by Seshata on 23/01/2015 | Anbau

Anleitung: Was fehlt meiner Cannabispflanze?

Tipps Die Cannabispflanze ist zwar robust, aber wie bei jeder anderen Art schadet es ihrer Gesundheit und Vitalität, wenn sie nicht genügend lebenswichtige Nährstoffe erhält.  Wenn dieser Mangel nicht behoben wird, kann die Pflanze zu wachsen aufhören oder sogar absterben. Da es schwierig sein kann, Mangelerscheinungen bei Cannabis zu erkennen, haben wir hier  einige grundlegende Hinweise zusammengestellt, auf die man achten sollte.


Stickstoffmangel bei der Cannabispflanze

Anleitung: Was fehlt meiner Cannabispflanze?

Die späteren Stadien des Stickstoffmangels; die unteren Blätter beginnen abzufallen, und sogar die oberen Blätter haben sich blassgelb verfärbt

Cannabiszüchtern zufolge ist Stickstoffmangel vermutlich das am häufigsten vorkommende Problem. Doch für gewöhnlich ist dieser Mangel leicht zu erkennen und zu beheben, sobald er entdeckt wird, auch wenn er in den Frühstadien einige Ähnlichkeiten mit anderen Mangelerscheinungen aufweist.

In den Frühstadien des Stickstoffmangels erscheint die Farbe der Blätter zu hell – beinahe gelblich-grün -, verglichen mit dem wünschenswerten Tiefgrün der gesunden Blätter. Typisch für Blätter mit Stickstoffmangel sind auch die etwas dunkleren Adern, im Vergleich zu der sehr hellen Farbe des Blattgewebes selbst – allerdings ist dieser Kontrast nicht so deutlich ausgeprägt wie bei manchen anderen Mangelerscheinungen. Umgekehrt führt eine Stickstoffvergiftung bei den Blättern zu einer ungewöhnlich dunklen Grünnuance, die in extremen Fällen fast schwarz wirken kann.

In schweren Fällen von Stickstoffmangel wird die Blattfarbe immer heller, bis die Blätter schließlich auszutrocknen beginnen und absterben. Normalerweise sind die größeren Blätter in den unteren, äußeren Bereichen der Pflanze zuerst geschädigt und sterben auch zuerst ab.

Wenn der Stickstoffmangel in den späteren Stadien der Blüte entdeckt wird, braucht er nicht behoben zu werden, denn es ist ganz normal, dass die älteren Blätter zu diesem Zeitpunkt verwelken und abfallen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Doch ein Stickstoffmangel im Wachstumsstadium oder im Frühstadium der Blüte kann dem Ertrag und der Qualität insgesamt schweren Schaden zufügen, da er die Fähigkeit der Pflanze beeinträchtigt, durch Fotosynthese Energie zu gewinnen. Sie können einen Stickstoffmangel normalerweise beheben, indem Sie einfach die Menge des normalen Düngers auf NPK-Basis erhöhen, doch wenn eine genaue Abstimmung erforderlich ist, sind auch Zusätze, die ausschließlich Stickstoff enthalten, nicht schwer zu finden.

Phosphormangel bei der Cannabispflanze

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Blätter mit gravierendem Phosphormangel, die purpur-braune, nekrotische Stellen aufweisen

Ein Mangel an Phosphor ist zwar selten, kann jedoch ausgesprochen problematisch sein. Wenn die Pflanzen im Wachstumsstadium davon betroffen sind, wachsen sie womöglich langsamer und bekommen kleinere Blätter sowie schwache Wurzeln, und es mangelt ihnen allgemein an Lebenskraft. In den Frühstadien führt Phosphormangel normalerweise zu dunklen, aber ausgewaschen wirkenden Blättern mit sehr dunklen Adern und etwas hellerem Blattgewebe.

Bei fortschreitendem Phosphormangel erscheinen purpurne Verfärbungen auf dem größten Teil der Blätter, und die Blattränder werden braun und rollen sich nach unten ein. Die Blattpetiolen (der kleine Stiel, mit dem das Blatt am Zweig hängt) können ebenfalls purpurfarben anlaufen. In den letzten Stadien färben sich große Stellen auf den Blättern purpur-braun und sterben dann ab, während die restlichen Teile mit gelblich-grünen Flecken überzogen werden.

Auch bei Phosphormangel werden zuerst die äußeren, unteren Blätter geschädigt. Im Gegensatz zum Stickstoffmangel stellt der Phosphormangel in allen Stadien einen Grund zur Sorge dar, da die Pflanzen auch während der gesamten Blüteperiode weiter hohe Phosphorkonzentrationen benötigen.

Kaliummangel bei der Cannabispflanze

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Unter Kaliummangel leidende Blätter sind gelblich verfärbt und haben dunklere Adern und trockene, braune Blattränder und -spitzen

Kaliummängel kommen bei Hydrokultursystemen ganz selten vor, doch wenn der Anbau in Erde oder einem Pflanzmedium stattfindet, treten sie etwas häufiger auf. Ein Kaliummangel macht sich oft bemerkbar, wenn zu viel Stickstoff oder Kalzium in Ihrem Medium enthalten ist – deshalb ist er u.U. auch nur schwer durch einen Kombinationsdünger zu beheben. Es ist daher ratsam, den Kaliummangel durch die Verringerung der Stickstoff- oder Kalziumgaben zu beseitigen und ein Zusatzmittel mit Kalium als einzigem Nährstoff zu verwenden, wenn das Problem dadurch nicht behoben werden kann. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, den pH-Wert zu überprüfen und Ihre Pflanzen mit einer nur halb so starken Nährstofflösung zu wässern.

In den Frühstadien des Kaliummangels beginnen sich die Ränder der unteren, äußeren Blätter blassgelb zu färben, während die Adern grün bleiben. Die Blattspitzen und -ränder können trocken und braun werden und sich nach oben oder unten einrollen. Bei fortschreitendem Mangel beginnen sich braune Flecken auf allen Blättern auszubreiten, die abgestorbenes Gewebe anzeigen, und die Ränder sehen ausgetrocknet und versengt aus. Neue Blätter können sich krümmen und verformen, und die älteren Blätter beginnen abzufallen. Die Pflanzen zeigen möglicherweise auch ein stärkeres Wachstum in der Höhe (mit größeren Lücken zwischen den Internodien), und im Blütestadium legen die Blüten nicht so schnell an Gewicht zu wie unter normalen Bedingungen.

Magnesiummangel bei der Cannabispflanze

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Magnesiummangel äußert sich durch gelbliche Blätter mit dunkleren Adern und braunen, trockenen Blatträndern

Magnesiummangel kann dem Kaliummangel sehr ähneln – in den Frühstadien beginnen sich die Blattränder gelb zu färben, während die Adern dunkel bleiben. Wenn der Mangel fortschreitet, trocknen die Blattränder allmählich aus und rollen sich nach innen ein; auch die oberen Blätter werden geschädigt, bis schließlich sogar neue Blätter blass und chlorotisch (Mangel an Chlorophyll) erscheinen. Auf den unteren Blättern können ebenfalls braune Flecken auftauchen, bevor sie absterben und abfallen.

Magnesiummängel kommen relativ häufig vor und können für gewöhnlich behoben werden, wenn Sie Ihrem Dünger Magnesiumsulfat oder Epsom-Salze beifügen.

Schwefelmangel bei der Cannabispflanze

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Schwefelmangel greift zuerst die neueren Blätter an und färbt sie blassgelb mit etwas dunkleren Adern

Schwefelmangel ist in den Frühstadien in vieler Hinsicht mit Stickstoffmangel zu vergleichen, da er das ganze Blatt blass und chlorotisch werden lässt, mit nur geringfügig dunkleren Adern. Doch anders als Stickstoffmangel schädigt Schwefelmangel für gewöhnlich zuerst die neueren Blätter; zudem unterscheidet er sich von vielen anderen Mängeln darin, dass er zunächst den hinteren Teil des Blattes angreift, bevor er zur Spitze übergeht. Bei fortschreitendem Mangel können sich die Blattspitzen und -ränder braun verfärben und austrocknen; dieser Effekt ist oft wesentlich weniger ausgeprägt als bei anderen Mangelerscheinungen, die dasselbe Symptom verursachen. In den Endstadien erscheint das ganze Blatt weißlich-gelb, und die älteren Blätter beginnen abzufallen.

Schwefelmängel kommen sehr selten vor und sind für gewöhnlich durch Zugabe von Epsom-Salzen zum Dünger zu beheben.

Manganmangel bei der Cannabispflanze

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Starker Manganmangel, der an den gelben Blättern mit nekrotischen Flecken zu erkennen ist

Ein Manganmangel kommt ebenfalls selten vor und weist auch andere Ähnlichkeiten mit Schwefelmangel auf. In den Frühstadien beginnen sich die Blätter gelb zu färben, während die Adern ein wenig dunkler bleiben. Die Gelbfärbung tritt oft an der Basis des Blattes auf, bevor sie sich zur Spitze hin ausbreitet. Bei fortschreitendem Mangel erscheinen auf allen Blättern braune, nekrotische (abgestorbenes Gewebe anzeigende) Flecken; diese verbreiten sich über die ganze Pflanze, wenn der Mangel nicht behoben wird.

Manganmangel wird normalerweise beseitigt, indem man den pH-Wert anpasst und sicherstellt, dass die Pflanze keine zu hohe Eisenkonzentration enthält.

Eisenmangel bei der Cannabispflanze

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Spätstadien des Eisenmangels; man erkennt, dass zuerst die oberen Blätter sowie das Innere des Blattes geschädigt wurden

Ein Eisenmangel tritt ebenfalls selten auf, und einige seiner Merkmale finden sich auch bei anderen Mängeln. Ebenso wie bei Schwefel- und Manganmangel wird die Basis des Blattes oft zuerst geschädigt, und wie bei Schwefelmangel sind die neueren Blätter meist vor den unteren Blättern betroffen. Ähnlich wie bei Magnesiummangel können sich die Blätter ganz und gar hellgelb verfärben oder nahezu weiß erscheinen. Manchmal behalten die Blattadern einen dunkleren Grünton bei, aber in vielen Fällen von Eisenmangel werden die Adern gelblich und wirken wie ausgewaschen.

Eisenmängel werden häufig durch einen zu hohen (basischen) pH-Wert verursacht und können behoben werden, indem Sie das Medium mit reinem Wasser mit niedrigerem pH-Wert gießen und ein Eisenpräparat hinzufügen, falls nötig. Eisen kann mit verschiedenen anderen Nährstoffen reagieren und selbst Probleme verursachen; es ist also wichtig, vorsichtig vorzugehen und alle Veränderungen aufmerksam zu beobachten.

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
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