by Martijn on 06/12/2013 | Medizinisch

Cannabis gegen Alkoholmissbrauch und Drogenabhängigkeit

Schon seit vielen Jahren wird in den Massenmedien kolportiert, dass es sich bei Cannabis um eine sogenannte "Zugangs-Droge" handelt; ein Standpunkt, der auch als "Sprungbrett-Theorie" bezeichnet wird. Diese Theorie geht davon aus, dass Personen, die Cannabis konsumieren, irgendwann höchstwahrscheinlich zu harten Drogen übergehen werden.


Schon seit vielen Jahren wird in den Massenmedien kolportiert, dass es sich bei Cannabis um eine sogenannte „Zugangs-Droge“ handelt; ein Standpunkt, der auch als „Sprungbrett-Theorie“ bezeichnet wird. Diese Theorie geht davon aus, dass Personen, die Cannabis konsumieren, irgendwann höchstwahrscheinlich zu harten Drogen übergehen werden. Die jahrelange Erfahrung mit der Praxis des Drogenkonsums – die kürzlich durch eine Studie bestätigt wurde – zeigt jedoch, dass gerade das Gegenteil richtig ist: Cannabis kann bei der Behandlung der Alkohol- und Drogensucht sogar hilfreich sein. Die „Sprungbrett-Theorie“ ist also nur eines von zahllosen Gerüchten, die allerdings durch die Mehrheit der Medien derart penetrant verbreitet werden, dass viele Menschen niemals an ihrem Wahrheitsgehalt zweifeln.

Arzt Tod Hiro Mikuriya
Arzt Tod Hiro Mikuriya

Dass die in Cannabis enthaltenen Cannabinoide einen Beitrag zum Entzug von Opiaten oder Alkohol leisten können, ist bereits seit über 100 Jahren bekannt. Ein berühmter Vorkämpfer für medizinisches Marihuana im Allgemeinen und für Cannabis als Mittel zur Suchttherapie im Besonderen war der Arzt Tod Hiro Mikuriya (1933-2007), der als einer der Begründer der modernen medizinischen Cannabispolitik in den Vereinigten Staaten gilt. So schrieb er in einem Artikel aus dem Jahr 1969 (Marijuana in Medicine: Past Present and Future = Marihuana in der Medizin: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft):

“Da  Cannabis nicht zur körperlichen Abhängigkeit führt, hat er sich bei einer Reihe von Therapien  in Bezug auf Opiate als überlegen erwiesen. Im Jahr 1889 berichtete Birch [Dr. E. A. Birch, Red.] [in The Lancet, Red.], dass die Abhängigkeiten von Opiaten und Chloral [ein Beruhigungsmittel, Red.] mithilfe von Cannabis erfolgreich behandelt worden seien, und darüber hinaus empfahl Mattisson [Dr. J. B. Mattisson, Red.] einem jungen Arzt im Jahr 1891 den Gebrauch von Cannabis, der dessen Vorteile mit denen von Opiaten verglich.”


Was sind Opiate?

Unter dem Begriff „Opiat“ versteht man die in Opium enthaltenen Alkaloide; also die Extrakte aus der Samenkapsel der Mohnpflanze. Die bekanntesten Opiate sind Heroin, Codein, Thebain und Morphin. Wegen ihrer Wirkung auf das Zentralnervensystem verwendet man die Alkaloidextrakte als Genussmittel, aber auch als Grundstoff für schmerzstillende Medikamente. Die pharmazeutische Industrie setzt seit Langem mit Erfolg auf die Produktion von allerlei synthetischen Opiaten, die Schmerzen effektiv bekämpfen. Mit diesen Substanzen sind jedoch auch diverse Nebenwirkungen verbunden; beispielsweise stellt sich bald ein Gewöhnungseffekt ein, sodass man eine höhere Dosis benötigt, und bei langfristigem oder intensivem Gebrauch haben Opiate ein enormes Suchtpotenzial.

Meistens gehen die Menschen zum Arzt, wenn sie Schmerzen haben, und in vielen Fällen wird ihnen dann ein schmerzstillendes Mittel auf der Basis eines Opiats verschrieben. Aus diesem Grund sind zahlreiche Menschen weltweit von schmerzstillenden Mitteln wie Oxycontin oder Xanax abhängig. Verschiedene Beiträge von Drug Inc., einem Fernsehprogramm des Senders National Geographic, weisen nach, dass in manchen Teilen der USA inzwischen ein schwunghafter illegaler Handel mit schmerzstillenden Mitteln entstanden ist. Nicht wenige Menschen wurden sogar heroinsüchtig, nachdem sie eine vom Arzt verordnete Behandlung mit schmerzstillenden Medikamenten abgeschlossen hatten. Und trotz alledem wird Cannabis weiterhin als „Zugangs-Droge“ abgestempelt?

Vorbeugen ist besser als heilen

Neben Opiaten war Cannabis weltweit der am meisten verschriebene medizinische Pflanzenextrakt – bis er in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts in vielen Teilen der Welt auf einmal verboten wurde. Glücklicherweise werden die medizinischen Eigenschaften der Pflanze seit einiger Zeit wiederentdeckt; eine vielversprechende Entwicklung, auch dank des Engagements von Sensi Seeds. Aus Reaktionen, die Sensi Seeds und Patientenvereinigungen wie MarijuanaPatients.org erhalten, ist zu ersehen, dass Kranke, die medizinischen Cannabis als schmerzstillendes Medikament verwenden, ihre Dosis an schmerzstillenden Opiaten erheblich senken oder sogar vollständig absetzen konnten. Gleichzeitig berichten diese Patienten, dass die Nebenwirkungen der schmerzstillenden Opiate, wie zum Beispiel Verstopfung, Übelkeit und Depressionen, fast völlig verschwunden sind.

Ein Opiumfeld
Ein Opiumfeld

Außerdem machen Patienten oft die Erfahrung, dass Cannabis den Schmerz nicht immer völlig verschwinden lässt, aber ihn doch so weit lindert, dass er das Leben nicht mehr beherrscht; somit kann man den Schmerz immerhin leichter ignorieren. Ein großartiger Befund, der nun auch das Interesse der Wissenschaft geweckt hat. Langsam, aber sicher setzt sich in der medizinischen Forschung die Erkenntnis durch, dass die Verbindung von Cannabinoiden und Opiaten einen Synergieeffekt hervorruft. Wenn ein Patient also mit Opiaten behandelt wird, kann deren Dosis durch Hinzufügung von Cannabis beträchtlich vermindert werden. Hierdurch sinkt das Risiko einer Überdosierung, darüber hinaus treten geringere oder keine Nebenwirkungen auf, und auch die Gefahr, süchtig zu werden, nimmt deutlich ab. Sensi Seeds wird die Forschung in diesem Bereich weiterhin im Auge behalten.

Cannabis bei der Behandlung einer Alkoholsucht

2009 berichtete das Harm Reduction Journal über eine anonyme Umfrage der Berkeley Patient’s Group (BPG = Patientengruppe von Berkeley), einer medizinischen Cannabisapotheke in Berkeley, Kalifornien. 40 % der 350 befragten Patienten sagten, sie hätten ihren Alkoholkonsum durch Cannabis ersetzt; 65,8 % hatten die verschriebenen Medikamente durch Cannabis ersetzt und 57,4 % gaben an, dass sie Cannabis anstelle von Medikamenten nähmen, da ihre Symptome dadurch besser behandelt würden. Und schließlich erklärten 26 % der Patienten, sie würden Cannabis als Ersatz für illegale Drogen konsumieren. Zwar handelt es sich hierbei nur um eine kleine Studie unter Patienten, die ihre Erkenntnisse durch Selbstmedikation gewannen, aber dennoch sind die Zahlen vielsagend. Zum Glück liefert die Forschung auch immer mehr Hinweise, die diese Erkenntnisse bestätigen: Zum Beispiel eine Studie  vom Oktober dieses Jahres, bei der diverse Forschungseinrichtungen wie die Universitäten von Kentucky und Maryland zusammengearbeitet haben.Die Ergebnisse der Studie erlauben die vorsichtige Schlussfolgerung, dass sich Cannabidiol (CBD) günstig auf die Behandlung des Alkoholismus auswirkt.

Die Wirkung kann wie folgt zusammengefasst werden: Das menschliche Gehirn besteht aus circa 100 Milliarden Neuronen beziehungsweise Nervenzellen, die miteinander kommunizieren. Mithilfe dieser Kommunikation werden die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllt, wie beispielsweise die Speicherung von Erinnerungen, die Steuerung der Muskeln oder die Weitergabe von Informationen der Lichtrezeptoren in den Augen. Übermäßiger  Alkoholkonsum führt zu einer  Neurodegeneration, das bedeutet, dass ein fortschreitender Verlust der Struktur oder Funktion der Neuronen stattfindet, einschließlich des Absterbens von Neuronen. Daraus resultieren Verhaltens- und Denk störungen, die  wahrscheinlich dazu beitragen, dass der Alkoholismus chronisch verläuft  und  zur Rückfälligkeit geneigt macht. Die Studie ergab, dass CBD die Neuronenstruktur wiederherstellt. Hierdurch nehmen die Störungen ab und das Risiko, in die Verhaltensmuster der Sucht zurückzufallen, wird ebenfalls geringer. Dies ist der vorläufige Stand der Forschung. Endgültige Aussagen sind erst nach weiteren Studien auf diesem Gebiet möglich – dennoch ist Sensi Seeds erfreut, dass die Tatsachen endlich auf den Tisch kommen. Und dass die in krassem Widerspruch zu allerlei Halbwahrheiten und Gerüchten stehen, ist noch erfreulicher.

Cannabis ist sicherer als Alkohol

Beispiele der Busreklame in Portland
Beispiele der Busreklame in Portland

Außerdem kommt nun eine Diskussion in Gang, in der es um die Frage geht, ob Cannabis sicherer ist als Alkohol. Sensi Seeds hat vor Kurzem über dieses Thema berichtet, beispielsweise in einem Artikel, in dem Professor Robin Room öffentlich für Cannabis als mögliche Lösung für das Alkoholproblem in Australien plädiert. Selbst große Nachrichtensender nehmen an der Diskussion teil, wie dieser Kommentar von Dan Riffle in CNN zeigt. Schließlich diente dieses spezielle Thema auch dem Marijuana Policy Project (= Marihuanapolitik-Projekt) in Maine als Grundlage für eine Werbeaktion. Am 5. November 2013 könnte die Einwohner der Stadt Portland nämlich über die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel abstimmen. Die Aktion verwendete mehrere Poster (das hier gezeigte Exemplar ist eines davon) für eine Werbekampagne in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Sensi Seeds ist davon überzeugt, dass Alkohol der Gesundheit weitaus mehr schadet als Cannabis, zumal dieser zahlreiche heilsame Wirkungen besitzt, die dem Alkohol fehlen. Um das zu erkennen, reicht schon ein kurzer Blick auf dieses Stabdiagramm aus einer Studie von David Nutt. Das Unternehmen hofft, dass dieses Gebiet noch genauer erforscht wird. Sensi Seeds wird die Entwicklung selbstverständlich weiterverfolgen und über jeden Fortschritt berichten.

Kommentar Abschnitt

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SpitznameUfo

Vielen Dank für diese Seite.
Ich habe Canabis früher mit Alkohol zusammen gemischt.
Das war ein Fehler.
Ich habe damit aufgehört und trinke keinen Alkohol mehr.
Als es mir psychisch durch ein Trauma sehr schlecht ging, habe ich mit einer Selbstmedikamentation ein wenig Canabis geraucht und mit die Augsburger-Puppenkiste angesehen.
Es war herrlich.!
Nach ca. 2 Tagen ging es mir wesentlich besser.
Den Rest habe ich allerding vernichtet. (weg geschmissen)
So kann Canabis als Medikament gebraucht werden.
"Nicht das Canabis vergewaltigen, sondern es medikamentös verwenden!"

22/05/2015

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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