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by Olivier on 26/11/2018 | Kultureller Gebrauch

Die Wahrheit über Cannabis? Gibt es nicht!

Hören Sie auf sich selbst! Der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Nach Jahrzehnten der Repression kämpft sich Cannabis als Medizin zurück ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Für Konsumenten ist es eine aufregende, aber auch verwirrende Zeit. Vieles, was wir für bare Münzen nehmen, stellt sich als falsch oder zumindest unpräzise heraus. Ab jetzt gilt: Hören Sie auf sich selbst!


Sour Diesel. Gorilla Glue. Purple Haze. Tangerine Dream. Strawberry Kush. Wer in einer US-amerikanischen Dispensary auf Einkaufstour geht, hat die Qual der Wahl. Doch ist wo „Kush“ draufsteht, auch immer „Kush“ drin? Nein! Der legale Cannabismarkt steckt noch in den Kinderschuhen und es gibt keine Behörde, welche die Herkunft und Qualität der angebotenen Ware überprüft. Wie auch, wenn Cannabis auf Bundesebene weiterhin verboten bleibt.

Noch prekärer ist die Situation in den Niederlanden. Anders als viele denken, ist Cannabis hier noch immer illegal. Der Konsum und Verkauf wird im Rahmen des sogenannten „Gedoogbeleid“ lediglich toleriert. Weil die Produktion komplett verboten ist, werden Coffeeshops gezwungen, ihre Ware auf dem Schwarzmarkt zu beschaffen. Das aktuelle Gesetz spielt Kriminellen in die Hände, gefährdet die Gesundheit von Konsumenten und sorgt dafür, dass dem Staat Millionen von Steuereinnahmen entgehen.

Sind Vollspektrum-Profile die Lösung?

Für Cannabispatienten sieht die Sache etwas besser aus. Bedrocan ist der einzige Hersteller von medizinischem Cannabis, der beim niederländischen Gesundheitsministerium unter Vertrag steht. Wer dort die gleichnamige Sorte bezieht, kann sich darauf verlassen, qualitativ hochwertige Ware zu erhalten. Welche Cannabinoide und Terpene darin enthalten sind, ist auf der Website des Betriebes in sogenannten Vollspektrum-Profilen nachzulesen. Cannabisexperten sind sich einig, dass sie viel besser dazu geeignet sind, um die Wirkung einer Sorte abzuschätzen als die bisherige Einteilung in Indica- und Sativa-Sorten. Erst kürzlich haben wir darüber berichtet, dass diese Kategorisierung als überholt gilt, weil sie wissenschaftlichen Standards nicht standhält.

Cannabis: Hören Sie auf sich selbst!

Dank der Entdeckung des Endocannabinoid-Systems wissen wir heute, dass Cannabinoide wie THC und CBD an Rezeptoren im menschlichen Gehirn und Körper andocken und so wichtige Körperfunktionen steuern. Auch über die Wirkungsweise von Terpenen kommt immer mehr ans Licht. So konnten Wissenschaftler zum Beispiel nachweisen, dass Alpha-Pinen, ein Terpen, das nach Kiefernadeln riecht und in vielen Cannabissorten enthalten ist, Wachsamkeit hervorruft.

Was wir aber nach wir vor nicht wissen, ist wie die verschiedenen Cannabinoide und Terpene zusammenspielen und sich gegenseitig beeinflussen. Alpha-Pinen mag von sich aus Wachsamkeit erzeugen, es gibt aber Hinweise, dass die Wirkung durch andere Terpene abgemildert oder sogar verändert wird. Jeffrey Raber, der mit seiner Firma Werk Shop Hunderte von Cannabissorten analysiert, äußert sich dazu folgendermaßen: „Man kann nicht zu weit extrapolieren, was die Grundlagenforschung mit nur einem Terpen geleistet hat. Es sind wirklich ganze Cannabis-Kompositionen, die wir besser verstehen müssen.“ Genau wie Dr. Ethan Russo, der als Koryphäe auf dem Gebiet der Cannabisforschung gilt, vermutet er, dass die wahre Kraft von Cannabis im Zusammenspiel seiner Inhaltsstoffe liegt (Entourage-Effekt). Es ist wie bei einer Sinfonie: Erst wenn alle Instrumente zusammenpassen und perfekt aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein stimmiges Gesamtbild.

Solange wir den Entourage-Effekt nicht besser verstehen, sind auch Vollspektrum-Profile mit Vorsicht zu genießen. Sie täuschen zudem eine Genauigkeit vor, die nicht stimmt. Cannabis ist ein lebender Organismus und selbst wenn die gleiche Sorte unter den gleichen Bedingungen angebaut wird, werden die einzelnen Pflanzen unterschiedliche Mengen an Cannabinoiden und Terpenen aufweisen. Das ist der Grund, warum wir bei Sensi Seeds keine Vollspektrum-Profile unserer Sorten anbieten.

Darum reagiert jeder anders auf Cannabis

Der israelische Wissenschaftler Rafael Mechoulam gilt als Entdecker von THC. Um herauszufinden, wie es wirkt, verabreichte er einer Gruppe von Freunden 10 mg THC in purer Form. Die Rückmeldungen waren sehr verschieden. Einige sagten: „Nun, wir fühlen uns einfach seltsam. In einer anderen Welt, wir wollen uns zurücklehnen und genießen.“ Andere meinten: „Nichts passiert“, konnten aber nicht aufhören zu reden oder zu lachen. Bestimmt ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Cannabis reagieren. Mittlerweile wissen wir ziemlich gut, warum das so ist.

Cannabis: Hören Sie auf sich selbst!

Eine große Rolle spielt die Genetik. Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen  mit einer bestimmten genetischen Mutationen eher dazu neigen, sich ängstlich und paranoid zu fühlen. Auch Schwierigkeiten mit dem Kurzzeitgedächtnis, die typischerweise mit Marihuana-Konsum assoziiert werden, sind auf bestimmte Gene zurückzuführen. Etwa 20 % der amerikanischen Bevölkerung produzieren durch eine Genmutation mehr Endocannabinoide als der Rest. Es wird angenommen, dass diese Gruppe weniger dazu geneigt ist, Cannabis zu konsumieren.

Cannabis wirkt bei Frauen und Männern unterschiedlich. Letztere sind anfälliger auf Heißhungerattacken und müssen mehr konsumieren, um die gleichen Effekte zu erzielen.

Entscheidend bei der Wirkung ist auch der allgemeine Gesundheitszustand. Nehmen wir mal an, Sie leiden an einer Krankheit, die gut mit Cannabis behandelt werden kann wie zum Beispiel eine Posttraumatische Belastungsstörung oder Fibromyalgie: Die Chance ist groß, dass Sie sie durch den Cannabiskonsum in erster Linie eine Linderung Ihrer Krankheitssymptome erfahren und sich eher „normal“ als high fühlen.

Der vielleicht wichtigste Grund, warum wir Cannabis alle so unterschiedlich erfahren, liegt in unserer Einzigartigkeit. Kein Mensch ist gleich, je nach individualtypischen Eigenschaften, Stimmung und Lebenswandel reagieren wir unterschiedlich auf Marihuana. Das bringt uns zum springenden Punkt dieses Artikels.

Hören Sie auf sich selbst. Ehrlich.

Produktnamen und -bewertungen, Indica vs. Sativa, Vollspektrum-Profile, Erfahrungsberichte, Dosierungsangaben, Empfehlungen von Budtendern und Freunden – alles wertvolle Informationen, wenn es darum geht, eine neue Sorte zu finden oder die Cannabiserfahrung zu verbessern. Viel wichtiger ist es aber, auf sich selbst zu hören. Das mag banal tönen, manchmal ist es aber gar nicht so einfach. Den ganzen Tag werden wir berieselt. Informationen prasseln im Sekundentakt auf uns ein, die Grenze zwischen Werbung und Information verschwimmt ebenso wie diejenige zwischen Privatleben und Öffentlichkeit.

Wer sich selbst gut kennt, auf sich hört und keine Angst hat, seinen eigenen Weg zu gehen, hat die besten Karten. Vor kurzem hat mir eine Freundin erzählt, dass sie nur Indica-Sorten mag, weil sie Sativas zu träge und antrieblos machen. Ich wollte gerade intervenieren, besinnte mich dann aber doch eines Besseren. Nur weil etwas für die meisten anderen gilt, stimmt es noch lange nicht für einen selbst. Bleiben Sie also offen, aber kritisch und tun Sie genau das, was für Sie richtig ist. Amen.

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Karin

So ein schöner und informativer Artikel. Ich Versuche schon diev4. Sorte. Ist leider immer sehr aufwendig wegen Kostenübernahme der Krankenkasse. Muss aber auch sagen das ich von der Sorte Betocan von Betocan sehr enttäuscht war. Mir ist ein sedierende Wirkung am liebsten. Deshalb bevorzuge ich Indica. Krankheitsbild: MS, RLS, POSTRAUMATISCHE BELASTUNFSSTÖRUNG
Grüße an Euch

27/11/2018

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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