Cannabis in Dschibuti – Gesetze, Konsum und Geschichte

Dschibutis Cannabisgesetze sind streng. Konsum, Verkauf und Anbau werden mit Haft geahndet. Im Land herrschen besonders trockene Bedingungen, was den Anbau schwierig gestaltet. Doch die Menschen in Dschibuti beschäftigt etwas anderes viel mehr – Khat. Das Stimulans ist im Land immer noch legal, die Einheimischen geben bis zu 40 % ihres Einkommens dafür aus.

Cannabisgesetze in Dschibuti

Darf man in Dschibuti Cannabis besitzen und konsumieren?

Konsum und Besitz von Cannabis sind in Dschibuti illegal. Wer dagegen verstößt und erwischt wird, kann mit Gefängnis bis zu fünf Jahren und zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt werden. Das Rechtssystem des Landes ist insofern etwas komplex als ihm sowohl die Scharia als auch die Verfassung zugrundeliegt. Daher ist jede Form des Rausches verpönt – allerdings richtet sich dies gezielter gegen Alkohol.

Nach den Gesetzen der Scharia fällt Cannabis in die Kategorie „Mukhaddirat“. Dieser Begriff bezieht sich auf eine Substanz, die den Konsumenten faul oder langsam macht und die Sinne abstumpft. Das Gesetz billigt jedoch den Konsum von Cannabis für medizinische Zwecke, sollte dieser unbedingt nötig sein.

Anders als in vielen anderen Ländern Afrikas spielt der Konsum von Cannabis in Dschibuti keine bedeutende Rolle. Stattdessen konsumieren viele Menschen Khat, ein Stimulans, das ähnlich wirkt wie Amphetamine. Der Konsum ist legal (auch wenn die Akzeptanz immer mehr abnimmt). Es wird geschätzt, dass 40 % des durchschnittlichen Haushaltseinkommens in Dschibuti für Khat ausgegeben wird. Das ist besonders problematisch in einem Land, in dem 16 % der Menschen unterhalb der internationalen Armutsgrenze leben.

Darf man Cannabis in Dschibuti verkaufen?

Verkauf und Bereitstellung von Cannabis werden in Dschibuti als sehr schwere Straftaten betrachtet, für die lebenslange Haftstrafen verhängt werden.

Händler, die festgenommen werden, müssen mit strengen Gesetzen rechnen. Allerdings haben die Behörden aufgrund mangelnder Finanzierung Schwierigkeiten, diese Gesetze durchzusetzen. Ab und an kommt es dennoch zu Festnahmen, vor allem in der Hauptstadt.

Das Land hat zwar keinen starken inländischen Markt, dient jedoch als Transitland. Das bedeutet, dass Drogenhändler es nutzen, um Substanzen an andere Orte zu schmuggeln. Der am Horn von Afrika gelegene Hafen des Landes wird für den Transport von Cannabis und anderen Drogen über Dschibuti genutzt.

Dschibuti liegt an einer der verkehrsreichsten Schifffahrtsrouten der Welt. Sie verbindet das Rote Meer und den Indischen Ozean über den Suezkanal mit dem Mittelmeer. Cannabis wird zusammen mit Heroin, Methaqualon und anderen Drogen eingeschmuggelt. Diese Substanzen kommen auf dem Landweg aus Indien und Pakistan und werden anschließend durch Länder des Nahen Ostens wie Syrien und den Libanon transportiert, bevor sie über Dschibuti in die übrigen Regionen Afrikas gelangen.

Aus Dschibuti kommen auch die meisten Drogen und Waffen, die nach Jemen gebracht werden (und einiges wird von dort weiter nach Saudi-Arabien transportiert).

Darf man Cannabis in Dschibuti anbauen?

Der Anbau von Cannabis ist in Dschibuti illegal und selbst wenn Bauern es wollten, wäre ein erfolgreicher Anbau sehr schwierig. Denn der trockene Boden verhindert den Anbau jeder Art von Feldfrüchten. Zudem hat Cannabis für die ansässigen Bauern keine Priorität. Gelegentlich mag es Anbau in kleinem Maßstab geben, aber selbst dafür gibt es nur wenige Hinweise.

Stattdessen konzentrieren sich die Bauern lieber auf den Anbau von Khat, der in Dschibuti legal und bei den Einheimischen beliebt ist. Dies ist ein lukrativer Markt für das ansonsten verarmte Land – und der größte Sektor der Schattenwirtschaft. Anbau und Verkauf von Khat machen 4 % des gesamten BIP von Dschibuti aus.

Ist CBD in Dschibuti legal?

Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen Cannabis und CBD, obwohl letzteres nicht genügend THC enthält, um ein „High“ hervorzurufen. Daher sind Konsum, Kauf und Verkauf von CBD in Dschibuti verboten.

Darf man Cannabissamen nach Dschibuti senden?

Ebenso wenig unterscheidet das Gesetz zwischen dem Saatgut und anderen Teilen der Cannabispflanze. Das bedeutet, dass Konsum, Verkauf und Kauf illegal sind. Die Samen dürfen auch nicht nach Dschibuti gesendet werden.

Medizinisches Cannabis in Dschibuti

In Dschibuti ist der Konsum von Cannabis für sämtliche Zwecke, einschließlich medizinischer, gesetzlich verboten. Obwohl andere Länder Afrikas den Konsum und den Anbau von medizinischem Cannabis legalisiert haben, steht das in Dschibuti noch aus. Ebenso wenig hat die Regierung bisher erkennen lassen, dass das Gesetz irgendwann einmal geändert werden könnte.

Industriehanf in Dschibuti

In Dschibuti gibt es keine Hanfindustrie. Das ist wenig überraschend, da das Land größtenteils zu trocken für den Anbau von Nutzpflanzen ist und der dafür geeignete Boden gut eingeführten Pflanzen wie Khat vorbehalten wird.

Gut zu wissen

Wenn Sie nach Dschibuti reisen (oder gegenwärtig dort leben), könnten folgende Informationen interessant für Sie sein:

  • Dschibuti ist in einer der trockensten Gegenden der Welt gelegen, weshalb das Land für den Anbau von Nutzpflanzen wie Cannabis größtenteils ungeeignet ist. Dschibuti ist eines von nur 16 Ländern der Welt, das zu weniger als 1 % von Wald bedeckt ist.
  • Zwar gibt es Haschisch in Dschibuti. Doch ist es üblicherweise von minderer Qualität. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass es dort dafür kaum einen Markt gibt.

Die Geschichte von Cannabis

Fachleute gehen davon aus, dass Cannabis irgendwann um das 14.Jahrhundert nach Afrika gelangte. Hinweise darauf gibt eine archäologische Ausgrabung in Äthiopien, bei der einige Köpfe von Rauchpfeifen freigelegt wurden, die Spuren der Pflanze enthalten.

Äthiopien hat eine gemeinsame Grenze mit Dschibuti. Wahrscheinlich hat sich der Cannabiskonsum also von einem Land zum anderen ausgebreitet. Zwar gibt es keine gesicherten Beweise, die belegen, wie die Pflanze sich auf dem gesamten Kontinent verbreiten konnte. Doch Historiker sind ziemlich sicher, dass dies auf die nomadischen Bantu-sprechenden Stämme zurückzuführen ist, die sie bei sich hatten, während sie von Ort zu Ort zogen.

In Anbetracht dessen, dass Dschibuti eines der trockensten Länder der Welt ist, ist es unwahrscheinlich, dass Cannabis dort jemals gut gedeihen konnte. Man geht jedoch davon aus, dass Dschibuti schon seit längerer Zeit als Transitland für den Haschischschmuggel fungiert.

Im Jahr 1915 beschrieb beispielsweise der französische Seefahrer und Autor Henry de Monfreid, dass er Haschisch von griechischen Bauern auf der Peloponnes gekauft hatte, das er dann legal über Marseille nach Dschibuti verschiffte. Von dort aus wurde das Haschisch nach Ägypten geschmuggelt. 1923 wurde ein weiteres Schiff von de Monfreid (mit zehn Tonnen indischem Haschisch an Bord) auf dem Weg nach Dschibuti festgesetzt, bevor es seine Fahrt fortsetzen durfte.

Nachdem das Land 1977 seine Unabhängigkeit von Frankreich erlangt hatte, infiltrierte die korsische Mafia die höheren Ebenen der Regierung Dschibutis und gründete einen „Mafia-Staat“, in dem der Handel mit Waffen, Drogen und Menschen eine zentrale Rolle spielte. Präsident Ismail Omar unternahm 1999 Schritte, um die Korruption einzudämmen. Das führte zu einem Rückgang des Einflusses der Mafia im Land.

Soziale Akzeptanz von Cannabis

Wie viele muslimische Nationen so hat auch Dschibuti als islamische Gesellschaft ein kompliziertes Verhältnis zu Substanzen wie Cannabis. Viele islamische Kulturen haben tiefe kulturelle Beziehungen zu Cannabis (insbesondere zu Haschisch). Obwohl dies in Dschibuti nicht der Fall, ist das Gesetz der Scharia in Bezug auf „Rauschmittel“ vage. Das bedeutet, dass Cannabis nicht ganz so verpönt ist wie Alkohol.

Da der Konsum von Cannabis nicht weit verbreitet ist, ist es für viele Menschen in Dschibuti nicht von besonderer Bedeutung.

Wird Cannabis in Zukunft legalisiert?

Da der Konsum von Cannabis in Dschibuti nicht üblich ist, steht die Regierung des Landes nicht wirklich unter Druck, das Gesetz zu ändern. Da jedoch andere Länder Afrikas dabei sind, Cannabis für medizinische Zwecke zu legalisieren, könnte es sein, dass man sich in Dschibuti entschließt, dies in Zukunft auch zu tun.

Bisher hat die Regierung jedoch noch nicht erkennen lassen, dass dies der Fall sein könnte.

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    Obwohl größte Sorgfalt bei der Gewährleistung der Richtigkeit dieses Artikels aufgewendet wurde, ist er weder als Rechtsberatung gedacht, noch sollte er als solche verstanden werden. Jede Situation wird von individuellen Faktoren beeinflusst und man sollte stets einen Experten oder Anwalt für eine Rechtsberatung konsultieren.

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    Sensi Seeds

    Das Sensi Seeds Redaktionsteam besteht aus Botanikern, medizinischen und juristischen Experten sowie renommierten Aktivisten wie Dr. Lester Grinspoon, Micha Knodt, Robert Connell Clarke, Maurice Veldman, Sebastian Marincolo, James Burton und Seshata.
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    Maurice Veldman

    Maurice Veldman ist Mitglied der Niederländischen Vereinigung der Strafrechtsanwälte und einer der bemerkenswertesten Cannabis-Anwälte der Niederlande. Mit 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet unterstützt sein strafrechtliches und Verwaltungsrecht die Cannabisverkäufer und Hanferzeuger dabei, die Ungleichheiten zwischen Individuum und Staat zu beseitigen.
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