by Silent Jay on 06/01/2015 | Konsum

Rauchen und Essen von Cannabis – ein Vergleich

Konsum Über mit Cannabis versetzte Lebensmittel ("Edibles") haben die Mainstream-Medien in letzter Zeit viel geschrieben. An ein paar Orten in der Welt ist Cannabis vollständig legalisiert worden, was bedeutet, dass verschiedene Cannabis enthaltende Artikel oberhalb des Ladentischs an jeden verkauft werden, der 18 Jahre oder älter ist. Diese Artikel werden aus unterschiedlichen Gründen immer beliebter, was auch der Grund dafür ist, weshalb sie in den letzten Monaten so viel Aufmerksamkeit gefunden haben.


Rauchen und Essen von Cannabis – ein Vergleich

Rauchen

In unserem vorigen Artikel  “Rauchen versus Verdampfen” haben wir erklärt, warum das Rauchen von Cannabis für einige Menschen ein Problem darstellen kann. Besonders bei einer langfristigen Medikation oder wenn Cannabis als Medizin gegen Erkrankungen der Atemwege verabreicht wird, kann es interessant sein, andere Optionen in Erwägung zu ziehen.

Das Rauchen von Cannabis sollte aber weiterhin als wirksame und schnelle Verabreichungsmethode angesehen werden, je nachdem, welches Symptom der Patient bekämpfen möchte. So sollte ein Asthmapatient, der gerade an schwerer Atemnot leidet, natürlich das Rauchen von Cannabis vermeiden, wenn andere Optionen zur Verfügung stehen. Ist das Rauchen die einzig verfügbare Möglichkeit, kann Cannabis die Lungenkapazität in einigen Fällen immer noch verbessern, aber nicht in allen; es kann den Zustand des Patienten also vorübergehend auch verschlechtern (genau wie beim Rauchen von Tabak). Das Verdampfen ist eine bessere Möglichkeit, aber auch dies kann den Patienten je nach Schwere des Asthmaanfalls negativ beeinflussen, da der entstehende Dampf auch ziemlich scharf und für geschwächte Lungen schwer zu verkraften sein kann.

Es gibt viele Patienten, die nicht in der Lage sind, Cannabis durch Rauchen oder Verdampfen einzunehmen. Für diese Menschen oder auch für den Konsum als Freizeitdroge besteht eine Lösung darin, Cannabis mit Hilfe der sog. Edibles einzunehmen, die man daher manchmal auch “Medibles” nennt.

Rauchen und Essen von Cannabis – ein Vergleich

Cannabis essen

Um ein Edible herzustellen, muss man erst das benötigte Cannabis vorbereiten, das dann mit den restlichen Zutaten vermischt wird. Die am häufigsten empfohlene Basis für Edibles ist eine ölbasierte Mischung, der die Cannabisblüten (oder die sonst verwendeten Teile der Pflanze) zugegeben werden. Das Ergebnis dieser Zubereitung ist normalerweise Cannabis-Butter (“Cannabutter”), auch wenn viele andere Methoden möglich sind. Ist diese Cannabutter fertig zubereitet, kann sie zum Backen oder in einer Sauce verwendet, in ein Getränk gegeben werden usw.

Auf dem legalen Cannabismarkt sind viele verschiedene Edibles lieferbar: Plätzchen, Süßigkeiten, salzige Snacks usw. Diese Produkte sind sehr beliebt, da sie keine Affinität zum Rauchen voraussetzen und zu medizinischen Zwecken an fast jeden Patienten verabreicht werden können, auch wenn es in dieser Situation besser ist, die benötigten Cannabinoide in Form von Kapseln einzunehmen, die reine Cannabisöle enthalten und so das beste Ergebnis bewirken.

Ob man nun ein Edible konsumiert, das in einer Cannabis-Apotheke erworben wurde, oder es selbst herstellt: Grundlegende Kenntnisse über seine Herstellung sind in jedem Fall notwendig.
Beim Kauf von Edibles ist es wichtig, die mitgelieferte Beschreibung genau durchzulesen. Darin sollte vor allem die bei der Herstellung verwendete Dosis angegeben sein, entweder die zugesetzte Cannabismenge in Gramm, oder die enthaltenen Cannabinoide in Milligramm, oder auch die Zahl der Portionen, die aus dem gekauften Artikel hergestellt werden können. Insbesondere wenn man noch keine Erfahrung damit hat, sollte man sich aber nicht nur auf diese Angaben verlassen, da keine von ihnen genau genug ist, um 100 %-ig zuverlässig zu sein. Die beste Lösung ist immer, den Budtender (Cannabis-Verkäufer) danach zu fragen, welche Portionsgröße für das Produkt die richtige ist.
Wer ein Edible von Grund auf selbst herstellt, muss ebenfalls unbedingt auf die richtige Dosierung achten. Wer sich bei verschiedenen Quellen über Erfahrungswerte erkundigt, kann dadurch einen Überblick gewinnen, welche Menge als „vernünftig“ oder einfach als „ausreichend“ angesehen wird, unabhängig von der verwendeten Cannabissorte. Und wer schon Erfahrung als Cannabis-Raucher hat, darf nicht einfach davon ausgehen, dass die gleiche Menge, die man in einen Joint steckt, auch zu einem vergleichbaren Rauschzustand und den gleichen Wirkungen führt.
In beiden Fällen liegt der Schlüssel zu einer guten Erfahrung mit Edibles darin, Geduld zu haben.  Wenn man erst nur eine kleine Portion nimmt und abwartet, ob und welche Wirkungen sich einstellen, ist das ein guter erster Schritt zur Erforschung der Potenz des Produkts und hilft bei der Entscheidung, ob man später einmal mehr davon verzehren sollte oder nicht. Wird Cannabis gegessen, verarbeitet es der Körper tatsächlich nicht in der gleichen Weise wie beim Rauchen oder Verdampfen. Das in dem Edible enthaltene THC wird erst im Magen verarbeitet und dann von der Leber metabolisiert. Das ist ein langsamerer Prozess als beim Rauchen oder Verdampfen, wo eine unmittelbare Zufuhr von Cannabinoiden erfolgt.  Edibles brauchen also viel mehr Zeit, um auf den Nutzer zu wirken; mehr dazu nachstehend!

Warum sollten Sie zu Edibles wechseln?

 

Rauchen und Essen von Cannabis – ein Vergleich

  • Sie sind potenter als Rauchen oder Verdampfen

Wenn Cannabis erhitzt und in Form von Rauch oder Dampf inhaliert wird, werden die Cannabinoide mit jedem Zug aus dem Joint/der Pfeife/dem Verdampfer freigesetzt und erreichen über die Lungen Herz und Gehirn in wenigen Minuten (5 bis 10 Minuten). Wird Cannabis verzehrt, wird es vom Organismus verarbeitet, was mehrere Stunden dauern kann (30 Minuten bis 2 Stunden) und wobei die Cannabinoide in mehreren Schüben freigesetzt werden. Das erzeugt das Gefühl eines verstärkten “Highs”, wie es häufig mit Cannabis-Edibles verbunden wird, und macht den Verzehr zu einer effizienteren und potenteren Methode. In Wirklichkeit haben die freigesetzten Cannabinoide aber eine viel geringere Konzentration als wenn sie inhaliert werden.

  • Längere Wirkungsdauer

Die durch den Verzehr von Cannabis erzeugte Wirkung kann viel länger anhalten als bei der Inhalation, und zwar von 2 bis zu 12 Stunden, je nach Produkt, Anwender und Umgebung. Für Patienten, die eine sofortige Linderung akuter Schmerzen oder Ängste anstreben, können die recht langsam einsetzende Wirkungen ein Problem sein. Im Gegenzug können andere Patienten, die beispielsweise an Muskelkrämpfen oder chronischen Schmerzen leiden, von der verlängerten Wirkungsdauer profitieren.

  • Verschiedene Edibles für verschiedene Erfahrungen

Der Konsum von Cannabis in Form von Edibles kann zu ebenso unterschiedlichen Erfahrungen führen wie das Rauchen oder Verdampfen. Die verwendete Sorte, das Befinden des Nutzers vor dem Konsum, die vor dem Konsum verzehrten Lebensmittel und Getränke, all das sind Parameter, die dazu führen können, dass die Erfahrung mit Edibles sich in die eine oder andere Richtung entwickelt. Aber es ist auch möglich, das richtige Edible für die richtige Erfahrung zu wählen.

  • Bei der Aufnahme über den Magen – mit Kuchen, Plätzchen, Brezeln usw. – können die Wirkungen bis zu 2 Stunden auf sich warten lassen, dann aber 6 Stunden oder länger anhalten.
  • Bei der Aufnahme über den Speichel – durch Süßigkeiten, Tinkturen usw. – zeigen sich die Wirkungen innerhalb von 30 Minuten und dauern 2 bis 3 Stunden an.
  • Andere Stoffe – Getränke und alles was schmilzt, aber gegessen werden kann (Bonbons, Schokolade usw.). Der Zeitpunkt des Einsetzens der Wirkungen und diese selbst können auch variieren. Fragen Sie Ihren Budtender (Cannabis-Verkäufer) oder Ihre Cannabis-Apotheke nach weiteren Informationen!

Nehmen Sie Cannabis-Edibles als Medizin ein? Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Erfahrungen, Tricks und Tipps in einem Kommentar mitteilen!

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