by Seshata on 26/12/2014 | Medizinisch

Die 4 wichtigsten Vorteile von Cannabis bei Morbus Crohn

Morbus Crohn Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit, die wahrscheinlich durch eine Kombination bakterieller, immunologischer und umweltbedingter Faktoren ausgelöst wird. Die Erkrankung ist fortschreitend, nicht heilbar und geht mit einigen gravierenden, sehr beschwerlichen Symptomen einher. Es gibt ernst zu nehmende Indizien dafür, dass Cannabis helfen kann, diese Symptome in den Griff zu bekommen.


1. Entzündungshemmende Wirkung

Entzündungsvorgänge sind der primäre Erkrankungsmechanismus bei Morbus Crohn. Die Krankheit kann jeden Teil des Magen-Darm-Trakts (MD-Trakt) befallen, vom Mund bis zum Anus; am häufigsten betroffen sind aber der Dickdarm und das Ileum (der große und der kleine Dünndarm), insbesondere die letzte Sektion des Ileums, die diesen mit dem Dickdarm verbindet.

Die Stellen, die chronisch entzündet sind, können zu Durchfall, Blutungen und einer Schädigung der inneren Schleimschicht des MD-Traktes führen, ebenso zu einem Darmverschluss. In schweren Fällen kann es erforderlich werden, Teile des Dünndarms vollständig zu entfernen.

Cannabis wird von immer mehr Personen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, als Mittel für eine Selbstmedikation genutzt, und es wird berichtet, dass es bei der Mehrzahl der Symptome zu erheblichen subjektiven Besserungen führt, insbesondere bei den Entzündungsschmerzen.

Von Entzündungen ist allgemein bekannt, dass sie durch das Endocannabinoidsystem gesteuert werden, das auch eine fundamentale Rolle bei entzündlichen Erkrankungen des MD-Trakts spielt, da in den Eingeweiden sehr viele Cannabinoid rezeptoren vorhanden sind.

In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass die Anwendung von exogenen Cannabinoiden wie delta-9 THC und CBD die Cannabinoidrezeptoren des MD-Trakts aktiviert und die Reduktion der chronischen Entzündungen unterstützt. Sowohl CB1- als auch die CB2-Rezeptoren sind im MD-Trakt anzutreffen; letztere normalerweise weniger häufig als erstere, aber in weit größeren Konzentrationen bei den Personen, die an einer entzündlichen Darmkrankheit leiden. Daher wurde die Theorie aufgestellt, dass die CB2-Rezeptoren eine wichtige Rolle dabei spielen, Entzündungsschmerzen zu steuern, insbesondere solche, die in den Därmen auftreten.

2. Wirkung gegen Durchfall

Durchfall ist das häufigste primäre Symptom bei Morbus Crohn. Je nachdem, welcher Teil des MD-Trakts betroffen ist, kann der Stuhl Darmschleim, Eiter oder Blut enthalten und mehr oder weniger wässrig sein. Verbreitet ist das Gefühl, unbedingt defäkieren zu müssen, das mit einem Gefühl der nicht vollständigen Entleerung einhergeht (auch als Tenesmus bekannt).

Cannabis wird seit Jahrhunderten zur Behandlung von Durchfall angewandt, und die moderne Forschung hat den empirischen Nachweis für seine Wirksamkeit erbracht. Bei Personen, die an Morbus Crohn leiden, geht man davon aus, dass sie wegen der Entzündung der im Darm vorhandenen Mukosa (der schleimhaltigen Membran, die die innere Auskleidung des MD-Trakts bildet) an Durchfall leiden, ferner an einer gesteigerten Ausscheidung von Flüssigkeit, einer reduzierten Fähigkeit des Darms zur Absorption von Flüssigkeiten und einer Anwesenheit von bakteriellen Auslösern. Cannabis kann die Symptome von Durchfall lindern, und zwar wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften und wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung.

Die Aktivierung der CB1-Rezeptoren im MD-Trakt kann auch eine wichtige Rolle bei der Linderung der Durchfallsymtome durch eine Reduzierung der Darm-Motilität und der Flüssigkeitsausscheidung spielen. Man nimmt an, dass dies durch eine Hemmung des Acetylcholins aus den enterischen Nerven geschieht (also derjenigen Nerven des peripheren Nervensystems, die auch die Steuerung des MD-Trakts unterstützen). Acetylcholin ist ein Neurotransmitter mit einer ganzen Reihe wichtiger Funktionen, und es ist bekannt, dass dieser Stoff auch die Peristaltik anregt (die Motilität des Darms).

3. Wirkung gegen Schmerzen

Bis zu 70 % der Morbus Crohn-Patienten leiden unter chronischen Schmerzen. In den frühen Phasen der terminalen Ileitis (die Form von Morbus Crohn, die das terminale Ileum befällt) treten Schmerzen im unteren rechten Bereich des Bauches häufig auf, und man deutet diese oft falsch als Indiz für eine Blinddarmentzündung. Schmerzen sind generell das Ergebnis einer chronischen Entzündung, können aber auch auf eine Schädigung oder einen Abgang der intestinalen Schleimschicht zurückzuführen sein, oder auf eine Bauchschwellung oder einen Darmverschluss.

Morbus Crohn kann außerdem schwere Schmerzen bei den Patienten auslösen
Morbus Crohn kann außerdem schwere Schmerzen bei den Patienten auslösen

Cannabis kann den Personen, die an Morbus Crohn leiden, dabei helfen, die Schmerzsymptome zu lindern, indem es als direkt entzündungshemmendes Mittel wirkt, die Schwere einer Bauchschwellung reduziert und die Durchfallsymptome lindert, indem die Spasmen des Darms und die Ausscheidung von Flüssigkeiten reduziert werden.

Auch wenn es bisher keine offiziellen Studien über die Wirkung von Cannabis gegen die bei Morbus Crohn auftretenden Schmerzen gibt, wurden einige Befragungen von Patienten durchgeführt, bei denen sich gezeigt hat, dass wesentliche Verbesserungen beim Management chronischer Schmerzen erreicht wurden. Bei einer Pilotstudie, die 2005 in Kalifornien durchgeführt wurde, wurden 12 Morbus Crohn-Patienten nach ihrer Wahrnehmung diverser schwerer Symptome vor und nach der Verabreichung von Cannabis befragt. Dabei stellte sich heraus, dass Cannabis zu einer Besserung aller nachweisbaren Indizien und Symptome führt, auch der Schmerzen, die auf einer von 1 bis 10 reichenden Skala der subjektiven Schwere der Symptome vor der Verabreichung von Cannabis mit einem Wert von 6,5 veranschlagt wurden, danach nur noch mit einem Wert von 2.

4. Appetitanregende Wirkung

Bei der vorgenannten Pilotstudie ergab sich zudem, dass die Patienten über eine merkliche Steigerung ihres Appetits nach der Verabreichung von Cannabis berichteten, der auf einer subjektiven Skala von 1 bis 10 danach mit einem Wert von 7 veranschlagt wurde. Appetitmangel ist ein weit verbreitetes Symptom von Morbus Crohn und tritt häufig als Ergebnis einer chronischen Übelkeit und von Bauchschmerzen auf.

Ein schwerer Appetitverlust kann zu einem dramatischen ungewollten Gewichtsverlust führen, insbesondere bei schweren Anfällen der Krankheit. Neben der Verbesserung des Appetits führt Cannabis durch seinen Einfluss auf die Motilität des Darms auch zu einer weniger häufigen Defäkation; diese beiden Faktoren führen zusammen dazu, dass die meisten Patienten nach dem Beginn einer Medikation mit Cannabis wieder an Gewicht zunehmen.

Ein schwerer Appetitmangel, Übelkeit und Gewichtsverlust sind verbreitete Symptome bei Morbus Crohn-Patienten
Ein schwerer Appetitmangel, Übelkeit und Gewichtsverlust sind verbreitete Symptome bei Morbus Crohn-Patienten

Die Anwendung von Cannabis kann bei Morbus Crohn-Patienten den Appetit wieder anregen, da es die Bauchschmerzen lindert und eine exzessive Peristaltik verhindert. Daneben hilft es auch dabei, Hungergefühle zu erzeugen, indem es als direkter Agonist auf bestimmte Rezeptoren im MD-Trakt wirkt, die normalerweise auf das Vorhandensein von Ghrelin reagieren (einem wichtigen „Hungerhormon“, das ebenfalls Merkmale eines guten Medikaments bei Morbus Crohn aufweist).

Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass das Vorhandensein von Ghrelin oder Cannabinoid-Agonisten wie THC zu einer erhöhten Produktion eines Enzyms im Hypothalamus führt, und zwar der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK). Dieses Enzym hat entscheidende Bedeutung für die metabolischen Abläufe, die die Energie-Homöostase (das energetische Gleichgewicht) im Körper regulieren, und wird als Reaktion auf die Stimulierung der GHS-R1a-Ghrelin-Rezeptoren produziert, die im MD-Trakt vorkommen. Auf diese Weise kann THC effektiv die Aufgabe von Ghrelin übernehmen, indem es diese Rezeptoren aktiviert und das Gehirn unmittelbar veranlasst, ein Hungergefühl zu erzeugen.

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Jessy

Ich wollte es jetzt versuchen mit cababis öl ich kenne jemand der es herstellt aber wieviel muss ich nehmen und wie musd ich es nehmen habe zur zeit einen schub und habe das Vertrauen im Ärzten und in Medikamenten verloren lg Jessy

07/08/2018

Christoph

Hallo Jessy,

zunächst sei vorangestellt, dass ich kein Arzt und auch kein Jurist bin. Aber bei einer Selbst-Therapie solltest du auch mögliche Nebenwirkungen beachten. Wegen der psychotrophen Wirkung von THC ist hier natürlich wie bei allen Wirkstoffen Vorsicht geboten. Dies gilt zum einen gerade auch für die zu befürwortende orale Aufnahme. Diese vermeidet die gesundheitlichen Schäden des Rauchens und lässt eine leicht zu steuernde Dosierung zur Therapiecompliance zu. Wenn der Wirkstoff aber einmal heruntergeschluckt ist, lässt sich die Intensität der Wirkung nicht mehr regulieren. Daher bietet sich ein Öl an, dass sowohl die Cannabinoide THC und CBD enthält. CBD dämpft die psychotrophe Wirkung von THC. Gleichsam werden durch den kombinierten Einsatz von THC und CBD sowohl CB1 als auch CB2 Rezeptoren angesteuert. Bitte beachte, dass du für Medizinalhanf mit THC unbedingt eine Verordnung von einem Arzt benötigst, damit du Medizinalhanf auf einem Betäubungsmittelrezept bei deiner Apotheke erhalten kannst. Für eine Kostenübernahme müsstet du gleichsam einen Antrag auf Leistungszusage für Medikamente auf Cannabisbasis nach Paragraph 31 Abs. 6 SGB V. Mögliche Hinweise auf eine Aussicht auf Besserung der Krankheitssymptomatik ergeben sich aus den Studien von Frau Dr. Naftali aus Israel. Ärzte die Cannabis rezeptierung werden beim Arbeitskreis Cannabismedizin geführt.

Beste Grüße und natürlich gute Besserung!

Christoph (ebenfalls an Morbus Crohn erkrankt)

24/08/2018

Winnes

Meine Freundin hat es mit CBD Öl probiert und hatte leider keinen Erfolg. Denke dass das THC fehlt.

26/08/2018

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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