by Martijn on 27/08/2015 | Anbau

Hanfkalk aus Groningen vielversprechend für erdbebensicheres Bauen

Die Unternehmen EcoBouwSalland, HempFlax und Sanger IBCT erforschen derzeit, wie sich eine Hausisolierung auf der Basis einer Mischung aus Hanf und Hanfkalk bei einem Erdbeben verhält. Unterstützt werden diese Forschungsarbeiten auch von NAM, einem niederländischen Ölproduzenten. Frühere Tests hatten bereits gezeigt, dass das Produkt ein geringes Dehnmodul besitzt. Das bedeutet, dass es nachgibt, statt zu reißen.


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Groningen (Niederlande) – Die Unternehmen EcoBouwSalland, HempFlax und Sanger IBCT erforschen derzeit, wie sich eine Hausisolierung auf der Basis einer Mischung aus Hanf und Hanfkalk bei einem Erdbeben verhält. Unterstützt werden diese Forschungsarbeiten auch von NAM, einem niederländischen Ölproduzenten. Frühere Tests hatten bereits gezeigt, dass das Produkt ein geringes Dehnmodul besitzt. Das bedeutet, dass es nachgibt, statt zu reißen.

Die Flexibilität von Kalk ist in der Bauindustrie bereits bekannt. Das gilt besonders für Groningen, wo Kalkmörtel eine wichtige Rolle für traditionelle Scheunen spielt, die aus Stein und Mörtel gemauert werden. Solche Mauern ändern sich mit der Zeit, ohne sich auszudehnen. Wenn Risse auftreten, schließen sie sich durch Regen und Feuchtigkeit meist von selbst wieder.

Eine Hanfkalk-Isolierung besteht aus Kalk, Hanf und rein natürlichen Zusatzstoffen. EcoBouwSalland verwendet hierfür zementfreien Löschkalk, der bei seiner Produktion weniger Wärme benötigt als gebrannter Kalk, was ihn zu einer umweltfreundlichen Alternative macht. Der Kalk wird mit den Hanffasern vermischt und von HempFlax in Oude Pekela (Niederlande) verarbeitet. Der Zusatzstoff wurde von Wolf Jordan entwickelt und besteht aus Mineralien, die dem Kalk eine höhere Druckfestigkeit verleihen, und zwar schnell genug, um eine kurze Bauzeit zu ermöglichen.

In-situ-Verarbeitung für gut gedichtete Gebäude

Der Hanfkalk wird als Schüttgut oder in Blöcken angeliefert. EcoBouwSalland-Geschäftsführer Rens Borger bevorzugt das Schüttgut, denn wenn man dieses Material vor Ort mischt und als Mörtel verarbeitet, kann man damit gut gedichtete Gebäude errichten. „Und atmungsaktiv sind sie auch. Und weil Hanfkalk auch gut wärmeisolierend ist, erhält man ein sehr energieeffizientes Gebäude.“ Hanfkalk wird in einem monolithischen Holzrahmen eingebaut, nicht als tragendes Material. Als Putz eignet er sich auch für ein natürliches Finish.

Forschungsbeihilfen

NAM, das Epi-Wissenszentrum, die Stadtverwaltung von Loppersum und der Wirtschaftsbeirat von Groningen gewähren Subventionen zur weiteren Erforschung des Produkts. Dies erfolgt wegen seiner guten Eigenschaften als Baumaterial, aber auch weil es regional produziert wird und von angelernten Arbeitskräften leicht verarbeitet werden kann. Borgers: „Hanfkalk ist zwar leicht zu verarbeiten, aber man muss wissen, was man tut. Wir schulen daher die Mitarbeiter gut, bevor wir sie auf die Baustelle lassen.“

Quelle: cobouw.nl

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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