by Seshata on 07/01/2015 | Medizinisch

4 wichtige Vorteile von Cannabis für die Parkinson-Krankheit

Parkinson Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine degenerative Erkrankung. Sie beeinträchtigt das Nervensystem, indem sie zur Zerstörung der Dopamin-produzierenden Zellen in einer Gehirnregion führt, die Substantia nigra (schwarze Substanz) genannt wird. Als Erstes werden die motorischen Funktionen geschädigt; je weiter die Krankheit fortschreitet, desto stärker machen sich ein nachlassendes Denkvermögen sowie Demenz und Depressionen bemerkbar. Dyskinesie ist ein weitverbreitetes Symptom der Parkinson-Krankheit (PD = Parkinson's Disease). Der Ausdruck bezieht sich auf unwillkürliche Muskelbewegungen; die Symptome können sich zum Beispiel als unkontrolliertes Zucken oder Zittern äußern und sich im weiteren Verlauf bis hin zu extrem langsamen Bewegungen oder gar völliger Bewegungslosigkeit steigern. Bei PD-Patienten, die längere Zeit mit Levodopa (einem natürlich vorkommenden Vorläufer des Dopamins, der den Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöht) behandelt werden, können bestimmte Bewegungsstörungen auftreten, die als Levodopa-induzierte Dyskinesien bezeichnet werden. Diese Störungsform kann Chorea ("tanzende" Bewegungen der Hände und Füße), Dystonie (anhaltende Muskelkontraktionen, die zu einer verkrümmten, anormalen Haltung führen) und Athetose (langsame, schraubenförmig gedrehte Bewegungen) verursachen.


Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine degenerative Erkrankung. Sie beeinträchtigt das Nervensystem, indem sie zur Zerstörung der Dopamin-produzierenden Zellen in einer Gehirnregion führt, die Substantia nigra (schwarze Substanz) genannt wird. Als Erstes werden die motorischen Funktionen geschädigt; je weiter die Krankheit fortschreitet, desto stärker machen sich ein nachlassendes Denkvermögen sowie Demenz und Depressionen bemerkbar.

Mittel gegen Bewegungsstörungen

Der Verlust der Dopamin-erzeugenden Neuronen ist die primäre Ursache der Parkinson-Krankheit (© AJC1)
Der Verlust der Dopamin-erzeugenden Neuronen ist die primäre Ursache der Parkinson-Krankheit (© AJC1)

Dyskinesie ist ein weitverbreitetes Symptom der Parkinson-Krankheit (PD = Parkinson’s Disease). Der Ausdruck bezieht sich auf unwillkürliche Muskelbewegungen; die Symptome können sich zum Beispiel als unkontrolliertes Zucken oder Zittern äußern und sich im weiteren Verlauf bis hin zu extrem langsamen Bewegungen oder gar völliger Bewegungslosigkeit steigern. Bei PD-Patienten, die längere Zeit mit Levodopa (einem natürlich vorkommenden Vorläufer des Dopamins, der den Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöht) behandelt werden, können bestimmte Bewegungsstörungen auftreten, die als Levodopa-induzierte Dyskinesien bezeichnet werden. Diese Störungsform kann Chorea („tanzende“ Bewegungen der Hände und Füße), Dystonie (anhaltende Muskelkontraktionen, die zu einer verkrümmten, anormalen Haltung führen) und Athetose (langsame, schraubenförmig gedrehte Bewegungen) verursachen.

Die Cannabinoidrezeptoren des zentralen Nervensystems sind in einem Bereich der Substantia nigra, die Pars reticulata genannt wird, dicht zusammengeballt. Dieser Bereich ist entscheidend daran beteiligt, dass Dopamin an das Striatum der Basalganglien übermittelt wird; eine Region, die primär für die Steuerung der Bewegungen verantwortlich ist. Außerdem sind große Mengen Cannabinoidrezeptoren in den Basalganglien selbst anwesend. Daher wird angenommen, dass die natürliche Übertragung der Endocannabinoide eine wichtige Rolle in diesen fundamentalen und ähnlichen anderen Prozessen spielt.

Diverse Studien haben aufgezeigt, dass die Agonisierung der Cannabinoidrezeptoren durch die Verabreichung exogener Cannabinoide dabei helfen kann, die Levodopa-induzierte Dyskinesie und andere Bewegungsstörungen bei PD-Patienten zu lindern. Eine Studie aus dem Jahr 2002 an Primaten (Menschenaffen) kam zu dem Schluss, dass das tatsächlich der Fall war, ebenso wie eine Studie aus dem Jahr 2007 an Ratten, die den synthetischen Agonisten WIN 55,212-2 verwendete. Doch Studien an Menschen haben bis jetzt noch keine wissenschaftlich verwertbaren Beweise geliefert. Eine kleine klinische Studie mit siebzehn Versuchspersonen, die 2004 in Großbritannien durchgeführt wurde, konnte keine objektive oder subjektive Verbesserung feststellen. Dagegen wies eine 2014 durchgeführte Beobachtungsstudie an zweiundzwanzig Patienten Verbesserungen bei den Symptomen Tremor (Zittern), Steifheit und Bradykinesie (langsame Bewegungen) nach.

Mittel gegen den Zelltod

Es wird angenommen, dass die primäre Ursache der Parkinson-Krankheit in einer anormalen Apoptose (programmierter Zelltod) der Dopamin-produzierenden Neuronen im Pars compacta (dem anderen wichtigen Teilbereich der Substantia nigra) zu suchen ist. Wie dieses Phänomen zustande kommt, ist noch nicht genau geklärt, aber es wurde wiederholt bewiesen, dass Behandlungen mit Dopaminrezeptoragonisten positive Auswirkungen haben können. Sie gleichen nämlich den Verlust der Neuronen aus, indem sie die verbliebenen Neuronen stimulieren, zusätzliche Dopamine zu produzieren.

Die Zerstörung der Dopamin-erzeugenden Neuronen führt zu schmerzhaften Muskelspasmen sowie zu Krämpfen und Steifheit (© happeningfish)
Die Zerstörung der Dopamin-erzeugenden Neuronen führt zu schmerzhaften Muskelspasmen sowie zu Krämpfen und Steifheit (© happeningfish)

Es ist bekannt, dass das Endocannabinoidsystem wesentlichen Anteil an der Regulierung der natürlichen Prozesse der Apoptose hat – eine Form des kontrollierten Zelltods, die ein grundlegender Bestandteil der normalen Stoffwechselfunktion ist. In manchen Fällen haben Cannabinoide die Apoptose nachweislich herbeigeführt (zum Beispiel bei verschiedenen Krebsarten), doch es gibt auch Hinweise darauf, dass sie einen schützenden Effekt ausüben und die übermäßige Apoptose bei bestimmten Krankheiten vermindern können.

Man geht davon aus, dass PD aufgrund der Anwesenheit eines Stoffes namens Oxidopamin auftritt, der sich geringfügig von der Struktur des Dopamins unterscheidet, da er eine Hydroxylgruppe (-OH) enthält. Dank seiner strukturellen Ähnlichkeit kann er über die Dopamin-Wiederaufnahmetransporter an den Pars compacta übermittelt werden, wo er die dopaminergen (Dopamin produzierenden) Neuronen systematisch zerstört.

Eine 2005 veröffentlichte Studie wies nach, dass Oxidopamin-Injektionen ins Gehirn von Mäusen zu einem drastischen Rückgang der Dopaminkonzentrationen führte und dass die Verabreichung von delta-9-THC, CBD und dem nicht selektiven synthetischen Cannabinoid HU-210 einen permanenten neuroprotektiven (nervenschützenden) Effekt bewirkten. Die Tatsache, dass CBD diese Wirkung hatte, lässt darauf schließen, dass der Mechanismus von den CB2-Rezeptoren abhängt (da CBD nur eine geringfügige Ähnlichkeit mit dem CB1-Rezeptor hat), die die entzündungshemmenden Wirkungen der Stoffe vermitteln und die Zellen vor einer exzessiven Apoptose schützen.

Mittel gegen Schlafstörungen

Die Apoptose der Neuronen in der Substantia nigra ist für den reduzierten Dopaminspiegel bei PD verantwortlich (© Functional Neurogenesis)
Die Apoptose der Neuronen in der Substantia nigra ist für den reduzierten Dopaminspiegel bei PD verantwortlich (© Functional Neurogenesis)

PD-Patienten leiden oft unter Schlafstörungen, was sich negativ auf das Immunsystem auswirken und die Fähigkeit der Patienten, das Fortschreiten der Krankheit zu bekämpfen, beeinträchtigen kann. Die Krankheit befällt für gewöhnlich ältere Menschen, die sowieso häufig unter Schlafstörungen leiden, auch wenn sie nicht an PD erkrankt sind. Allerdings unterscheidet sich die Schlaflosigkeit der PD-Patienten von der typischen altersbedingten Schlaflosigkeit; zumeist schlafen Parkinson-Patienten relativ schnell ein, doch sie haben große Probleme, die ganze Nacht durchzuschlafen und wieder einzuschlafen, wenn sie einmal aufgewacht sind. Manche Patienten berichten auch, dass sie häufiger Alpträume und ungewöhnlich lebhafte Träume hätten, während andere klagen, dass sie tagsüber übertrieben schläfrig seien.

Es ist seit Langem bekannt, dass Cannabis schlaffördernd wirkt, und daher ist es seit alters her in vielen Kulturen zu diesem Zweck verwendet worden. Außerdem gilt Schlaflosigkeit als eines der Hauptsymptome bei den Entzugserscheinungen der Konsumenten, die von Cannabis abhängig sind. Man nimmt an, dass sowohl delta-9-THC als auch CBD bei der Regulierung des Schlafs eine Rolle spielen—wahrscheinlich wirkt insbesondere CBD schlaffördernd, während delta-9-THC vermutlich eine Restsedierung auslöst (d. h. Schläfrigkeit nach dem Aufwachen). Zwar könnte diese Wirkung von THC für die Patienten, die tagsüber unter außergewöhnlicher Schläfrigkeit leiden, problematisch sein, doch sie kann den Patienten, deren Nachtruhe ständig unterbrochen wird, dabei helfen wieder einzuschlafen.

Wenn Sie den neuesten Fortschritten in Nahrungsergänzungsmitteln für Gesundheit und Wohlergehen folgen, haben Sie ganz bestimmt schon von CBD-Produkten gehört, auch wenn Sie noch nie eine Cannabispflanze gesehen haben. Es gibt zunehmende und überzeugende Beweise dafür, dass die Zugabe von CBD zum Ernährungsplan potenziell vor verschiedene Krankheiten schützen oder sie verringern kann.

Wirkung gegen Depressionen

Bis zu 40 % der PD-Patienten weisen Symptome einer Depression auf, die den weiteren Verlauf der Krankheit auf verschiedene Weise negativ beeinflussen kann. Man nimmt an, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Depression bei PD-Patienten eine genetische Komponente hat und dass der Polymorphismus (die Vielgestaltigkeit) des CNR1-Gens—das die Expression des CB1-Rezeptors kodiert—hierbei vermutlich eine entscheidende Rolle spielt.

Eine 2005 in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie ließ den Schluss zu, dass Personen mit einem speziellen Polymorphismus, der aus zwei langkettigen Allelen im CNR1-Gen besteht, mit geringerer

Schlafstörungen und Depressionen sind zwei weitere häufige Symptome der PD (© Carlos Martnz)
Schlafstörungen und Depressionen sind zwei weitere häufige Symptome der PD (© Carlos Martnz)

Wahrscheinlichkeit Depressionen als Symptom einer PD entwickeln.  Man stellte außerdem fest, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Depression bei Patienten mit akinetischer PD (Steifheit und Verlust der Beweglichkeit) größer ist als bei Patienten mit einer PD, die durch Zittern oder einen Mischtyp geprägt ist.  Darüber hinaus haben verschiedene Studien bewiesen, dass Depressionen oftmals von Änderungen der endogenen Cannabinoidkonzentrationen – zum Beispiel von Anandamid und 2-AG im präfrontalen Kortex – begleitet werden, denn dieser Bereich hat bei der Steuerung von Stimmungen und bei der Entscheidungsfindung eine wichtige Funktion.

Zwar sind noch weitere Studien erforderlich, um den genauen Zusammenhang zwischen PD, CNR1-Expression und Depressionen zu ermitteln, aber schon heute lässt sich sagen, dass die Manipulation des Endocannabinoidsystems zur Linderung der Depressionssymptome bei PD-Patienten definitiv therapeutisches Potenzial besitzt.

 

Kommentar Abschnitt

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alexander müller

"In manchen Fällen haben Cannabinoide die Apoptose nachweislich herbeigeführt (zum Beispiel bei verschiedenen Krebsarten "
bitte die Quelle dafür an meine Email

08/01/2015

Stefanie

Die Email ist raus. Vielen Dank für das Interesse!

13/01/2015

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.