Cannabis in Sambia – Gesetze, Konsum und Geschichte

Sambia steht mit der Anzahl der Cannabiskonsumenten (pro Kopf) weltweit an 3. Stelle, obwohl das Land eines der strengsten Gesetze hat. Selbst der Besitz von 0,5 Gramm kann mit Gefängnis bestraft werden, und wer wegen Drogenhandel verhaftet wird, muss mit 25 Jahren hinter Gittern rechnen. Einige prominente Persönlichkeiten plädieren für die Legalisierung.

    • Hauptstadt
    • Lusaka
    • Einwohner
    • 18,679,000
    • CBD Produkte
    • Illegal
    • Cannabis für Freizeitkonsum
    • Illegal
    • Medizinisches Cannabis
    • Legal

Cannabisgesetze in Sambia

Darf man in Sambia Cannabis besitzen und konsumieren?

In Sambia ist der Besitz und Konsum von Cannabis illegal. Selbst der Besitz kleiner Mengen der Droge wird schwer bestraft. Das Betäubungsmittel- und Psychotropengesetz (Suchtstoffgesetz) sagt u. a. aus, dass jeder, der Betäubungsmittel oder psychotrope Substanzen besitzt oder kontrolliert, zu einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren verurteilt werden kann.

Der Konsum, d. h., das „Schnüffeln, Kauen, Trinken oder die sonstige Einnahme solcher Drogen oder Substanzen“, wird mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren bestraft.

Das Drogengesetz ergänzt, dass auch diejenigen Personen sich strafbar machen, die ihre Räumlichkeiten „für das Rauchen von Cannabis“ zur Verfügung stellen. Außerdem gilt der Besitz von Geräten oder Ausrüstung für den Cannabiskonsum (z. B. eine Bong) als Straftat. Täter können zu bis zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt werden, wenn sie gefasst werden.

Obwohl die Regierung weitgehend einen Anti-Cannabis-Standpunkt vertritt, haben sich einige prominente politische Persönlichkeiten für die Legalisierung ausgesprochen und die Vorteile aufgezeigt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist Peter Sinkamba, der 2014 für das Präsidentschaftsamt kandidierte (als Vertreter der Green Party).

Er betonte die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile durch die Legalisierung der Droge, und kommentierte, dass die Pflanze „im ganzen Land massiv [für den Schwarzmarkt] angebaut wird (…). Wir sagen also: Lasst uns diese Situation beenden und es legalisieren.“

Darf man in Sambia Cannabis verkaufen?

Verkauf und Lieferung von Cannabis sind in Sambia ebenfalls eine schwere Straftat. Das sambische Gesetz legt fest, dass jeder, der beim Handel einer psychotropen Substanz gefasst wird, mit bis zu 25 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Beim Import und Export von Cannabis ist dieses Strafmaß auf 20 Jahre begrenzt.

Dies sind harte Strafen, trotzdem halten sie Drogenhändler nicht davon ab, im Land zu operieren. 2019 wurden im Lumezi-Gebiet zum Beispiel zwei Personen für das Verhandeln von über einer Tonne Cannabis verhaftet.

Darf man in Sambia Cannabis anbauen?

Die Kultivierung von Cannabis ist in Sambia ebenfalls strafbar, es sei denn, der Grower hat eine Sondergenehmigung der entsprechenden Behörde. Wenn ein Grower gefasst ist, kann er zu einer Geldstrafe von „nicht weniger als 500 Strafeinheiten“ oder zu 10 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt werden.

Trotz dieser harten Strafen ist der Anbau von Cannabis im Land weit verbreitet. Sambia ist ein verarmtes Land, und mit Cannabis wird ein weitaus höherer Marktpreis erzielt, als mit Hirse oder Reis. Die Polizei hat zu wenig Mittel, sodass es relativ einfach für Bauern ist, unbemerkt Geld auf dem Cannabisschwarzmarkt zu verdienen. Festnahmen kommen vor, sind jedoch relativ selten.

Ist CBD in Sambia legal?

In Sambia gibt es kein offizielles Gesetz über den rechtlichen Status von CBD, da es nicht von Cannabis unterschieden wird. Der Konsum, Kauf und Verkauf von CBD ist im Land illegal, selbst wenn es für medizinische Zwecke verwendet wird.

Darf man Cannabis-Samen nach Sambia senden?

Cannabis-Samen werden als Teil der Cannabispflanze betrachtet und sind daher illegal in Sambia. Sie dürfen nicht für den Anbau von Pflanzen verwendet oder in das Land versandt werden.

Medizinisches Cannabis in Sambia

1993 legalisierte die Regierung Sambias den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke. Bis jetzt haben die Behörden jedoch noch keinem einzigen Cannabis-Grower eine Genehmigung erteilt – was bedeutet, dass das Potenzial dieser Branche noch lange nicht ausgeschöpft ist.

Die Zukunft von Sambias medizinischer Cannabisbranche steht auf der Kippe. In einer Rede im Jahr 2018 sagte der Gesundheitsminister Dr. Chitalu Chilufya aus, dass die Regierung nicht beabsichtigt, zukünftig Genehmigungen zu erteilen. Im Vorjahr hatte Minister Kampyongo behauptet, dass die Legalisierung von medizinischem Cannabis den Freizeitgebrauch nur erhöhen würde.

Dies in Verbindung mit der ständigen Stigmatisierung von Cannabis macht es unwahrscheinlich, dass Menschen in Sambia in absehbarer Zeit Zugang zu medizinischen Cannabisprodukten haben werden.

Es gibt allerdings auch gegenteilige Anzeichen. Chilufya hat ein Team zusammengestellt und Länder besucht, in denen medizinisches Cannabis produziert wird. Das Team muss erst noch über seine Erkenntnisse berichten, aber wenn die Erfahrung positiv war, könnte dies den Weg für Sambias medizinische Cannabisbranche ebnen.

Etwas verwirrend ist, dass Chilufya in der Vergangenheit gesundheitliche Probleme aufgelistet hat, die mit Cannabis behandelt werden könnten, darunter:

Obwohl Sambias Politiker einer Legalisierung von Cannabis ablehnend gegenüberstehen, haben sich andere prominente Persönlichkeit für die Vorteile ausgesprochen. Dr. Aaron Mujajati, Präsident der Medizinischen Vereinigung von Sambia, sagte 2017 „Medizinisches Cannabis funktioniert. Ich bin kein Ökonom, deshalb kann ich nichts Intelligentes über die ökonomischen Vorteile sagen. Das Risiko kann aber gemanagt werden. Medizinisches Cannabis sollte legalisiert werden.“

Ebenso wurde Bwalya Nondo, Sprecher der National Restoration Party, mit der Aussage zitiert, dass die Legalisierung von medizinischem Cannabis überfällig sei.

Antrag auf Genehmigung für den Anbau von medizinischen Cannabis

Wenn ein Unternehmen in Sambia eine Genehmigung für den Anbau von medizinischen Cannabis beantragen will, muss es bei der ZAMRA (der zuständigen Behörde) einen Antrag einreichen. Genehmigungen können nur nach Zahlung einer Gebühr erteilt werden, es gibt jedoch keinen festgeschriebenen Betrag. Stattdessen werden die Kosten vom Minister bestimmt, der die Genehmigung jederzeit widerrufen, ändern oder aussetzen kann.

Industriehanf in Sambia

Der Hanfanbau ist in Sambia illegal, da die Pflanze nicht von Cannabis unterschieden wird. Die Lusaka Times veröffentlichte jedoch 2018 einen Artikel über das US-Anbaugesetz (das den Hanfanbau auf Bundesebene legalisierte) und hob das Gewinnpotenzial der Pflanze hervor.

Angesichts der Tatsache, dass Sambia ein verarmtes Land ist, könnte Hanf als legales Anbauprodukt der Wirtschaft helfen und den Landwirten eine legale Alternative zum Cannabisanbau bieten. Die Regierung hat jedoch keinen Hinweis verlauten lassen, dass sich die Hanfgesetze bald ändern werden.

Gut zu wissen

Wenn Sie nach Sambia reisen (oder dort leben), könnten folgende Informationen interessant für Sie sein:

Die Geschichte von Cannabis

Die Cannabispflanze stammt nicht aus Afrika. Es ist nicht genau bekannt, wann sie auf den Kontinent gelangt ist. Experten glauben, dass arabische Händler sie vor einigen Jahrhunderten mitgebracht haben könnten; andere vermuten, dass es Händler aus Asien gewesen sein könnten.

Der früheste Hinweis auf Cannabis in Afrika wurde in Äthiopien entdeckt. Archäologen fanden zwei Rauchpfeifenschalen, die Spuren der Pflanze aus dem 14. Jahrhundert enthielten. Am wahrscheinlichsten ist es, dass Cannabis dann mit den Bantu sprechenden Stämmen, die größtenteils Nomaden waren, in andere Teile des Kontinents (wie Sambia) gelangte.

Wann immer auch Cannabis nach Afrika gekommen ist, eines ist sicher: die Pflanze entwickelte sich in dem warmen Klima gut. Der Entdecker David Livingstone beobachtete, dass „dieses schädliche Gras weithin von Stämmen im Inland genutzt wurde“, was Sambia mit einschließt.

Länder wie Sambia brachten Cannabis über den Sklavenhandel nach Brasilien. Von dort verbreitete es sich zur Westküste des Kontinents und reiste mit verschleppten Sklaven nach Südamerika, oft in Stoffpuppen geschmuggelt.

Cannabis ist nach wie vor ein wichtiges Anbauprodukt für die Bevölkerung des Landes und bis heute die am häufigsten konsumierte Droge. Sativa-Landrassen sind in der Region bekannt und ähneln in Aussehen und Wirkung dem berühmten Malawi-Sativa-Typ.

Soziale Akzeptanz von Cannabis

Die Einstellung gegenüber Cannabis in Sambia ist kompliziert. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung konsumiert es, und der Verbrauch unter den jungen Menschen des Landes nimmt zu, sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten. Dies unterstreicht die Popularität der Droge im ganzen Land.

Der Cannabiskonsum wird nichtsdestotrotz weiterhin stigmatisiert. Es gilt als ein „Einstieg“ zu gefährlicheren Drogen, und die Menschen glauben immer noch, dass Cannabis psychische Erkrankungen verursacht, was die Forschung im Laufe der Jahre wiederholt widerlegt hat.

Wird Cannabis in Zukunft legalisiert?

Es ist im Moment schwer zu sagen, ob Sambia seine Cannabisgesetze ändern wird. Einerseits gibt es Hinweise darauf, dass die Regierung ihre Optionen in Bezug auf medizinisches Cannabis auslotet. Die Legalisierung von Industriehanf wäre sicherlich eine wertvolle Einnahmequelle für Sambias schwache Ökonomie.

Es scheint aber unwahrscheinlich, dass der Freizeitkonsum in absehbarer Zeit legalisiert wird. Da andere afrikanische Länder (wie Südafrika) den Cannabiskonsum entkriminalisieren, könnte sich die sambische Regierung in Zukunft auch dazu veranlasst sehen.

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Autor und Gutachter

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    Sensi Seeds

    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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  • Maurice_Veldman

    Maurice Veldman

    Maurice Veldman ist Mitglied der Niederländischen Vereinigung der Strafrechtsanwälte und einer der bemerkenswertesten Cannabis-Anwälte der Niederlande. Mit 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet unterstützt sein strafrechtliches und Verwaltungsrecht die Cannabisverkäufer und Hanferzeuger dabei, die Ungleichheiten zwischen Individuum und Staat zu beseitigen.
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