Der beste Boden für einen Outdoor-Cannabisgarten

Die richtige Vorbereitung des Bodens für einen Outdoor-Cannabisgarten kann für Qualität und Ertrag der Ernte von entscheidender Bedeutung sein, denn Cannabispflanzen haben ganz spezifische Bedürfnisse in puncto Bodenqualität und -beschaffenheit. Hier finden Sie eine kurze Anleitung, mit der Sie die Qualität Ihres Bodens in allen Punkten optimieren können.

Die Wahl eines für den Cannabisanbau am besten geeigneten Bodens beinhaltet, den Säuregehalt, eventuelle Krankheitserreger oder Schädlinge im Boden und auch dessen Beschaffenheit zu überprüfen. Das Herstellen eines eigenen oder der Kauf eines sterilen Bodens gibt Growern die volle Kontrolle über den Säure- und den Nährstoffgehalt sowie über die Beschaffenheit. Wenn Cannabispflanzen in den Boden gepflanzt werden, werden sie gleichzeitig auch dem gesamten lebenden Organismus, der einen natürlichen Boden ausmacht, ausgesetzt – und dieser lässt sich in einem Topf nur sehr schwer nachbilden.

In jedem Fall ist das Grow-Medium für den Anbau selbst und die schlussendliche Ernte von grundlegender Bedeutung. Gut vorbereitete Böden können Problemen während des gesamten Anbaus vorbeugen. Theoretisch sollten Pflanzen bei gutem Nährstoffgehalt im Boden ohne viel Aufwand gedeihen. Gesunde Pflanzen setzen notwendigerweise einen guten Boden voraus. Ohne einen für den Anbau von Cannabis optimal vorbereiteten Boden wird man also nie eine optimale Ernte erzielen können.

Beschaffenheit und Zusammensetzung eines Outdoor-Bodens

Für Cannabis eignet sich ein leichter, lehmiger Boden, der eine gute Wasserdurchlässigkeit aufweist, aber auch etwas Feuchtigkeit speichert. Lehmböden setzen sich aus Sand, Schluff und Ton in einem Verhältnis von etwa 40:40:20 zusammen:

  1. Sand ist Hauptbestandteil vieler Böden und zeichnet sich durch körnige Gestein- und Mineral-Partikel mit einem Durchmesser von 0,05 bis 2 Millimetern aus.
  2. Schluff ist feiner als Sand und zeichnet sich durch Partikel mit einem Durchmesser von 0,002 bis 0,05 Millimetern aus.
  3. Ton ist nochmal feiner und zeichnet sich durch Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,002 Millimetern aus.

Eine Methode, um die Bodenzusammensetzung zu bestimmen, besteht darin, die Erde in ein mit Wasser gefülltes Glas zu geben und dieses dann zu schütteln. Wenn man das Glas nun abstellt, setzen sich die Partikel langsam ab. Eine genauere Beschreibung finden Sie hier.

Je kleiner die durchschnittliche Partikelgröße im Boden, desto schwieriger sickert das Wasser durch sie hindurch. Man kann es sich wie bei einer Kaffeemaschine vorstellen. Packt man den Kaffee zu fest ins Sieb, sickert das Wasser kaum noch durch. Nach dem gleichen Prinzip verfügen sandige Böden über eine sehr rasche Drainage, während Böden mit hohem Tongehalt schnell verstopfen und Pfützen bilden.

Wenn der lokale natürliche Boden verwendet wird, können zusätzlich Sand, Schlamm oder Ton eingemischt werden, um die Fähigkeit zur Drainage oder Speicherung des Wassers anzupassen. Die Entwässerung und Bodenstabilität können ebenfalls durch die Zugabe von Kies beeinflusst werden, das im Grunde aus Gestein und Mineralpartikeln mit einem Durchmesser von zwei bis 75 Millimetern besteht. Um eine Behinderung des Wurzelwachstums der Pflanzen zu vermeiden, können nach Möglichkeit größere Steine entfernt werden.

Ist der natürliche Boden zu schlecht, kann man den Kauf von qualitativ hochwertiger industrieller Erde in Betracht ziehen und sie dem Boden beimischen. Man kann ihm auch Gülle, Mulch, Blutmehl, Knochenmehl oder eine Reihe anderer Bodenzusatzstoffe zur Verbesserung der Nährstofffreisetzung beigeben. Die Pflanzen können sogar komplett in mit gekaufter Erde befüllten Säcken oder Töpfen angebaut werden, sodass sie gar nicht erst mit dem natürlichen Bodenreich in Berührung kommen.

Den pH-Wert des Bodens beim Outdoor-Anbau regulieren

Der optimale pH-Wert für Cannabis ist leicht säuerlich und liegt zwischen 5,5 und 6,5. Wird dieser Wert über- oder unterschritten, kann es zu einer Reihe von Mängeln oder Toxizitäten kommen, da zu saure oder zu alkalische Böden die Fähigkeit einer Pflanze beeinträchtigen, Nährstoffe aufzunehmen und zu verwerten. Wenn die Nährstoffe nicht in optimalen Verhältnissen und Mengen aufgenommen werden, erreichen die Pflanzen weder die maximale Qualität noch den maximalen Ertrag, was sich wiederum negativ auf die Ernte auswirkt.

Der pH-Wert des Bodens kann mit einem in jedem Gartenfachhandel erhältlichen pH-Regler eingestellt werden. Das am häufigsten verwendete Mittel zur Senkung des pH-Werts (also um den Boden saurer zu machen) ist Schwefel. Schwefel reagiert mit speziellen häufig im Boden vorkommenden Bakterien, wodurch Schwefelsäure entsteht und so der Boden angesäuert wird.

Um den pH-Wert zu erhöhen, wird dem Boden in der Regel landwirtschaftlicher Kalk beigegeben. Jedoch müssen sich Grower nicht zwangsläufig Schwefel oder Kalk zulegen. Es reicht, wenn man sich diese Stoffe als Flüssiglösung im Gartenfachhandel besorgt. Eine ausführliche Anleitung zur Regulierung des pH-Werts finden Sie hier.

Man sollte allerdings erst dann ein Mittel zur Regulierung des pH-Werts einsetzen, wenn man auch den derzeitigen pH-Wert des Bodens kennt. Dieser wird mit einem Boden-pH-Messgerät ermittelt, der ebenfalls im Gartenfachhandel erhältlich ist. Man sollte dem Boden also erst dann einen pH-Regler beigeben, wenn man den aktuellen Säuregehalt kennt.

Das Outdoor-Bodenreich sterilisieren

Indem man den Boden mit heißem Dampf sterilisiert, kann man viele schädliche Bakterien, Pilze und Insekten abtöten, während man gleichzeitig einige wohltuende Bakterien am Leben lässt. Beim Kauf qualitativ hochwertiger kommerzieller, für den Cannabisanbau konzipierter Erde ist eine Sterilisierung in der Regel nicht nötig. Wo es möglich ist, kann die Sterilisierung eines natürlichen Bodens allerdings hilfreich sein. Man kann damit beispielsweise auch unerwünschte, aber dennoch im Boden befindliche Unkraut-Samen abtöten.

Das Sterilisieren eines Bodens ist jedoch ein schwieriger und zeitaufwendiger Prozess, der gerne übersehen wird. Wenn es nicht möglich ist, eine Sterilisierung des Bodens durchzuführen, gibt es auch andere Möglichkeiten zur Schädlingsbekämpfung. Es können wohltuende Mikroben und Schädlingsbekämpfer in den Boden gegeben werden, ebenso wie biologische, pflanzliche Mittel, die Schädlinge vertreiben oder töten, ohne die Pflanze zu schädigen.

Es gibt mehrere Verfahren zur Sterilisierung von Outdoor-Böden. Die Solarisation ist eine Methode, bei der der Boden insofern bearbeitet wird, dass die Erde gründlich zerkleinert und durchgespült wird, wonach sie dann mit einer klaren Plastikfolie abgedeckt wird.

Die Plastikfolie steigert die Wärme- und Lichteinwirkung der Sonne und heizt den Boden auf solch warme Temperaturen an, dass die meisten unerwünschten Mikroorganismen abgetötet werden. Im Boden muss über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen eine Temperatur von etwa 46 Grad Celsius vorherrschen, damit diese Methode ihre volle Wirkung entfalten kann. Der Boden muss dabei regelmäßig überprüft und nachbearbeitet werden, um sicherzustellen, dass die Bodentemperatur ausreichend hoch und konstant ist.

Wenn die Solarisation des Bodens aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, kann der Boden immer noch mit heißem Dampf sterilisiert werden. In großen landwirtschaftlichen Betrieben werden teure, speziell zur Sterilisierung von Böden hergestellte Geräte eingesetzt, aber man kann auch kostengünstigere Haushaltsgeräte wie etwa einen Schnellkochtopf benutzen.

Es gibt auch Verfahren, die für kleinere Grow-Vorhaben entwickelt wurden. Das Hoddesdon-Grid-Verfahren ist zum Beispiel eine Technik, bei der Lehmerde auf einem Stahlgitter über eine flache Wanne mit konstant siedendem Wasser geschichtet wird, sodass heißer Dampf durch sie hindurch steigen kann. Wenn die Temperatur in der gesamten Lehmerde 82 bis 88 Grad beträgt, ist die Sterilisierung abgeschlossen.

Outdoor growen: Töpfe, Säcke oder Löcher im Boden?

Wenn man outdoor anbaut, stehen einem mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: man kann die Pflanzen in Töpfen und Pflanzengefäßen oder in Grow-Säcken anbauen (das können die Plastiksäcke sein, in denen sich die gekaufte Erde befand, oder auch speziell für den Gartenbau gefertigte Säcke, die in der Regel aus luftdurchlässigem Plastik bestehen). Man kann auch Löcher in den Boden graben und die Pflanzen direkt im Boden einpflanzen. Outdoor-Böden können mit den oben beschriebenen Methoden optimiert werden. Sie können aber auch unverändert zu guten Ergebnissen führen, wenn sich während des Überprüfens der Böden herausstellt, dass sie für den Anbau von Cannabispflanzen gut geeignet sind.

Wenn man in Töpfen oder Grow-Säcken anbaut, hat man den Vorteil, dass handelsübliche Erde zum Einsatz kommt, die nicht nur für den Cannabisanbau optimiert, sondern auch bereits sterilisiert ist, sodass man sicher sein kann, dass sie keine schädlichen Mikroben enthält. Der Nachteil dabei ist, dass die Pflanzen durch die Größe ihrer Behälter eingeschränkt werden. Pflanzen in Töpfen müssen unter Umständen oft umgepflanzt und auch häufig gegossen werden (da sie ihre Wasserversorgung nicht aus dem Grundwasser erhalten, wie es bei Pflanzen in durchlässigen Säcken oder solchen, die direkt in den Boden gepflanzt wurden, der Fall wäre).

Auf der anderen Seite ermöglicht das direkte Einpflanzen junger Pflanzen in den Boden, dass sie ohne Einschränkungen wachsen können und ihre Wurzeln Zugang zu der größtmöglichen Menge an Grundwasser haben. Dadurch werden sie nicht nur größer, sondern erfordern auch deutlich weniger Pflege. Dafür sind sie jedoch einem erhöhten Risiko durch etwaige Bodenpathogene und sogar durch Verunreinigungen aus landwirtschaftlichen Abflüssen ausgesetzt.

Die Wahl des besten Bodens für den Cannabisanbau ist oft nicht so kompliziert wie viele Grower denken. Dies gilt insbesondere für Einsteiger, die gar nicht so darauf bedacht sind, bestimmte Mengen an bestimmten Cannabinoiden zu erhalten. Cannabis wächst fast überall und ist bekannt dafür, dass es sowohl auf nassem Boden neben Flussbetten als auch auf felsigen Berghängen wächst. Ein Boden mit reichlich Nährstoffen und der richtigen Beschaffenheit sowie dem richtigen pH-Wert ist ein guter Anfang. Viele Anpassungen können noch während der gesamten Grow-Dauer vorgenommen werden, indem man Nährstoffe hinzufügt und den pH-Wert anpasst. Man sollte die Pflanzen während des gesamten Anbauzeit im Auge behalten und den Boden nach Bedarf anpassen. Growen ist ein Lernprozess, der Zeit und Geduld erfordert, und die wichtigsten Dinge lernt man immer erst, wenn man sie auch macht!

  • Disclaimer:
    Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.

Comments

1 Kommentar zu „Der beste Boden für einen Outdoor-Cannabisgarten“

  1. kunststoffverarbeitungsmaschinen demag

    Es ist wirklich ein schönes und großen hilfreich Stück Information . Ich bin froh, dass Sie dieses gemeinsame nützlich Information mit uns. Bitte halten Sie uns informiert, auf dem neuesten Stand wie diese. Danke für den Austausch.

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