Wo |Deutschland

Hauptstadt |Berlin

Einwohner |81459000

Legaler Status |illegal

Medical Program |yes

Cannabis in Deutschland

Deutschland Allem Anschein nach ist Cannabis in Deutschland schon seit sehr langer Zeit präsent, vielleicht sogar schon seit prägermanischen Zeiten. Denn bei archäologischen Grabungen in Eisenberg in Thüringen fand man in früher als Wohnung genutzten Höhlen Cannabissamen, die aus einer Zeit vor mindestens 7.500 Jahren stammen, also aus der Bandkeramiker-Periode der Jungsteinzeit. Und etwas später wurden Nachweise von Cannabissamen in einer Graburne aus einer Zeit vor 2.500 Jahren in Wilmersdorf gefunden, das heute zu Berlin gehört, früher aber ein unabhängiger Ort war. Auch in Süddeutschland wurden Erdgräber gefunden, die Cannabissamen und -Blüten enthielten und aus dem gleichen Zeitraum stammen.


Cannabis in Deutschland - Sensi Seeds Blog

Die Bundesrepublik Deutschland ist der bevölkerungsstärkste EU-Mitgliedstaat mit mehr als achtzig Millionen Einwohnern. Ebenso wie andere mitteleuropäische Staaten hat Deutschland eine lange Tradition bei der Nutzung von Cannabis. Heute ist Cannabis weit verbreitet und in den meisten Städten leicht erhältlich, auch wenn der Anbau, der Verkauf und die Nutzung weiter illegal sind.

Geschichte von Cannabis in Deutschland

Eine Hanfpflanze im Freilichtmuseum Beuren - Sensi Seeds Blog
Eine Hanfpflanze im Freilichtmuseum Beuren (© lessi2306)

Allem Anschein nach ist Cannabis in Deutschland schon seit sehr langer Zeit präsent, vielleicht sogar schon seit prägermanischen Zeiten. Denn bei archäologischen Grabungen in Eisenberg in Thüringen fand man in früher als Wohnung genutzten Höhlen Cannabissamen, die aus einer Zeit vor mindestens 7.500 Jahren stammen, also aus der Bandkeramiker-Periode der Jungsteinzeit. Und etwas später wurden Nachweise von Cannabissamen in einer Graburne aus einer Zeit vor 2.500 Jahren in Wilmersdorf gefunden, das heute zu Berlin gehört, früher aber ein unabhängiger Ort war. Auch in Süddeutschland wurden Erdgräber gefunden, die Cannabissamen und -Blüten enthielten und aus dem gleichen Zeitraum stammen.

Im Lauf der Jahrhunderte wurden Anbau und Nutzung von Cannabis zum unverzichtbaren Element des Lebens vieler Landbewohner in Deutschland, anfangs ganz sicher zur Gewinnung von Fasern und Ölsamen. Für das 12. Jahrhundert gibt es dann auch Belege darüber, dass Cannabis eine wichtige Rolle in der frühen deutschen Pharmazeutik spielte. Um 1150 nach Christus schrieb die Benediktiner-Äbtissin Hildegard von Bingen längere Texte über die medizinischen Eigenschaften von Cannabis, und zwar in ihrem aus neun Bänden bestehenden Werk Physica, in dem sie die Eigenschaften von hunderten Pflanzen, Tieren und Mineralien darstellte. So schrieb Hildegard u. a., dass Cannabis “die schlechten Säfte reduziert und die starken verstärkt”, und dass es Kopfschmerzen sowohl lindern als auch hervorrufen kann, je nachdem, ob die Geisteshaltung des Anwenders „voll“ oder „leer“ ist.

Interessant ist auch die Feststellung, dass Hildegard trotz der viele Jahrhunderte lang ablehnenden Haltung der katholischen Kirche zu Cannabis eine allseits anerkannte Autorität in medizinischen Fragen werden konnte, und dass ihre Lehren von der Kirche offenbar nicht als blasphemisch eingestuft wurden. Und die Äbtissin war in der Tat auch als Visionärin bekannt (einer ihrer Ehrentitel lautet auch die Sybille vom Rhein), die 1148 die päpstliche Erlaubnis erhielt, ihre Visionen als Eingebungen vom Heiligen Geist zu bezeichnen. Die Verfolgung traditioneller Heiler und Kräuterkundiger als Häretiker und Hexen setzte erst einige Jahrhunderte später mit dem Aufkommen der spanischen Inquisition ein.

Cannabis als Medizin im Deutschland des Mittelalters

Im 15. Jahrhundert gehörte die Nutzung von Cannabis in der deutschen Pharmazeutik zu den bekanntesten Verfahren, und die Literatur aus dieser Zeit enthält zahlreiche Hinweise darauf. Trotz der steigenden Gefahren durch die Inquisition – die die 1484 erlassene päpstliche Bulle Summis desiderantes affectibus als Leitfaden und Rechtfertigung für die Ausrottung der traditionellen Kräuterkunde nutzte – haben die Universitäten im mittelalterlichen Deutschland, in der Schweiz und insbesondere auch in Italien große Anstrengungen unternommen, um die regionalen Traditionen zu bewahren.

So fand das Öl aus Cannabissamen in der Medizin jener Zeit umfangreich Verwendung zur Behandlung von Entzündungen, Tripper, Parasitenbefall, Husten und Gelbsucht. Auch bedeutende Werke aus dieser Zeit erwähnen Cannabis als Medizin, zum Beispiel Das Neunte Buch in der Arznei von Paracelsus (1493 – 1541), das Kreuterbuch (1539) von Hieronymus Bock, das New Kreuterbuch (1543) von Leonard Fuchs und das Neuwe Kreuterbuch (1588) von Tabernaemontanus. Die Verwendung von Cannabis in der Medizin entwickelte sich in dieser Zeit weiter, und von 1776 bis 1789 veröffentlichte Johann Andreae Murray die erste Enzyklopädie der Pharmazeutik, die mehrere Seiten zur Beschreibung von Cannabis und seiner vielfältigen Verwendungszwecke enthielt.

Im 16. Jahrhundert hatten die europäischen Völker damit begonnen, regelmäßig Expeditionen nach Afrika und Asien zu schicken, wo sie Cannabis-Sorten mit einer höheren Wirksamkeit vorfanden. Dieser sog. “indische Hanf” wurde dann auch nach Europa gebracht und fand seinen Weg in die medizinische Praxis, konnte sich dort aber erst bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts richtig etablieren.

Neben der Verwendung als Arzneimittel erfüllte Cannabis in der deutschen Gesellschaft des Mittelalters noch viele weitere Funktionen. So wurde die Pflanze weiter als Quelle für Fasern, für Nahrungsmittel und auch zu rituellen Zwecken genutzt, eventuell sogar auch als Freizeitdroge, und zwar bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, als die weltweite Welle der Prohibition Platz zu greifen begann.

Gebrauch von Cannabis im heutigen Deutschland

Headshops wie dieser verkaufen ein breites Sortiment an Zubehör, u. a. Pfeifen, Bongs und Zigarettenpapiere - Sensi Seeds Blog
Headshops wie dieser verkaufen ein breites Sortiment an Zubehör, u. a. Pfeifen, Bongs und Zigarettenpapiere (© Great Beyond)

Bis vor kurzem sah es so aus, als ob Deutschland seine Linie der Toleranz weiter verfolgt, die sogar mit den Niederlanden mithalten kann. Aber in den letzten Jahren haben sich auch verbesserte Methoden der Fahndung wie Kontrollen des Straßenverkehrs mit Drogentests und Spürhunden intensiviert und die politische Gesamtstrategie ist heute ziemlich repressiv. Diese Strategie ist dabei aber von Region zu Region verschieden. Während die norddeutschen Städte wie Berlin und Hamburg weiter relativ liberal sind und die Nutzung von Cannabis oft tolerieren, tendieren die südlichen Bundesländer eher zu restriktiven Maßnahmen.

Insgesamt kommt es selten zu Verurteilungen nur wegen des Konsums von Cannabis und kaum einmal zu einer Haftstrafe. Der Konsum von Cannabis ist relativ normal; fast drei Millionen Deutsche sind regelmäßige Konsumenten. Es gibt auch eine aktive Cannabis-Community und eine lebhafte Kultur mit Festivals und Märschen zur Förderung von Cannabis und seiner Legalisierung, so zum Beispiel die bekannte Hanfparade in Berlin, die jährlich im August stattfindet.

Deutschland grenzt an die Niederlande, Österreich, Belgien, die Schweiz, die tschechische Republik, Polen und Dänemark, also an Staaten mit relativ milden Regelungen zum Besitz von Cannabis und einer allgemein progressiven Politik. Daher ist es kaum zu vermeiden, dass auch Deutschland diese politische Gesamtstrategie teilt. Dank der unbegrenzten Bewegungsfreiheit von Personen und Waren innerhalb der Eurozone ist es nicht möglich, den lebhaften Handel mit Cannabis aufzuhalten, der in der gesamten Region stattfindet, und es wird mittlerweile allgemein akzeptiert, dass Maßnahmen zur Eindämmung dieser illegalen Branche durch eine Kriminalisierung der Konsumenten nicht effektiv sind.

Anbau von Cannabis in Deutschland

Eine gesunde Cannabispflanze bei der Hanfparade in Berlin - Sensi Seeds Blog
Eine gesunde Cannabispflanze bei der Hanfparade in Berlin (© ][][ )

Hanf wird in Deutschland seit vielen tausend Jahren angebaut, und diese Tradition setzte sich auch im 20. Jahrhundert noch lange fort. Der Anbau von Hanf wurde erst 1982 verboten, und dieses Verbot blieb auch nur vierzehn Jahre bestehen. 1996 hob die deutsche Regierung das Anbauverbot als Reaktion auf die zunehmenden Proteste von Hanfaktivisten, Wissenschaftlern und auch Landwirten wieder auf. Die Anbaufläche betrug 1996 etwa 3.500 Hektar, wovon 750 Morgen auf das niederländische Unternehmen HempFlax entfielen. Aktuell wird berichtet, dass der Hanfanbau in Deutschland seit dem Jahr 2011 fast ganz eingestellt wurde, da ein heftiger Wettbewerb um Anbauflächen für subventionierte Bioenergiepflanzen die Produzenten zur Aufgabe gezwungen hat.

Die lustige Hanffibel (1943) ist eine verblüffend komische Beschreibung der traditionellen Nutzung von Hanf in Deutschland, die auch umfangreiche Hinweise darüber enthält, wie und wann die Pflanze angebaut werden muss, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Zur damaligen Zeit erhielt der Anbau von Hanf als Teil der Kriegswirtschaft einen neuen Anschub, und das genannte Buch erschien unter der Regie des deutschen „Reichsnährstands“.

Heute, im Juli 2014, kann der Anbau von Sorten mit hohem Cannabinoidgehalt zu medizinischen Zwecken einzelnen Personen, die an chronischen Schmerzen leiden, erlaubt werden, und zwar auf Grund der Entscheidung eines deutschen Gerichts, die von fünf schwer kranken Personen herbeigeführt wurde, denen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die beantragte Genehmigung zum Anbau von Cannabis für therapeutische Zwecke verweigert hatte. Dagegen richtete sich die bei Gericht erhobene Klage, und drei der Kläger erhielten dort schließlich die Erlaubnis zum häuslichen Anbau geringer Mengen. Zwei der Kläger hatten dagegen keinen Erfolg: In einem Fall hatte das Gericht den Eindruck, dass ein möglicher Zugriff Dritter nicht verhindert werden konnte, und bei dem anderen Kläger wurde entschieden, dass er noch nicht alle anderen Behandlungsmethoden ausgeschöpft hatte.

In Deutschland gibt es eine sehr aktive Legalisierungsbewegung, aber nur 29 % der Bevölkerung wollen die Legalisierung - Sensi Seeds Blog
In Deutschland gibt es eine sehr aktive Legalisierungsbewegung, aber nur 29 % der Bevölkerung wollen die Legalisierung

Das gesellschaftliche Engagement für eine Freigabe des Anbaus von Cannabis ist in Deutschland sehr hoch. So hat eine Gruppe, die sich als „Einige autonome Blumenkinder“ bezeichnet, im Juni 2013 mehrere Kilo Cannabissamen in der Universitätsstadt Göttingen (Niedersachsen) ausgebracht. Seitdem wuchsen hunderte Cannabispflanzen überall in der Stadt, und die Polizei hatte große Mühe, sie alle wieder zu beseitigen. Eine Fotogalerie der Pflanzen, die in Göttingen seit Beginn der Protestaktion wachsen, findet sich hier.

Der Cannabisanbau ist in Deutschland weit verbreitet, auch wenn er (mit Ausnahme einiger sehr eng begrenzter Fälle) weiter illegal ist. 2011 wurden von der Polizei 1.804 Fälle des illegalen Anbaus ermittelt; 2010 waren es 1.517 Fälle. Die Größe der Anbauflächen nahm im Durchschnitt ebenfalls zu. So wurden im Jahr 2011 insgesamt 133.650 Pflanzen beschlagnahmt, im Vergleich zu 101.549 Pflanzen im Jahr 2010. Daraus errechnet sich ein Durchschnitt von 74 Pflanzen pro Anbaufläche im Jahr 2011, im Vergleich zu 67 Pflanzen im Jahr 2010. Die Zahl der „kleinen“ individuellen Anbauflächen verdoppelte sich in diesem Jahr ebenfalls, was darauf hindeutet, dass die großen, gewerblich betriebenen Anbauflächen zwar in der Zahl zurückgehen, aber vom Umfang her viel größer sind.

Gesetze, Verhaftungen und Verurteilungen aufgrund von Cannabis in Deutschland

Die Hanfparade ist eine jährlich stattfindende Demonstration für die Legalisierung von Cannabis und wird normalerweise sehr gut besucht - Sensi Seeds Blog
Die Hanfparade ist eine jährlich stattfindende Demonstration für die Legalisierung von Cannabis und wird normalerweise sehr gut besucht (© Marco Fieber)

Bis Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war Cannabis in allen Erscheinungsformen in Deutschland streng verboten. Am 28. April 1994 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Besitz von „weichen“ Drogen in Mengen, die für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind, nicht mehr bestraft werden darf. Seitdem wird der Besitz, der Konsum und sogar der Handel von geringen Mengen Cannabis von den Länderbehörden geduldet, auch wenn das Maß der Toleranz von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist.

Die deutschen Bundesgesetze regeln zwar, dass Personen im Besitz von „geringen Mengen“ von der Strafverfolgung ausgenommen sind, überlassen die Definition, was eine geringe Menge ist, aber den Behörden der Bundesländer. Bei Cannabis beträgt die Menge, die in den meisten Bundesländern (auch in München und Brandenburg, also der Umgebung von Berlin) als „gering“ angesehen wird, sechs Gramm. Die Stadt Berlin selbst erlaubt den Besitz von bis zu fünfzehn Gramm. In der nördlichen Region von Schleswig-Holstein liegt die erlaubte Menge typischerweise bei bis zu dreißig Gramm, während in Thüringen (in der Mitte Ostdeutschlands) schon viel geringere Mengen zu einer Verhaftung führen können.

Trotz dieser allgemein recht großzügigen Politik sind Festnahmen von Personen, die eine diese Grenzen überschreitende Menge im Besitz haben, weithin üblich, sogar dann, wenn die Absicht zum Verkauf nicht nachgewiesen werden kann. 2011 wurden 236.478 Drogendelikte verzeichnet, von denen etwa 170.297 Fälle einen Verstoß gegen die Besitzregeln betrafen, während es in etwa 50.000 Fällen um den Verkauf und Handel von Drogen ging. Bei strafbaren Handlungen wie dem kleinflächigen Anbau und dem Verkauf oder Besitz einer nicht geringen Menge kann die Strafe von Geldstrafen und kurzen Freiheitsstrafen bis zu maximal fünf Jahren Gefängnis reichen. Längere Freiheitsstrafen werden aber normalerweise nur in schweren Fällen eines Verkaufs bzw. Handels verhängt. Für solche Fälle kann je nach Schwere der Tat auch eine Mindeststrafe von einem oder zwei Jahren Haft angedroht sein.

Legalisierung von Cannabis in Deutschland

Der Konsum von Cannabis ist weit verbreitet und wird in Deutschland normalerweise sozial akzeptiert - Sensi Seeds Blog
Der Konsum von Cannabis ist weit verbreitet und wird in Deutschland normalerweise sozial akzeptiert (© Mediaparker)

Die derzeitige Regierung Deutschlands – geführt von den Christdemokraten (CDU)- ist generell gegen die Legalisierung von Cannabis und will die derzeit geltenden Gesetze gegen seinen Konsum und Verkauf verschärfen. Aber es gibt auch eine breite Unterstützung für eine Legalisierung von Cannabis, getragen von verschiedenen Experten sowie von Wissenschaftlern, Politikern und der Polizei, die argumentieren, dass härtere Strafen nicht zu einer Abnahme des Besitzes und Konsums von Cannabis oder anderer illegaler Drogen führen.

Manche Politiker haben sich auch dafür ausgesprochen, das Cannabisverbot insgesamt einfach aufzuheben, so u. a. Hans-Christian Ströbele von den Grünen. In Berlin, der Heimat vieler regelmäßiger Cannabiskonsumenten (und der berühmten Hanfparade) war die Stimmung pro Cannabis immer schon stark, und einige Politiker haben sich dafür ausgesprochen, Cannabis-Cafés nach niederländischem Vorbild in der Stadt zu eröffnen, so beispielsweise die Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann. Diese Pläne wurden aber vom Berliner Senat abgelehnt, wobei die stärkste Opposition vom Gesundheitssenator Berlins, Mario Czaja von der Mitte-rechts-Partei CDU ausging.

Trotz der verbreiteten Sympathien für die Pro-Cannabis-Bewegung in der Öffentlichkeit wird eine direkte Legalisierung nur von überraschend wenig Deutschen unterstützt, zumindest nach dem Ergebnis einer Meinungsumfrage im Januar 2014. Nach dieser Umfrage befürworteten gerade einmal 29 % der befragten Personen eine direkte Legalisierung von Cannabis, während 65 % sagten, dass sie eine weitere Aufweichung der geltenden Gesetze ablehnen. Die übrigen 6 % hatten keine Meinung zu diesem Thema.

Kauf und Konsum von Cannabis in Deutschland

Cannabis und Haschisch sind in den meisten deutschen Städten weit verbreitet, wobei Haschisch aus Marokko, Indien und Afghanistan wohl am häufigsten erhältlich ist. In den letzten zehn Jahren hat auch die Verfügbarkeit von Cannabis als Pflanzenmaterial zugenommen, wobei dieses in den meisten Fällen aus den Niederlanden oder aus der Schweiz kommt. Ein zunehmender Anteil wird aber auch im Inland produziert.

Versteckte Coffeshops und gelegentlich auch Headshops verkaufen Cannabis in manchen Städten diskret unter der Ladentheke; diese sind aber für Leute, die nicht in der betreffenden Stadt wohnen, nur schwer zu finden. Wie in anderen Staaten ist es das beste und sicherste Verfahren, einen zuverlässigen Einheimischen auf Bezugsquellen für Cannabis anzusprechen. Aber es gibt in bestimmten Straßenzügen oder Parks auch zahlreiche Händler, die im Allgemeinen recht zuverlässig sind, jedenfalls in dem Sinne, dass man bei ihnen nicht übermäßig “abgezogen” wird.

In Frankfurt ist der Bahnhof Konstablerwache ein bekannter Treffpunkt für Haschisch-Händler, wobei es unterschiedliche Berichte gibt, was die dort gebotenen Qualitäten und die geforderten Preise angeht. Es ist stets zu empfehlen, bei jedem Kauf auf der Straße zumindest das Aussehen und den Geschmack der Ware zu prüfen, und die meisten Straßenhändler gestatten dies auch. In Berlin sind die städtischen Parkanlagen Volkspark Hasenheide und Görlitzer Park bekannte Plätze, an denen Cannabis erworben, aber auch geraucht werden kann. Im Sommer sind dort ganze Gruppen von Jugendlichen, die in weiße Rauchwolken gehüllt sind, kein ungewöhnlicher Anblick.

Bis zur weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 sind die Cannabispreise in Deutschland erheblich gestiegen. 2007 lag der Preis für Endverbraucher bei 5 bis 7 € pro Gramm; derzeit sind Preise von 7 bis 10 € pro Gramm üblich, bei manchen Händlern können sie aber auch bis zu 12 € erreichen. Auch was den Preis betrifft gilt der Hinweis, dass es immer besser ist, einen zuverlässigen lokalen Händler ausfindig zu machen, als auf der Straße zu kaufen.

Kommentar Abschnitt

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Carsten E.

Hallo,
Der Konsum ist in Deutschland generell nicht verboten, sondern legal, allerdings im Endeffekt nur im Rahmen der "überlassung zum unmittelbarem Konsum", da ansonsten mit dem Konsum der Straftatbestand des Besitzens greift.
Die "geringen Mengen" in den einzelnen Bundesländern sind keine erlaubten Mengen, sondern Grenzwerte, bei denen die Staatsanwaltschaft (meist bei Ersttätern etc) von der Bestrafung absehen kann, aber nicht muss. Ein wegen BTM Vorbestrafter kann somit auch für minimalste Mengen mit Geld oder sogar Haftstrafen belegt werden

17/11/2014

Axel Junker

Die medizinische wie genussorientierte Cannabis-Situation der Bundesrepublik Deutschland entspricht dem eines rückständigen Entwicklungslandes (3rd world country), sobald man vergleichend über den "ordentlichen deutschen Horizont" hinaus hinüber blickt in die Niederlande, nach Spanien, Portugal oder Tschechien.

Mit Oregon, Alaska, Washington und Colorado mag man die Situation hierzulande schon gar nicht vergleichen, weil in der Folge Schamgefühle in Überdosierung möglicherweise diejenigen psychotischen Schäden verursachen, die ganz besonders Ahnungslose der Cannabiswirkung gerne angedichten.

17/11/2014

Blogger

Soweit mir bekannt ist, wurde gegen den Gerichtsbeschluß zum Anbau von Cannabis für Patienten vom Bundesamt für Arzneimittel Berufung eingelegt. Damit ist für diese weiterhin der Anbau für medizinischen Hanf untersagt und illegal. Wer es sich leisten kann die extrem hohen Apothekenpreise zu bezahlen hat Glück, alle anderen werden weiterhin ihren medizinischen Bedarf nicht decken können. Man lässt die Patienten weiterhin im Regen stehen und mit ihren Problemen allein. Meiner Meinung nach wird in dieser Hinsicht vorerst nicht nachgebessert auch wenn medizinische Erfolge belegt sind.

17/11/2014

Stefanie

Hallo Blogger,
ja, da hast du Recht. Das BfArM ist in Berufung gegangen. Das heißt, dass die 3 Patienten, die in Köln ihr Recht bekamen, ihre Medizin immer noch nicht anbauen dürfen. Wir hatten auch darüber berichtet: https://sensiseeds.com/de/blog/eilmeldung-gericht-erlaubt-eigenanbau-cannabis-zu-therapeutischen-zwecken/ und https://sensiseeds.com/de/blog/das-lange-warten-auf-die-ersten-cannabis-pflanzen/.
Hohe Apothekenpreise bzw. wiederkehrende Lieferausfälle bei Bedrocan machen es für die Patienten nicht leichter.
Danke nochmals, für deine Rückmeldung.
Beste Grüße -
Stefanie

18/11/2014

Sebastian

Sehr guter beitrag

25/11/2014

Stefanie

Danke, werde ich an Seshata weiterleiten!

25/11/2014

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Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.

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