Wir nehmen Blue Porcelain Feminisiert unter die Lupe. Die Sorte wächst langsam, aber bemerkenswert gleichmäßig und eignet sich hervorragend, um neue Anbautechniken auszuprobieren. Am Ende waren wir von ihrer Konsistenz, der einfachen Handhabung und dem satten Ertrag an festen, klebrigen Buds wirklich begeistert.
Totale Anbauzeit: 98 Tage
Blütephase: 70 Tage
Endhöhe: 70 cm
Endausbeute: 93 Gramm
THC-Gehalt: 24,66 %
Blue Porcelain Feminisiert ist eine zu 70 % Indica-dominante Sorte, die 2026 als Teil des Sensi Seeds Breeding Grounds-Projekts in Zusammenarbeit mit Aficionado French Connection erschien. Diese Cannabis-Sorte kreuzt Black Domina mit einer Mischung aus Ivory Breath und Pianono, zwei Aficionado-Originalsorten, die als besonders widerstandsfähig und potent gelten.
Damit sich die Pflanze von Anfang an wohlfühlte, entschieden wir uns für einen 8-Liter-Plastiktopf mit BAC-Lavaerde, den wir unter eine 1000-Watt-Philips-Green-Power-Lampe stellten. Während der Wachstumsphase lief das Licht im 18/6-Zyklus. Tagsüber hielten wir stabile 23 °C im Grow-Raum, bei ausgeschaltetem Licht kühlte es auf 21 °C ab. Dazu eine Luftfeuchtigkeit von 65 %, die wir im Laufe des Grows schrittweise absenkten.
Keimung & Sämling
Wie bei jedem Grow stand auch hier zuerst die Keimung auf dem Plan. Für unsere Blue Porcelain Feminisierte Cannabis-Samen setzten wir auf die bewährte Papierhandtuchmethode, eine unkomplizierte, günstige und zuverlässige Keimmethode.
Dafür falteten wir einige Papierhandtücher, legten sie auf einen großen Teller und befeuchteten sie so, dass sie gleichmäßig feucht, aber nicht tropfnass waren. Anschließend platzierten wir die Samen darauf, bedeckten sie mit einem weiteren feuchten Tuch und steckten das Ganze in eine offene Plastiktüte. Die wanderte dann an einen warmen Ort, geschützt vor direktem Sonnenlicht.
Nach etwa zwei Tagen hatten sich die Samen geöffnet. Eine kleine weiße Keimwurzel zeigte sich, und das war unser Startschuss. Wir setzten den Samen (mit der Keimwurzel nach unten) in einen feuchten Steinwollwürfel und stellten ihn unter eine 600-Watt-Lampe.
In dieser frühen Phase gaben wir dem Sämling weder zusätzliches Wasser noch Nährstoffe. Junge Cannabis-Pflanzen sind sehr empfindlich, und zu viel Licht, Wärme, Wasser oder Dünger kann fatale Folgen haben, bevor die Pflanze überhaupt richtig gestartet ist. Nach drei Tagen stand die erste Bewässerung an: 100 ml pH-ausgeglichenes Wasser (pH-Wert: 6,0 | EC-Wert: 0,8) mit einem Schuss Bewurzelungshormon.

Am Ende der ersten Woche maß unsere junge Pflanze bereits 8 cm. Ein sehr schlanker Stamm trug zwei kleine Paare von Keimblättern. Er war so dünn, dass wir ihn in diesen ersten Wochen stützen mussten. Ab jetzt bekam die Pflanze täglich 100 ml Wasser mit flüssigen Bio Grow-Nährstoffen (pH-Wert: 6,0 | EC-Wert: 1,4).
Wachstumsphase

Zu Beginn der zweiten Woche hatte sich die Höhe unserer Blue Porcelain Feminisierten Cannabis-Pflanze auf 15 cm fast verdoppelt. Die ersten echten Blätter waren da. Der Stamm war recht dünn, und obwohl die Blätter noch klein waren, brauchte die Pflanze weiterhin etwas Unterstützung. Anfang der Woche zog sie in ihr neues Zuhause um: einen 8-Liter-Plastiktopf unter unserer 1000-Watt-Lampe. Da wir in der kommenden Woche mit schnellerem Wachstum rechneten, verdoppelten wir die tägliche Wassermenge auf 200 ml.


In der dritten Woche verlangsamte sich das Tempo etwas. Die Pflanze legte 6 cm zu und erreichte eine Höhe von 21 cm. Dazu kamen neue Blattpaare mit sehr kompakten Internodienabständen und die ersten Seitenzweige. Der Stamm war inzwischen kräftig genug, um sich selbst zu tragen. Stütze brauchte sie von nun an keine mehr. Da der Wechsel zur Blüte in der nächsten Woche anstand, erhöhten wir die tägliche Wassermenge auf 400 ml.
Kurz vor der Blüte hängten wir kleine Beutel mit Neoseiulus californicus und Amblyseius swirskii an die untersten Zweige. Diese weißen Päckchen sind gefüllt mit Hunderten winziger Nützlinge, die in Symbiose mit Cannabis-Pflanzen leben. Sie richten keinerlei Schaden an, sondern halten Schädlinge wie Spinnmilben und Thripse in Schach, die kerngesunde Pflanzen ruinieren können. Alle vier Wochen wurden die Beutel ausgetauscht, damit stets frischer Nachschub da war.
Blütephase


Zu Beginn der vierten Woche war es so weit: Wir stellten das Licht auf 12/12 um und gaben der Pflanze ab sofort täglich 800 ml Wasser mit flüssigen Bio Flower-Nährstoffen (pH-Wert: 6,0 | EC-Wert: 1,8). Am Ende der Woche stand sie bei 27 cm, mit mehreren neuen Blattpaaren und zunehmend längeren Internodienabständen. Die Seitenzweige zeigten sich noch zaghaft, aber die Pflanze entwickelte sich zügig.


In der fünften Woche ging es langsam, aber stetig weiter. Vier Zentimeter Zuwachs, neue Höhe 31 cm. Die Internodienabstände waren für eine so kompakte Pflanze bereits beachtlich lang, und die Seitenzweige begannen endlich, nach außen zu wachsen. Das gab der Pflanze eine offene, luftige, fast zylindrische Form. Da die Blüte jeden Moment einsetzen konnte, erhöhten wir die tägliche Wassermenge auf 1000 ml und senkten die Luftfeuchtigkeit auf 60 %.


In der sechsten Woche lief alles im gewohnten Rhythmus. Wieder vier Zentimeter dazu, die Pflanze stand nun bei 35 cm. Die Seitenzweige legten ordentlich zu und bildeten ein recht gleichmäßiges Blätterdach knapp unterhalb des Hauptstamms. Blüteanzeichen gab es noch keine, aber die Pflanze war bereit. Es konnte jeden Tag losgehen.


In der siebten Woche legte unsere Pflanze so viel zu wie in keiner anderen Woche zuvor. Sie erreichte eine neue Höhe von 41 cm. Der Hauptstamm schob sich langsam über das untere Blätterdach. Und dann, gegen Ende der Woche, die ersten Blüteanzeichen: Kleine weiße Blütenstempel zeigten sich an den Zweigspitzen. Die Blüte hatte begonnen, also erhöhten wir die tägliche Wassermenge auf 1500 ml.


In der achten Woche erreichte unsere Pflanze 46 cm. Das langsame Höhenwachstum wurde von einem regelrechten Schub bei den Seitenzweigen begleitet, die nun weit nach außen wuchsen und der Pflanze eine buschige Form gaben. Trotz ihrer geringen Höhe hatte sie sich ordentlich gestreckt und wirkte fast wie eine Sativa. Die Blütenentwicklung schritt voran, wenn auch gemächlich. Wir senkten die Luftfeuchtigkeit auf 55 %, um Schimmel vorzubeugen.


In der neunten Woche blieb unsere Pflanze ihrer Linie treu: bemerkenswert gleichmäßig, wenn auch gemächlich. Fünf Zentimeter Zuwachs, neue Höhe 51 cm. Die Seitenzweige wuchsen weiter nach außen und gaben der Pflanze eine ausgeprägte Weihnachtsbaumform. Die Blüte schritt langsam voran, begann aber an Fahrt aufzunehmen. Aus einzelnen weißen Blütenstempeln wurden kleine Blütenansätze.


In der zehnten Woche ging unsere Pflanze endlich in die Vollblüte über. An jeder Blühstelle entwickelten sich nun zügig Buds. Die Seitenzweige verlangsamten ihr Wachstum merklich, während der Hauptstamm sich noch etwas streckte und 55 cm erreichte.



In der elften Woche wuchs unsere Pflanze auf 59 cm. Die Buds legten in beeindruckendem Tempo zu, von Tag zu Tag wurden sie sichtbar größer. Die Seitenzweige waren nach wie vor extrem dünn und begannen unter dem Gewicht der Buds leicht nachzugeben. Komplett einknickten sie zwar nicht, aber wer auf Nummer sicher gehen will, greift in den letzten Blütewochen vielleicht besser zu Stützstäben.


In der zwölften Woche lief alles wie gewohnt weiter. Drei Zentimeter dazu, die Pflanze stand nun bei 62 cm. Die Blüten entwickelten sich prächtig, und die Hauptcola formte sich zu einem stattlichen, dichten Blütencluster. Jetzt hieß es einfach Geduld haben und die Pflanze in den kommenden Wochen in Ruhe ausreifen lassen.


In der dreizehnten und vierzehnten Woche wuchs unsere Pflanze auf 68 cm, während die Blüten weiter zulegten. Die Blütenstempel verfärbten sich von Weiß zu einem hellen Bernstein-Orange. Ein klares Zeichen: Die Ernte rückte näher.



In der fünfzehnten Woche war es so weit. Wir ernteten unsere Blue Porcelain Feminisierte Cannabis-Pflanze bei einer Endhöhe von 70 cm.
Ernte
Als es Erntezeit war, schnitten wir unsere Blue Porcelain Feminisierte Cannabis-Pflanze an der Basis ab, entfernten die Fächerblätter und hängten sie kopfüber in einen klimatisierten Raum (15,5 °C | 50 % Luftfeuchtigkeit). Dort blieb sie hängen, bis die kleineren Zweige beim Biegen knackten. Das dauert in der Regel zwischen 10 und 20 Tagen.
Nach ein paar Wochen war die Pflanze ausreichend getrocknet. Wir trennten die Buds ab und entfernten die verbliebenen Blätter. Die Buds waren nicht übermäßig blättrig, aber die Pflanze hatte Dutzende kleinerer, dichter Nuggets produziert, die sich zwar gut trimmen ließen, aber einige Zeit in Anspruch nahmen. Die beeindruckende Harzproduktion dieser Sorte tat ihr Übriges – das Trimmen von Blue Porcelain Feminisiert war etwas mühsamer als bei manch anderen Sorten.
Anschließend wanderten die Buds zur Aushärtung in Glasbehälter. Die ersten 24 Stunden blieben die Gläser offen, damit die restliche Feuchtigkeit entweichen konnte. Danach verschlossen wir sie und lüfteten sie mehrmals täglich für eine Stunde („Burping“). Über die nächsten Wochen reduzierten wir das Burping schrittweise auf einmal pro Tag. Im Schnitt nimmt die Aushärtung vier bis sechs Wochen in Anspruch und ist entscheidend für ein angenehmes Raucherlebnis.
Dieser Grow lieferte am Ende solide 93 Gramm getrocknete Blüten mit einem THC-Gehalt von 24,66 %. Damit waren wir mehr als zufrieden.
Terpen-Profil
Vor der Ernte entwickelte unsere Blue Porcelain Feminisierte Pflanze ein erstaunlich kräftiges Aroma. Sofort in die Nase stiegen Trauben-Gelato, süße Beeren und cremige Limette. Subtiler, aber unverkennbar: Ein zarter, bonbonartiger Blütenduft und würzigere Akzente von Gas, Moschus und Terpentin, die dem Ganzen eine komplexe, fast schwere Note gaben.
Nach der Aushärtung hatte sich das Aroma weiter verdichtet. Traubenlimonade, Blaubeer-Gelato, Limette und Sorbet, jetzt schärfer und fokussierter als zuvor. Darunter schwang noch etwas anderes mit: Weihrauch, blumiger Bonbonduft und ein scharfer, gasiger Moschus.
Der Geschmack hielt, was der Duft versprochen hatte. Beim Einatmen dominierten Traube und Limettensorbet, beim Ausatmen folgte ein würzig-gasiger Abgang mit einem leicht blumigen, parfümierten Nachgeschmack.
Die Wirkung von Blue Porcelain Feminisiert war warm und euphorisch, mit einem kräftigen Indica-Stone. Fast sofort spürten wir ein angenehmes Kitzeln im Kopf, dem bald eine tiefe körperliche Entspannung folgte. Kräftig, aber nicht zu sedierend. Insgesamt kreativ und verträumt, mit einem langanhaltenden, fast narkotischen Ausklang.
Fazit
Blue Porcelain Feminisiert ist eine wirklich beeindruckende Cannabis-Sorte. Kompakt, unkompliziert und für ihre Größe erstaunlich ertragreich. Sie passt in praktisch jeden Grow-Room. Dazu kommt der gestreckte Wuchs mit langen Seitenzweigen, der sie zur idealen Kandidatin für fortgeschrittene Anbautechniken macht. Egal ob Einsteiger oder erfahrener Grower: Diese Sorte macht immer eine gute Figur.
- Disclaimer:Die Gesetze und Vorschriften zum Cannabisanbau sind von Land zu Land unterschiedlich. Sensi Seeds rät Ihnen daher dringend, Ihre lokalen Gesetze und Vorschriften zu befolgen. Handeln Sie nicht im Widerspruch zum Gesetz.


