by Seshata on 30/12/2016 | Konsum

Cannabis bei Husten und Erkältung

Winter Im Winter leiden viele Menschen an Husten und Erkältung. Auch wenn es gegen die Viren, die diese Krankheiten übertragen, kein direktes „Heilmittel“ gibt, kann Cannabis auf verschiedenen Wegen zur Linderung ihrer Symptome genutzt werden. Lesen Sie hier, wie Sie Cannabis in Ihre Gesundheitspflege einbauen, um Erkältungen zu vermeiden und zu behandeln!


Was führt im Winter zu Husten und Erkältungen?

Die normale Erkältung ist eine stark ansteckende Viruserkrankung, die die Menschen in den Wintermonaten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit trifft. Sie ist für eine Reihe von Symptomen verantwortlich, darunter trockener oder bellender Husten, laufende oder verstopfte Nase, Halsschmerzen, Fieber und Müdigkeit. Dabei wird eine Erkältung nicht nur durch einen einzigen Virus ausgelöst. Sie wird vielmehr mit über 200 verschiedenen Virenstämmen in Verbindung gebracht.

Ein Virustyp, der besonders stark mit der Erkältung zusammenhängt, ist der Rhinovirus (wobei „Rhino” für „Nase” steht, wörtlich übertragen also „Nasenvirus”!). Es gibt drei Haupttypen des Rhinovirus und wenigstens 99 verschiedene Serotypen (Stämme). Neben dem Rhinovirus wird die normale Erkältung auch auf diverse Stämme des Coronavirus, Adenovirus, Enterovirus und des Grippevirus zurückgeführt.

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Die meisten Erkältungen werden durch verschiedene Typen des Rhinovirus verursacht (© wellcome images)

Wie lösen die Erkältungsviren Symptome aus?

Erkältungsviren werden von Person zu Person durch Hand-zu-Hand- oder Hand-zu-Objekt-Kontakt übertragen. Virenpartikel können aber auch durch die Luft übertragen werden. Daher ist es wichtig, beim Husten oder Niesen Mund und Nase abzudecken und häufig die Hände zu waschen!

Sobald ein Erkältungsvirus einen menschlichen Wirt infiziert hat, geht er ans Werk, d.h. er infiltriert die Schleimhäute von Nase, Mund und Hals und vermehrt sich rasend schnell. Meistens verursachen Erkältungsviren wie der Rhinovirus keine körperlichen Schäden, sondern rufen nur eine Immunreaktion hervor, weil der Körper die unerwünschten Eindringlinge erkennt, die seine Ressourcen nutzen. Für an einer Immunschwäche leidende oder an Asthma oder COPD erkrankte Personen kann eine Erkältung allerdings eine sehr schlechte Nachricht sein.

Viele Rhinovirus-Serotypen binden sich an ein Immunprotein, das als interzelluläres Adhäsionsmolekül 1 (ICAM-1) bekannt ist. Dieses Protein findet sich auf der äußeren Zellmembran bestimmter Epithelzellen (an der Außenschicht von Schleimhäuten), und der Rhinovirus bemächtigt sich dieses Proteins, um Zugang zum Inneren der Zelle zu finden. Sobald der Virus den Zugang zu seiner ersten Gastzelle gefunden hat, kann er die Zelle steuern und ihr Reproduktionssystem nutzen, um sich selbst zu vermehren!

Normalerweise hilft das ICAM-1-Protein den Zellen bei der Haftung (aneinander), besonders nach einer Verletzung oder bei Stress. Ist es aber von einem Rhinovirus besetzt, löst es die Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen (Zell-Botenproteinen) aus, die zu einer Entzündung der Schleimhäute in Hals und Nase führen. Diese Entzündungsreaktion ist die Ursache für das Verstopfungs- und Schmerzgefühl, das man bei einer Erkältung empfindet. Für die Meisten ist das schon das schlimmste Symptom einer Erkältung. Aber bei einigen Menschen kann es zu schweren Komplikationen führen, bis hin zur Lungenentzündung.

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Die übliche Erkältung führt zu Verstopfungen der Nase, Niesen und Husten (© tinafranklindg)

Cannabinoide und ICAM-1

Man weiß heute, dass das Endocannabinoidsystem eng mit dem Immunsystem zusammenhängt, und für Cannabinoide wurde wiederholt nachgewiesen, dass sie komplexe immunologische Effekte auslösen. Speziell über ICAM-1 findet man aber nur wenig Forschungsarbeiten, und offenbar noch vollständig unerforscht ist die direkte Beziehung zwischen Cannabinoiden, ICAM-1 und dem Rhinovirus.

Es gibt allerdings Belege dafür, dass Cannabinoide eine Wirkung auf das Ausmaß der ICAM-1-Entstehung in bestimmten Situationen haben. Eine Studie wies nach, dass sowohl CBD als auch THC eine verstärkte Bildung von ICAM-1 in Brustkrebszellen verursachen können, was zu einer erhöhten „Lysis“ (also zum Zelltod über die Auflösung der Membran) der Zellen führt.

Das mag eine gute Nachricht für die Krebsforschung sein, aber eine verstärkte Bildung von ICAM-1 ist sicher nicht das, was man braucht, wenn man einen Rhinovirus daran hindern will, sich festzusetzen. In der Tat gibt es Belege dafür, dass der Rhinovirus die Bildung von ICAM-1 steigern kann, um so mehr Zellen entstehen zu lassen, die er dann selbst besetzen kann! Vielleicht viel nützlicher ist die Entdeckung, dass bestimmte Cannabinoide die Bildung von ICAM-1 in anderen Situationen reduzieren können.

Beispielsweise kann das synthetische Cannabinoid R(+)WIN 55,212-2 indirekt die Bildung von ICAM-1 blockieren, und zwar dadurch, dass es die Aktivität von Interleukin-1 blockiert, eines anderen wichtigen Immunproteins. Diese Studie befasste sich mit MS und der Frage, wie Cannabinoide deren Fortschreiten verzögern können, und verblüffenderweise gibt es zunehmend Belege dafür, dass der Rhinovirus eine Funktion bei der Pathogenese (Entwicklung) von MS haben könnte.

Es ist offensichtlich, dass es noch viel Forschungsbedarf zur Übertragung und Pathologie des Rhinovirus und anderer verbreiteter Erkältungsviren gibt, und wie diese mit chronischen Autoimmunstörungen wie MS zusammenhängen. Aber schon heute ist klar, dass das Endocannabinoidsystem dabei eine fundamentale Rolle spielt, und dass bestimmte Cannabinoide das Potenzial haben könnten, bei der Vermeidung der Übertragung von Rhinoviren in bestimmten Situationen zu helfen, indem sie das Entstehen von ICAM-1 reduzieren.

Wie können Cannabinoide gegen Husten und Erkältungen helfen?

Trotz aller Bemühungen und egal wie gesund wir sind, ist es fast unvermeidlich, dass einer dieser 200 Viren früher oder später die Abwehrsysteme des Körpers überwindet und einen Husten oder eine Erkältung auslöst. Wenn das passiert, gibt es eigentlich nichts, was man tun kann, um die Erkrankung wirklich zu heilen, denn Erkältungsviren sind so zahlreich und mutieren so schnell, dass die Entwicklung effektiver Antiviren und Impfstoffe fast unmöglich ist.

Wenn wir uns erkälten, ist es also fast unvermeidbar, dem Virus seinen Lauf zu lassen, was dazu führt, dass wir uns mehrere Tage wesentlich schlechter fühlen als sonst. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Symptome von Husten und Erkältungen zu lindern. Hierzu zählen beispielsweise Honig, das Gurgeln mit Salzwasser, Nasensprays, Ibuprofen oder Paracetamol, die eine analgetische oder entzündungshemmende Wirkung zeigen.

Und was ist mit Cannabis? Es gibt viele Nachweise, dass auch einige der in Cannabis enthaltenen Stoffe entzündungshemmende oder analgetische Wirkungen besitzen. Die Stoffe THC, CBD, CBC und CBG sind dafür bekannt, in verschiedenem Maße entzündungshemmend oder analgetisch zu wirken, und Cannabis enthält außerdem zahlreiche Terpene und Terpenoide mit ähnlichen Eigenschaften, z.B. Linalool, Limonen und Eukalyptol.

Daneben sind verschiedene Cannabinoide und Terpenoide auch für ihre entspannenden, angstlösenden bzw. sedativen Wirkungen bekannt. Während einer Erkrankung können solche Eigenschaften sehr nützlich sein, um das subjektive Wohlbefinden zu verbessern. Bei manchen Menschen kann eine normale Erkältung auch zu Appetitverlust führen, und insbesondere für THC wurde wiederholt nachgewiesen, dass es den Appetit anregende Eigenschaften besitzt.

So nutzt man Cannabis bei einer Erkältung

Wer sich eine Erkältung einfängt, hat wahrscheinlich eine verstopfte Nase, Schmerzen in den Nebenhöhlen, Halsschmerzen, einen trockenen oder bellenden Husten und gereizte Augen. Keines dieser Symptome bessert sich, wenn man anfängt, irgendwelche Stoffe zu rauchen. Sogar das Vaping oder Dabbing wird die Halsschmerzen und den Husten eher verschlimmern, auch wenn diese Methoden nicht ganz so schädlich sind wie das Rauchen.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, sich an Edibles, Topicals und alle anderen Methoden zu halten, die den Hals oder die Lungen nicht reizen. Bonbons mit einer CBD- oder THC-Infusion können dabei helfen, Entzündungen und Schmerzen am Hals zu lindern. Wenigstens ein Unternehmen aus den USA, nämlich Jolly Meds, bietet THC-CBD-Dragees mit Menthol- und Eukalyptuszusatz an, die eine lindernde und abschwellende Wirkung haben.

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Hustenbonbons mit Cannabinoiden und Terpenoiden können eine Linderung bewirken (© Jolly Meds)

Ein anderes Mittel, das nach vielen Berichten eine subjektive Linderung bewirkt, ist Cannabistee. Tees und Kräuterinfusionen können bei Erkältungs- und Hustensymptomen eine lindernde, wärmende und beruhigende Wirkung haben, und wenn sie mit Cannabisextrakten versetzt werden, kann das eine zusätzliche Hilfe im Kampf gegen Entzündungen und Schmerzen sein.

Es gibt zwar verschiedene Wege zur Herstellung von Cannabistee, aber er basiert stets auf dem Prinzip, zumindest etwas Fett oder Öl zu verwenden, um es den Cannabinoiden zu ermöglichen, sich in dem Getränk zu lösen. Allein in heißem Wasser können sich die Cannabinoide nicht lösen. Daher erzielt man mit der Herstellung von etwas Cannabutter oder mit Cannabis versetzter Milch, die einem Heißgetränk zugefügt wird, ein besseres Ergebnis.

Ebenso wie Cannabinoide können auch andere pflanzliche Wirkstoffe Vorteile bringen, wenn sie zusammen mit Tee eingenommen werden. Beispielsweise enthält Tee (vor allem grüner Tee) Catechin-Flavonoide, die nachweislich gegen Erkältungs- und Grippeviren hilfreich sind.

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Viele Menschen finden, dass Cannabistee bei einer Erkältung hilft (© Radosław Kut)

Echinacea, Endocannabinoide und der Rhinovirus

Interessanterweise stammen die Erkenntnisse zur Reaktion des Endocannabinoidsystems auf den Rhinovirus aus Forschungsarbeiten, die sich mit einer ganz anderen Pflanze als Cannabis befassen, nämlich mit der Echinacea, die einige Wirkstoffe enthält, die als Alkylamide bekannt sind und sich sowohl an die CB1- als auch an die CB2-Rezeptoren binden. Es gibt sogar Belege dafür, dass diese natürlichen „cannabismimetischen“ Wirkstoffe eine direkte antivirale Wirkung haben, welche die Symptomdauer um bis zu vier Tage reduzieren könnte.

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Echinacea enthält cannabisähnliche Stoffe, die gegen Erkältungen wirken (© Lumiere2005)

Für Echinacea haben klinische Tests auch nachgewiesen, dass sie die Schwere und Dauer normaler Erkältungssymptome wesentlich reduziert. Es gibt verschiedene Wirkstoffe in dieser Pflanze, von denen man annimmt, dass sie eine derartige Wirkung haben, darunter die Cichoriensäure (ein natürliches Antioxidans), verschiedene Polysaccharide und die bereits erwähnten Alkylamide.

Die biologischen Wirkungsmechanismen der Echinacea sind komplex und noch nicht vollständig erforscht, aber es wurde bereits nachgewiesen, dass ihre aktiven Wirkstoffe ihre Wirkung auf Wegen erzielen, die von den CB-Rezeptoren abhängig sind oder aber davon unabhängig sein können. Sicher ist aber, dass das Endocannabinoidsystem in grundlegender Weise daran beteiligt ist.

In einer 2009 durchgeführten Studie wurde für Echinacea-Extrakte mit hohem Alkylamidgehalt nachgewiesen, dass sie eine Reduzierung entzündungsfördernder Cytokine und des Tumornekrosefaktors A (TNF-α) bewirken, ferner einen Anstieg des entzündungshemmenden Cytokins Interleukin-10, das über eine Aktivierung der CB2-Rezeptoren wirkt.

Außerdem belegte diese Studie, dass Wurzel- und Blattextrakte, die unterschiedliche Alkylamidprofile aufweisen, als Kombination effektiver wirken als jeweils allein, was nahe legt, dass auch Echinacea über einen „Entourage-Effekt“ verfügt.

Daher können sowohl Cannabis- als auch Echinacea-Extrakte bei der Überwindung von Husten und Erkältungen helfen, und zwar auf verschiedenen und komplexen Wegen, die noch nicht voll erforscht worden sind. Auch wenn eine Erkältung normalerweise kein Gesundheitsrisiko darstellt, sind solche Erkrankungen in den USA für bis zu 40% der durch Krankheit bedingten Abwesenheitszeiten in den Unternehmen verantwortlich, und weltweit werden jährlich Milliarden Dollar für Erkältungsmittel ausgegeben, die wenig oder gar nicht wirksam sind.

Wir müssen noch viel darüber lernen, wie diese komplexen biologischen Mechanismen und ihre Wirkungen miteinander zusammenhängen. Aber je mehr wir erfahren, desto klarer wird, dass wir die pflanzliche Medizin komplett neu denken und ihr Potenzial für die menschliche Gesundheit radikal neu bewerten müssen.

 

Kommentar Abschnitt

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Thomas

Ist das alles legal ?
Welche Produkte gibt es ?

03/01/2017

Bob

Ich bezweifle stark, dass die Produkte, die THC enthalten legal sind und eigentlich ein verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz sind. Aber du könntest dir, selber aus Gras das THC mit Öl beim erhitzen extrahieren, dabei gibt es aber einiges zu beachten, lies dich da am besten schlau.

03/02/2018

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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