Cannabis in Ghana – Gesetze, Konsum und Geschichte

Die Gesetze bezüglich Cannabis sind in Ghana streng. Selbst der reine Konsum von Cannabis kann zu einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren führen. Trotzdem ist Cannabiskonsum hier alltäglich; Ghana gehört sogar zu den größten Cannabis rauchenden Nationen weltweit. Das Land hat auch Probleme mit Drogenhandel und illegalem Anbau.

    • Hauptstadt
    • Accra
    • Einwohner
    • 30,734,000
    • CBD Produkte
    • Illegal
    • Cannabis für Freizeitkonsum
    • Illegal
    • Medizinisches Cannabis
    • Legal

Cannabisgesetze in Ghana

Darf man in Ghana Cannabis besitzen und konsumieren?

Ghanas Cannabisgesetze sind hart, selbst für relativ geringfügige Vergehen wie Besitz und Konsum der Droge.

Das Betäubungsmittelgesetz von 1990 legt fest, dass jeder, der im Besitz von Betäubungsmitteln angetroffen wird, „eine Gefängnisstrafe von nicht unter zehn Jahren“ zu erwarten hat. Der Konsum eines Betäubungsmittels wird als geringfügigeres Vergehen betrachtet, bedeutet für den Straftäter aber dennoch eine Gefängnisstrafe von nicht weniger als fünf Jahren.

Für Drogen der Klasse C gibt es tendenziell allerdings kürzere Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren, wobei die längeren Strafen für „härtere“ Drogen wie Kokain oder Heroin reserviert werden. Außerdem wird für Drogendelikte üblicherweise keine Kaution gewährt, was als weitere Abschreckung dient.

Trotzdem ist der Cannabiskonsum in Ghana weitverbreitet. Im Bericht der Vereinten Nationen von 2014 wurde das Land als Cannabiskonsument Nummer eins weltweit aufgeführt; zwei Jahre später war es allerdings auf den dritten Platz zurückgefallen.

Cannabisbefürworter haben ihren Wunsch nach einer Gesetzesänderung deutlich zum Ausdruck gebracht. 2019 war der Rastafari-Rat von Ghana dazu bereit, einen Marsch abzuhalten, um für die Entkriminalisierung von Cannabis zu demonstrieren. Dieser Marsch wurde von der Polizei verhindert. 

Dennis Afram, ein führendes Mitglied des Rates kommentierte: „Die Pflanze bietet eine Menge Verwendungsmöglichkeiten, sowohl industriell als auch medizinisch. Es ist rückständig, ihre Konsumenten in unsere bereits überfüllten Gefängnisse zu stecken, weil sie keine Kriminellen sind.“

Ähnlich äußerte sich John Dumelo (ein berühmter Schauspieler des Landes) der sich für die Legalisierung von Cannabis aussprach. In einer beliebten Kochshow kommentierte er: „In einigen westlichen Ländern ist es bereits für gesundheitliche Zwecke legalisiert worden, und das können wir auch. Wenn Alkohol und Zigaretten in Ghana legal sind, warum nicht auch Marihuana?“

Weitere Prominente, die sich für die Legalisierung von Cannabis in Ghana einsetzen sind:

  • Kofi Annan – ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, der im Land hohes Ansehen genießt
  • Kwesi Pratt – ghanaischer Journalist
  • Nana Kwaku Agyemang – Sportanalytiker und ehemaliger Trainer von Okwawu United
  • Professor Alex Dodoo – amtierender Vorsitzender der ghanaischen Normierungsbehörde

2017 hat die ghanaische Regierung, vielleicht aufgrund dieses wachsenden Drucks, einen neuen Gesetzesentwurf eingebracht, Gesetzesentwurf zur Drogenkontrollkommission genannt. Er zielt darauf ab, den Drogenkonsum im Land zu entkriminalisieren. Zum jetzigen Zeitpunkt steht seine Verabschiedung noch aus.

Darf man in Ghana Cannabis verkaufen?

Ghanas Gesetze verbieten den Verkauf, Import, Export und die Bereitstellung von Cannabis. Für die Bereitstellung (ohne dass Geld den Besitzer wechselt) kann der Täter zu einer mindestens fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt werden. Für die Produktion, die Verarbeitung, den Import, Export oder Vertrieb von Drogen steigt die Strafe auf „nicht weniger als zehn Jahre“. Bei Wiederholungstätern steigen die Gefängnisstrafen auf zwanzig Jahre.

Noch einmal, die Gesetze scheinen Drogenhändler oder Dealer in Ghana nicht abzuschrecken. Der neueste Internationale Strategiebericht zur Drogenkontrolle stellte fest, dass das Land auf einer größeren Transitstrecke liegt und dass regelmäßig Drogen auf dem Weg nach Europa und Nordamerika das Land passieren. Cannabis wird regelmäßig vertrieben, insbesondere nach Spanien.

Accra International Airport ist Ghanas Handelszentrum, wo viele der illegalen Drogen per Flugzeug ins Land gelangen oder es verlassen. Allerdings kommen auch regelmäßig per Schiff Drogenlandungen in den Häfen an und es werden auch Drogen per Lkw auf dem Landweg geschmuggelt.

Beschlagnahmen von Cannabis kommen relativ häufig vor. 2012 beschlagnahmten Grenzbeamte am Flughafen Heathrow in Großbritannien die bislang größte Menge Cannabis aus Ghana – 1,5 Tonnen mit einem Gesamtwert von 4,3 Millionen £. In jüngerer Zeit, im August 2016, wurden mehr als zwei Tonnen der Pflanze in Kpedze in der Region Volta beschlagnahmt.

Darf man Cannabis in Ghana anbauen?

Der Anbau von Cannabis in Ghana ist ebenfalls eine Straftat. Wie auch der Handel damit kann er zu einer 10-jährigen Haftstrafe führen, selbst für kleine Mengen.

Dies scheint Grower aber nicht abzuschrecken. Auch wenn es keine offiziellen Statistiken zum Cannabisanbau in Ghana gibt, haben Strafverfolgungsbehörden festgestellt, dass die Anzahl der Plantagen steigt – vermutlich, um den lokalen Bedarf zu decken.

Cannabis wird hauptsächlich in den Regionen Sefwi und Aowin in Westghana und in Brong Ahafo und Ashanti im Südwesten angebaut. Das heiße und feuchte Klima ist für den Anbau der Pflanzen optimal. Da die Plantagen illegal sind, tendieren die Farmer dazu, die Pflanzen mit anderen legalen Gewächsen wie zum Beispiel Okra oder Maniok zu mischen. Ersatzweise bauen sie das Cannabis in Wäldern an, wo die Pflanzen selten von den Behörden entdeckt werden.

NOCAB schätzt, dass seit den 1980ern etwa die Hälfte des in Ghana angebauten Cannabis in andere Länder exportiert wird. Der Rest ist für den heimischen Markt bestimmt.

Ist CBD in Ghana legal?

CBD ist in Ghana nicht als Betäubungsmittel aufgeführt. Somit ist der Ankauf und Verkauf davon dort legal.

Darf man Cannabissamen nach Ghana senden?

Hanfsamen werden nicht von anderen Teilen der Pflanze unterschieden, weshalb es illegal ist, sie zu nutzen, zu kaufen oder zu verkaufen. Sie dürfen nicht ins Land verschickt werden.

Medizinisches Cannabis in Ghana

Der Konsum von Cannabis ist in Ghana illegal – sofern man keine Genehmigung vom Gesundheitsministerium hat. Auch wenn das Land kein offizielles Programm für medizinisches Cannabis hat, legt das Betäubungsmittelgesetz fest, dass für „die Einfuhr von Suchtstoffen (eine Lizenz) erteilt werden kann, wenn er sich auf Antrag der vorgeschriebenen Personen davon überzeugt hat, dass die Lizenz ordnungsgemäß erteilt werden kann“.

Auch wenn medizinisches Cannabis im Land erhältlich ist, ist es in der Realität nicht so einfach zu bekommen. Viele Branchengrößen und Journalisten in Ghana haben die verpasste Chance betont, die durch das Fehlen eines Programms für medizinisches Cannabis sowohl für die Gesundheit der Nation, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht entsteht.

GhanaWeb erklärt: „Die Legalisierung und Regulierung von medizinischem Cannabis nimmt kriminellen Gruppen Einkommen weg und transferiert es an lizenzierte und regulierte Unternehmen. Dieses Einkommen, das vom „illegalen Markt“ zurückgewonnen wird, wird jetzt von der Regierung eingenommen, um damit Staatsausgaben zu finanzieren.

Industriehanf in Ghana

Nach ghanaischem Recht könnte ein Unternehmen prinzipiell eine Lizenz für den Anbau von Industriehanf beantragen. In der Praxis geschieht dies allerdings nicht sehr oft, und das Land verfügt auch über keinen Hanfmarkt.

In Anbetracht der Tatsache, dass so viele andere Nationen weltweit vom „grünen Ansturm“ finanziell profitieren, könnte es passieren, dass Ghanas Regierung diese Angelegenheit in der Zukunft noch einmal überdenkt. Die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Hanf und der relativ unkomplizierte Anbau dieser Pflanze könnten sich für die Nation als profitabel erweisen.

Gut zu wissen

Wenn Sie nach Ghana reisen (oder gegenwärtig dort leben), könnten folgende Informationen interessant für Sie sein:

  • Als einer der weltweit größten Cannabiskonsumenten konsumieren geschätzte 21,5 % der ghanaischen Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren die Droge regelmäßig.
  • 22 % der ghanaischen Schulkinder konsumieren Drogen.
  • Ghanas Rastafaris gehören zu den entschiedensten Befürwortern der Cannabislegalisierung. Dies kommt nicht überraschend in Anbetracht der Tatsache, dass die Pflanze eine wesentliche Rolle in ihren religiösen Praktiken spielt.

Die Geschichte von Cannabis

Wie bei vielen anderen westafrikanischen Nationen wurde Cannabis erst vor relativ kurzer Zeit in Ghana eingeführt. Es ist nicht genau bekannt, wie die Pflanze zum ersten Mal ins Land gelangte, allerdings vermuten einige Experten, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg mit rückkehrenden Soldaten ins Land gelangte, welche Cannabis an ihren Standorten in Britisch-Indien und Nordafrika kennengelernt hatten.

Andere glauben, dass Cannabis schon etwas früher nach Ghana gelangte, nämlich in den 1930ern, als Händler mit der Pflanze die Häfen von Sierra Leone erreichten und dann an der Küste entlang reisten. Egal, wann auch immer Cannabis nach Ghana gekommen ist, eine Sache steht fest – es wurde in sehr kurzer Zeit sehr beliebt.

In den 1970er Jahren erlebte das Land einen Rückgang der Binnenwirtschaft. Dadurch wurde Cannabis sogar noch attraktiver für Farmer, da es ausgezeichnete Profite versprach. Bis zum heutigen Tag ist Ghana weiterhin einer der produktivsten Cannabisanbauer der Region, auch wenn der Ertrag bei weitem nicht so hoch ist wie der der Superproduzenten dieses Kontinents wie etwa Südafrika oder Marokko.

Soziale Akzeptanz von Cannabis

Auch wenn die Gesetze in Ghana hart sind, wie George McBride, CEO einer britischen Cannabis-Branchenberatung sagt: „(…) In Ghana gilt das Verbot nur dem Namen nach.“ Während rein für den Konsum von Cannabis Gefängnisstrafen angedroht werden, werden in Wirklichkeit nur selten Verhaftungen durchgeführt.

Tatsächlich ist Cannabis in der kurzen Zeit, die es diese Pflanze in Ghana gibt, zu einem wesentlichen Teil der ghanaischen Kultur geworden. Ghana ist und bleibt eine der größten Cannabis rauchenden Nationen der Welt, und die Pflanze wird in großem Umfang gleichermaßen von Farmern als auch Gelegenheitskonsumenten angebaut.

Sein Konsum wird oft mit Menschen mit harten, beschwerlichen Tätigkeiten in Verbindung gebracht, wie etwa Hilfsarbeiter oder Farmer. Es wird auch mit Prostituierten und der kriminellen Unterschicht assoziiert, was zeigt, dass mit dieser Pflanze ein Stigma verbunden ist.

Der Cannabiskonsum ist soweit angestiegen, dass die Behörden ihn inzwischen als ernsthaftes Problem betrachten. Da Korruption und Bestechung in Ghana immer noch weit verbreitet sind, scheint die Regierung eine verlorene Schlacht zu kämpfen.

Wird Cannabis in Zukunft legalisiert?

Ghanas Regierung hat inzwischen Gespräche über die zukünftige Entkriminalisierung des Cannabiskonsums aufgenommen. Auch wenn der Gesetzesentwurf noch nicht verabschiedet wurde, scheinen die Zeichen darauf hinzudeuten, dass dies zumindest ernsthaft in Betracht gezogen wird.

Dies könnte zu weiteren Gesetzesänderungen führen – zum Beispiel die Einführung eines Hanfgesetzes oder Verbesserungen der Gesetze bezüglich Medizinalhanfs. Nur die Zeit wird zeigen, welche Entscheidungen die Regierung des Landes treffen wird.

  • Disclaimer:
    Obwohl größte Sorgfalt bei der Gewährleistung der Richtigkeit dieses Artikels aufgewendet wurde, ist er weder als Rechtsberatung gedacht, noch sollte er als solche verstanden werden. Jede Situation wird von individuellen Faktoren beeinflusst und man sollte stets einen Experten oder Anwalt für eine Rechtsberatung konsultieren.

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Autor und Gutachter

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    Sensi Seeds

    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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  • Maurice_Veldman

    Maurice Veldman

    Maurice Veldman ist Mitglied der Niederländischen Vereinigung der Strafrechtsanwälte und einer der bemerkenswertesten Cannabis-Anwälte der Niederlande. Mit 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet unterstützt sein strafrechtliches und Verwaltungsrecht die Cannabisverkäufer und Hanferzeuger dabei, die Ungleichheiten zwischen Individuum und Staat zu beseitigen.
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