by Olivier on 18/07/2018 | Konsum

Alles was Sie über Kief wissen müssen

Kief Selten, exklusiv und teuer: Kief ist der Kaviar unter den Cannabisprodukten. Es handelt sich dabei nicht um marokkanischen Haschisch, wie viele meinen, sondern um die harzigen Kristalle, welche die Cannabispflanze gegen Feinde schützt. Insekten mögen keine Terpene und Cannabinoide, wir Menschen dafür umso mehr.

Wer Cannabis anfasst, hat oft klebrige Hände. An den Fingerspitzen bleibt eine harzige, kristalline Schicht zurück, die an Blütenstaub erinnert. Haben Sie sich schon einmal gefragt, was das ist? Es handelt sich um Kief, die potenteste Form von unbearbeitetem Cannabis. In Marokko bezeichnet man damit eine mit Haschisch und Tabak gefüllte Sebsi-Pfeife (traditionelle Pfeife aus der Maghreb-Region). Daher wird Kief oft synonym verwendet mit marokkanischem Haschisch, was aber falsch ist. Kief ist lediglich eine Vorstufe von Haschisch. Man kann damit noch viel mehr anstellen, Kief mit Tabak zu mischen, ist aber nicht wirklich eine gute Idee. Doch erst einmal der Reihe nach.

Was ist Kief?

Wenn Sie Cannabis aus der Nähe betrachten, werden Ihnen winzige, kleine Kristalle auffallen. Das ist Kief. Genau genommen handelt es sich dabei um pilzförmige Harzdrüsen, die auch als Trichome bezeichnet werden. Trichome sind haarähnliche Strukturen, die auf der Oberfläche von Pflanzen, Algen und sogar Einzellern vorkommen. Sie schützen die Pflanzen vor äußeren Schädigungen, etwa vor Insekten oder starken Temperaturschwankungen. Botaniker unterscheiden viele verschiedene Arten von Trichomen.

Bei der Cannabispflanze handelt es sich um Trichome mit einer Ausscheidungsfunktion, die auch als Drüsenhaare bezeichnet werden. Sie produzieren Cannabinoide und Terpene – zwei Wörter, die das Herz eines jeden Cannabisliebhabers höher schlagen lassen. Unter der Lupe betrachtet sehen Trichome aus wie Pilze. Sie haben einen Stiel und einen pilzhutähnlichen Kopf.

Das beste Kief enthält nur den Kopf. Trichomköpfe sind das Nonplusultra der Cannabispflanze, weil sie den höchsten Prozentsatz an Cannabinoiden enthalten. Beinahe ihr gesamtes Gewicht besteht aus puren Cannabinoiden und Terpenen. Aus ihnen lassen sich die hochwertigsten, lösungsmittelfreien Extrakte herstellen. Nun ist also klar, warum Kief von Kiffern so heiß geliebt wird. Randvoll mit THC und einem betörenden Aroma ist Kief eine echte Delikatesse.

Wie lässt sich Kief extrahieren?

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Kief wird mechanisch vom Pflanzenmaterial getrennt, es handelt sich also um ein reines, lösungsmittelfreies Konzentrat mit wenigen oder gar keinen Unreinheiten. Andere Extrakte wie zum Beispiel das Rick Simpson Öl oder Live Resin werden mit Hilfe von Lösungsmitteln wie Aceton, Butan oder Alkohol hergestellt.

Es gibt verschiedene Arten, um Kief zu sammeln. Am einfachsten geht es mit einem dreiteiligen Grinder. Die Nutzung ist ein Kinderspiel. Erst den oberen Teil entfernen, anschließend die Blüten zwischen die Mahlzähne legen und den Grinder wieder verschließen. Ein paar Drehungen später liegt das Kief in der untersten Ebene. Bis davon aber eine größere Menge bereit liegt, ist ziemlich viel Pflanzenmaterial nötig.

Wer schon einmal im Rif-Gebirge in Marokko unterwegs war, kennt vielleicht die traditionelle Trockensieb-Methode. Die Blüten werden geschlagen und durch eine Reihe von zunehmend feiner werdenden Siebe gefiltert. Je feiner die Siebe, desto feiner das Endprodukt. Im besten Fall bleiben nur die potenten Trichomköpfe zurück.

Wie im Video zu erkennen ist, erfordert diese arbeitsintensive Methode viel Geduld. Je nach Cannabissorte müssen zudem unterschiedliche Siebe verwendet werden, weil die Größe der Trichomköpfe variiert.

Acht Arten, um Kief zu nutzen

Kief bildet die Basis für viele andere Cannabisprodukte, die ich Ihnen sogleich vorstellen möchte. Von der Veredlung eines Joints oder einer Pfeife über die Herstellung eines E-Liquid bis hin zum Kochen und Backen – hier sind acht Arten, wie Kief genutzt werden kann:

1. Kief verdampfen

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Eine der effizientesten und gesündesten Methoden um Kief zu verwenden, ist der Verdampfer. Weil die Wirkstoffe (THC und andere Cannabinoide) sorgfältig auf eine bestimmte Temperatur erwärmt werden, geht nichts durch Überhitzung verloren. Dampf enthält weder Kohlenstoff noch halbverbrannte Festkörper und ist deshalb wesentlich gesünder als Rauch. Besonders Konsumenten, die Cannabis als Medizin nutzen, sollten einen Verdampfer in Betracht ziehen. Die Anschaffung zahlt sich auch wirtschaftlich aus, weil für optimale Effekte nur wenig Kief benötigt wird.

2. Aus Kief Haschisch herstellen

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Seit Jahrtausenden wird auf dem indischen Subkontinent Haschisch hergestellt. Die traditionelle Methode ist an Einfachheit nicht zu überbieten. Cannabispflanzen werden dabei einfach zwischen den Händen hin und her gerieben. Wenn sich genügend Harz angesammelt hat, liegt das Ergebnis in Form von Haschkugeln vor, die als Charas bezeichnet werden. Solcher „Fingerhasch“ lässt sich auch aus Kief formen. Professioneller funktioniert das Ganze mit einer Pollenpresse. Druck und Hitze bewirken, dass die Trichome in Harz umgewandelt werden. Dabei verändert sich nicht nur die Farbe und der Geruch, sondern auch die Wirkung des Endprodukts. Wer Hasch herstellen möchte, muss nicht zwingend in eine (teure) Maschine investieren. Für die Rosin-Methode benötigen Sie lediglich einen Haarglätter und etwas Backpackier.

3. Mit Kief einen Joint verfeinern

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Die meisten Menschen konsumieren Cannabis noch immer in einem Joint. Kief gibt den Blüten einen extra Kick. Aufgrund seiner Beschaffenheit ist es aber gar nicht so einfach, damit einen Joint zu bestreuen. Besser also schon vor dem Drehen mit den Blüten mischen. Alternativ kann auch die feuchte Außenseite eines fertig gedrehten Joints vorsichtig mit Kief bestreut werden.

4. Kief in einer Pfeife rauchen

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Eine der besten Methoden, um Kief zu rauchen. Besonders dann, wenn man Hasch auf Kief-Basis verwendet. Natürlich lassen sich auch Blüten aus einer Pfeife oder Bong rauchen und mit Kief bestreuen. Genau wie beim Joint ist aber auch bei dieser Konsummethode Vorsicht geboten. Kief erhöht nicht nur die Potenz des verwendeten Cannabis, sondern sorgt auch für ein schnelleres und intensiveres Rauscherlebnis. Gerade unerfahrene Konsumenten sollten aufpassen, dass sie nicht zu viel auf einmal rauchen.

5. Kief in Edibles verwenden

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Kochen und Backen mit Cannabis liegt im Trend. Das Hasch Marihuana & Hemp Museum in Amsterdam widmete dem Thema kürzlich sogar eine eigene Ausstellung. Fast jedes Rezept, das Blüten enthält, kann auch mit Kief zubereitet werden. Cannabutter ist perfekt geeignet, um Kief in Nahrungsmitteln zu verwenden. Die Wirkung von Edibles tritt später ein als bei anderen Konsumformen, ist dafür aber umso intensiver. Gehen Sie es also langsam an.

6. Kief zu Moonrocks formen

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Moonrocks bestehen aus drei Komponenten. Hat man die alle zur Hand, kann man sie ganz einfach selbst herstellen. Ein getrocknetes Bud wird in Haschöl getünkt und anschließend mit Kief bestreut. Fertig! Moonrocks sollte man nicht in einem Grinder zermahlen, weil sie leicht auseinanderfallen. Besser ein kleines Stück abbrechen und damit eine Pfeife oder einen Joint veredeln. Wegen ihrer Potenz sind Moonrocks nur erfahrenen Konsumenten zu empfehlen. In Coffeeshops und Dispensaries findet man sie selten.

7. E-Liquids mit Kief mischen

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Wenn Sie gerne dampfen, bietet Kief eine interessante Alternative zu den üblichen Aromen. Selbst E-Liquids herstellen geht einfacher, als manche denken. Sie brauchen dafür Propylenglykol, pflanzliches Glycerin, einen Kaffeefilter und zwei Kochtöpfe. Die ersten beiden Zutaten werden im Verhältnis 1:1 gemischt und zusammen mit dem Kief in einen der Töpfe gegeben. Der andere Topf mit Wasser füllen und auf den Herd stellen. Darüber den Top mit dem Kief platzieren. Jetzt den Herd andrehen und warten, bis der Wasserdampf die Kief-Mischung zum Schmelzen bringt. Falls Sie Ihrem E-Liquid zusätzliches Aroma beifügen möchten, tun Sie das am besten, sobald die Mischung eine konstante Konsistenz erreicht hat. Wer ganz sicher gehen will, dass keine Pflanzteilchen im fertigen E-Liquid landen, gibt die Mischung zum Schluss in einen Kaffeefilter. Tipp: Um selbst gemachte E-Liquids in eine E-Zigarette zu füllen, verwenden Sie am besten eine Spritze.

8. Mit Kief einen Kaffee zubereiten

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Mit Kief können Sie nicht nur Joints und Pfeifen, sondern auch einen Kaffee verfeinern. Dies funktioniert allerdings nur in heißen Getränken, weil die Cannabinoide erst aktiviert bzw. decarboxyliert werden müssen. Mit anderen Worten: Kein Erhitzen, kein Effekt. Verschwenden Sie Ihr Kief also besser nicht in einem Cold Brew oder Eiskaffee. Falls Sie keinen Kaffee mögen, können Sie mit Kief natürlich genauso gut einen Tee zubereiten.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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