by Stefanie on 22/07/2013 | Anbau Konsum

Streckmittel in Cannabis – Teil 1

Streckmittel Die Folgen eines Drogenschwarzmarktes werden immer wieder viel diskutiert. Prohibitive Drogenpolitik bringt viele Konsequenzen mit sich, wovon Stigmatisierung, gesundheitliche Auswirkungen, Kriminalisierung und Missbrauch nur einige sind. Das mutmaßliche Strecken von Cannabis und Möglichkeiten des Drugchecking will Sensi Seeds in einer kleinen Reihe an Beiträgen näher beleuchteten.


Die Folgen eines Drogenschwarzmarktes werden immer wieder viel diskutiert. Prohibitive Drogenpolitik bringt viele Konsequenzen mit sich, wovon Stigmatisierung, gesundheitliche Auswirkungen, Kriminalisierung und Missbrauch nur einige sind. Das mutmaßliche Strecken von Cannabis und Möglichkeiten des Drugchecking will Sensi Seeds in einer kleinen Reihe an Beiträgen näher beleuchteten.

Streckmittel in Cannabis - Teil 1

Warum wird Cannabis überhaupt gestreckt? Traurigerweise nicht zufällig, aber um dessen Gewicht und damit den Gewinn des Verkäufers zu steigern. Eine beunruhigende Anzahl an Verfälschungsmitteln, bekannt als Streckmittel, werden immer häufiger in Cannabis vom Schwarzmarkt gefunden. Der Cannabiskonsument muss mit den oft nicht zu unterschätzenden, teilweise gesundheitsgefährdenden, Folgen leben.

Allgemeine Tipps

Zur Streckung von Cannabis werden verschiedene Substanzen genutzt, so z. B. die zerriebenen Blätter der Pflanze, Kräuter und Gewürze, Fette und Öle, Schuhcreme, Sand, Wachs, Zucker, Haarspray, Brix, Schädlingsbekämpfungsmittel und Dünger, Blei, Schimmelpilze, Glas und Talkum. Die Genialität und der Ideenreichtum scheinen unerschöpflich und ist nicht selten unverantwortlich und skrupellos.

Schimmelbefallenes Cannabis - zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam
Schimmelbefallenes Cannabis – zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam

Information und Aufgeklärtheit  – beides Sensi Seeds Ziele – sind in dieser Angelegenheit für den Konsumenten entscheidend. Aufgelistet ein paar allgemeine Tipps , die helfen können, gestrecktes Cannabis zu erkennen und im besten Fall den Konsum zu vermeiden. Es ist Vorsicht geboten, wenn:

  • die Blüte verdächtig schwer ist,
  • das Cannabis nach dem Anzünden „durchbrennt wie eine Wunderkerze oder Shisha-Kohle“,
  • die Glut des Joints Funken schlägt,
  • beim Verbrennen chemischer, plastikartiger Geruch entsteht,
  • Ascherückstande hart und schwarz sind und durch leichten Druck ölig und schmierig werden,
  • eine Blüte besonders weiß und kristallin aussieht, besonders hart oder besonders leicht und luftig ist oder nicht trocknen kann, auch wenn sie lange an der Luft liegt,
  • Rückstande in Verpackungen zu finden sind (Granulate, Kristalle und sandige, pulverige Ablagerungen).

Zucker, Salz und andere geschmacksintensive Stoffe erkennt man mit einem Geschmackstest – es reicht aus, wenn man die Blüte mit der Zunge berührt. Brix verursacht eine brennendes Gefühl im Mund und auf der Zunge, was bedeutet, dass erst einmal eine visuelle Kontrolle des Cannabis durchgeführt werden sollte, da Sensi Seeds nicht dazu anregen möchte, gesundheitsgefährdende Substanzen aufzunehmen! Sand, Glas und Mineralien knirschen zwischen den Zähnen. Sie können auch identifiziert werden, indem man die Blüten – oder Rückstande im Verpackungsmaterial – auf eine CD reibt, auf welcher die harten Partikel Kratzer hinterlassen würden. Mit einem kleinem Taschenmikroskop kann man Strukturen leichter untersuchen und erkennen. Alle, die befürchten, mit Streckmitteln in Cannabis in Berührung kommen zu können, sollten ein solches Mikroskop besitzen.

Sand als Streckmittel

Bei Freilandanbau lassen sich Anhaftungen von Sand und Erde nicht immer vermeiden, vor allem dann nicht, wenn die Pflanze in der Blüte immer klebriger wird. Dennoch, oft wird Cannabis mutwillig mit Sand, Vogelsand oder Quarzsand gestreckt. Kleine Rückstände davon können im Transportmedium, wie zum Beispiel der Plastetüte zurückbleiben. Außerdem knirscht durch Sand verunreinigtes Cannabis zwischen den Zähnen. Dieses Streckmittel ist also relativ einfach zu erkennen.

Streckmittel Sand - zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam
Streckmittel Sand – zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam

Durch die Inhalation von quarzhaltigem Sand besteht die Gefahr der Entstehung von Silikose, auch Quarzstaublunge genannt. Sie wird durch das Einatmen von Feinstaub, Quarz und anderen mineralhaltigen Substanzen hervorgerufen. Silikose ist eine Lungenkrankheit, bei der eine entzündliche Veränderung des Bindegewebes der Lunge mit Vernarbung der Lunge die Folge ist. Daraus kann sich eine Bronchitis entwickeln.

Zucker als Streckmittel

Auffällig helles bzw. weißes Cannabis, das süßlicher schmeckt als gewohnt kann mit Zucker gestreckt wurden sein. Handelsübliche Glukosetests – in Apotheken in Form kleiner Papierstreifen erhältlich –  allerdings geben Sicherheit, weil sie schnell und zuverlässig eine Zuckerbelastung erkennen. Zucker ist ein gebräuchliches Streckmittel, weil es preisgünstig und einfach in der Anwendung ist: der Zucker wird zunächst in kochendem Wasser aufgelöst und nach dem Erkalten auf die Pflanze gesprüht. Das Wasser verdampft und hinterlässt eine klebrige Schicht. Wenn weißer Zucker verwendet wurde, können die Blüten blass wirken, während brauner Zucker mehr der Farbe reifer Trichomen ähnelt.

Streckmittel Zucker, Quelle: www.hanf-streckmittel.com
Streckmittel Zucker, Quelle: www.hanf-streckmittel.com

In Zucker getränktes Cannabis brennt schlechter und hinterlässt eine harte Asche.

Karamellisierte Zuckerrückstände legen sich auf Schleimhäute und Bronchien und verursachen starken Hustenreiz. Die feinen eingeatmeten Karamelltropfen können sich auf der Lunge absetzen und durch Verbrennen können krebserregende Stoffe entstehen.

Brix als Streckmittel

Hergestellt in den USA und Australien dient Brix ausschließlich dem Strecken von Cannabis. Brix ist eine Flüssigkeit bestehend aus Zucker, flüssigem Kunststoff und Hormonen, in welche die Hanfblüte nach der Ernte eingetaucht und dann zum Trocknen aufgehängt wird. Auf den ersten Blick ist Brix-behandeltes Cannabis nicht zu erkennen, allerdings brennt es extrem schlecht und hinterlässt eine harte Asche.

Brix ist flüssige Plaste und gehört neben anderen synthetische Wachsen (wie z.B. Schuhcreme) zu den gesundheitsschädlichsten Beimischungen. Anhaltender Husten, Schleim, Atemnot sind nur einige Folgen. Durch die Verbrennung von Brix-getränktem Cannabis können krebserregende Stoffe entstehen. Weiterhin besitzt dieses Gras Erbgut verändernde Eigenschaften.

Haarspray als Streckmittel

Haarspray ist entflammbar. Wer Konsumenten der Gefahr aussetzt, die Mischung aus industriellen Polymeren, Alkohol und anderen Zusätzen zu verbrennen und zu inhalieren begeht gefährliche Körperverletzung.

Die Blüten sind auffällig hart und kompakt. Mit Haarspray gestrecktes Cannabis lässt sich ähnlich schlecht rauchen wie Brix-Gras, daher wird es oft verwechselt. Ihm entweicht ein penetranter, chemischer Geschmack und untypischer, parfümierter Geruch. Die im Haarspray enthaltenen Lösungsmittel bergen durch Verbrennen ein hohes Krebsrisiko.

Haarspray als Streckmittel - zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam
Haarspray als Streckmittel – zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam

Vor der Renovierung der Sensi Seed Bank konnten Besucher sogar Blüten sehen, die schwer mit Haarspray überzogen waren. Eine seltene, immer noch komplette Präsentationsbox aus der Mitte der 90iger Jahre enthielt Pflanzenspitzen, die aus Gründen der Konservierung mit Haarspray behandelt wurden, da sie im Laufe der Zeit trocken geworden waren und zu zerfallen begannen. Nur das Öffnen der Vitrine, in der sich die Box befand war genug, um einen unnatürlichen, nicht Cannabis typischen Geruch freizugeben.

Schädlingsbekämpfungsmittel und Dünger

Fungizide zur Bekämpfung von Wurzel- und Stängelfäule, Pestizide gegen Spinnmilben und Thripse sowie Dünger und Nährstoffe für ein besseres Pflanzenwachstum können Cannabis stark belasten.

Pyrethrine, Insektizide für Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung, können die Nervenfunktionen ändern und potenziell zu Neurotoxizität (Schädigung des Nervensystems) führen. Möglicherweise rufen sie schwerwiegende asthmaähnliche Symptome hervor.

Spinnmilbeneier in Cannabis - zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam
Spinnmilbeneier in Cannabis – zur Verfügung gestellt vom The Cannabis College Amsterdam

Ob chemisch oder biologisch, Reste von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Düngern sind sehr lange in sehr hoher Konzentration in den Blüten nachweisbar und bilden damit eine unsichtbare Gefahr für den Konsumenten. Die Überbleibsel erhöhen das Gewicht der Blüten – eine gängige Düngungsmethode unter gewinnorientierten Züchtern, da man die Pflanzen bis zum letzten Moment vor der Ernte füttern möchte, um größtmögliche Resultate zu erzielen.

Eine Möglichkeit, Nährstoffe, Salze und andere Rückstände eingesetzter Mittel zumindest zu einem großen Teil aus der Cannabispflanze zu entfernen ist das Flushing, wobei die Pflanzen 1 – 3 Wochen vor der Ernte regelmäßig mit klarem Wasser abgespült werden.

Allerdings gab es auch Berichte darüber, dass Blüten nicht nur mit Rückstanden von Düngemittel gestreckt waren, aber sogar in Phosphor- und Kalium-Düngern – bekannt als PK13/14 – eingeweicht wurden, um deren Gewicht zu erhöhen. Es ist offensichtlich, dass mit höherer Konzentration an Düngern und Schädlingsbekämpfungsmitteln die damit verbundenen Risiken steigen.

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21/09/2014

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