutieren Sie diese Frage sogar regelmäßig, wenn Sie mit Ihren Freunden zusammen sind!

Aus diesem Grund wollte Sensi Seeds einmal das Meinungsbild testen und hat daher die Facebook- und Instagram-Community gebeten, diese Frage zu beantworten.

Ihre Meinung: Führt das Anhalten des Rauchs zu einem stärkeren High? - Sensi Seeds Blog

Die Ergebnisse sprechen für sich und zeigen, dass das Lager der Befürworter des Anhaltens fast genau so groß ist wie das Lager derjenigen, die es ablehnen. Welche Seite hat nun recht? Nachstehend die verschiedenen Standpunkte, und unter Die Wissenschaft erfahren Sie, wer recht hat.

Ja, das stimmt!

Viele unserer User sind überzeugt, dass das Anhalten des Rauchs während des Cannabiskonsums zu einem stärkeren High führt.

M.T.C. – „Bei mir hat es immer funktioniert!”

D.M. – „Es nur im Mund zu behalten, ist falsch! Den Rauch in der Lunge anzuhalten, führt je nach individueller Toleranz zu einer erhöhten Aufnahme, also: Es stimmt!”

C.V. – „Ja, wenn man die Zirkularatmung mit etwas Rauch in den Lungen beherrscht. So bekommt man ein viel stärkeres High, als wenn man den Rauch nur kurz anhält oder gleich wieder ausatmet.”

Die einzelnen User nennen auch unterschiedliche „optimale“ Zeiten in Sekunden, für die man den Rauch anhalten sollte. Auf der anderen Seite waren sich alle User in diesem Lager über einen Punkt einig: Egal wie lange man den Rauch anhält, führt das auf jeden Fall zu einer viel stärkeren Wirkung, als wenn man ihn nur inhaliert und gleich danach wieder ausatmet.

Wir können zwar nicht sagen, dass das nicht stimmt, aber der Grund, weshalb das so ist, hängt jedenfalls nicht mit einer höheren Cannabinoidabsorption zusammen …

Nein, das ist falsch!

J.IXO – „Das ist falsch. Das führt nur dazu, dass sich das Lungengewebe irgendwie zusammenzieht.”

W.A. – „Der Wirkstoff benötigt nur Millisekunden für den Übergang in den Körper. Man muss also nur darauf achten, richtig zu inhalieren, dann ist alles in Ordnung.”

A.L. – „Das stimmt nicht, und das ist nicht nur eine Meinung, sondern Fakt. Das vermeintlich „stärkere“ High-Gefühl beruht nur auf dem Sauerstoffmangel.”

Wie der User A.L. im vorstehenden Kommentar bestätigt: Die von unserem Team gemachte Aussage war falsch! Und das ist keine Frage verschiedener Meinungen, sondern die Wissenschaft hat es bewiesen.

Es wurden sehr viele Studien veröffentlicht, die sich mit den Themen THC-Absorption, Zeit des Atemanhaltens und Wirkung von Cannabisrauch auf die Lungen befassen. Viele dieser Studien sind bereits in den achtziger oder neunziger Jahren durchgeführt worden, was vielleicht erklärt, dass viele Raucher von heute das Ergebnis nicht mitbekommen haben.

Die Wissenschaft

E.S.T. – „Falsch falsch falsch, und wer das nicht anerkennt, ignoriert die Wissenschaft.”

Wenn sie beim Rauchen inhaliert werden, kommen die Cannabinoide in die Lungen, wo sie von Millionen von Alveolen (Lungenbläschen) absorbiert werden. So geraten sie in wenigen Sekunden in den Blutkreislauf und darüber auch ins Gehirn.

Die eigentliche Frage, die sich hinter der Frage versteckt, die wir unserer Community gestellt haben, lautet also: Wie lange dauert es, bis die Lungen die Cannabinoide absorbiert haben?

Wenn man die durchschnittliche Raucherfahrung betrachtet, sind 3 bis 5 Sekunden der Zeitraum, nach denen der weit überwiegende Teil der Cannabinoide in einem Zug Rauch von den Lungen absorbiert worden sind.

Danach sind die Elemente, die durch ein verlängertes Anhalten des Rauchs noch aufgenommen werden, vor allem Teer und andere lungenschädliche Stoffe, um erst gar nicht von den karzinogenen Stoffen zu reden, die im eventuell mit gerauchten Tabak enthalten sind. Es gibt Belege dafür, dass die vorgenannten schädlichen Stoffe auch von etwas THC begleitet werden, aber in so kleinen Mengen, dass das Gesundheitsrisiko, das mit dem Anhalten des Rauchs verbunden ist, diesen Gewinn bei Weitem überwiegt.

Verlassen Sie sich aber nicht nur auf unser Wort! Hier eine kleine Auswahl der Studien, in denen das Thema über die Jahre hinweg behandelt wurde:

Breathhold duration and response to marijuana smoke – 1989

Response to marijuana as a function of potency and breathhold duration – 1991

Zum Cannabisrauchen: Effects of Varying Puff Volume and Breathhold Duration – 1995

A Cannabis User’s Harm Reduction Handbook – 2001

Effects of varying marijuana smoking profile on deposition of tar and absorption of CO and delta-9-THC – 1991 – 2002

Effects of cannabis on lung function: a population-based cohort study – 2009

Warum sind dann alle verwirrt?

Viele User aus dem Lager der „Das stimmt“-Sager haben berichtet, dass die Methode bei ihnen Wunder gewirkt habe. Das ist gut nachvollziehbar, da verschiedene Dinge beim Anwender zu dem Eindruck führen können, dass es ihm gelingt, mehr Cannabinoide aufzunehmen.

Hypoxie

R.L. – „Ich glaube nicht. Das Anhalten des Rauchs erhöht nicht die THC-Aufnahme, sondern führt nur zu einer Unterbrechung der Sauerstoffversorgung des Gehirns. Das führt zu dem Gefühl, man habe ein stärkeres High, aber dieses „High“ ist wieder weg, sobald der Sauerstoff wieder ins Gehirn strömt.”

Denn wie von dem User erwähnt, wird das Gehirn von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten, wenn man den Atem anhält, um Rauch in der Lunge zu behalten. Man nennt diesen Zustand des Sauerstoffmangels Hypoxie. Diese führt nach einigen Sekunden zu einem recht überzeugenden „High“, das man dann fälschlich dem konsumierten Cannabis zurechnet. Wie bereits gesagt, stimmt es zwar zum Teil, dass beim Anhalten des Rauchs mehr THC in die Lungen kommt. Diese Mehrmenge ist aber so gering, dass es unwahrscheinlich ist, dass sie für die Rauscherfahrung eine Rolle spielt.

Ghosting

Ein „Ghost Hit” ist ein Zug Rauch, der so lange angehalten wird, bis nur noch eine geringe Menge übrig ist, die wieder ausgeatmet werden kann. Um dieses Ergebnis zu erreichen, muss der Raucher den Rauch mehrere Minuten lang anhalten und daher gelegentlich über den Mund oder die Nase atmen, während er den Rauch anhält. Dieses Ergebnis erreicht man normalerweise durch Luftanhalten oder durch Zirkularatmung.

Diese Methode ist vor allem bei denen beliebt, die Cannabis nicht frei konsumieren können, aber leicht Zugang dazu haben (wie junge Erwachsene), da sie allgemein genutzt wird, um den Cannabiskonsum vor anderen zu verbergen.

Das kann auch eine Erklärung dafür sein, wieso sie als integraler Teil der normalen Rauchererfahrung gilt. Infolge eines so starken Sauerstoffmangels ist auch das erfahrene „High“ viel intensiver (obwohl das nicht am Cannabis liegt), als wenn jeder Zug schlicht inhaliert und gleich wieder ausgeatmet wird. Viele Raucher bemühen sich auch, bei jedem Cannabiskonsum möglichst das gleiche High-Level zu erreichen, was sie dann zu der beliebten, aber eigentlich völlig unangebrachten Methode des „Rauch-Anhaltens“ führt.

Husten

Wenn Sie Anfänger sind oder einfach einen schlechten Tag haben, kann es sein, dass das Anhalten des Rauchs irgendwann zu einem massiven Hustenanfall führt. Das Husten führt genau dazu, auch wenn es nicht die optimale Methode zur Erweiterung der Lungen ist. Das bedeutet, dass nach einem Hustenanfall die Lungenkapazität zunimmt, sodass sich die Oberfläche vergrößert, über die Cannabinoide absorbiert werden können.

Allerdings ist das ganz sicher nicht der von uns empfohlene Weg zur Erhöhung der Lungenkapazität. Stattdessen sollte man sich besser für Atemübungen vor dem Cannabiskonsum entscheiden oder generell seine kardiovaskuläre Kapazität verbessern!

Der Rat Ihrer Community-Kollegen

J.T. – „Wenn Sie nur Luft inhalieren und diese lange genug anhalten, erfahren Sie auch ein kleines „High“, das auf dem Sauerstoffmangel beruht. Das ist auch der Grund, weshalb Menschen davon berichteten, dass sie Euphorie empfanden, als sie ertranken oder erwürgt wurden. Das kann sogar zu Hirnschäden führen, wenn man es entschieden genug betreibt.”

J.T. hat recht und weist auf einen wichtigen Punkt hin: Wenn man sich zu sehr darum bemüht, ein stärkeres „High“ zu erfahren, kann das schließlich zu gefährlichen Situationen führen. Daher lautet unser Rat ganz allgemein: Halten Sie Cannabisrauch NICHT an. Was sollte man stattdessen tun?

Vielleicht erinnern Sie sich, dass in diesem Artikel stand, dass 3 bis 5 Sekunden bereits ausreichen, damit der Prozess der Cannabisabsorption gut funktioniert. ABER das bedeutet nicht, dass Sie den Rauch 3 bis 5 Sekunden „anhalten“ müssen.Denn die Zeit des Luftanhaltens ist nicht der einzige Parameter, auf den es für ein wirkungsstarkes High ankommt.

J.B. – „Je nach THC-Gehalt werden sehr geringe THC-Level nahezu verzögerungsfrei durch die Lungen abgebaut und absorbiert.

Es ist also nicht nötig, den Rauch anzuhalten! Machen Sie sich keinen Stress und rauchen Sie ganz in Ruhe. Wenn Sie es richtig machen, sollte ein langsamer Zyklus des Inhalierens und Ausatmens etwa 3 Sekunden lang dauern.

J.D.B. – „Es ist nicht die Dauer des Anhaltens, die zu einem stärkeren High führt, sondern die Menge des inhalierten Rauchs.”

Das stimmt! Inhalieren Sie mehr Rauch. Das bedeutet aber nicht, dass Sie größere Züge nehmen sollen. Ganz im Gegenteil. Da ein größerer Zug schwieriger zu bewältigen ist, kann es dazu kommen, dass Sie die Hälfte davon wieder aushusten oder den Rauch für lange Zeit in der Lunge halten müssen, um ihn ohne Husten zu bewältigen. Nehmen Sie stattdessen normale Züge und achten Sie darauf, dass Sie sie tief und langsam inhalieren. Im Grunde sollten Sie genau wie bisher inhalieren und ausatmen, außer vielleicht etwas langsamer.

D.A. – „Die Lungen haben eine begrenzte Oberfläche. Das Anhalten führt also nicht dazu, dass die Cannabinoide dort zirkulieren, aber das erneute Einatmen schon.”

Die Alternative des erneuten Einatmens hat zumindest den Vorteil, unschädlich zu sein. Es sieht so aus, dass man den Rauch ausatmet und sofort danach wieder einatmet. Anders gesagt: Man nutzt die Vorteile, die der eigene, gebrauchte Rauch noch bietet. Dabei sollte man aber daran denken, dass die Menge der im ausgeatmeten Rauch noch vorhandenen Cannabinoide recht gering ist.

Wir hoffen, dass Sie in dem Abriss, den wir Ihnen hier mit Hilfe unserer Community bieten konnten, auch einige wertvolle Tipps für sich finden konnten. Oder haben Sie etwas zu dem Thema beizutragen? Vielleicht eine weitere Studie zum Thema Anhalten von Cannabis-Rauch, auf die Sie die anderen Leser hinweisen wollen? Teilen Sie es uns über die Kommentarfunktion mit!

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zur Verwendung von Cannabis sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

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