Wie man Cannabis im Winter anbaut

Wer der Meinung ist, dass der Cannabisanbau im europäischen Winter nicht möglich ist, wurde hinters Licht geführt. Bei richtigen Bedingungen kann man indoor durchaus hochqualitatives Cannabis growen. Wir möchten in diesem Artikel zeigen, wie man einen Grow-Room wintwerfest macht.

Beim Cannabisanbau im Winter ist selbst ein Indoor-Garten den Elementen ausgesetzt. Kalte, trockene Luft und sinkende Temperaturen können zu Problemen mit der relativen Luftfeuchtigkeit und der Lichtintensität führen. Das bedeutet aber nicht, dass es im Winter unmöglich ist, Cannabis anzubauen. Tatsächlich kann ein Indoor-Garten unter den richtigen Bedingungen im Winter genauso gut funktionieren wie im Sommer.

Es ist wahr, dass der Anbau im Winter etwas mehr Beachtung und liebevolle Pflege erfordert. Mit den richtigen Ratschlägen und der entsprechenden Einstellung kann man aber das ganze Jahr über erfolgreich growen – und genau darum geht es in diesem Artikel!

Wie man die richtige Temperatur im Grow-Bereich aufrechterhält

Die Temperatur ist eines der Hauptprobleme beim Growen im Winter. Die optimale Tagestemperatur für Cannabis beträgt zwischen 24 und 30 Grad Celsius (75 bis 86 Grad Fahrenheit), die optimale Nachttemperatur liegt im Bereich von 18 bis 22 Grad Celsius (64 bis 72 Grad Fahrenheit).

Als Grower will man Temperaturen außerhalb des vorgeschriebenen Bereichs vermeiden, aber auch große Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperaturen verhindern. Die Wachstumsrate wird durch inkonsistente Temperaturänderungen ebenso stark beeinflusst wie durch eine falsche Temperaturspanne.

Darüber hinaus kommt es bei zu großen Unterschieden zwischen Tag- und Nachttemperaturen in den ersten zwei bis drei Wochen der Blütezeit (in dieser Zeit wachsen die Pflanzen immer noch beachtlich weiter) zu sehr weiten Internodialabständen. Umgekehrt reduziert sich der Abstand zwischen den Nodien, wenn man die Diskrepanz während dieser Zeit so gering wie möglich hält.

Eine Temperaturdifferenz von zwei bis vier Grad Celsius ist während der ersten zwei bis drei Wochen der Blütezeit ideal. Für die restliche Blütezeit sollte die Differenz nicht mehr als zehn Grad Celsius betragen.

Ist man ein Grower der alten Schule, dann bevorzugt man es sogar, im Winter zu anzubauen. Denn die HID-Technologie (z. B. NDL-Lampen) der letzten zehn Jahre strahlt viel Wärme aus. Wenn man sie also im Sommer einsetzt, gehen die Kosten für den Betrieb einer Klimaanlage durch die Decke. Im Winter können HID-Lampen den Grow-Bereich hingegen auf optimaler Temperatur halten.

Dabei ist jedoch der Temperaturabfall beim Ausschalten der Lichter etwas, worüber man nachdenken sollte. Um diesen zu kompensieren, schalten erfahrene Grower ihre Lichter nachts ein und nutzen den Tag als Ruhephase. Auf diese Weise kann ein Grower die tagsüber vorherrschenden wärmeren Temperaturen nutzen.

Die Tagestemperaturen sind zwar höher, aber nicht immer hoch genug, um die von den Pflanzen benötigten „Nachttemperaturen“ von 18 bis 22 Grad Celsius einzuhalten. Wenn die Temperaturen bei ausgeschalteter Beleuchtung immerzu unter diesen Bereich sinken, ist es ratsam, eine Zentralheizung oder eine elektrische Heizung zu verwenden, um ausreichende Temperaturen zu gewährleisten.

Ein digitales Thermostat bietet sich hier an, um die Heizung automatisch entsprechend der Umgebungstemperatur zu regeln. Bei Verwendung von Kaltlichtern wie LEDs sind Heizgeräte gegebenenfalls rund um die Uhr erforderlich.

Wie man im Winter die Feuchtigkeit des Cannabis kontrolliert

Schimmelpilze sind eine der größten Bedrohungen beim winterlichen Cannabisanbau. Im Winter neigen niedrige Temperaturen dazu, die relative Luftfeuchtigkeit in einem für die Pflanzen gefährlichen Maß zu erhöhen. Cannabispflanzen leiden nicht nur unter zu hoher relativer Luftfeuchtigkeit, sondern werden dann auch zu einem Brutplatz für Schimmel und Fäulnis. Niedrige Temperaturen bereiten ergo Schwierigkeiten bei der Einhaltung der korrekten relativen Luftfeuchtigkeit.

Im Wesentlichen kondensiert das in der Luft befindliche Wasser, wenn die Temperaturen sinken. Wer schon einmal Cannabis angebaut hat, weiß , wie schädlich das für die Pflanzen sein kann.

Die naheliegende Lösung dieses Problems besteht darin, die Temperaturen auf einem optimalen Niveau zu halten, sei es durch den Einsatz von Licht oder durch den Einsatz einer Zentralheizung. Wenn das Problem extrem schwer in den Griff zu bekommen ist, kann es erforderlich werden, einen Luftentfeuchter einzusetzen.

Es wird zudem dringend empfohlen, dass Grower besonders für den Winter ein Gerät namens Hygrometer kaufen. Dieses Gerät kann die relative Luftfeuchtigkeit des Substrats und des Grow-Bereichs messen. Es ist unerlässlich, die relative Luftfeuchtigkeit regelmäßig zu überprüfen und darauf zu achten, dass keine zu großen Schwankungen der Wasserkonzentration in der Luft nach oben oder unten auftreten.

Vielerorts ist der Winter de facto die trockenste Zeit des Jahres und gleichzeitig die kälteste. Sieht man sich nicht mit Problemen im Zusammenhang mit der relativen Luftfeuchtigkeit konfrontiert, so stellt die kalte, trockene Luft ein eigenes Risiko im Grow-Bereich dar. Wird Luft von außen bei einer Temperatur von zehn Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent angesaugt, enthält sie 4,7 Gramm Wasser pro Kubikmeter. Wenn diese Luft ohne zusätzliche Feuchtigkeit auf 25 Grad Celsius erwärmt wird, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit auf etwa 20 Prozent, was für ein gesundes Wachstum der Cannabispflanzen viel zu niedrig ist.

Im Grow-Bereich erhöht ein feuchtes Grow-Medium in Kombination mit Transpiration normalerweise den Wassergehalt in der Luft. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte jedoch konstant bei 40 bis 60 Prozent liegen.

Weitere Dinge, die es beim Growen im Winter zu beachten gilt

Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind die wichtigsten Themen, mit denen sich Grower im Winter auseinandersetzen müssen. Die Beleuchtung stellt in der Regel kein Problem dar, da die Pflanzen üblicherweise unter Lampen angebaut werden.

Allerdings dürften einige Hobby-Grower dennoch darauf erpicht sein, so viel natürliches Sonnenlicht wie möglich zu nutzen, beispielsweise beim Growen auf einer Fensterbank. Das Problem dabei ist, dass die Lichtintensität oder die Anzahl der Sonnenstunden für den Wachstumsprozess unzureichend sein kann. Jede Region hat ihre eigenen Eigenarten während der Winterzeit, auf die sich jeder Grower einstellen und seine Entscheidungen entsprechend treffen sollte.

Gewiefte Grower verwenden zusätzliche Beleuchtung im Winter nur, um sicherzustellen, dass die Pflanzen genügend Licht für ihr Wachstum erhalten. Während Pflanzen im Regelfall nicht die Erträge und auch nicht die Qualität erbringen, die sie zu günstigeren Jahreszeiten erreichen können, gibt es einige clevere Hobby-Grower, die auch während der rausten Jahreszeit dank dieses Prinzips eine konstante Versorgung aufrechterhalten können.

Auch Grower, die in Gewächshäusern anbauen, sind im Winter vom Rückgang der Tageslichtstunden betroffen – und im Gegensatz zu denen, die daheim auf ihrer Fensterbank growen, kann zusätzliche Beleuchtung unerwünschte Aufmerksamkeit erregen.

Einige abenteuerlustige Gewächshaus-Grower verwenden allerdings dennoch zusätzliche Beleuchtung, sorgen aber dafür, dass das Gewächshaus lichtundurchlässig abgedeckt ist, damit nicht jeder mitkriegt, dass die Sonne scheint, obwohl es draußen dunkel ist. Dicke, schwere Verdunkelungsvorhänge oder Mylarfolie leisten hier ausgezeichnete Arbeit. Bleibt nur noch, das Gewächshaus ausreichend zu heizen und für einen angemessenen Luftstrom zu sorgen, um dort auch im Winter ungehindert anbauen zu können.

Man sollte Sorten anbauen, die für den Winter geeignet sind

Jeder Grower kann es nachvollziehen, die eigenen Lieblingssorten den ganzen Winter über anzubauen zu wollen, auch wenn diese Sorten nicht wirklich wintertauglich sind. Wenn man sich allerdings von diesem Bedürfnis lossagen kann und sich für wintertaugliche Sorten entscheidet, kann man einigen Probleme, die beim Growen im verschneiten Winter auftreten können, von vorneherein aus dem Weg gehen.

Nehmen wir zum Beispiel selbstblühende Sorten. Innerhalb von nur acht Wochen nach dem Keimen erhält man (je nach Sorte) eine erntereife Cannabispflanze. So könnten Grower es gegebenenfalls vermeiden, während der härteren Wintertage anzubauen, und trotzdem ihre Erträge maximieren.

Sowieso kann jede Sorte, die Ruderalis-Genetik enthält, einen Winter besser überstehen. Solche Sorten sind nämlich robuster und widerstandsfähiger als gewöhnliche Sorten. Sie sind auch nicht photoperiodisch, was bedeutet, dass sie die Blüte einleiten, wenn sie bereit sind – und nicht als Reaktion auf eine Veränderung der Lichtstunden. Je nach Sorte kann die Blütephase bereits nach 30 Tagen einsetzen.

Wer im Winter anbaut, muss möglicherweise im Voraus planen, wenn die Pflanzen nicht ein vorzeitiges Ende erleiden sollen. Unmöglich ist dieses Vorhaben beileibe nicht. Für diejenigen, die Weed ein paarmal während verschneiter Winter angebaut haben, sollte es sich früher oder später ganz natürlich anfühlen.

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

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2 Kommentare zu „Wie man Cannabis im Winter anbaut“

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