by Seshata on 29/01/2015 | Anbau

Die 5 wichtigsten Gründe für den Anbau von Bio-Cannabis

Viele Grower, die die Ernten ihrer kleinen Anbauflächen selbst rauchen möchten, bauen Cannabis bereits biologisch an; das gilt auch für die meisten Grower von medizinischem Cannabis in den USA, sowohl für die Pflegedienste als auch für die Cannabis-Apotheken. Doch Grower, die Cannabis auf dem Genussmittelmarkt verkaufen, bauen es oftmals nicht biologisch an - aufgrund verschiedener falscher Vorstellungen, die zudem längst überholt sind.


Besserer Ertrag

Die Nahaufnahme einer Hand, die eine braune Kompostflüssigkeit aus einem Glas in einen Topf mit Pflanzenerde gießt. Eine Pflanze wächst aus der Erde.

Die größte Sorge kommerzieller Grower ist, dass der Bio-Anbau zu geringeren Erträgen führen könne.   Dazu muss es jedoch keinesfalls zwangsläufig kommen – vielmehr können Sie sogar höhere Erträge erzielen als bei konventionellen Methoden, vorausgesetzt, die Anbaubedingungen sind optimal.

Falls das Mikroklima nicht optimal ist, können die Erträge allerdings vergleichsweise geringer ausfallen als beim konventionellen Anbau. Dies war in der Vergangenheit zweifellos der Fall; doch in den letzten Jahren sind nicht nur die im Handel erhältlichen biologischen Dünger, Anbaumedien und Zusatzstoffe wesentlich verbessert worden, sondern auch das Wissen, wie man sie am besten anwendet.

Eine wichtige Innovation auf dem Gebiet des biologischen Anbaus ist die Entwicklung des „Super-soil (Superbodens)“ – ein Anbaumedium, dessen Inhaltsstoffe so sorgfältig auf die Bedürfnisse von Cannabis abgestimmt wurden, dass die Pflanze auch ohne Einsatz von Düngemitteln üppig gedeiht. Bei Anwendung dieser Methode brauchen Sie Ihre Pflanzen lediglich zu gießen und erzielen dennoch fantastische Erträge.

Diese Fertigmischungen sind im Handel erhältlich, doch der „Super-soil“ kann auch ganz einfach selbst hergestellt werden: Dazu mischt man Bio-Topferde mit Wurmkompost, Blutmehl, Knochenmehl, Guano und diversen anderen Zusatzstoffen. Durch die Zubereitung Ihres eigenen Mittels können Sie eine Mischung entwickeln, die präzise auf Ihre bevorzugte Sorte abgestimmt ist.

Größere Potenz

Ein grundlegender Bestandteil des modernen biologischen Anbaus besteht darin, dass Sie Ihre Cannabispflanzen mit genau den Stoffen versorgen, die sie benötigen, bis hin zum allerletzten Mikroorganismus im Boden. Ebenso wie andere Pflanzen stellt auch Cannabis spezifische, hochkomplexe Anforderungen, um optimal gedeihen zu können; wenn Sie diese Bedürfnisse so gewissenhaft wie möglich erfüllen, können Ihre Pflanzen ihr volles Potenzial entfalten.

Konventionelle Düngersysteme verfügen über eine relativ simple Zusammensetzung; sie enthalten nur die wichtigsten Nährstoffe, die Cannabis benötigt, um wachsen und überleben zu können.   Es gibt sechs lebenswichtige Makronährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Schwefel und Magnesium) und sechs lebenswichtige Mikronährstoffe (Mangan, Bor, Kupfer, Zink, Molybdän und Eisen), die in den meisten Nährstoffmischungen für Cannabis enthalten sind.

Dagegen enthalten biologische Nährstoffsysteme oftmals andere Spurenelemente, die Cannabis zusätzliche Vorteile bieten können, sogar dann, wenn sie nicht als lebenswichtig im herkömmlichen Sinne eingestuft werden. Solche Nährstoffe sind beispielsweise Nickel, Natrium, Kobalt und Chlor. Diese tragen nachweislich zur Gesunderhaltung höherer Pflanzen wie Cannabis bei, werden jedoch bei der Herstellung handelsüblicher Dünger oft übersehen. Wie Bio-Grower auf der ganzen Welt berichten, ist biologisch angebautes Cannabis aufgrund der komplexen Zusammensetzung der verwendeten Nährstoffmischungen hinsichtlich der Wirkung und Potenz dem konventionell angebauten Cannabis überlegen.

Besserer Geschmack und Aroma

Das Foto einer blühenden Cannabispflanze. In den Blüten und Blättern sind Spuren violetter Verfärbungen zu sehen.

Aus ähnlichen Gründen wie den oben beschriebenen hält man biologisch angebautes Cannabis vielerorts auch in Bezug auf Geschmack und Aroma für besser als konventionell angebautes Cannabis. Da das Mikroklima zugunsten eines kraftvollen, gesunden Wachstums optimiert wird, sind die Pflanzen in der Lage, maximale Mengen von Terpenen und Terpenoiden sowie von Cannabinoiden zu produzieren.

Als Terpene und Terpenoide bezeichnet man die Aromastoffe, die Cannabis und vielen anderen Pflanzen ihren typischen Duft verleihen. Cannabis enthält Dutzende dieser Stoffe, die für das süße, würzige, nach Zitrusfrüchten oder nach Kiefern duftende Aroma der jeweiligen Sorte verantwortlich sind. Je mehr dieser Terpene und Terpenoide vorhanden sind, desto aromatischer und schmackhafter wird Ihr Endprodukt sein.

Reichere Mikrobiome

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass der Anbau von Bio-Cannabis die Erträge sowie den Geschmack und die Potenz verbessern kann, ist der Reichtum des Mikrobioms im Boden (als „Mikrobiom“ bezeichnet man die Gesamtheit der in einem bestimmten Lebensraum anwesenden Mikroorganismen). Biologische Bodenmischungen sind an sich schon komplizierte, lebendige Ökosysteme, die eine große Vielfalt von Bakterien, Pilzen und anderen mikroskopisch kleinen Organismen wie zum Beispiel Nematoden (Fadenwürmer) beherbergen; dieses Ausmaß an Komplexität ist in der sterilen Umgebung  vieler nicht-biologischer Anbaumedien nicht möglich.

Zahlreiche Studien über Cannabis und andere bedeutende Pflanzen haben bewiesen, dass die Schaffung eines reichhaltigen Mikrobioms im Boden mehrere Vorteile besitzt – es kann Stickstoff und Wasser binden, das Wachstum stimulieren und zur Vermeidung von Wurzelkrankheiten beitragen. Wenn Sie Ihren eigenen Super-soil herstellen und diesen vor Gebrauch für rund dreißig Tage reifen lassen, kann sich in diesem Bereich eine Fülle von Pilzen und anderen nützlichen Mikroorganismen etablieren und den Boden besiedeln.

Eine weitere exzellente Methode zur Kultivierung der nützlichen Bakterien, die für ein gesundes Mikrobiom erforderlich sind, ist Bio-Kompost-Tee. Zur Herstellung von Kompost-Tee muss gut gereifter Kompost in Wasser eingetaucht und mittels eines Bubblers ständig mit Sauerstoff versorgt werden (denn wenn im „Braugefäß“ anaerobe bzw. sauerstoffunabhängige Bedingungen entstehen, entwickeln sich schädliche statt hilfreicher Bakterien).

Geringere Umweltbelastung

Selbstverständlich wäre ein Cannabisanbau im Freiland in natürlichem Sonnenlicht am umweltfreundlichsten, da der Stromverbrauch eine der größten Umweltbelastungen beim Innenanbau von Cannabis darstellt. Doch aufgrund der bestehenden gesetzlichen Verbote in vielen Ländern muss Cannabis weiterhin innen angebaut werden, selbst wenn das regionale Klima einen Freilandanbau erlauben würde!

Das Foto einer behandschuhten Hand, die die Erde in einem großen weißen Topf befühlt. Rund um den Topf sieht man außerdem Blumen, einen gelben Gummistiefel und den Betonboden.

Für überzeugte Ökos geht natürlich nichts über den biologischen Freilandanbau, aber wenn das für Sie keine praktikable Option ist, können Sie doch wenigstens dafür sorgen, die Umweltbelastung beim Innenanbau so weit wie möglich zu reduzieren. Der Bio-Anbau leistet einen wichtigen Beitrag zur Verminderung der Umweltbelastung insgesamt, da für die Herstellung biologischer Nährstoffe im Allgemeinen weniger Verarbeitungsprozesse erforderlich sind als für konventionelle Nährstoffe (für deren Produktion zudem erhebliche Mengen an Energie verbraucht werden, die zumeist aus fossilen Brennstoffen stammen). Darüber hinaus sind biologische Techniken zur Schädlingsbekämpfung oft weit weniger umweltschädlich als konventionelle Techniken – zum Beispiel können Marienkäfer (die in den USA „ladybugs“ heißen) zur Bekämpfung von Spinnmilben eingesetzt werden, was die beim konventionellen Anbau verwendeten toxischen Chemiecocktails überflüssig macht.

Kommentar Abschnitt

Haben Sie eine Meinung dazu? Lassen Sie es uns mit einem Kommentar wissen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie einen Namen ein
Hoppla, sieht so aus als hätten Sie etwas vergessen.
Read More
Read More
Read More
Read More
Read More
Read More
Read More
Read More
Read More
Read More